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Preiselbeeren vermehren – So klappt’s per Absenker, Stecklinge und Samen

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Preiselbeeren werden in heimischen Gärten immer beliebter. Wer mag, der kann seine Pflanzen sogar vermehren und noch mehr köstliche Beeren ernten.

Preiselbeeren vermehren
© annaileish – Fotolia.com

Preiselbeeren sind beliebte Pflanzen in heimischen Gärten, weil sie so schön pflegeleicht und somit auch bestens für Anfänger geeignet sind. Zudem tragen Preiselbeer-Sträucher essbare Früchte, was vor allem Marmeladenköchinnen und Kindern sehr freut. Möchten Sie mehrere Sträucher im Garten anpflanzen, müssen Sie nicht automatisch mehrere Pflanzen kaufen. Es ist auch möglich, die hauseigenen Preiselbeeren zu vermehren. Dafür stehen Ihnen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Besonders beliebte Preiselbeer-Sorten sind z.B. Koralle (Vaccinium vitis-idaea Koralle), Erzgebirgsperle (Vaccinium vitis-idaea Erzgebirgsperle) und Preiselbeere Red Pearl (Vaccinium vitis-idaea Red Pearl).

Vermehrung mit Absenkern

Die beste Zeit, um Preiselbeeren zu vermehren, ist der Herbst. Über den Winter kann der eingegrabene Trieb Wurzeln schlagen, sodass dieser im Frühjahr von der Mutterpflanze getrennt werden kann. Um Preiselbeeren mit einem Absenker zu vermehren, ist es notwendig, dass Sie bereits eine kräftige Pflanze im Beet eingesetzt haben. Diese sollte schon zumindest ein Jahr alt sein und gute, etwas stärkere Triebe haben. Bevor Sie mit der Vermehrung beginnen, sollten Sie auch daran denken, dass sich die Preiselbeere weit ausbreiten kann. Haben Sie eine Pflanze mit einem starken Trieb gefunden, kann die Arbeit beginnen.

❶ Zuerst wird mit dem Spaten eine Rinne im Boden gezogen. Diese muss nicht sonderlich tief sein. Sie sollte jedoch lang genug sein, um den Trieb fast vollständig darin zu vergraben.

❷ Nun muss der Trieb mit einem scharfen Messer oder einer Rasierklinge bearbeitet werden. Ritzen Sie ihn an mehreren Stellen leicht an, sodass Sie das Innere des Triebs sehen können.

❸ Nun ist dieser bereit, um unter die Erde zu kommen. Den Trieb in die vorbereitete Rinne drücken. Hier ist Vorsicht geboten, denn der Trieb darf nicht von der Mutterpflanze abgetrennt werden.

❹ Anschließend müssen Sie den Trieb mit Erde bedecken und mit einem Stein beschweren, sodass dieser nicht wieder nach oben springt. Die Spitze des Triebs muss aus der Erde hervorstehen. Schon ist ein neuer Preiselbeer-Strauch entstanden.

Vermehrung mit Stecklingen

Eine weitere Möglichkeit, um Preiselbeeren zu vermehren, sind Stecklinge. Dies ist wohl die einfachste Möglichkeit, um viele neue Preiselbeer-Sträucher großzuziehen.

❶ Während der Blütezeit, im Mai oder Juni, müssen Sie kleine, starke Triebe von der Mutterpflanze abschneiden. Diese sollten nicht gerade blühen.

❷ Nachdem Sie die Triebe abgeschnitten haben, bleiben diese mindestens zwei Stunden lang im Schatten liegen. So trocknen die Schnittstellen aus, was für die Vermehrung sehr wichtig ist.

❸ Sind die Schnittstellen getrocknet, können Sie mit der Vermehrung beginnen. Besorgen Sie sich dazu kleine Töpfchen, in denen Sie die Triebe später einsetzen können. Es gibt Töpfchen, die später in die Erde eingesetzt werden können und Töpfchen aus Plastik. Je nach Belieben können Sie sich für eine der beiden Topf-Arten entscheiden. Die Töpfchen werden mit Anzuchterde gefüllt und die Triebe tief in die Erde gesteckt.

❹ Die eingesetzten Triebe müssen Sie nun an einem warmen Ort lagern und die Erde ständig feucht halten. Die Wärme ist ein Muss, da die Triebe so schneller Wurzeln schlagen können.

❺ Bis September oder Oktober haben die Triebe genügend Wurzelwerk entwickelt, um nach draußen gesetzt werden zu können. Nach dem Aussetzen müssen Sie darauf achten, dass die Sträucher weiterhin genug Wasser bekommen, um sich in der Erde festzuwurzeln.

Vermehrung mittels Samen

Die Vermehrung durch Samen ist die wohl schwerste Methode, um Preiselbeeren zu züchten. Daher wird diese von Hobbygärtner meist nicht durchgeführt. Haben Sie jedoch ein wenig Erfahrung beim Pflanzen und Züchten von Gartenpflanzen, ist auch diese Möglichkeit der Preiselbeer-Vermehrung kein Problem.

Die Vermehrung mittels Samen sollte in der kalten Jahreszeit passieren, denn Preiselbeeren gehören zu den Kaltkeimer-Pflanzen. Das bedeutet, dass die Pflanze einen Kältereiz benötigt, um zu keimen. Sie können die Samen der Preiselbeere im Handel kaufen oder aber aus den eigenen Pflanzen entnehmen.

❶ Zuerst werden kleine Töpfchen mit Anzuchterde vorbereitet. Die Samen dann tief in die Erde drücken und diese feucht halten. Nun müssen die Samen für vier Wochen in diesem Töpfchen bleiben. Sie sollten bei Temperaturen zwischen 18 und 22 Grad gehalten werden. Diese Zeit ist sehr wichtig für die Samen, denn sie brauchen etwa vier Wochen, um aufzuweichen. Die harte Samenschale löst sich dann langsam. Dieser Prozess ist wichtig, um später die Keimung zu garantieren.

❷ Nun kommt der Kältereiz. Die Samen, immer noch im Töpfchen, sollten nun bei -4 bis + 4 Grad gehalten werden. Gut ist es, wenn die Töpfchen in dieser Zeit vom Schnee bedeckt werden, denn so bekommen die Samen den Kältereiz, aber auch genügend Wasser. Alternativ dazu können Sie die Samen-Töpfchen auch im Kühlschrank aufbewahren. Diese Phase dauert etwa 6 Wochen.

❸ Haben die Samen den Kältereiz bekommen, müssen Sie sie nach und nach wieder an wärmere Temperaturen gewöhnen. Nun sollte die Keimung einsetzen. Diese Phase ist von der Zeit her sehr unterschiedlich. Hat die Keimung stattgefunden, werden Sie kleine grüne Blättchen sehen und ein zarter Trieb wächst aus dem Töpfchen heraus.

❹ Im Mai sind die Pflanzen bereit um ausgesetzt zu werden. Diese sollten Sie gleich zurechtschneiden, sodass nur die starken Triebe ausgesetzt werden. Lesetipp: Preiselbeeren pflanzen.

Fazit

Möchten Sie Preiselbeeren vermehren, stehen Ihnen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Egal, für welche Methode Sie sich entscheiden, Preiselbeeren sind recht leicht zu vermehren. Da die Pflanzen sehr anspruchslos sind, können sie auch Anfänger problemlos züchten. Sie müssen lediglich darauf achten, dass die Pflanzen genügend Wasser bekommen und an einem halbsonnigen Platz ausgesetzt werden.


Foto1: © annaileish - Fotolia.com

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