Verbessern Sie Ihre Poolpflege mit unseren Expertentipps: von der richtigen Wahl der Sandfilteranlage über den Einsatz von AFM Filterglas bis hin zur Verwendung von Salzwassersystemen und abdunkelnden Solarfolien. Weniger Chemie, weniger Wartung!

Pool pflegen wie die Profis

Eine gute Poolpflege stellt sicher, dass das eigene Schwimmbecken ansehnlich und hygienisch einwandfrei bleibt. Idealerweise wird zusätzlich der Verbrauch an Poolchemie minimiert und auch die Zeit zur Wartung möglichst reduziert.

Tipp 1: Zur Poolpflege brauchst du die richtige Sandfilteranlage

Viele Poolbesitzer machen denselben Fehler: Sie schauen beim Kauf einer Sandfilteranlage vor allem auf die Pumpenleistung und übersehen dabei das Entscheidende. Denn nicht die stärkste Pumpe filtert am besten, sondern das richtige Verhältnis zwischen Pumpe und Filterkessel.

Damit eine Sandfilteranlage gründlich arbeiten kann, muss das Wasser den Kessel langsam durchfließen. Nur dann können der Sand, das Filterglas oder die Filterbälle die Schmutzpartikel wirklich herausfiltern. Eine übermotorisierte Pumpe drückt das Wasser dagegen zu schnell durch und ein Großteil des Schmutzes rauscht einfach mit. Das merkt man dann am trüben Wasser, am hohen Chlorverbrauch und daran, dass Flockungsmittel kaum wirken.

So findest du die passende Anlage für deinen Pool

Als Faustregel gilt: Das gesamte Poolwasser sollte alle 4 bis 8 Stunden einmal komplett umgewälzt werden. Wer also einen Pool mit 20000 Litern hat, braucht eine Netto-Filterleistung von mindestens 2500 bis 5000 Litern pro Stunde.

PoolvolumenEmpfohlene Filterleistung
bis 15000 Literca. 2000–4000 l/h
15000–30000 Literca. 4000–7000 l/h
30000–35000 Literca. 6500–8000 l/h
über 35000 Literüber 8000 l/h

🟩 Außerdem gilt: Je größer der Kessel bei moderater Pumpenleistung, desto besser die Filtration und desto weniger Chlor wird benötigt.

Unser Tipp für Pools bis 34000 Liter: Bestway Sandfilteranlage

Wer einen Pool mit bis zu 34000 Litern Inhalt hat, findet in der Bestway 58499 eine der besten Anlagen in dieser Klasse. Sie kombiniert eine sparsame 280-Watt-Pumpe mit einem ungewöhnlich großen Kessel von 437 mm Durchmesser, der bis zu 45 kg Filtersand fasst. Das Ergebnis: langsame Fließgeschwindigkeiten im Kessel, deutlich bessere Filtration, effektivere Wirkung von Flockungsmitteln – und klares Wasser bei geringerem Chlorverbrauch.

Wer einen kleineren Pool bis etwa 15000 Liter hat, ist mit der schwächeren Bestway 58497 (ca. 5000 l/h, 385 mm Kessel) gut bedient. Für riesige Pools über 35000 Liter sollte man zu einer stärkeren Anlage greifen.

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Bestway 58499-7 Sandfilterpumpe 8.327 l, Grau
  • Bestway Sandfilter 8327L oder 2200 Gal
  • Pumpenleistung: 8.327 l/h (2.200 gal/h)
  • Kompatibel mit oberirdischen Pools von 1.100-54.500 l (300-14.400 gal.)

Tipp 2: Mit AFM Filterglas wird die Filtration noch effektiver

Sand ist das klassische Filtermedium – aber wer das Beste aus seiner Sandfilteranlage herausholen möchte, sollte einen Blick auf AFM Filterglas werfen. AFM steht für „Activated Filter Medium“ und ist ein speziell aktiviertes Filterglas, das in mehrfacher Hinsicht deutlich besser filtert als herkömmlicher Quarzsand.

Poolpflege Filterglas
Filterglas bietet eine höhere Filterleistung als Filtersand | © catalyseur7 / stock.adobe.com

Warum filtert AFM besser als Sand?

Der entscheidende Unterschied liegt in der Oberfläche. Ein Kilogramm Quarzsand hat eine Oberfläche von ungefähr 2–6 m². Ein Kilogramm AFM Filterglas Grade 1 bringt es dagegen auf 600–1.000 m² – also ein Vielfaches. Diese riesige, raue Oberfläche sorgt dafür, dass deutlich mehr und feinere Schmutzpartikel hängen bleiben.

