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Natternkopf pflegen: Viel müssen Sie dabei nicht beachten

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Der Natternkopf ist eine echte Bereicherung für jeden Garten. Denn die Staude ist recht pflegeleicht und lockt zudem Bienen und Schmetterlinge in Ihren Garten.

Natternkopf pflanzen
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Der Natternkopf (Echium vulgare) ist eine alte Kulturpflanze, welche in den Kräuterbüchern des Mittelalters auch als Wilde Ochsenzunge bezeichnet wurde. Stolzer Heinrich oder Himmelbrand sind weitere Synonyme für das blau blühende Raublattgewächs, welches sich besonders in Steingärten wohlfühlt. Die anspruchslosen Pflanzen eignen sich gut für Anfänger und können bei der Anlage eines Gartens Pionierarbeit leisten, da sie sich auch dort ansiedeln, wo bislang noch nichts gewachsen ist. Was es bei der Pflege des Natternkopfes zu beachten gibt, können Sie im Folgenden nachlesen.

Den Natternkopf richtig gießen

Wenn Sie den Natternkopf pflanzen, darf auf eine regelmäßige Bewässerung nicht verzichtet werden. Sind die Pflanzen gut angewachsen und haben ihre charakteristischen Pfahlwurzeln ausgebildet, muss weniger oft gegossen werden. Dann gilt, der Boden sollte lieber zu trocken, als zu nass erscheinen. Über die Pfahlwurzeln stellt die Pflanze ihre Nährstoffversorgung sicher. Die dickhäutigen Blätter sind behaart. Dies hilft der Pflanze ebenfalls dabei, dass sie nicht so schnell austrocknet, denn der Tau kann dort besser haften bleiben.

Da der Natternkopf keine Staunässe verträgt, sollte auf eine gute Durchlässigkeit des Bodens geachtet werden. Wird das Substrat mit Sand oder Kies versetzt, staut sich die Flüssigkeit weniger im Boden. Weiterhin ist ein durchlässiger Boden ein Garant dafür, dass sich die Pfahlwurzeln gut im Boden ausbreiten können.

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In Kürze:

    • Jungpflanzen regelmäßig bewässern
    • Ältere Pflanzen weniger gießen
    • oberste Bodenschicht darf antrocknen
    • auf Durchlässigkeit des Bodens achten
    • Staunässe vermeiden

Den Natternkopf richtig düngen

Eine Düngung ist beim Natternkopf nicht notwendig. Die Pflanzen bevorzugen einen eher kargen Boden. Daher kann es schnell zu einer Überversorgung der Pflanze kommen. Ein nährstoffreicher Boden lässt den Natternkopf zwar nicht eingehen, führt aber dazu, das die Pflanzen vermehrt Blätter ausbilden und häufig nur sehr spärlich oder überhaupt nicht zur Blüte gebracht werden können.

Muss der Natternkopf geschnitten werden?

Auch das Schneiden ist beim Natternkopf weniger problematisch. Da sich die Pflanzen durch Selbstaussaat vermehren, müssen die welken Blüten entfernt werden, wenn Sie keine neuen Pflänzchen wünschen. Nach der Samenreife verkümmern die oberen Blütenstände und werden bodennah abgeschnitten. Mehr müssen Sie beim Schneiden des Natternkopfes nicht beachten.

Welche Arten des Natternkopfes gibt es?

Natternköpfe bilden eine Gattung innerhalb der Raublattgewächse. Der Gattung gehören zirka 65 Arten an.

Tipp: Die Namensbezeichnung lässt sich auf die an Schlangenzungen erinnernden Griffel zurückführen.

Der Gewöhnliche Natternkopf ist die in unseren Breiten am häufigsten anzutreffende Pflanze. Die meisten Arten kommen, neben Europa, in Nordafrika und Vorderasien vor. Beinahe 30 Arten des Natternkopfes wachsen allein auf den Kanarischen Inseln, auf Madeira oder den Kapverden. Auch in Australien und Nordamerika sind einige Pflanzenarten anzutreffen.

Tipp: Die meisten Natternkopf-Arten sind nicht winterhart und können in unseren Breiten daher nur im Kübel angepflanzt werden.

Italienischer Natternkopf (Echium italicum )

Italienischer Natternkopf
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Diese zweijährigen Pflanzen können bis zu einen Meter an Wuchshöhe erreichen. Die lanzettlichen Blätter werden etwa 30 Zentimeter lang. Die Blätter sind von weichen Borsten besetzt. Die Blütenstände sind pyramidenförmig angeordnet. Der Italienische Natternkopf kann Rosa, Gelb oder Weißblau blühen. Vorkommen sind im südlichen Europa und im vorderasiatischen Raum anzutreffen.

