Ach, was ist er schön, des Hobbygärtners Liebling! Und viel Pflege braucht der Rhododendron auch nicht, dafür einen Platz, der zu ihm passt.
Große, runde Blütenbälle in Weiß, Rosa, Rot oder Violett öffnen sich im Mai, oft so dicht, dass vom Laub kaum noch etwas zu sehen ist. Und wenn im Winter ringsum die Beete kahl sind, leuchten seine ledrigen Blätter noch immer satt dunkelgrün. Mit den Jahren wächst der Rhododendron zu einem üppigen Busch heran und füllt gerade die schattigen Plätze unter Bäumen, an denen sonst kaum etwas blüht. Damit er so kräftig und blühfreudig bleibt, benötigt er einen Boden wie in seiner Heimat.
Pflanzenfamilie und Herkunft
Rhododendron ist der Name einer ganzen Gattung aus der Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae). Zu ihr gehören rund 1000 Wildarten und damit auch die Azaleen, die botanisch ebenfalls Rhododendren sind. Die meisten davon stammen aus den Bergwäldern Chinas und Japans, wo sie im lichten Schatten hoher Bäume auf lockerer, saurer Humuserde wachsen. In Deutschland heimisch sind die Rostblättrige Alpenrose (Rhododendron ferrugineum), die Bewimperte Alpenrose (Rhododendron hirsutum) und der Sumpfporst (Rhododendron tomentosum).
In unseren Gärten wachsen jedoch fast immer Züchtungen, weltweit gibt es über 30000 davon. Gärtner teilen diese Rhododendron-Sorten in Gruppen ein, darunter Großblumige Hybriden, Yakushimanum-Hybriden, Zwerg-Rhododendren sowie sommergrüne und Japanische Azaleen. Große Sorten eignen sich als Solitär oder blühende Hecke, kleine passen ins Moorbeet oder in den Kübel.
💡 Gut zu wissen: Rhododendron leitet sich aus dem Griechischen ab (rhodon = Rose, dendron = Baum) und bedeutet übersetzt „Rosenbaum“.
Steckbrief Rhododendron
Mit der Bewimperten Alpenrose zieht ein heimischer Rhododendron in den eigenen Garten ein. Sie wächst im Gebirge auf Kalkgestein und kommt deshalb auch mit kalkhaltigem Gartenboden zurecht. Mit 35 bis 45 Zentimetern Höhe passt sie in den Steingarten oder an den vorderen Beetrand, und sie benötigt keinen Schnitt.
| Bewimperte Alpenrose / Steinrose (‘Rhododendron hirsutum‘) | |
|---|---|
| Wuchshöhe: | 35 bis 45 cm |
| Wuchsbreite: | 50 bis 60 cm |
| Blütezeit: | Ende Mai bis Ende Juni |
| Standort: | Lichter Halbschatten |
| Boden: | durchlässig, frisch bis feucht |
| Besonderheit: | immergrüner, heimischer Rhododendron, insektenfreundlich |
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💡Gut zu wissen: Wie Eibe oder Goldregen ist auch der Rhododendron giftig, vorwiegend Blätter, Blüten und Nektar. Besonders empfindlich reagieren Hunde, Katzen, Pferde und Landschildkröten. Auf Weiden und Koppeln hat er daher nichts zu suchen. In Familiengärten steht er am besten etwas abseits der Spielecke.
Rhododendron pflanzen
Containerware kann ganzjährig eingepflanzt werden, doch am besten eignet sich das Frühjahr, sobald der Boden aufgetaut ist. So bleibt dem Rhododendron der ganze Sommer, um neue Wurzeln zu bilden. Auch im Spätsommer oder Herbst gelingt die Pflanzung, solange der Boden noch warm ist. Die erste Düngung wartet dann jedoch bis zum nächsten Frühjahr.
Selbst ältere Rhododendren vertragen einen Umzug, wenn der Platz nicht mehr passt. Seine Wurzeln bilden einen flachen, kompakten Ballen, der sich gut im Ganzen ausstechen lässt.

