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Mahonie pflegen – Viel gibt es nicht zu tun

Mahonien sind das ganze Jahr über ein Hingucker und erfordern kaum Pflege. Sie kommen sowohl als Solitär als auch in Gruppen oder als Hecke gut zur Geltung.

Mahonie pflegen
© Anna / stock.adobe.com

Mahonien sind attraktive Kleinsträucher, die sich den Weg von den Wäldern Nordamerikas in unsere Gärten gebahnt haben. Die pflegeleichten Sauerdorngewächse kommen verwildert auch in unseren Nadelwäldern vor. Bei uns werden sie als Ziersträucher im Garten kultiviert. Wer eine Mahonie (Mahonia aquifolium) im eigenen Garten kultiviert, wird sich an der hübschen Blüte und dem farbenfrohen Laub erfreuen können. Was es bei der Pflege der Mahonie zu beachten gilt, erfahren Sie nun.

Schöne Sorten der Mahonie

Die Mahonie wurde erstmals vom deutsch-kanadischen Gärtner und Botaniker Frederick Traugott Pursh im Jahre 1813 beschrieben. Die botanische Bezeichnung „Mahonia aquifolium“ ist eine Zusammensetzung der lateinischen Entsprechungen „acus“ für Spitze und „folium“ für das Blatt. Dies weist indirekt auf die markanten Blattspitzen der Mahonie hin.

Mahonie (Mahonia aquifolium)
Wuchshöhe: bis 200 cm
Aussehen: breit-buschig wachsender immergrüner Strauch
Boden: nährstoffreich, frisch, mittelschwer, leicht sauer-neutral
Wurzelsystem: Tiefwurzler
Standort: Sonne bis Halbschatten
Verwendung: Solitär, Gruppenpflanzung, Hecke
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Es gibt zahlreiche Sorten. Wir möchten Ihnen einige davon kurz vorstellen

➛ Jupiter

Der Strauch wächst aufrecht und wird etwa 1,5 Meter hoch. An den Blütenständen entwickeln sich die hellgelben Blütenglocken. Die Pflanze bildet keine Ausläufer. Bei dieser Sorte wurde eine leichte Anfälligkeit für das Auftreten von Mehltau beobachtet.

➛ Mirena

Diese Mahonie erscheint straff und kräftig. Wuchshöhen von 1,3 Metern werden erreicht. Der dichte Wuchs zeichnet diese Art ebenso aus wie die Widerstandsfähigkeit gegenüber Pilzkrankheiten und Schädlingen. Aus den dichten, sattgelben Blüten entwickeln sich die besonders zucker- und säurehaltigen Beerenfrüchte.

➛ Smaragd

Auch für kleinere Gärten ist hier die passende Mahonie gefunden. Der Kleinstrauch wird nur etwa 80 Zentimeter hoch, kann aber beinahe das Doppelte in die Breite gehen. Daher ist auf einen ausreichenden Pflanzabstand zu achten. Smaragd eignet sich als Bodendecker oder für die Heckenpflanzung. Auch die Kultivierung im Kübel ist möglich. Die sattgelben Blüten stehen besonders dicht und bilden einen hübschen Kontrast zum smaragdgrünen Laub.

➛ Atropurpurea

Diese Sorte wächst lediglich etwa 60 Zentimeter in die Höhe, dehnt sich aber bis zu einem Meter in die Breite aus. Die rotbraune Herbstfärbung der Blätter ist besonders hübsch anzusehen. Zwischen April und Mai steht diese Sorte in Blüte. Atropurpurea eignet sich gut als Kübelpflanze.

➛ Nervige Mahonie

Die Nervige Mahonie erreicht stolze Wuchshöhen von bis zu zwei Metern. Die Blätter sind blaugrün gefärbt und besitzen an den Rändern dornenartige Zähnchen. Die gelben Blüten sind besonders ausdauernd und erfreuen zwischen März und Juni das Auge.

➛ Apollo

Apollo besitzt auffallend große Blütentrauben. Der Zwergstrauch wächst lediglich einen halben Meter in die Höhe, aber mehr als einen Meter in die Breite. Die Blätter erscheinen nach dem Austrieb braun-rot. Die dottergelben Blüten erscheinen zwischen April und Mai.

