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Liebstöckel pflanzen – So gelingt die Kultivierung in Beet und Kübel

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Liebstöckel zählt nicht zu Unrecht zu den beliebtesten Würzkräutern. Der Doldenblütler ist reich an ätherischen Ölen und besitzt einen besonders würzigen Geschmack.

Liebstöckel pflanzen
© Marek Gottschalk – Fotolia.com

Liebstöckel wird auch als Maggikraut bezeichnet, denn der Geschmack erinnert stark an Maggi-Würze. Liebstöckel ist jedoch kein Inhaltsstoff des Produktes. Der Anbau ist ein Kinderspiel, denn Liebstöckel wächst und wächst und wächst. Dabei ist die Pflanze anpassungsfähig und gedeiht im Grunde in jedem Gartenbeet. Dort kann das Maggikraut jedoch schnell die Alleinherrschaft übernehmen, meterhoch wachsen und andere Pflanzen verdrängen.

Den passenden Standort finden

Begeben Sie sich auf Standortsuche, müssen Sie zunächst darauf achten, dass Sie der Pflanze ausreichend Raum bieten. Die Pflanze mal ebenso im Beet zwischenzuschieben, ist keine gute Idee. Ein Abstand von mindestens einem Meter zu Nachbarpflanzen ist ein Muss. Das ist deshalb so wichtig, weil die Pflanzen schnell mannshoch wachsen und zu dicht stehende Pflanznachbarn in ihrem Wachstum hemmen. Pflanzen Sie Liebstöckel auch nicht in der direkten Nachbarschaft von Beerensträuchern an. Diese könnten sonst den intensiven Geschmack des Maggikrautes annehmen. Alternativen sind die Alleinstellung in einem bislang ungenutzten Bereich des Gartens oder auch die Kultivierung im Kübel.

Doch beachten Sie: Liebstöckel ist selbstunverträglich. Neue Pflanzen sollten Sie daher nicht wieder an den alten Standort setzen. Es dauert mehrere Jahre, bis das Substrat sich vom Maggikraut, welches stark zehrend wirkt, erholt hat.

Die Pflanzen bevorzugen generell einen hellen und warmen Standort. Pralle Sonne schadet dem Liebstöckel nicht, vorausgesetzt, Sie bewässern ihn häufig. Der ideale Standort befindet sich im Halbschatten. Dort macht der Pflanze auch längere Trockenheit nichts aus.

Der ideale Standort in Stichworten:

  • hell
  • warm
  • Halbschatten
  • Alleinstellung

Das ideale Substrat auswählen

Liebstöckel toleriert eigentlich jeden Gartenboden. Das Kraut bevorzugt jedoch einen tiefgründigen, durchlässigen und kalkhaltigen Boden. Die Wurzeln können sich dort besonders intensiv ausbreiten. Staunässe wird jedoch nicht vertragen. Um den Boden durchlässiger zu gestalten, können Sie bei der Pflanzung groben Sand oder Kies unter das Substrat mischen. Besonders bei schweren Lehmböden ist eine Auflockerung des Substrats notwendig.

Der pH-Wert des Bodens sollte im Idealfall zwischen 6 und 7 liegen. Mischen Sie der Gartenerde bei der Pflanzung Kompost bei, wird die Pflanze von Beginn an mit organischem Langzeitdünger versorgt.

Das ideale Substrat in Stichworten:

  • durchlässig
  • tiefgründig
  • nährstoffreich
  • kalkhaltig
  • humos

Wann ist die beste Pflanzzeit?

Liebstöckel kann sowohl im Frühling, wie auch im Herbst gepflanzt werden. Damit die Pflanze vor dem Frost noch gut anwurzeln kann, ist von einer Pflanzung ab Mitte Oktober abzuraten.

Liebstöckel pflanzen – Schritt für Schritt Anleitung

  1. Standort auswählen. Liebstöckel nicht wieder an die gleiche Stelle pflanzen.
  2. Pflanzabstand einhalten.
  3. Pflanzloch ausheben. Es sollte um 1/3 größer sein als der Wurzelballen.
  4. Erde entsprechend aufbereiten und auflockern.
  5. Pflanzen einsetzen.
  6. Wurzeln komplett mit Erde bedecken.
  7. Optional Drainage legen und Wurzelsperre einbauen.
  8. Pflanzloch schließen.
  9. Pflanze gut angießen.

Möchten Sie mehrere Liebstöckelpflanzen als Gruppe setzen, genügt ein halber Meter Pflanzabstand. Möchten Sie das Wachstum des Maggikrautes einschränken, bietet es sich an, eine Wurzelsperre (auch Rhizomsperre genannt) einzubauen. Eine Anleitung dazu finden Sie in unserem Beitrag Rhizomsperre einbauen – So wird’s gemacht.

Liebstöckel im Kübel kultivieren

Ein vielseitiges und schnell wachsendes Gewürzkraut zur Hand zu haben, auch ohne einen Garten zu besitzen, ist nur einer der Vorteile, wenn Sie Liebstöckel statt im Beet im Kübel kultivieren. Weitere Vorzüge liegen auf der Hand:

  • Das Maggikraut kann sich nicht ungehindert ausbreiten.
  • Es besteht keine Gefahr für umliegende Pflanzen.
  • Sie müssen keine Wurzelsperre einbauen.

Kübelpflanzen zeigen sich in ihrer Pflege allerdings auch anspruchsvoller als dies bei der Kultur im Freiland der Fall ist. Halten Sie sich einfach an die nachfolgenden Punkte. Dann steht einer erfolgreichen Kultivierung im Kübel nichts im Wege:

❍ Pflanzgefäß:

Zunächst einmal müssen Sie einen ausreichend großen Pflanzkübel wählen. Geben Sie den Wurzeln die Gelegenheit sich auszubreiten. Entscheiden Sie sich für ein kleines Pflanzgefäße, ist das Maggikraut in der Lage, Pflanzkübel aus weniger robusten Material zu sprengen. Also gönnen Sie dem Kraut einen ausreichend großen Kübel.

Staunässe lässt sich übrigens vorbeugen, indem Sie den Gefäßboden mit einer Schicht aus Tonscherben versehen.

❍ Düngung:

Im Kübel steht dem Maggikraut nur ein begrenztes Angebot an Substrat zur Verfügung. Damit der Starkzehrer genügend Nährstoffe erhält, sollten Sie den Boden mit Humus aufbereiten. Die verbrauchte Erde sollten Sie dann allerdings regelmäßig im Frühjahr austauschen. Zudem benötigt das Kraut während der Wachstumsphase alle zwei Wochen Flüssigdünger.

❍ Überwinterung:

Damit die Wurzeln im Kübel nicht erfrieren, braucht Liebstöckel im Winter einen Schutz aus Gartenvlies. Den Wurzelbereich können Sie zusätzlich mit Laub oder Reisig abdecken.


Foto1: © Marek Gottschalk - Fotolia.com

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