Standort
Im lichten Halbschatten fühlt sich der Rhododendron wohl, etwa am Rand von Gehölzen oder unter Bäumen mit lockerer Krone. Einige Stunden Morgen- oder Abendsonne verträgt er gut, pralle Mittagssonne dagegen weniger.
Zu dunkel darf der Platz aber nicht sein. Im tiefen Schatten wachsen die Triebe lang und locker, der Strauch setzt weniger Knospen an und blüht nur kurz. Bei dauerhafter Feuchtigkeit siedeln sich außerdem Algen auf den Blättern an. Yakushimanum-Hybriden sowie Japanische und sommergrüne Azaleen kommen mit mehr Sonne zurecht, sofern der Boden nicht austrocknet.
💡 Tipp: Als Schattenspender eignen sich Bäume mit lichter Krone und tiefen Wurzeln wie Eiche, Esche oder Kiefer. Sie nehmen dem flach wurzelnden Rhododendron kein Wasser weg. Birke, Ahorn und Fichte wurzeln dagegen selbst flach, Buche und Linde werfen zu viel Schatten.
Boden
Der Boden ist beim Rhododendron der häufigste Grund für Probleme. Er wurzelt am liebsten in lockerer, humusreicher Erde, die Feuchtigkeit hält, aber keine Staunässe bildet. Der pH-Wert liegt am besten zwischen 4,5 und 5, also im sauren Bereich. Steigt er über 5,5, nimmt der Strauch kaum noch Eisen auf. Die Blätter werden gelb, während die Blattadern grün bleiben. Dieses Schadbild heißt Chlorose.
Auf kalkhaltigen Lehmböden sind INKARHO-Rhododendren eine Alternative. Sie sind auf eine kalkverträgliche Unterlage veredelt und kommen mit höheren pH-Werten zurecht. Locker und durchlässig muss die Erde aber auch für sie sein.
💡 Tipp: Prüfen Sie den pH-Wert vor dem Pflanzen mit einem Bodentest aus dem Gartencenter. Liegt er zu hoch, verbessern Sie den Boden mit kompostierter Rinde, Eichenlaub oder Nadelerde. Torf ist dafür nicht nötig.
Pflanzanleitung Schritt für Schritt
Da sich die Wurzeln dicht unter der Erdoberfläche ausbreiten, sitzt der Rhododendron eher flach und breit im Beet.
- Den Wurzelballen in einen Eimer Wasser tauchen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.
- Ein Pflanzloch ausheben, das etwa 40 bis 50 Zentimeter tief und viermal so breit wie der Wurzelballen ist. Rand und Sohle mit der Grabegabel lockern.
- Bei Staunässe eine Drainageschicht einfüllen.
- Den Aushub mindestens zu gleichen Teilen mit saurem Humus oder Rhododendronerde mischen.
- Den Rhododendron so einsetzen, dass die Oberkante des Ballens etwas über dem umgebenden Boden liegt.
- Die Erde leicht andrücken, einen Gießrand formen und gründlich angießen.
- Eine Handvoll Hornspäne aufstreuen. Als organischer Dünger geben sie ihren Stickstoff langsam ab, schonen die empfindlichen Wurzeln und gleichen aus, was der Rindenmulch beim Verrotten an Stickstoff bindet.
- Zum Schluss eine 3 bis 5 Zentimeter dicke Mulchschicht aus Rindenmulch, Laubkompost oder Nadelerde auftragen.
Mineralischer Dünger gehört nicht ins Pflanzloch, da die jungen Wurzeln empfindlich auf Salz reagieren. Beim Pflanzabstand mindestens die spätere Wuchsbreite einplanen, damit sich die Sträucher nicht gegenseitig bedrängen.
💡 Tipp: Setzen Sie den Rhododendron lieber etwas zu hoch als zu tief. Sitzt der Wurzelballen zu tief in der Erde, bekommen die Wurzeln zu wenig Luft, und der Strauch kümmert oder stirbt ab.
