Pflanzen Stauden & Ziergräser

Nachtviole – Pflanzen, pflegen und vermehren

311 views
0
Sag's weiter:

Bei der Nachtviole, die am Abend wunderbar duftet, handelt es sich um einen pflegeleichten Zeitgenossen, der sich kinderleicht im Garten anpflanzen lässt.

Nachtviole
© Volha – Fotolia.com

Die Nachtviole, die in der Fachsprache auch als Hesperis matronalis bekannt ist, trägt ihren Namen nicht ohne Grund. Immerhin ist es bei dieser Staudenpflanze so, dass ihre Blüten am Abend den intensivsten Duft versprühen. Dieser duftende Nachtblüher, der mitunter als Gemeine Nachtviole bezeichnet wird, trägt zudem die folgenden Namen:

  • Kilte
  • Matronenblume
  • Gewöhnliche Nachtviole
  • Rote Nachtviole

Als Mondscheinduftler kann die Nachtviole im heimischen Hobbygarten auch mit ihrer besonders langen Blütezeit bestechen, wobei eine zweite Blüte im Anschluss an den Rückschnitt durchaus möglich ist. Der Duft der kleinen Blüten, die meist lila gefärbt sind, ist nicht nur betörend, sondern auch weitschweifend. Allerdings handelt es sich um eine eher kurzlebige Pflanze, die ihre Betrachter nur zwei Jahre mit ihrem hübschen Ansehen erfreuen kann. Das krautartige Gewächs zieht mit seinen üppigen Blütentrauben aber auf jeden Fall alle Blicke auf sich. Zu Rosen passt diese Pflanze ebenso gut wie zu einem schmucken Bauerngarten.

Wer sich den Duft der Nachtviole, der an Veilchen erinnert und einen Hauch von Nelken beinhaltet, auch ins Haus holen möchte, sollte die Blüten erst am Abend pflücken. Noch dazu können die Blüten nicht nur rein dekorativen Zwecken dienen. In wunderhübschen, wohlig duftenden Potpourris machen sich die Nachtviole-Blüten ebenso gut.

Steckbrief der Nachtviole

Die 2-jährige Pflanze kann eine Wuchshöhe von 60 bis rund 70 Zentimeter erreichen. Bei einem Pflanzabstand von 40 Zentimetern fühlt sich die Nachtviole dabei am wohlsten. Somit können gleich sechs bis sieben dieser Pflanzen auf einem Quadratmeter Erde angepflanzt werden. Sie sollten jedoch wissen, dass die Pflanze, die sich perfekt für eine Insektenweide eignet, leicht giftig ist. Am giftigsten sind die Samen der Nachtviole. In Maßen sollen sie aber gegen diverse Brustkrankheiten sowie gegen Husten empfehlenswert sein. Darüber hinaus sagt man der Pflanze auch eine schweißtreibende und demnach gesundheitsfördernde Wirkung nach.

Zur äußeren Beschaffenheit der Pflanze lassen sich diese Informationen festhalten:

  • mehrköpfige, spindelförmige Wurzeln
  • aufrechte, verzweigte, rauhaarige oder fast kahle Stängel
  • eiförmige oder lanzettliche Laubblätter, die zum Ende hin spitz auslaufen
  • Blühzeit: von April bis in den Juli hinein
  • Blütenfärbung: von violett/lila bis hin zu rosa und weiß
  • Blüten in Trauben ohne jegliche Tragblätter
  • Durchmesser der einzelnen Blüten: 1,5 bis 2,5 Zentimeter
  • 3 Millimeter lange Samen

Verbreitung der Nachtviole

Diese Art ist nicht nur in Südwest- und Zentralasien, sondern auch in Europa heimisch. Vor allem in höheren Lagen ist die Nachtviole anzutreffen, während dies im Tiefland eher seltener der Fall ist. Bauerngärten in der Mitte Europas schmückt die Nachtviole schon seit mehreren Jahrhunderten. Dies hat auch zu einer Verwilderung und Einbürgerung der Nachtviole in Deutschland geführt. Seit dem 16. Jahrhundert ist das krautartige Gewächs auch in Nordamerika flächendeckend verbreitet. Dass die Nachtviole vor allem in Bach- und Flusstälern zu finden ist, verrät viel über die Art von Boden, den die Pflanze an ihrem idealen Standort ausdrücklich bevorzugt.

Bedeutung der Nachtviole in der Heilpflanzenkunde

Mittlerweile ist die Nachtviole in der Heilpflanzenkunde nur noch von untergeordneter Bedeutung. In der Vergangenheit spielten die Samen sowie die Nachtviole-Blätter in der Naturheilkunde hingegen eine weitaus wichtigere Rolle. Neben der schweißtreibenden Eigenschaft dieses Heilkrauts wurden auch die harntreibende und auswurffördernde Eigenschaft geschätzt.

Bei Gicht, Abszessen, Gallensteinen, zur Hautpflege, bei Nierensteinen sowie bei weiteren Steinerkrankungen wurden die einzelnen Bestandteile der Nachtviole daher sowohl äußerlich als auch innerlich angewendet. So konnte zum Beispiel ein Trunk bestehend aus dem Saft der Nachtviole vermischt mit Milch zur innerlichen Anwendung hergestellt werden. Breiumschläge aus den zerstoßenen Blättern der Pflanze galten zum Beispiel bei der Behandlung von Abszessen als probate Hausmittel.