Wegerichblättriger Natternkopf (Echium plantagineum)

Wegerichblättriger Natternkopf
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Im 19. Jahrhundert wurde die Pflanze in der Mark Brandenburg als Ochsenmaul bezeichnet. Die Pflanzen werden etwa einen halben Meter hoch und besitzen eine borstige Behaarung an den oberirdischen Pflanzenteilen. Die Grundblätter sind oval und lang gestielt. Der Wegerichblättrige Natternkopf blüht zwischen April und Juli. Die blauen Blüten verfärben sich im späteren Verlauf Purpurrosa. Die Pflanzen wachsen bevorzugt an Wegrändern und auf sandigen Untergründen in Küstennähe. Der Wegerichblättrige Natternkopf ist im gesamten Mittelmeerraum verbreitet und kommt auch auf den Kanarischen Inseln und auf Madeira vor.

Weißer Anaga-Natternkopf (Echium simplex)

Weißer Anaga-Natternkopf
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Dem Weißen Anaga-Natternkopf können Sie während eines Urlaubs auf Teneriffa begegnen. Die Pflanze wächst allein auf dieser Kanareninsel. Die Pflanze ist mehrjährig und besitzt bis zu 40 Zentimeter lange silbrig behaarte Laubblätter. In Blüte steht der Weiße Anaga-Natternkopf zwischen April und Mai. Erst mit einem Alter von mindestens vier Jahren gelangen die Pflanzen zur Blüte.

Tipp: Mit einem voll ausgebildeten Blütenstand können die Pflanzen bis zu drei Meter hoch werden.

Die glockenförmigen zwittrigen Blüten stehen sehr dicht und besitzen eine weiße bis leicht bassblaue Krone. Die Pflanzen wachsen im Anaga-Gebirge bis in Höhenlagen von 600 Metern. Die Pflanze gilt in Spanien als gefährdet. Größere Bestände finden sich unweit des Ortes Chamorga. Auf dem Weg zum Leuchtturm El Faro säumen zirka 10.000 Pflanzen den Pfad.

Webbs Natternkopf (Echium webbii)

Webbs Natternkopf
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Webbs Natternkopf ist allein auf La Palma heimisch. Die Pflanze wächst strauchförmig und kann dabei bis 1,5 Meter hoch wachsen. Die Laubblätter sind mit dichten, seidigen Haaren besetzt. Webbs Natternkopf steht zwischen März und April in Blüte. Die Pflanzen beeindrucken mit einer intensiven blauen Blütenfarbe.

Den Natternkopf vermehren

Der Natternkopf lässt sich durch Aussaat vermehren. Die Samen können im Frühling, wie auch im Spätherbst, in die Erde.

Tipp: Sollen die Pflanzen noch im gleichen Jahr keimen, wird zwischen Juli und September ausgesät.

Sie können die Pflanzen aber auch im Saatgefäß vorziehen. Beachten Sie jedoch, dass es sich beim Natternkopf um einen Kaltkeimer handelt. Es wird daher nicht funktionieren, wenn Sie die Pflanzen im warmen Zimmer vorziehen.

Die Samen werden bis zu drei Zentimeter in den Boden gedrückt. Gießen Sie die Samen gut an und lassen den Boden nicht komplett austrocknen. Das Substrat sollte etwa drei Zentimeter angetrocknet sein, dann bewässern Sie erneut. Sie können dem Boden etwas reifen Kompost zugeben, weiteren Dünger benötigen auch Jungpflanzen nicht.

Tipp: Die meisten Natternköpfe sind zweijährige Pflanzen. Nach der Ausbildung der Blüten vertrocknet die Pflanze und geht ein.

Krankheiten am Natternkopf erkennen

Der robuste Natternkopf wird nur äußerst selten von Krankheiten heimgesucht. Das häufigste Problem dürfte Staunässe darstellen. Ist der Boden zu feucht, beginnen die Wurzeln zu faulen und die Pflanze stirbt ab.

Mehltau am Natternkopf

Ein Befall mit Mehltau ist möglich. Der Pilz erweist sich jedoch als harmlos und bildet lediglich einen weißen Belag auf den Blättern. Dieser Film ist abwischbar und schadet der Pflanze nicht nachhaltig. Für die Bekämpfung eignet sich eine Lösung aus Wasser und Milch (im Verhältnis 9:1). Damit sprühen Sie die Pflanze mehrmals ein und der Mehltau wird in der Regel verschwinden, ohne dass Sie chemische Mittel zum Einsatz bringen müssen.

Rostpilz Puccinia recondita dem Natternkopf

Jedoch kann der Rostpilz Puccinia recondita dem Natternkopf gefährlich werden. Der Ständerpilz ist an einer Art rostigen Flecken auf den Blättern erkennbar. Dabei handelt es sich um die Sporenlager des Pilzes. Entfernen Sie möglichst alle betroffenen Pflanzenteile und besprühen die Pflanze mit einem Brennnesselsud oder einer Jauche aus Ackerschachtelhalmkraut.

Den Natternkopf richtig überwintern

Der in unseren Breiten vorkommende Gewöhnliche Natternkopf ist an unser Klima angepasst und daher uneingeschränkt winterhart. Die übrigen Pflanzenarten stammen fast ausschließlich aus mediterranen Gefilden und eignen sich daher nicht für die Überwinterung im heimischen Garten.

Sie können aber auch Arten aus warmen Regionen kultivieren. Diese sollten Sie allerdings im Kübel pflanzen und über den Winter an einem frostfreien und hellen Standort lagern.

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