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Mahonie vermehren – 4 Methoden genau unter die Lupe genommen

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Eine Mahonie ist Ihnen nicht genug? Wir zeigen Ihnen Möglichkeiten und Anleitungen, wie Sie die Mahonie gezielt vermehren können.

Mahonie vermehren
© Animaflora PicsStock – Fotolia.com
Mahonien sind pflegeleichte Kleinsträucher, die sich vielseitig verwenden lassen. Ob im Beet, im Kübel oder als Hecke gepflanzt, mit ihrer goldgelben Blüte und der hübschen Laubfärbung im Herbst und Winter ist der Strauch einfach ein Hingucker. Wer seine Mahonie (Mahonia) vermehren möchte, findet hier alle notwendigen Informationen über die Methoden der Vermehrung und die notwendige Vorgehensweise.

Welche Methoden der Vermehrung sind geläufig?

  1. Stecklinge
  2. Teilung
  1. Ausläufer
  2. Aussaat

❶ Mahonie vermehren mit Ausläufern

Mahonien (Mahonia aquifolium) neigen dazu, sich selbst zu vermehren und damit dem Hobbygärtner einiges an Arbeit abzunehmen. Die Pflanzen bilden unterirdische Ausläufer. Schieben sich diese an die Oberfläche, kommt es zur Bildung von Neupflanzen. Wer die kleinen Pflänzchen vorsichtig abtrennt und am gewünschten Standort einpflanzt, kann sich beliebig viele neue Pflanzen heranziehen.

Im Gegenzug sind Sie allerdings gefordert, wenn Sie die Pflanze nicht vermehren möchte. Damit die Mahonie ihre Wuchsform behält und durch die zahlreichen Ausläufer, welche im Boden verbleiben, kein ungeordnetes Gestrüpp entsteht, sind Ausläufer, die nicht benötigt werden, regelmäßig zu entfernen. Dies geht – wenn es sich noch um kleine Pflanzen handelt – von Hand.

Vermehrung durch Ausläufer in Stichworten:

  • Pflanze bildet Ausläufer selbst
  • Ausläufer vorsichtig entfernen
  • Jungpflanze an gewünschtem Standort einpflanzen

❷ Mahonie vermehren durch Teilung

Wer bereits eine gute entwickelte Mahonie besitzt, kann die Pflanze durch Teilung vermehren. Hierfür ist die Mahonie zunächst vollständig aus dem Boden zu entfernen. Schütteln Sie die Erde ab und betrachten Sie die Wurzeln. Diese Art der Vermehrung ist eine gute Gelegenheit, kranke oder vertrocknete Wurzelsegmente zu entfernen. Erscheint der Wurzelballen fest und kompakt, spricht dies für die Gesundheit der Pflanze und Sie können sofort mit der Vermehrung beginnen. Hierfür wird der Wurzelballen geteilt.

» Tipp: Verwenden Sie einen scharfen Spaten, wie den Bestseller von Amazon, um glatte Schnittkanten zu erzeugen und die Pflanze nicht unnötig zu verletzen.

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Der Wurzelballen wird in zwei etwa gleich große Teile geteilt. Handelt es sich um auffallend große Pflanzen, können auch drei oder vier Teilstücke gewonnen werden. Achten Sie aber in jedem Fall darauf, dass an jedem Teilstück genügend Wurzelmaterial vorhanden ist, damit die Pflanze gut anwurzeln kann. Die einzelnen Teilstücke werden nun umgehend wieder eingepflanzt. Der neue Standort sollte bereits entsprechend vorbereitet sein, damit die Pflanze nicht austrocknet.

Vermehrung durch Teilung in Stichworten:

  • Pflanze ausgraben
  • Wurzeln freilegen
  • Wurzelballen untersuchen
  • Pflanze teilen
  • Teilstücke sofort wieder separat verpflanzen

❸ Vermehrung durch Stecklinge

Die Stecklingsvermehrung gestaltet sich bei dieser robusten Pflanze recht einfach, denn die Stecklinge müssen nicht im Zimmer herangezogen werden, sondern können im Freiland in die Erde. Stecklinge werden bevorzugt im September geschnitten. Dabei kann der Rückschnitt gleichzeitig für die Gewinnung von Stecklingen genutzt werden.

Die Stecklinge sollten eine Länge von 15 bis 20 Zentimetern besitzen. Stecklinge werden vom einjährigen Holz gewonnen und sollten noch nicht komplett verholzt sein. Die Stecklinge werden im unteren Bereich von Blättern und Knospen befreit. Werden Blätter und Knospen am Steckling belassen, könnte dies im Erdboden Fäulnisprozesse auslösen. Der Steckling wird im Freiland in den Erdboden gesteckt. Ein halbschattiger Standort ist dabei ideal. Die Stecklinge sollten gleichmäßig bewässert werden. Der Erdboden darf nicht austrocknen. Die Erde darf aber auch nicht zu feucht sein, ansonsten tritt ebenfalls Fäulnis ein.

