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Pimpernuss vermehren: 2 Möglichkeiten vorgestellt

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Wenn Sie die Pimpernuss vermehren möchten, haben Sie zwei Möglichkeiten. Wir erklären Ihnen, wie die Vermehrung durch Aussaat und durch Ausläufer funktioniert.

Pimpernuss vermehren
© Kanusommer / stock.adobe.com

Sowohl in den Gärten als auch in der freien Natur ist die Pimpernuss (Staphylea pinnata) zu einer wahren Rarität geworden. Dabei handelt es sich dabei um ein dekoratives Gewächs, welches zudem noch essbare Früchte hervorbringt. Völlig zu unrecht fristet die Pimpernuss ein Schattendasein.

Zwar gibt es bei der Pflege der Pimpernuss einiges zu beachten, im Großen und Ganzen handelt es sich jedoch um eine pflegeleichte Pflanze, welche mit dem Klima in unseren Breiten recht gut zurecht kommt. Was spricht also dagegen, bereits bestehende Gewächse für die Vermehrung zu nutzen oder sich eine Klappernuss selbst heranzuziehen und damit zum Erhalt der bedrohten Art beizutragen? Hierzu haben Sie zwei Möglickeiten.

Pimpernuss durch Aussaat vermehren

Möchten Sie die Pimpernuss durch Samen vermehren, benötigen Sie etwas Geduld. Zunächst benötigen Sie Samen. Wenn Sie selbst keine Pimpernuss besitzen, von der Sie den Samen gewinnen können, haben Sie die Möglichkeit, diese im Handel zu kaufen. Achten Sie dabei unbedingt auf Qualität. Umso größer sind die Chancen, bald eigene Jungpflanzen kultivieren zu können.

Am einfachsten ist es aber, wenn Sie bereits über eine Pimpernuss verfügen. Sobald die Schale eine braune Farbe angenommen hat, können Sie die Fruchtkörper ernten. Aus diesen entfernen Sie die Samen und beginnen damit, diesen für die spätere Aussaat vorzubereiten. Natürlich dürfen Sie die Nüsse nun auch verzehren.

Samen vorbereiten – Schritt für Schritt

1. Gefäß auswählen
2. Gefäß mit feuchtem Sand füllen
3. Samen einbringen
4. Kerne mit Sand bedecken
5. mehrere Schichten anlegen
6. Gefäß dunkel aufstellen
7. Sand stets feucht halten
8. Gefäß überwintern

Die Pimpernusskerne können Sie nicht direkt aussäen. Sie müssen sie zunächst für die Überwinterung vorbereiten. Hierfür wählen Sie ein höheres und wenn möglich transparentes Gefäß aus. Dieses wird nun etwa einen Zentimeter mit Sand befüllt. Auf diese Sandschicht legen Sie die Kerne der Pimpernuss.

Tipp: Lassen Sie zwischen den einzelnen Nusskernen etwa zwei Zentimeter Platz.

Sie sollten ein Gefäß in entsprechender Höhe auswählen, damit Sie die Kerne in mehreren Schichten anlegen können. Auf die Kerne wird immer eine dünne Schicht feuchter Sand gegeben. So können Sie alle für die Vermehrung vorgesehenen Kerne in einem Gefäß unterbringen und damit platzsparend arbeiten.

Tipp: Legen Sie aber nicht allzu viele Schichten aus Kernen und Sand an, denn dies begünstigt die Schimmelbildung im Gefäß.

Kontrollieren Sie das Gefäß regelmäßig auf möglichen Schimmelbefall. Hierzu bietet es sich an, ein durchsichtiges Gefäß zu verwenden. So können Sie die Schimmelbildung in den einzelnen Schichten gut erkennen. Das mit den Kernen und dem Sand befüllte Gefäß kann nun an einem dunklen Ort bei etwa 10 bis 15 Grad überwintern. Den Sand sollten Sie immer feucht halten.

Samen aussäen – Schritt für Schritt

Pimpernuss Samen
© spline_x / stock.adobe.com
1. Pflanzgefäße auswählen
2. Substrat vorbereiten
3. Substrat einfüllen
4. Samen auf das Substrat legen
5. Samen leicht mit Erde bedecken
6. Pflanzgefäß hell und warm aufstellen
7. Erde mäßig feucht halten
8. Keimung abwarten

Im Frühling kann die eigentliche Aussaat vorgenommen werden. Hierfür wählen Sie eine geeignete Pflanzschale aus.

