Obst & Gemüse

Regrowing: So funktioniert die Anzucht aus Gemüseresten

Gemüsereste gehören in den Abfall? Bloß nicht! Denn die meisten können nachwachsen. Dieser Trend nennt sich Regrowing und ist total einfach umzusetzen.

Regrowing
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Regrowing versteht es, immer mehr Menschen zu begeistern. Schließlich macht es Spaß, neues Leben aus Abfällen sprießen zu sehen. Außerdem schont es unsere Ressourcen und natürlich auch den Geldbeutel. Des Weiteren ersparen Sie sich bei der Anzucht von vielen Gemüsesorten so einige Schritte. Also warum probieren Sie Regrowing nicht einfach mal selber aus? Das ist wirklich sehr einfach und deshalb sogar etwas für Menschen mit wenig gärtnerischer Erfahrung.

Was ist Regrowing?

Der Begriff „Regrowing“ kommt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt „nachwachsen lassen“. Gemüseabfälle wandern also nicht in den Müll, sondern werden wieder zum Austreiben gebracht und damit quasi recycelt.

Hobbygärtnern ist das Prinzip vertraut. Sie praktizieren es Jahr für Jahr beim Schneiden und Antreiben von Stecklingen. Auch, wenn aus einem Avocadokern eine neue Pflanze sprießt, wird von Regrowing gesprochen. Regrowing funktioniert jedoch nicht bei allen Pflanzen. Einige „Neuzüchtungen“ werden jedoch auch Menschen ohne grünen Daumen ohne Probleme gelingen. Bei wieder anderen Pflanzen-Recyclings müssen Sie Geduld und Fingerspitzengefühl beweisen.

Wie funktioniert Regrowing?

Um Regrowing zu praktizieren, werden frische Gemüsereste gebraucht. Diese sollten über einen Wurzelansatz verfügen. Eine Ausnahme bilden Möhren. Hier wird der obere Teil mit dem Blattansatz verwendet. Die frischen Gemüseabschnitte werden in Gläser oder Schalen gelegt und bewässert. An einem hellen und warmen Standort wird sich dann bald das erste neue Grün und auch viele Wurzeln zeigen. Ist das geschehen, wird das herangewachsene Gemüse nur noch in Anzuchterde gepflanzt.

Welche Gemüsesorten können nachwachsen?

Bei zahlreichen Pflanzen können Sie Regrowing problemlos ausprobieren. Bei einer ganzen Reihe von Gemüseabfällen wird der Erfolg nicht ausbleiben. Regrowing ist daher auch ausgesprochen beliebt bei Menschen, die bislang wenig gärtnerische Erfahrung besitzen oder als einfache Methode, um Kinder an das Gärtnern heranzuführen. Nachwachsen können zum Beispiel Gemüsesorten wie:

  • Möhren
  • Staudensellerie
  • Fenchel
  • Porree
  • Salat
  • Knoblauch
  • Zwiebeln

Aber auch Pilze und sogar eine Ananas können Sie mit etwas Geduld und Fingerspitzengefühl aus den Resten heranziehen.

Den passenden Standort finden

Regrowing auf der Fensterbank
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Die Standortansprüche der Pflanzen sind unterschiedlich. Daher lässt sich der ideale Standplatz nicht verallgemeinern. Einige grundsätzliche Dinge können jedoch genannt werden. Bei der Anzucht von Pflanzen ist zum Beispiel ausreichend Licht die wichtigste Voraussetzung. Denn an einem hellen Standort wird das Wurzelwachstum beschleunigt. Regrowing ist daher die ideale Anzuchtmethode für die Fensterbank. Dort stehen die Gemüsereste nicht nur hell, sondern auch warm. Aber auch die Wärmeansprüche sind individuell. Die meisten Pflanzen gedeihen jedoch bei Zimmertemperatur hervorragend.

Regrowing – Schritt für Schritt Anleitung

  1. Gemüseenden großzügig abschneiden (etwa vier bis fünf Zentimeter).
  2. Strunk aufrecht in Gläser oder Schalen stellen.
  3. Gefäße mit Wasser befüllen, sodass nur die Wurzeln mit Wasser bedeckt sind.
  4. Nun etwa zwei Wochen abwarten. Dabei das Wasser regelmäßig wechseln.
  5. Haben sich genügend Wurzeln gebildet, dann das Gemüse in Anzuchterde pflanzen.