➛ Kriechende Mahonie

Die Kriechende Mahonie ist ein etwa 50 Zentimeter hoher Kleinstrauch, welche im März seine attraktiven Duftblüten ausbildet. Das Laub nimmt im Winter eine leicht rötliche Färbung an.

Mahonie richtig gießen

Mahonie Jungpflanze
Frisch gepflanzte Mahonien benötigen anfangs regelmäßige Wassergaben – © Volodymyr / stock.adobe.com

Die Mahonie ist sehr genügsam und benötigt eigentlich kaum zusätzliche Wassergaben. Unmittelbar nachdem Sie die Mahonie gepflanzt haben, ist sie jedoch extrem empfindlich und benötigt über mehrere Wochen täglich Wasser.

Tipp: Bewässern Sie die Mahonie möglichst in den Morgenstunden, dann kann das Wasser am besten aufgenommen werden und kann bis zu den Wurzeln vordringen.

Achten Sie darauf, dass Sie das Wasser direkt auf den Erdboden gießen und die Blätter nicht benetzen. Denn feuchte Blätter können das Auftreten von Mehltau begünstigen.

Zudem sollten Sie darauf achten, dass Sie die Pflanzen nicht zu intensiv bewässern. Staut sich das Wasser im Boden, besteht die Gefahr von Staunässe und die zarten Wurzeln der Jungpflanzen können schnell wegfaulen.

Ist die Mahonie gut angewachsen, können die Sträucher auch einige Zeit ohne Bewässerung auskommen. In regenreichen Sommern muss kaum gegossen werden. Längere Trockenperioden werden ebenso unbeschadet überstanden. Der Boden sollte aber nicht komplett austrocknen.

In Kürze:

    • Jungpflanzen regelmäßig gießen
    • nicht über die Blätter gießen
    • möglichst am Morgen bewässern
    • Staunässe vermeiden
    • Austrocknung vermeiden

Mahonie richtig düngen

Wird die Mahonie ins Freiland gesetzt, ist es nicht zwingend erforderlich, sie zu düngen. Ihr Nährstoffbedarf ist eher gering, sodass sie in einem nahrhaften Gartenboden gut ohne zusätzliche Düngergaben gedeihen kann. Sie können den Boden jährlich mit einer Gabe reifem Kompost aufwerten. Ebenso können Sie Hornspäne unter das Substrat mischen. Zur allgemeinen Pflanzenstärkung empfiehlt sich eine Brühe aus Brennnesseln und Ackerschachtelhalmkraut.

Steht die Mahonie im Kübel, benötigt sie zusätzliche Nährstoffe. Die Pflanzerde im Kübel reicht nicht aus, um über Monate genügend Nährstoffe aufzunehmen. Während der Wachstumsperiode, zwischen April und September, können Sie daher mit Gaben von Flüssigdünger im Abstand von vier bis acht Wochen nachhelfen.

Tipp: Kübelpflanzen sollten Sie erst zirka ein Jahr nach der Pflanzung düngen.

Mahonie schneiden

Damit die Mahonie nicht verkahlt, sollten Sie den Strauch regelmäßig schneiden. Diese Maßnahme führt zu einem besseren Verzweigen des Strauchs und verbessert auch die Blühfreudigkeit der Pflanze. Besitzen Sie niedrig wachsende Sorten, lassen sich diese nach der Blütezeit einkürzen. Zuviel sollten Sie allerdings nicht wegschneiden. Die höheren Sorten können dagegen durchaus einen Rückschnitt um die Hälfte der Wuchshöhe vertragen. Alte Pflanzen lassen sich auch radikal zurückschneiden. Dies geschieht im zeitigen Frühjahr. Die Mahonie treibt zuverlässig wieder aus, wird allerdings im darauffolgenden Gartenjahr nicht zur Blüte kommen.