» Tipp: Zeigen sich an den Stecklingen erste Triebe, kann von einer erfolgreichen Vermehrung ausgegangen werden und die Ausbildung der Wurzeln hat eingesetzt.

Vermehrung durch Stecklinge in Stichworten:

  • Steckling schneiden
  • Steckling vorbereiten
  • Steckling in die Erde stecken
  • Steckling gleichmäßig feucht halten
  • Austrieb abwarten

❹ Vermehrung durch Samen

Besitzen Sie selbst noch keine Mahonie, lässt der Kleinstrauch sich einfach durch Samen heranziehen. Hierbei ist es von Vorteil, einen Mahonien-Besitzer zu kennen und ihn zu bitten, einige Samen abzugeben. Dies erleichtert dem Hobbygärtner die Anzucht.

» Tipp: Werden die Samen geerntet, bevor sie voll ausgereift sind, lassen sie sich sofort aussäen.

Wer Samen käuflich erwirbt, wird einiges beachten müssen. Voll ausgereifte Samen mit einer längeren Lagerzeit entwickeln sich zu Kaltkeimern, bilden also eine Keimhemmung aus. Um diese zu durchbrechen, müssen die Samen stratifiziert werden.

Hierfür geben Sie die Samen in feuchten Sand und in eine flache Pflanzschale, welche abgedeckt in den Kühlschrank gestellt wird. Sie können auch eine Tüte verwenden. Diese ist ebenfalls zu verschließen. Die Samen sollten nun zwei bis vier Wochen im Kühlschrank lagern.

Anschließend werden die Samen in Aussaaterde gelegt und dünn mit Erde bedeckt. Das Pflanzgefäß wird mit einer Abdeckung aus Glas oder Folie versehen. Das feuchtwarme Klima begünstigt die Keimung. Allerdings wird in diesem Milieu auch die Schimmelbildung gefördert. Daher sollte nicht vergessen werden, das Pflanzgefäß täglich kurz zu lüften, um einen Luftaustausch zu ermöglichen. Das Pflanzgefäß wird hell und warm aufgestellt. Nach etwa einem Vierteljahr zeigen sich die ersten Keimlinge.

Vermehrung durch Samen in Stichworten:

  • Samen gewinnen
  • frische, noch nicht ausgereifte Samen sofort aussäen
  • ältere Samen einige Wochen im Kühlschrank aufbewahren
  • Samen hell und warm aufstellen
  • Samen regelmäßig bewässern
  • Abdeckung lüften, um Schimmel zu vermeiden
  • Keimung abwarten

Arten der Mahonie-Vermehrung mit Vor- und Nachteilen

Art der VermehrungVorteileNachteile
AusläuferDiese Art der Vermehrung übernimmt die Pflanze selbständig. Die kleinen Pflanzen können von der Mutterpflanze abgetrennt und sofort eingepflanzt und als eigenständige Pflanze kultiviert werden.Wird die Vermehrung nicht gewünscht, sind die Ausläufer regelmäßig zu entfernen. Werden die kleinen Pflanzen im Boden belassen, entsteht ein unattraktiver Wildwuchs.
TeilungDie Teilung kann schnell und unkompliziert erfolgen. Es lässt sich sofort eine vollwertige Pflanze gewinnen.Die Wurzeln könnten bei der Teilung verletzt werden. Die Pflanze muss ausreichend entwickelt sein, um sie teilen zu können.
StecklingeStecklinge fallen während des Rückschnitts der Pflanze an. Die Stecklinge können im Freiland herangezogen werden.Es muss eine Pflanze vorhanden sein, um Stecklinge zu gewinnen. Nicht jeder Steckling bewurzelt. Feuchtigkeit im Boden führt häufig zu Schimmelbildung.
SamenSamen können von bestehenden Pflanzen einfach gewonnen werden. Es lassen sich mehrere Pflanzen heranziehen.Nur frische und noch nicht komplett ausgereifte Samen können direkt in die Erde gesetzt werden. Die Keimzeit liegt bei etwa einem Vierteljahr.

Haben Sie sich für die Vermehrung durch Samen entschieden, werden Sie einiges an Geduld mitbringen müssen. Über das Ergebnis werden Sie vielleicht überrascht sein. Durch Samen vermehrte Mahonien sind nicht sortenrein. Bei den übrigen beschriebenen Vermehrungsmethoden erhalten Sie eine Pflanze mit den gleichen Eigenschaften wie die Mutterpflanze. Aus Samen vermehrte Pflanzen können sich von der Mutterpflanze unterscheiden, verschieden geformte Blätter besitzen oder auch eine andere Wuchsform ausbilden. Die Vermehrung durch Samen bleibt also spannend.


Foto1: © Animaflora PicsStock - Fotolia.com

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