Um allerdings etwas von dieser vielversprechenden Wirkung zu bemerken, mussten die Pflanzenbestandteile der Nachtviole sehr frisch verarbeitet werden. Beim Einsammeln der Nachtviole in freier Wildbahn war zudem Vorsicht geboten. Denn rein optisch sieht die Nachtviole dem Goldlack, mit dem sie auch verwandt ist, durchaus ähnlich und ist daher für Laien nicht ganz so leicht von ihrem Vetter zu unterscheiden.

Der perfekte Standort für die Nachtviole

Ein sonniger Standort ist der Nachtviole sehr recht, auch wenn die Pflanze mit Schatten sowie halbschattigen Lagen problemlos klarkommt. Außerdem sollte der Boden an dem bevorzugten Standort der Pflanze möglichst reich an Nährstoffen sein. Ein humoser und durchlässiger Boden ist ebenso ein Muss, damit die Kilte wunderbar gedeihen kann. Gerne darf das Erdreich auch etwas feucht sowie möglichst locker sein. Ein steinig-sandiger Lehmboden gilt daher zum Anpflanzen der Gewöhnlichen Nachtviole als ideal. Nur zu Staunässe darf der Boden nicht neigen, da dies der Nachtviole schaden könnte. Der pH-Wert des Erdreichs sollte sich im Idealfall in einem neutralen bis leicht alkalischen Bereich bewegen.

Neben der Duft- und Schnittpflanze machen sich diese Pflanzpartner zum Beispiel besonders gut:

  • Dolden-Glockenblume
  • Armenischer Storchschnabel
  • Weißes Weidenröschen
  • Akeleiblättrige Wiesenraute
  • Berg-Flockenblume

Pflege der Nachtviole

Hesperis matronalis
© eevl – Fotolia.com

Bei der Gemeinen Nachtviole handelt es sich um einen eher pflegeleichten Zeitgenossen. Für Hobbygärtner bedeutet das also, dass der Pflegeaufwand sehr gering ausfällt. Sie dürfen lediglich nicht die folgenden Pflegemaßnahmen vernachlässigen:

❍ Gießen & düngen:

Die Nachtviole darf auf keinen Fall austrocknen, wenn sie prächtig gedeihen soll. Daher gilt es die Staudenpflanze in regelmäßigen Abständen zu wässern, ohne sie jedoch zu feucht zu halten. Denn das würde der Nachtviole nicht bekommen. Gedüngt werden muss die Nachtviole nie.

❍ Rückschnitt:

Ein Rückschnitt ist erst nach der Blüte sinnvoll. Dieser wird zum Beispiel empfohlen, falls die Staudenpflanze eine Tendenz an den Tag legt, stark auseinander zu fallen. Auch wenn eine Selbstaussaat der Nachtviole verhindert werden soll, ist es durchaus empfehlenswert, die Pflanze rechtzeitig zurückzuschneiden.

Sofern die Nachtviole unmittelbar im Anschluss an die erste Blüte zurückgeschnitten wird, blüht sie sogar noch ein zweites Mal. Daher ist der Rückschnitt sinnvoll, um länger in den Genuss des lieblichen Veilchen-Dufts am Abend zu kommen.

❍ Überwinterung:

Da die Nachtviole an die hiesigen Gefilde gewöhnt und hierzulande heimisch ist, ist sie sehr gut frosthart. Somit kann die Staudenpflanze problemlos im Garten überwintern. Auch im Winter behält die Nachtviole ihre grüne Färbung bei, wobei die Blüten nur im Sommer in ihrem farbigen Glanz erstrahlen.

❍ Krankheiten und Schädlinge:

Im Normalfall hat die Nachtviole weder mit einem Schädlingsbefall noch mit Krankheiten zu kämpfen. Lediglich übermäßig viel Nässe kann auf Dauer zum Eingehen der Staudenpflanze führen. Schnecken interessieren sich hingegen nicht für die Rote Nachtviole.

Wie lässt sich die Gemeine Nachtviole vermehren?

Die Vermehrung der Gemeinen Nachtviole ist zum Beispiel über die leicht giftigen Samen der Pflanze möglich. Diese können Sie ab April im Freien aussäen. Frischer Gartenboden ist dazu ideal. Allerdings können Sie auch auf Nummer sichergehen, indem Sie spezielle Saat- oder Anzuchtschalen verwenden. In diesen Schalen lassen sich bei Temperaturen von gut 20 Grad Celsius die besten Keimerfolge erzielen. Im Freiland sollten Temperaturen von 15 bis 20 Grad Celsius vorherrschen, damit die Nachtviole-Samen dort binnen ein bis zwei Wochen wie gewünscht keimen können.

Sie können die Pflanze aber auch im Frühjahr sowie im Herbst behutsam teilen, um sie zu vermehren. Eine Teilung trägt dabei sogar zur Verjüngung der mehrjährigen Pflanze bei.


Foto1: © Volha - Fotolia.com, Foto2: © eevl - Fotolia.com

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here