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Nashi-Birne pflegen – Hinweise zum Gießen, Düngen, Schneiden & Überwintern

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Nashi-Birnen sind klein, süß und lecker. Für eine reiche Ernte ist allerdings die richtige Pflege unerlässlich.

Nashi-Birnen pflegen - Hinweise zum Gießen, Düngen, Schneiden und Überwintern
© Em7 – Fotolia.com

Während die heimische Birne in kaum einem Obstgarten fehlt, ist die Nashi-Birne bislang dort noch ein wahrer Exot. Dabei lässt sich die wuchsfreudige und robuste Asienbirne einfach kultivieren und lässt, bei entsprechender Pflege, durchweg hohe Erträge erwarten. Unter der meist dünnen Schale der kleinen, kugeligen Früchte verbirgt sich ein saftiges und aromatisches Fruchtfleisch. Der Geschmack der kleinen Vitaminbomben lässt an Birnen, Äpfel und Melonen denken.

Asienbirnen schmecken roh und lassen sich auch zur Herstellung von Marmeladen oder zum Backen von Obstkuchen verwenden. Haben Sie Lust bekommen, sich diesen kleinen Exoten in den Obstgarten zu holen, erfahren Sie hier alles Wissenswerte rund um die Pflege der Apfel-Birne.

Die Nashi-Birne richtig gießen

Nashi-Birnen sind recht robust und müssen nicht fortlaufend bewässert werden. Während der Wachstumsperiode ist der Wasser- und Nährstoffbedarf in der Regel höher. Damit sich kräftige Früchte entwickeln können, ist die Nashi-Birne, besonders bei längeren Trockenperioden, regelmäßig zu gießen. Hierfür lässt sich bevorzugt Regenwasser nutzen. Leitungswasser ist weniger gut geeignet, da es häufig zu viel Kalk enthält.

» Tipp: Während der kalten Jahreszeit wirft die Asienbirne ihre Blätter ab und benötigt nur sehr wenig Wasser.

In Kurzform:

  • Bewässerung bei Trockenphasen ratsam
  • regelmäßig gießen während der Wachstumsperiode
  • Boden sollte nicht austrocknen
  • bevorzugt Regenwasser verwenden

So düngen Sie richtig

Es ist grundsätzlich kein Muss, die Nashi-Birne regelmäßig zu düngen. Werden die Bäume im Freiland angepflanzt, kann der Hobbygärtner durch eine Auflockerung des Bodens und der Beimengung von Kompost oder Hornspänen dem Nährstoffbedarf der Pflanzen entsprechen. Während der Blütezeit können Düngergaben dabei helfen, den Ernteertrag zu erhöhen. Flüssigdünger lässt sich dabei gut dosieren. Achten Sie auf eine Überdosierung, die könnte der Pflanze schaden. Spätestens ab August sind keine Düngergaben mehr zu verabreichen, dann bereitet sich die Pflanze auf die Winterruhe vor. Würde weiter gedüngt werden, könnten die neuen Triebe bis zum Winter sich nicht ausreichend entwickeln und es käme zu Frostschäden.

In Kurzform:

  • Pflanzerde mit organischem Dünger anreichern
  • während der Wachstumsphase Dünger sparsam einsetzen
  • ab Spätsommer Düngung komplett einstellen

Nashi-Birne schneiden

Zur Pflege der Apfel-Birne zählen verschiedene Schnittmaßnahmen, welche nun im Detail erläutert werden sollen.

❍ Rückschnitt für höhere Erträge

Damit sich die Blütenstände gut entwickeln können und einer reichen Ernte nichts im Wege steht, ist ein regelmäßiger Rückschnitt notwendig. Geschnitten werden bereits junge Pflanzen in ihrem ersten Standjahr. Dazu werden alle frischen Triebe bis zu einer Länge von etwa einem Meter eingekürzt. Bei älteren Pflanzen sind jährlich alle Triebe auf zirka die Hälfte zu verkürzen. Dies fördert den Neuaustrieb und die Blütenbildung. Rückschnitte können im Frühling und im Herbst durchgeführt werden.

❍ Pflegeschnitt für die regelmäßige Schönheitskur

Damit der Baum seine Form behält und ein Hingucker im Obstgarten bleibt, sollten sie hin und wieder zur Schere greifen und lange und herunterhängende Triebe kürzen.

» Tipp: Entfernen Sie auch die Früchte, sie bleiben ohnehin sehr klein und schmecken weniger süß.

Ein Pflegeschnitt kann ganzjährlich erfolgen. Nashi-Birnen vertragen Rückschnitte ohne Probleme. Mit einem Pflegeschnitt sorgen Sie nicht nur für ein attraktives Erscheinungsbild der Pflanzen, das Ziel sollte auch darin bestehen, den Blütenständen möglichst viel Sonne zu verschaffen.

