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Kletterrosen schneiden – Anleitung für Rambler und Climber Rosen

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Ob, wann und wie man Kletterrosen schneiden muss, hängt davon ab, ob es sich um eine einmal blühende oder mehrfach blühende Kletterrose handelt.

Kletterrosen schneiden
© v_tynka / stock.adobe.com
Ein Hauch von Romantik macht sich breit. Wer sich mit Kletterrosen umgibt, kann seine Hauswand in ein Dornröschenschloss verwandeln und den Garten idyllisch und verwunschen wirken lassen. Damit eine üppige Blüte garantiert ist, müssen Kletterrosen regelmäßig geschnitten werden. Jede Rosenart verlangt nach speziellen Pflegemethoden. Wir verraten Ihnen, warum der Rosenschnitt nicht versäumt werden sollte und wie Sie dabei vorgehen.

Warum muss man Kletterrosen schneiden?

Was liegt näher, als der Kletterrose einfach ihren Lauf zu lassen, schließlich wächst sie steil nach oben und nimmt damit auch keinen unnötigen Platz für sich ein. Wer auf das Schneiden verzichtet, wird bald feststellen, dass die Rosen zwar emporwachsen, nach unten hin aber verkahlen und kaum Blüten ausbilden. Kletterrosen müssen geschnitten werden, um die Blütenbildung anzuregen und einen ansprechenden, kompakten Wuchs zu fördern. Nach dem Rückschnitt konzentrieren sich die Pflanzen auf die Ausbildung der neuen Triebe.

Wer Kletterrosen nicht schneidet, erhält lange, dünne Triebe, einen ungleichmäßigen Wuchs und die Blüte bleibt auch aus. Hinzu kommt, dass die Pflanzen allgemein geschwächt sind und damit anfälliger für Krankheiten und Schädlinge werden.

Kletterrosen schneiden – wann ist der beste Zeitpunkt?

Der Zeitpunkt ist abhängig von der jeweiligen Rosenart. Es werden einmal und mehrmals blühende Sorten unterschieden.

Kletterrosen Arten im Überblick

RosenartBlütezeitWuchshöhe
RamblerMai bis Juli3 bis 9 Meter
ClimberMai bis Juli
August bis Oktober
2 bis 4 Meter

Rambler Rosen besitzen ein starkes Wachstum und sind mit langen, biegsamen Ranken ausgestattet. Diese Kletterrosen werden vorwiegend für die Begrünung von Fassaden oder die Bepflanzung von Rosenbögen genutzt.

Rambler Rosen – beliebte Sorten

RosensorteBlütenfarbe
Rambling Rectorweiß
New Dawnzartrosa
Ibertinerosa
Veilchenblaulavendel
Tausendschönpink

Climber Rosen wachsen eher sparrig und verholzen. Der Gärtner verwendet die mehrfach blühende Kletterrose für Rankgitter und zur Begrünung kleinerer Säulen.

Climber Rosen – beliebte Sorten

RosensorteBlütenfarbe
Dortmundrot mit weißem Auge
Harlekinweiß mit rotem Rand
Salitaorange
Santanarot
Golden Showersgelb

Die einmal blühenden Rambler Kletterrosen werden unmittelbar nach der Blüte im Spätsommer geschnitten. Ein jährlicher Rückschnitt im Frühjahr ist hier nicht ratsam, denn damit würde den Haupttrieben die notwendige Energie zum Wachsen genommen.

Für die mehrmals blühenden Climber Rosen ist der Frühling der ideale Schnittzeitpunkt. Bei dieser Gelegenheit können alte oder verkümmerte Triebe entfernt werden und es wird eine Wachstumsgrundlage für die kommende Saison gelegt. Im Sommer werden dann lediglich verblühte Blütenköpfe und Totholz entfernt.

Kletterrosen schneiden – Vorbereitung

Bevor der Schnitt erfolgt, sind die Schneidwerkzeuge zu überprüfen. Damit die Pflanzen keinen Schaden nehmen, ist mit scharfen und sauberen Rosenscheren zu arbeiten. Nach dem Winter sind viele Gartengeräte stumpf geworden und haben Rost angesetzt.

Wer mit stumpfen und unsauberen Rosenscheren hantiert, fügt den Pflanzen unnötige Verletzungen zu. Die ausgefransten Schnittkanten heilen schlechter ab und bieten Schädlingen eine Eintrittspforte.

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» Hinweis: Werden kranke Triebe geschnitten, muss die Schere anschließend gründlich gereinigt und desinfiziert werden, damit die Keime nicht auf andere Rosen übertragen werden.

Kletterrosen schneiden – Anleitung und Zeitpunkt

Kletterrosen schneiden
© bildlove / stock.adobe.com
Ausgehend von den beiden beschriebenen Rosenarten können die Schnitttermine festgelegt werden. In folgender Übersicht sind die wichtigsten Schnittarten aufgeführt. Gleichzeitig finden Sie die entsprechenden Termine für Rambler und Climber.