Regrowing für Einsteiger: einfache Gemüsesorten für den Anfang

Regrowing Sellerie
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❍ Möhren:

Möhren eignen sich sehr gut, um in das neue Hobby Regrowing einzusteigen. Als Ausgangsmaterial dienen Bundmöhren mit viel knackigem Grün. Die Möhre dazu etwa einen Zentimeter unterhalb des oberen Strunkes abschneiden. Den Ansatz dann in eine flache Schale legen und wie beschrieben mit Wasser befeuchten. Bereits nach einigen Tagen wächst dann neues Möhrengrün nach. Dieses kann Salate verfeinern, für Suppen als Dekoration dienen oder in Smoothies Verwendung finden.

❍ Staudensellerie:

Gerade einmal fünf Tage vergehen, bis Staudensellerie nachwächst. Das Kraut kann für Eintöpfe oder Pilzgerichte verwendet werden. Staudensellerie kann zum Weiterwachsen auch in Erde gesetzt werden.

❍ Salat:

Frischen Salat können Sie einfach aus einem etwa drei Zentimeter langen Endstück ziehen. Bereits nach wenigen Tagen können Sie dann schon frischen Salat ernten.

❍ Knoblauch:

Für das Regrowing von Knoblauch werden Knollen genutzt, die schon kleine Triebe erkennen lassen. Diese in einen Pflanztopf mit Anzuchterde hineindrücken, bis sie mindestens drei Zentimeter mit Erde bedeckt sind. Den Pflanztopf dann auf die Fensterbank stellen und regelmäßig gießen. Das war es schon.

Die Knoblauchsprossen lassen sich zur Verfeinerung von Salaten oder Suppen verwenden und schmecken auch direkt auf einem Brot gut. Die Sprossen sind dabei besser verträglich und weniger scharf als die Knollen.

❍ Pilze:

Um frische Pilze zu ernten, ist nicht unbedingt ein Waldspaziergang nötig. Sie können auch einfach die Stiele von Speisepilzen nutzen, um neue zu ernten. Die Pilzstiele dazu in Anzuchterde setzen. Dabei nur das obere Ende nicht mit Erde bedecken. Es vergehen dann nur einige Tage, bis sich die nachgezüchteten Pilze ernten lassen. Hätten Sie gedacht, dass es so einfach ist Pilze wie z.B. Champignons anzubauen?

Für die Anzucht sind übrigens Temperaturen um 20 Grad ideal. Die meisten Pilze bevorzugen zudem eine hohe Luftfeuchtigkeit. Die Pilze sollten außerdem ausreichend Licht erhalten. Eine Ausnahme bilden lediglich Champignons. Diese begnügen sich mit einem halbschattigen bis schattigen Standort.

Regrowing für Fortgeschrittene: die Ananas

Regrowing Ananas
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Wer bereits einige Erfahrungen mit Regrowing gesammelt hat, wird nach neuen Herausforderungen suchen. Diese finden Sie in der Ananas. Bei der exotischen Pflanze klappt das Nachwachsen nämlich nicht so einfach wie eben beschrieben. Dennoch ist es möglich, sich aus einem Ananasstrunk eine neue Pflanze heranzuziehen. Der Strunk wird dabei vorsichtig aus der Frucht gedreht und wie beschrieben in eine mit Wasser gefüllte Schale gesetzt. Zeigen sich die ersten Wurzelabschnitte, wird der Strunk in ein Gefäß mit Pflanzerde gesetzt. Für die weitere Anzucht wird ein heller und warmer Standort benötigt.

Nun heißt es: Geduld mitbringen. Pflegen Sie die Pflanze akribisch, wird dies nach etwa drei Jahren belohnt. Dann wächst aus der Mitte des Strunkes eine Mini-Ananas. Auch wenn das nicht passiert, können Sie das Regrowing dennoch als erfolgreich betrachten, denn aus einem vermeintlichen Abfall ist eine ansprechende Zimmerpflanze entstanden.

Tipp:
Den natürlichen Wachstumsbedingungen entspricht ein Wintergarten am besten.

Das sollten Sie beim Regrowing beachten

1.
Für das Regrowing werden frische und knackige Pflanzenteile gebraucht. Die Gemüseabschnitte sollten direkt nach der Verarbeitung dem Regrowing zugeführt werden und dürfen nicht welk sein.

2.
Damit die Pflanzenteile nicht faulen, ist es wichtig, dass Sie das Wasser im Anzuchtgefäß alle zwei Tage erneuern.

3.
Ernten lässt sich dann das frisch nachgewachsene Grün. Das als Ausgangsmaterial verwendete Gemüse ist meist matschig geworden und nicht für die weitere Verarbeitung geeignet.

Interessantes Video mit Anleitungen und Tipps zum Thema Regrowing

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