Tipp: Flache Pflanzschalen eignen sich für die Anzucht sehr gut, da noch keine tiefer liegenden Wurzeln ausgebildet werden.

Füllen Sie das Pflanzgefäß mit Anzuchterde und legen Sie die Samen darauf. Anschließend bedecken Sie die Nusskerne leicht mit Erde und stellen das Pflanzgefäß hell und warm auf. Achten Sie darauf, dass die Temperaturen nicht unter 20 Grad liegen. Damit die Samen keinem, müssen Sie das Substrat gleichmäßig feucht halten. Vermeiden Sie es aber, dieses übermäßig einzuschwämmen. Denn wenn sich die Flüssigkeit im Pflanzgefäß staut, führt dies zur Fäulnis der Samen.

Bis sich die ersten Keime zeigen, kann es etwa zwei Wochen dauern. Erst, wenn sich kleine Pflanzen von etwa zehn Zentimeter Größe entwickelt haben, sollten diese in separate Pflanzgefäße umgesetzt werden.

Vor- und Nachteile der Aussaat im Überblick

Vorteile

Aus vorhandenen Pflanzen lassen sich leicht Samen gewinnen.
Es können platzsparend viele Kerne auf die Aussaat vorbereitet werden.
Es lassen sich mehrere Jungpflanzen heranziehen.
Nach der Aussaat erfolgt die Keimung recht zügig.

Nachteile

Wer Samen selbst gewinnen möchte, muss bereits eine Pimpernuss besitzen.
Im Anzuchtgefäß kann Schimmelbildung auftreten.
Die Samen müssen zunächst überwintern und die Aussaat verzögert sich.
Von der Ernte bis zur Keimung vergeht mindestens ein halbes Jahr.

Pimpernuss durch Ausläufer vermehren

Besitzen Sie bereits eine Pimpernuss, sollten Sie den Boden im Umkreis der Pflanze im Auge behalten. Spielen Sie mit dem Gedanken, die Pflanze zu vermehren, sind Ausläufer die einfachste und unkomplizierte Art und Weise. Allerdings ist es ein wahrer Glücksfall, wenn die Klappernuss Ausläufer ausbildet. Dabei handelt es sich um kleine, selbstständige Pflanzen, welche im Umkreis der Mutterpflanze aus dem Boden sprießen. Haben Sie einen Ausläufer entdeckt, kann dieser vorsichtig ausgegraben und von der Mutterpflanze getrennt werden. Die Kultivierung erfolgt vorzugsweise zunächst im Kübel.

Wohin mit den jungen Pimpernuss-Pflanzen?

Es spricht nichts dagegen, die Pimpernuss die ersten Jahre als Kübelpflanze zu halten. Theoretisch können Jungpflanzen ab einer Höhe von 30 Zentimetern ins Freiland gesetzt werden, die jungen Pflanzen sind jedoch oft noch nicht kräftig genug, um den Winter unbeschadet zu überstehen.

Junge Pimpernuss im Kübel pflegen

Der Pflegeaufwand für Kübelpflanzen ist höher, als bei Pflanzen, die im Freiland kultiviert werden. Junge Klappernusspflanzen brauchen relativ viel Feuchtigkeit. Dabei sollten Sie unbedingt vermeiden, dass sich Staunässe bildet. Ein zu schwerer Boden verhindert, dass das Gießwasser abfließen kann. Bringen Sie daher beim Einsetzen der Jungpflanzen eine Drainage aus Kies oder Tonscherben auf dem Gefäßboden an. Kübelpflanzen benötigen ausreichend Nährstoffe. Diese erhalten Sie, wenn Sie bei der Pflanzung dem Substrat reifen Kompost als organischen Langzeitdünger untermischen oder die Pflanzen mit einem handelsüblichen Flüssigdünger für Ziergehölze versorgen.

Die Kübelpflanzen dürfen den Sommer an einem hellen und warmen Standort verbringen. Sobald Nachtfröste auftreten, wird es Zeit für den Umzug ins Winterquartier. Der Pflanzkübel kann bei Temperaturen zwischen 10 und 15 Grad überwintern und erst nach den Eisheiligen, Mitte Mai, wieder auf Balkon oder Terrasse umziehen.

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