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Lavendelheide: Krankheiten und Schädlinge erkennen und bekämpfen

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Wer meint, dass die Lavendelheide oft von Schädlingen und Krankheiten befallen wird, der irrt sich. Die Pflanze ist sogar sehr robust. Sie wird nur selten befallen.

Lavendelheide Schädlinge Krankheiten
© khomlyak – Fotolia.com

Die Lavendelheide ist ausgesprochen robust und wird selten von Krankheiten oder Schädlingen befallen. Werden Sie dazu auch noch den Standortansprüchen der Lavendelheide gerecht und bleiben Pflegefehler aus, ist das Schattenglöckchen eine wuchsfreudige und vitale Bereicherung in jedem Garten. Lediglich die nachfolgenden Schädlinge können an der Lavendelheide auftreten:

  • Blattälchen
  • Dickmaulrüsselkäfer
  • Andromeda-Netzwanze

Blattälchen werden ungesehen zur Gefahr

Einfach machen sie es uns nicht, denn die mikroskopisch kleinen Fadenwürmer lassen sich nicht wie Schildläuse auf den Blättern erkennen und anschließend absammeln. Blattälchen gelangen über das Gießwasser direkt in die Wurzeln. Für den Hobbygärtner zunächst unbemerkt, beginnt dort die Verbreitung der Schädlinge. Das Schadbild wird dann nach und nach an den Blättern sichtbar. Diese bekommen unschöne Verfärbungen, erscheinen glasig und wirken durch auftretende Wachstumsstörungen verformt und verkrüppelt.

➭ Das können Sie unternehmen:

Bemerken Sie den Befall im Beet, sollten Sie die befallene Pflanze umgehend entfernen, denn Blattälchen verbreiten sich rasend schnell und können Pflanzennachbarn angreifen. Bemerken Sie einen Befall an Kübelpflanzen, müssen Sie die Lavendelheide nicht sofort vernichten, da sie sich quasi in Alleinstellung befindet. Verschließen Sie den Pflanzkübel für etwa eine Woche luftdicht, kann dies die Fadenwürmer vernichten und Sie können die Pflanze danach wieder wie gewohnt kultivieren. Abgestorbene oder verformte Blätter sollten Sie zudem entfernen. Notfalls entsprechend zurückschneiden, denn die Lavendelheide ist recht gut schnittverträglich. Zeigen sich neue Triebe, ist dies ein Zeichen für die erfolgreiche Schädlingsbekämpfung.

Dickmaulrüsselkäfer haben Wurzeln zum Fressen gern

Auch den Befall durch Dickmaulrüsselkäfer werden Sie leider nicht sofort bemerken. Auch dieser Schädling bevorzugt die Wurzeln der Lavendelheide und treibt dort zunächst ungesehen sein Unwesen. Wenn sich die Blätter verfärben und welken, ist die Wurzel meist bereits beachtlich geschädigt und es wird schwierig, die Pflanze dann noch zu retten.

➭ Das können Sie unternehmen:

Dickmaulrüssler wurden bislang mittels Nematoden bekämpft. Diese Fadenwürmer wurden in das Gießwasser gegeben. Leider war es auf diesem Wege nur möglich, die Larven der Dickmaulrüssler zu bekämpfen, aber nicht die Schädlinge selbst. Seit kurzer Zeit ist eine wahre Innovation gegen Dickmaulrüsselkäfer auf dem Markt. Dabei handelt es sich um spezielle Köderfallen, welche nun auch die Käfer selbst sicher bekämpfen. Die Fallen sind mit einem bestimmten Lockstoff getränkt und enthalten zusätzlich einen Nematoden-Wirkstoff. Die Brettchen werden einfach an der Pflanze angebracht und innerhalb weniger Tage ist der Befall ausgerottet. Nur eine Köderfalle ist dabei ausreichend, um auf einer Fläche von zehn Quadratmetern Dickmaulrüssler zuverlässig zu beseitigen.

Andromeda-Netzwanze – der ungebetene Gast aus Japan

Wer kennt sie nicht – Blattläuse, Spinnmilben oder Schildläuse. Von der Andromeda-Netzwanze dagegen werden die wenigsten unter Ihnen schon einmal etwas gehört haben. Dies ist nicht verwunderlich, denn der Schädling gelangte erst vor einigen Jahren über Japan zu uns. Dabei sind die Netzwanzen aber keine Exoten und auch nicht selten, denn über 2.000 Arten existieren davon auf der Welt. Ihren Namen verdanken die Schädlinge ihren Flügeln, welche eine netzartige Struktur aufweisen.

Die Andromeda-Netzwanze befällt bevorzugt Rhododendren und macht leider auch vor der Lavendelheide nicht halt. Die Gefahr eines Befalls besteht ab dem Frühsommer. Dann beginnen die Schädlinge an den Blättern zu saugen. Im Spätsommer werden dann auch noch die Eier in die Blätter abgelegt. Die Einstichstellen erscheinen zunächst als kleine Flecken. Mit fortlaufendem Befall färben sich die Blätter dann gelb. Auffälliges Indiz für einen Befall sind auch die schwarzen Kottröpfchen, die wie Lackfarbe erscheinen.

➭ Das können Sie unternehmen:

Bereits beim Kauf sollten Sie die Pflanze genau unter die Lupe nehmen. Es kann vorkommen, dass die Pflanzen bereits befallen sind. Befallene Pflanzen sollten Sie bereits im April, bevor die Larven zu schlüpfen beginnen, stark zurückschneiden. Bei einem starken Befall schlagen hier Hausmittel fehl. Eine chemische Schädlingsbekämpfung ist bislang die wirkungsvollste Maßnahme gegen diesen aus Japan eingeschleppten Schädling.

Tipp:
Da die Andromeda-Netzwanze ein ähnliches Schadbild verursacht wie Spinnmilben, sollten Sie sich vergewissern und auf der Blattunterseite nach Häutungsresten der Larven und den charakteristischen Kottröpfen Ausschau halten.

Falscher Standort, Staunässe & Wurzelfäule

Der größte Pflegefehler ist ein falscher Standort. Denn ist der Boden zu schwer und kann die Feuchtigkeit somit nicht abfließen, kommt es zu Staunässe, dem größten Feind der ansonsten so robusten Pflanzen. Anhaltende Staunässe führt nämlich zu Wurzelfäule. Dies bleibt zunächst unbemerkt und zeigt sich im fortgeschrittenen Stadium an Verfärbungen der Blätter und Wachstumsstörungen. Sie sollten bei der Standortwahl deshalb mit Bedacht vorgehen, denn Wurzelfäule ist schwer zu bekämpfen. Nicht selten müssen befallene Pflanzen entsorgt werden.

➭ Das können Sie unternehmen:

Dem Ganzen können Sie vorbeugen, indem Sie den Boden mit grobem Sand oder Kies vermischen und so die Durchlässigkeit des Substrates verbessern.


Foto1: © khomlyak - Fotolia.com

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