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Quittenbaum schneiden – Zeitpunkt & Anleitung für den Schnitt

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Lange Zeit vergessen, erlebt er heute ein Comeback: der Quittenbaum. Wer sich einen anschafft, muss ihn jedoch auch schneiden. Unsere Anleitung zeigt, wie es gemacht wird.

Quittenbäume müssen auch mal geschnitten werden
Quittenbäume müssen auch mal geschnitten werden

Quittenbäume waren in deutschen Gärten lange Zeit nicht sehr weit verbreitet. In den letzten Jahren erlebte der Quittenbaum jedoch ein Comeback, nicht zuletzt, weil er recht anspruchslos und pflegeleicht ist. Außerdem lassen sich seine Früchte auf sehr vielseitige Art und Weise verwenden. So lassen sich aus Quitten beispielsweise leckere Gelees, Saft oder Mus herstellen (Lesetipp: Obst konservieren – 4 Möglichkeiten vorgestellt).

Wenn Sie nun solch einen wunderbaren Obstbaum besitzen oder den Quittenbaum in Ihren Garten pflanzen, dann müssen Sie diesen natürlich auch mal schneiden. Das ist wichtig, um den Wildwuchs einzudämmen und natürlich auch, um einen Befall mit der so genannten Blattbräune vorzubeugen oder zu bekämpfen. Dabei handelt es sich um eine sehr hartnäckige Pilzkrankheit, die den Quittenbaum stark schädigen kann.

Doch wann genau muss der Quittenbaum nun geschnitten werden und wie sollte der Schnitt aussehen? Das alles erklären wir Ihnen nachfolgend nun einmal etwas genauer.

Bester Zeitpunkt für den Schnitt

Bester Zeitpunkt für einen Rückschnitt des Quittenbaumes ist im Frühling vor dem Einsetzen der Blüte. Sie sollten allerdings unbedingt warten, bis kein strenger Frost mehr zu erwarten ist, denn sonst könnten Teile des Baumes erfrieren. Wenn es zu kalt ist, splittert das Holz des Baumes außerdem sehr leicht. Der Frühling ist deshalb auch der perfekte Zeitpunkt für einen Schnitt, weil der Quittenbaum dann noch nicht voll im Saft steht.

Sollten Sie jedoch kleine, rote Flecken auf den Blättern Ihres Quittenbaumes entdecken, oder sollten sich die Blätter sogar schon braun färben und absterben, dann müssen Sie unverzüglich einen Schnitt durchzuführen. Dann ist ihr Quittenbaum nämlich von der so genannten Blattbräune befallen.

Anleitung für den Quittenbaum-Schnitt

➤ Schritt 1:

Werkzeug desinfizierenBevor es losgehen kann, sollten Sie wissen, dass für den Schnitt nur scharfe Werkzeuge zum Einsatz kommen sollten. Das ist sehr wichtig, denn nur so können Sie Quetschungen und Risse am Holz verhindern und somit auch Infektionen vorbeugen. Beschädigte Stellen am Holz sind schließlich immer ideale Nährboden für Keime und Pilze.

Zudem sollte das Werkzeug auch immer sauber sein, um das Übertragen von Krankheiten anderer Bäume zu verhindern. Sägen und Scheren, die Sie zum Schneiden des Quittenbaumes benutzen möchten, sollten Sie deshalb also vor der Benutzung immer desinfiziert.

➤ Schritt 2:

Quittenbaum-SchnittNun gilt es zu entscheiden, ob Sie Ihren Quittenbaum auslichten oder in Form bringen möchten. Beides hier nun etwas genauer erklärt.

➥ Baumkrone auslichten:

Im Vergleich mit anderen Obstbäumen, müssen Sie den Quittenbaum nicht sehr stark schneiden. Es reicht eigentlich aus, wenn Sie ihn von Zeit zu Zeit auslichten. Alle zwei bis drei Jahre reicht dabei vollkommen aus. Ist die Baumkrone hingegen sehr dicht bewachsen, sollten Sie Ihren Quittenbaum häufiger mal auslichten. Das ist wichtig, damit die Blätter besser abtrocknen können und die Blattbräune somit keine Chance hat.

➥ Baumkrone in eine breite Form bringen:

Falls Sie die Baumkrone in Form bringen möchten, müssen Sie darauf achten, dass die Krone möglichst luftig und locker bleibt. In den ersten Jahren sollten Sie versuchen, die Baumkrone etwas breiter werden zu lassen, denn dann gelangt besonders viel Sonne an die Oberfläche. Also hier immer die passenden Äste herausschneiden und den Baum so langsam in Form bringen. Zudem müssen Sie zwischendurch auch alle Zweige und Äste entfernen, die nach unten und innen wachsen.