❍ Formschnitt für den besonderen Look

Baum ist nicht gleich Baum. Auch die Nashi-Birne lässt sich in einen besonderen Blickfang verwandeln, wenn Sie die Schere ansetzen. Soll der Formschnitt angestrebt werden, kann mit dem Schnitt bereits im ersten Standjahr begonnen werden. Beliebte Formen dabei sind die Hohlkrone oder die Pyramide.

Krankheiten und Schädlinge bei der Nashi-Birne erkennen

Auch was den Befall mit Schädlingen und das Auftreten von Krankheiten betrifft, lassen sich Parallelen zur heimischen Birnenfrucht erkennen. Allerdings erweist sich die Nashi-Birne weit robuster, als unsere geläufigen Birnen im Obstgarten.

An Krankheiten können gelegentlich auftreten:

  • Birnengitterrost
  • Obstbaumkrebs
  • Feuerbrand

An Schädlingsbefall wurde beobachtet:

  • Birnengallmücke
  • Birnblattsauger

❍ Birnengitterrost

Die Angst geht um im Obstgarten, wenn der Wind im Frühling die Pilzsporen vom häufig befallenen Wacholder heranträgt und auf die Blätter der Birnbäume ablädt. Ein Befall zeigt sich durch rötliche Flecken auf den Blättern. Im späteren Verlauf arbeitet sich der Pilz durch das gesamte Blatt und unbehandelt können die gesamten Bäume die Blätter abwerfen. An der Apfel-Birne ist ein Befall kaum festzustellen. Die robusten Asiaten scheinen beinahe immun gegen Birnengitterrost zu sein.

❍ Obstbaumkrebs

Weniger robust erweist sich die Nashi-Birne gegen den Obstbaumkrebs. Ein Auftreten des Pilzes zeigt sich zunächst in Form von einer bräunlich verfärbten und trockenen Baumrinde. Am Stamm sind weiterhin runde rötliche Sporenablagerungen erkennbar. Gefährdet sind besonders jüngere Pflanzen, deren Stamm noch nicht stark genug ausgebildet ist. Wird der Obstbaumkrebs bemerkt, sind alle befallenen Teile der Pflanze großzügig zurückzuschneiden.

Obstbaumkrebs gilt als aggressiv und kann nur unter Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel bekämpft werden.

» Tipp: Befallene Pflanzenteile, die abgeschnitten wurden, dürfen nicht über den Kompost entsorgt werden, da sich der Pilz dort weiter verbreiten kann.

❍ Feuerbrand

Beim Feuerbrand handelt es sich um eine häufig an Birnbäumen anzutreffende bakterielle Erkrankung. Zunächst welken die Blätter und Blüten, später nehmen sie eine schwarzbraune Farbe an und erscheinen wie verbrannt. Junge Pflanzen sind auch hier besonders gefährdet und unbehandelt geht die Nashi-Birne nach etwa drei Wochen komplett ein. Sind ältere Pflanzen befallen, können diese mehrere Jahre überleben. Wird Feuerbrand bemerkt, sollten Sie schnell reagieren und alle befallenen Teile der Pflanze großzügig und bis ins gesunde Holz zurückschneiden.

❍ Schädlingsbefall bei der Nashi-Birne

Auch zu einem Schädlingsbefall kommt es bei der Asien-Birne äußerst selten. Beobachtet wurde ein Befall mit der Birnengallmücke. Diese legt ihre Eier auf den Früchten ab und die Maden der Gallmücke ernähren sich vom Fruchtfleisch. Betroffene Früchte sind zu entsorgen.

Auf die Triebspitzen hat es der Birnblattsauger abgesehen. Die Eiablage erfolgt direkt in den Triebspitzen. Von den Larven wird ein an Honig erinnernder Rußtau ausgeschieden. Dieser bildet die Grundlage für Pilzerkrankungen. Wenn Sie einen Befall bemerken, sollten alle betroffenen Triebe großzügig zurückgeschnitten und verbrannt oder über den Hausmüll entsorgt werden.

Was ist bei der Überwinterung der Nashi-Birne zu beachten?

Nashi-Birnen besitzen zwar einen exotischen Namen, sind aber an unser Klima nahezu perfekt angepasst. Im Freiland kultivierten Bäumen können auch strenge Fröste von -20 Grad nichts anhaben. Es wird kein Winterschutz benötigt.

Einschränkungen sind bei Jungpflanzen zu machen. Das empfindliche Wurzelsystem kann in den ersten Standjahren durch eine Mulchschicht geschützt werden. Bei der Kübelhaltung erweisen sich die Wurzeln als weniger robust und sind leichter angreifbar. Es bietet sich an, den Boden mit Laub oder Reisig abzudecken, den Kübel auf einer Unterlage aus Holz oder Styropor zu platzieren und der Kübelpflanze einen geschützten Standort, zum Beispiel an einer Hausmauer zuzuweisen.


Foto1: © Em7 - Fotolia.com

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