Dazu kommt ein elektrochemischer Effekt: Durch den Aktivierungsprozess trägt die Glasoberfläche eine negative Ladung. Positiv geladene Teilchen wie Schwermetalle und viele organische Stoffe werden dadurch elektromagnetisch angezogen und aus dem Wasser gefiltert. Im Zusammenspiel mit dem im Wasser gelösten Sauerstoff entstehen außerdem freie Radikale, die eine leicht desinfizierende Wirkung haben.

Das Ergebnis in der Praxis: AFM filtert mindestens 30 % mehr organische Stoffe als Sand, der Chlorverbrauch sinkt spürbar, und anders als Sand bildet AFM keinen Biofilm im Filterbett. Bakterien können sich kaum ansiedeln – was die Filterleistung dauerhaft stabil hält. Während Quarzsand alle 1–3 Jahre gewechselt werden sollte, hält AFM bei normaler Poolnutzung problemlos 4–6 Saisons.

Wichtig: Inzwischen gibt es auch AFM ng (Next Generation), die Weiterentwicklung des klassischen AFM. AFM Grade 1 hat eine sehr feine Körnung. Nicht jede Sandfilteranlage kann damit umgehen. Manche verlieren die feinen Körner durch die Schlitze direkt in den Pool. Prüfe daher vorher, ob deine Filteranlage für eine Körnung von 0,4–0,8 mm geeignet ist. Die Bestway 58499 etwa ist dafür ausgelegt und kann AFM Grade 1 problemlos verwenden.

Tipp 3: Filterbälle erleichtern die Poolpflege

Wer seinen Filtersand gegen ein leichtes Filtermedium tauschen möchte, für den sind Filterbälle eine attraktive Alternative. Sie sind einfach zu handhaben und filtern deutlich feiner als Sand.

Wie gut filtern Filterbälle wirklich?

Herkömmlicher Quarzsand filtert Partikel bis zu einer Größe von ca. 40 Mikrometern – das ist für die meisten Situationen ausreichend, aber alles Feinere rauscht einfach durch. Filterbälle schaffen dagegen bis zu 1,5 Mikrometer, also etwa 25-mal feiner als Sand. Das Ergebnis ist spürbar klareres Wasser bei gleichzeitig geringerem Chlorverbrauch.

Dazu kommt ein praktischer Vorteil: Filterbälle wiegen fast nichts. 700 g Filterbälle ersetzen 25 kg Sand, und das macht das Befüllen und Leeren des Kessels deutlich angenehmer.

Was beim Einsatz von Filterbällen wichtig ist

Filterbälle dürfen auf keinen Fall rückgespült werden – die Bälle würden sich dabei im Mehrwegeventil verklumpen und schlimmstenfalls Schäden verursachen. Zur Reinigung nimmt man die Bälle einfach heraus und spült sie mit dem Gartenschlauch ab, oder wäscht sie bei 30 °C in der Waschmaschine. Bei regelmäßiger Pflege halten sie bis zu 4 Jahre.

Wichtig: Flockungsmittel und Filterbälle vertragen sich nicht. Die Flocken würden die feinen Fasern der Bälle verstopfen. Wer die Filtration noch weiter verbessern möchte, greift stattdessen zu einem Klarmacher/Trübungsentferner, der ähnlich wirkt.

Bonus-Tipp: Filterbälle auch im Poolsauger oder Roboter
Poolsauger und Poolroboter haben ab Werk oft nur relativ grobe Filter mit 50–100 Mikrometern. Wer ein paar Filterbälle in den Filterkorb des Roboters legt oder in den Filtersack des Saugers steckt, holt damit deutlich mehr feinen Schmutz vom Poolboden. Doch bitte nur ausprobieren, wenn bei Ihrem Modell die Poolbälle nicht in den Poolsauger gelangen können.

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Tipp 4: Mit Salzwassersystem wird die Poolpflege entspannt

Wer keine Lust mehr auf das ständige Dosieren und Schleppen von Chlorprodukten hat, für den ist ein Salzwassersystem eine gute Alternative. Die Technik dahinter ist recht einfach: Dem Poolwasser wird eine kleine Menge natürliches Siedesalz zugesetzt – je nach Anlage ca. 3–5 g pro Liter, das entspricht einem Salzgehalt von 0,3–0,5 %.

→ Zum Vergleich: Meerwasser hat einen Salzgehalt von ca. 3,5 %. Ein Salzpool ist also etwa zehnmal weniger salzig und für die Augen völlig reizlos. Als Beispiel: Wenn auf 10 m³ Wasser 40 kg Salz kommen, entspricht das etwa einem Salzgehalt von 0,4%.