Schnittart
Termin für einmal blühende Rambler RosenTermin für mehrfach blühende Climber Rosen

Pflanzschnitt
  • Tag der Pflanzung
  • kommendes Frühjahr
  • Tag der Pflanzung
  • kommendes Frühjahr

Erhaltungsschnitt
  • im Frühjahr
  • ab dem fünften Standjahr
  • jährlich Im Frühjahr

Pflegeschnitt
  • nicht notwendig
  • Juni bis Juli

Verjüngungsschnitt
  • alle sieben Jahre im Spätwinter
  • etappenweise im Spätwinter

Kletterrosen schneiden – Kurzanleitung

Vorbereitung des Rückschnitts

  • Zunächst werden nach innen wachsende und sich kreuzende Äste entfernt. Diese Äste werden direkt am Boden gekürzt, damit sie nicht mehr nachwachsen können. Damit erhält die Kletterrose ausreichend Licht und genügend Spielraum, um gesund nachzuwachsen.
  • Vor dem eigentlichen Rückschnitt werden die Äste der Pflanze miteinander verglichen. Schwache Äste werden herausgeschnitten. Diese stören den kompakten Wuchs der Rosen und bilden kaum Blüten aus.
  • Im Frühling ist der passende Zeitpunkt, um die Rosen von Totholz zu befreien. Die abgestorbenen Pflanzenteile fallen aufgrund ihrer Braunfärbung ins Auge. Es ist wichtig, diese Pflanzenteile komplett zu entfernen, denn abgestorbenes Holz schwächt die Pflanze und zieht Schädlinge an.

Der Rückschnitt

Sind die Vorbereitungen abgeschlossen, kann der eigentliche Rückschnitt erfolgen.

  1. Bei Kletterrosen wird in der Regel weniger intensiv zurückgeschnitten, als dies bei aufrecht stehenden Rosen der Fall ist. Um die Blüte zu fördern, werden lediglich dünne Triebe gekürzt.
  2. Starke und feste Triebe können am Rosenbogen seitlich gebogen werden. Viele Kletterrosen bilden in dieser Stellung die meisten Triebe aus.
  3. Der Schnitt ist immer schräg anzusetzen und wird zirka fünf Millimeter über einer Knospe ausgeführt.
  4. Die Seitentriebe werden auf zwei bis fünf Knospen (Augen) eingekürzt.
  5. Nach dem Schnitt werden die zurückgebliebenen Triebe wieder an der Rankhilfe befestigt.

Einmal jährlich blühende Kletterrosen schneiden

Wird bei den Rambler-Rosen ein jährlicher Erhaltungsschnitt durchgeführt, werden die Pflanzen dies mit einer üppigen Blütenpracht danken. Kletterrosen, die nur einmal jährlich zur Blüte kommen, sind aus den Wildrosen hervorgegangen. Während im Frühsommer die dichten Blütenbüschel begeistern, erscheinen im Herbst die dekorativen Früchte.

Was ist zu beachten?

  • ab dem fünften Standjahr jährlicher Schnitt im Februar
  • verkahlende und tote Ranken auslichten
  • überlange Triebe auf untere Seitentriebe ableiten
  • Ruten während des Sommers waagerecht anbinden

Die Langtriebe des Vorjahres sollten nicht zurückgeschnitten werden. Hier bilden sich die meisten Blütenknospen. Spätestens alle sieben Jahre ist es an der Zeit für einen Verjüngungsschnitt. Geschnitten wird im Spätwinter.

Erhaltungsschnitt bei mehrfach blühenden Kletterrosen

Die mehrfach blühenden Kletterrosen wachsen weniger üppig als die Rambler. Der Schnitt wird dadurch vereinfacht. Die Schnittmaßnahmen sollten darauf abzielen, Seitenverzweigungen zu fördern.

Was ist zu beachten?

  • Triebe von der Rankhilfe lösen
  • Triebe seitlich auf die Erde legen
  • die Seitentriebe am Rankgitter bis auf drei bis fünf Augen zurückschneiden
  • Abstand zum nächsten Auge sollte zwischen fünf und zehn Millimeter betragen
  • Langtriebe des Vorjahres nicht beschneiden

Nach dem Schnitt sollte die Kletterrose optisch an eine Hühnerleiter erinnern. Durch den stufigen Aufbau wird das Wachstum angeregt.

Kletterrosen schneiden – diese Fehler vermeiden

  1. Zeitpunkt verpassen
    Der Zeitpunkt kann zwar allgemein auf das Frühjahr festgelegt werden, ist aber letztlich abhängig von der vorherrschenden Witterung. Ist nicht mehr mit Dauerfrost zu rechnen und sind auch die Nächte milder geworden, können die Rosen geschnitten werden. Bei einem zu frühen Schnitt könnten die Rosen Schaden nehmen. Wird zu spät geschnitten, können die Kletterrosen bis zum Sommer nicht mehr optimal austreiben.
  2. Schnittwerkzeuge vernachlässigen
    An einer Rosenschere sollte nicht gespart werden. Mit rostigen oder stumpfen Schnittwerkzeugen lassen sich keine glatten Schnittkanten erzeugen. Diese sind jedoch notwendig, damit die Wunden möglichst schnell abheilen. Quetschungen an den Schnittstellen machen die Rosen angreifbar für Krankheiten und Schädlinge.
  3. Sommerschnitt auslassen
    Wurden die Rosen im Frühling geschnitten, ist die Arbeit nicht komplett getan. Im Sommer sorgt das Entfernen welker Blüten für den Austrieb der Nachblüte. Auch Kletterrosen, die nur einmal blühen, sind zu kontrollieren. Ein Ausputzschnitt kann das kompakte Wachstum fördern.
Foto1: © v_tynka / stock.adobe.com, Foto2: © bildlove / stock.adobe.com

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