Sie können die Leitäste in den ersten Jahren aber auch durch das Anhängen von Gewichten in eine breitere Form bringen. Drei bis vier dieser Leitäste sollten sich dabei in einer möglichst waagerechten Linie befinden, damit der Baum schön in die Breite wachsen kann.

➤ Schritt 3:

WunderverschlussmittelSind Sie fertig mit dem Quittenbaum-Schnitt, dann sollten Sie größere Schnittflächen unbedingt mit einem Wunderverschlussmittel behandeln. So verhindern Sie, dass die Schnittstellen austrocknen, absterben und vielleicht sogar noch von Pilzen befallen werden. (Lesetipp: Schnittstellen an Bäumen richtig behandeln)

Einfach etwas von dem Wundverschlussmittel mit einem Pinsel aufnehmen und die Schnittflächen damit komplett versiegeln. Am besten ist es, wenn Sie sogar zwei Zentimeter über den Wundrand hinaus etwas von dem Wunderverschlussmittel auftragen. Das ist übrigens immer ein wichtiger Schritt, wenn Sie Gehölze schneiden.


Foto1: © Dan Race - Fotolia.com, Foto2: © Dan Race - Fotolia.com, Foto3: © fotoschab - Fotolia.com, Foto4: © Roman Milert - Fotolia.com

6 KOMMENTARE

  1. Es sind leider immer wieder dieselben unbrauchbaren Hinweise zum Schneidezeitpunkt festzustellen. Sie schreiben „…im Frühling vor dem Einsetzen der Blütezeit“…… ???????? Wenn ich sowas zum ersten Mal mache, woher weiß ich, wann die Blütezeit einsetzt. Wenn Sie diesen Zeitpunkt kennen, warum schreiben Sie dann nicht einen konkreten Zeitraum von einigen Wochen oder ein paar Monaten? Das wäre bei weitem sinnvoller und hilfreicher !

    • Hallo Karl, wie soll ich den Zeitpunkt genauer benennen, wenn es nun mal keinen genauen Zeitpunkt gibt!? Im Süden Deutschlands tritt der biologische Frühling früher ein, als bspw. an der Ostseeküste. Im Frühling vor einsetzen der Blütezeit ist meiner Meinung nach eine gute Beschreibung. Wann der Frühling beginnt sollte jeder wissen oder kann es im Kalender nachschlagen. Als nächstes folgt ein kurzer Blick an den Baum. Sind schon Blüten da? Nein, na dann loslegen…
      Es nützt dir doch auch nicht viel mehr wenn ich „von Ende März bis Anfang Mai schreibe“, dann beschwerst du dich vielleicht am 27. April darüber (oder Leser aus Süddeutschland), dass dein Baum schon mit der Blüte begonnen hat. Im Garten lässt sich leider nicht auf die Minute genau vorgehen. Da ist ein wenig Gefühl und mitdenken gefragt.

  2. Hallo Ringo, zur Richtigstellung: Ich habe nach keinem „genauen“ Zeitpunkt gefragt, vielmehr nach einem Zeitraum (siehe oben). Bekanntlich orientieren sich manche Gärtner am so genannten meteorologischen Frühling (1.3. – 31.5.) und wieder andere am astronomischen (20.03. – 20.06.) – also ein „Gesamtspielraum“ von insgesamt etwa knapp 4 Monaten.
    Ihr Hinweis: „Sind schon Blüten da?Nein, na dann loslegen!“ klingt sehr amüsant….. wenn auch nicht hilfreich, denn am 1. März – also gestern – waren auch noch keine Blüten da. – Also loslegen!?!?! Vielleicht aber sind in 3 Wochen auch noch keine Blüten da, aber zwischenzeitlich gibt es noch einmal Frost…..
    Aber keine Sorge, ich habe auf einigen anderen wirklich fachlich geführten Seiten im Internet bereits brauchbare Hinweise gefunden….

  3. Nun ja, Ihr „GartenTipp“ war ja richtig hilfreich…. 🙂 Ich hatte wohl irrtümlich angenommen, dass die von Ihnen betriebene oder zumindest von Ihnen kommentierte Plattform für Laien geschaffen wurde. Ich werde Sie also nicht mehr belästigen bzw. überfordern….

  4. Ich habe im Herbst meine 4 jährige Birnenquitte das erste mal geschnitten. Alle Zweige nach innen wurden entfernt, ebenso alle Äste die zu dicht waren. Jetzt hat mein Bäumchen eine schöne Form, jedoch sind am Ende der Zweige lange Triebe vorhanden.
    Muss ich diese ebenfalls entfernen oder ein kürzen?

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