Das im Wasser gelöste Salz (Natriumchlorid) fließt bei der täglichen Filtration durch eine Elektrolysezelle, wo es per elektrischem Strom in aktives Chlor umgewandelt wird. Dieses desinfiziert das Wasser zuverlässig und wandelt sich danach wieder zurück in Salz. Da Salz dabei nicht verbraucht wird, muss man es nur dann nachfüllen, wenn Frischwasser in den Pool kommt – etwa nach einer Rückspülung oder einem Teilwasserwechsel.

Was trotzdem überwacht werden muss: der pH-Wert

Hier ist Ehrlichkeit wichtig, denn ein weitverbreiteter Irrtum lautet: „Bei einem Salzwassersystem muss man gar nichts mehr messen.“ Das stimmt leider nicht. Durch die Elektrolyse kann der pH-Wert im Salzwasserpool sogar schneller ansteigen als bei einem normalen Chlorpool.

Experten empfehlen daher, den pH-Wert mindestens zweimal pro Woche zu prüfen. Der ideale Bereich liegt zwischen 7,0 und 7,4. Bei Bedarf gibt man einen pH-Senker zu – das ist der einzige Chemieeinsatz, der beim Salzwasserpool regelmäßig anfällt.

Wichtiger Hinweis für Stahlwandpool-Besitzer
Salzwasser greift Metall an. Für Stahlwandpools ist eine Salzelektrolyse daher nur bedingt geeignet – Schnittkanten müssen mit Kaltzink behandelt, Leitern und Metallteile aus Titan oder V4A-Edelstahl bestehen. Und auch die Pumpe sollte vom Hersteller als salzwasserbeständig angegeben sein. Wer sich nicht sicher ist, ob sein Pool salzwassergeeignet ist, sollte das vorab sorgfältig prüfen. Für Aufstellpools aus Kunststoff ist die Umrüstung dagegen in der Regel problemlos möglich.

Tipp 5: Mit abdunkelnden Solarfolien die Wasserstabilität erhöhen

Viele Poolbesitzer decken ihren Pool mit Solarplanen ab, damit sich das Wasser erwärmt. Doch im Sinne der Poopflege wäre eine gezielte Wahl auf besonders stark abdunkelnde, (schwarz oder schwarz/blau wäre ideal) Solarfolien vorteilhaft. Zwar geht der Wärmevorteil bei diesen Modellen ein klein wenig zurück, dafür aber wird die Lichtmenge, die ins Schwimmbecken gelangt, stark reduziert.

➔ Weniger Licht im Poolwasser: Was bringt es?

Tatsächlich sind es zwei Effekte, die dabei helfen, den Chlorverbrauch deutlich zu senken und Algen im Pool zu vermeiden.

Offensichtlich ist natürlich, dass Algen Photosynthese betreiben. Entzieht man Algen Licht, so reduziert sich deren Wachstum äußerst stark. Logisch ist auch, dass weniger Algen auch weniger Chlorverbrauch bedeuten.

Der zweite Effekt ist weniger bekannt, aber mindestens genauso wichtig: UV-Strahlung löst freies Chlor im Wasser auf. Besonders an sonnigen Tagen – vor allem mittags und am frühen Nachmittag – kann UVA- und UVB-Strahlung das Chlor im Pool so stark abbauen, dass kaum noch aktives Chlor im Wasser verbleibt. Eine dunkle, lichtundurchlässige Solarfolie blockiert genau diese Strahlung – sofern sie auf dem Wasser liegt. Das vorhandene Chlor bleibt erhalten und kann das tun, wofür es da ist: desinfizieren. Auch durch diesen Faktor sinkt der Chlorverbrauch abermals deutlich.

Fazit zur Poolpflege: Klares Wasser, weniger Poolchemie und weniger Ärger

Diese Tipps helfen dabei, Probleme mit dem Pool zu vermeiden. Je mehr von diesen Ratschlägen umgesetzt werden, umso stärker kann der Verbrauch an Desinfektionsmitteln zurückgefahren werden, was auch die Umwelt schont. Da alle Maßnahmen dabei helfen, das Poolwasser stabiler und sauberer zu halten, sinkt auch die Wahrscheinlichkeit von Problemen. Alle diese Tipps basieren auf Erkenntnissen aus der Ratgeber-Sektion bei Poolpanda.

Dagmar von Gartentipps.com

Seit über 14 Jahren ist Dagmar Dittfeld als Online-Redakteurin für Gartentipps.com aktiv. Auf dem Land aufgewachsen, weiß sie die Vorzüge eines Selbstversorger-Gartens auch heute noch zu schätzen. Ihre ganz besondere Leidenschaft gilt der Gestaltung von Garten, Balkon und Terrasse. Mit ihren Ideen zum Dekorieren, Do-It-Yourself und Upcycling hat Dagmar schon viele Leser zum Nachmachen inspiriert.

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