Es gibt verschiedene Zeitpunkte, zu denen Sie die Mahonie zurück schneiden können. Sie richten sich nach der jeweiligen Schnittart:

➛ März

    • radikaler Rückschnitt alter Pflanzen
    • Entfernen von Totholz
    • Entfernen von kranken und erfrorenen Ästen

➛ Juni

    • Verjüngungsschnitt, Einkürzen um ein Drittel
    • Heckenschnitt

Die wichtigsten Pflegetipps für Schnellleser

MaßnahmeErläuterung
GießenJungpflanzen müssen in den ersten Wochen regelmäßig gegossen werden.
Der Boden darf nicht komplett austrocknen.
Staunässe wird nicht vertragen.
Ältere Pflanzen müssen nur bei anhaltender Trockenheit bewässert werden.
DüngenFreilandpflanzen müssen nicht regelmäßig gedüngt werden.
Kompostgaben oder Pflanzenbrühen können zur Gesunderhaltung der Pflanze beitragen.
Kübelpflanzen benötigen im Sommer regelmäßig Flüssigdünger oder Düngerstäbchen.
SchneidenDer Rückschnitt kann im Frühling vorgenommen werden.
Die Pflanze ist gut schnittverträglich.
Nach der Blüte erfolgt der Verjüngungsschnitt.
Hecken werden im Juni beschnitten.

Mahonie überwintern

Mahonie überwintern
© Anna / stock.adobe.com

Die meisten Mahonien-Arten benötigen im Winter keinen speziellen Schutz und halten Temperaturen bis – 25 Grad problemlos aus. Es sind dennoch einige Maßnahmen zu ergreifen, um die Pflanzen unbeschadet über den Winter zu bringen. Eine Schicht aus Laub oder eine Abdeckung aus Gartenvlies schützen den Boden vor Austrocknung. Auch im Winter sollte die Mahonie hin und wieder bewässert werden. Dies geschieht allerdings nur an frostfreien Tagen.

Tipp: Wassermangel im Winter wird durch Blattfall angezeigt.

Krankheiten und Schädlinge an der Mahonie erkennen und bekämpfen

Allgemein handelt es sich um robuste und widerstandsfähige Pflanzen, welche nur selten von Krankheiten und kaum von Schädlingen befallen werden. Es gibt jedoch einige Faktoren, welche sich auf die Gesundheit der Pflanze auswirken. Dazu zählen ein falscher Standort oder ein falsches Gießverhalten.

Mehltau

Hauptsächlich wird die Mahonie von Mehltau befallen. Dabei wird unterschieden in:

  • Echten Mehltau
  • Falschen Mehltau

Echter Mehltau

Der Echte Mehltau wird gemeinhin als Schönwetterpilz bezeichnet. Erkennbar wird der vorwiegend in heißen und trockenen Sommern auftretende Pilz an einen mehligen Film, der Blüten, Knospen und Blätter überziehen kann.

Schneiden Sie alle befallenen Pflanzenteile großzügig zurück. Die Entsorgung sollte über den Hausmüll geschehen. Von Pilzen befallenes Pflanzenmaterial gehört nicht auf den Kompost. Denn der Pilz verbreitet sich auch auf totem Holz ungehindert weiter.

Ein bewährtes Hausmittel gegen Echten Mehltau ist ein Wasser-Milch-Gemisch, welches als Spritzmittel eingesetzt wird. Auf einen Teil Milch werden neun Teile Wasser gegeben. Die Spritzung sollte über mehrere Tage erfolgen.

Falscher Mehltau

Der Falsche Mehltau wird Schlechtwetterpilz genannt. Dieser ist weniger auffällig und wird häufig zu spät erkannt. Dies ist besonders tückisch, denn der Pilz dringt, im Gegensatz zum oberflächlich verlaufenden Echten Mehltau, in das Pflanzengewebe ein und kann es nachhaltig schädigen. Die Pflanze sollte häufiger kontrolliert werden. Auf den Falschen Mehltau weisen weißliche Beläge an der Unterseite der Blätter und orange-braune Flecken auf den Blattoberseiten hin.

Entfernen Sie alle betroffenen Pflanzenteile. Der Falsche Mehltau ist mit Hausmitteln nur schwer zu bekämpfen. Wer die Pflanze erhalten möchte, wird ein spezielles Pilzmittel einsetzen müssen.

Rostkrankheit

Einige Sorten der Mahonie sind häufiger von Rostkrankheiten betroffen. Die Krankheit ist anhand kleiner Pusteln auf den Oberflächen der Blätter zu erkennen. Diese können verschieden gefärbt sein und auch an den Stängeln auftreten.

Schneiden Sie alle betroffenen Pflanzenteile großräumig zurück. Dann kann sich die Krankheit nicht ausbreiten. Weitere Maßnahmen sind in der Regel nicht notwendig.

Foto1: Mahonie, Foto2: junge Mahonie mit einer Mulchschicht, Foto3: Mahonie mit Schneedecke

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