Pflanzpartner
Als Nachbarn passen Pflanzen mit ähnlichen Vorlieben, also sauren, feuchten Böden und Halbschatten. Weitere Rhododendren, Farne und bodendeckende Schattengräser bringen mit ihrem feinen Laub Abwechslung unter und neben den Strauch, sodass das Beet auch nach der Blüte grün bleibt. Hortensien übernehmen im Sommer, wenn der Rhododendron verblüht ist. Kulturheidelbeeren gehören zur selben Pflanzenfamilie, stellen die gleichen Ansprüche an den Boden und färben ihr Laub im Herbst rot.
💡 Tipp: Weniger geeignet ist die Lavendelheide (Pieris). Sie mag zwar denselben Standort, wird aber wie der Rhododendron von der Andromeda-Netzwanze befallen. Stehen beide nebeneinander, findet der Schädling gleich zwei Wirtspflanzen.
Autoren-Kommentar von M. Liebeskind
💡 Ökologischer Wert
Oft heißt es, der Rhododendron sei für Insekten wertlos. Das stimmt so nicht. Frühe Sorten blühen schon im März, und an den ersten warmen Tagen brummen die Hummeln eifrig zwischen den Blüten. Noch lebendiger wird das Beet mit heimischen Gehölzen, denen saurer Boden ebenfalls gut gefällt. Der Faulbaum zum Beispiel blüht wochenlang und steckt voller Nektar. An seinen Blättern fressen außerdem die Raupen des Zitronenfalters. Und im Herbst holen sich Amseln und Drosseln die roten Beeren der Eberesche.
Rhododendron pflegen
Gut eingewachsene Rhododendren machen wenig Arbeit. Aufmerksamkeit verlangen sie nur bei längerer Trockenheit im Sommer und an sonnigen Frosttagen im Winter.
Gießen
Der Rhododendron mag einen gleichmäßig feuchten Boden, denn seine flachen Wurzeln trocknen in heißen Wochen schnell aus. Hängen die Blätter schlaff herab, ist es höchste Zeit für Wasser. Besser als tägliche kleine Schlucke ist dann eine kräftige Gabe alle paar Tage, die bis in den ganzen Wurzelballen sickert. Regenwasser aus der Tonne ist die erste Wahl, da der Kalk im harten Leitungswasser den pH-Wert im Boden mit der Zeit nach oben treibt.
Düngen
Im Frühjahr vor der Blüte, erhält der Rhododendron seine Hauptdüngung. Dafür kommt ein kalkfreier Rhododendron- oder Langzeitdünger im äußeren Kronenbereich auf den Boden, denn dort sitzen die feinen Saugwurzeln. Weil sie empfindlich auf Salz reagieren, darf die Gabe ruhig knapp ausfallen, und beim Rhododendron düngen kommt ein junger Strauch mit weniger aus als ein ausgewachsener. Ab Mitte Juli ist dann Schluss mit Düngen, so reifen die Triebe bis zum Winter gut aus.
Rückschnitt
Ein regelmäßiger Schnitt ist beim Rhododendron nicht nötig, denn er wächst von selbst dicht und gleichmäßig. Bei jungen Pflanzen lohnt es sich aber, verblühte Blütenstände vorsichtig auszubrechen, das fördert die Verzweigung.
Ist ein Strauch zu groß geworden, hilft ein Korrekturschnitt direkt nach der Blüte. Spätestens Mitte Juni ist damit aber Schluss, denn schon im Sommer legt der Rhododendron die Knospen für das nächste Frühjahr an. Dick und gut sichtbar sitzen sie den ganzen Winter über an den Zweigenden. Jeder spätere Schnitt kostet ihn also die Blüten des kommenden Jahres.
Verkahlt der Rhododendron von innen, verjüngt ihn ein kräftiger Rückschnitt bis Ende Februar. An den gekürzten Zweigen fällt die Blüte im folgenden Frühjahr dann allerdings aus. Ältere Sträucher lassen sich beim Schneiden auch nach und nach über zwei bis drei Jahre zurücknehmen, so blüht ein Teil der Krone weiter.
Überwintern
Die meisten Gartenrhododendren sind winterhart, Yakushimanum-Sorten wie ‘Fantastica‘ vertragen bis minus 25 °C. Schwieriger als die Kälte ist die Frosttrocknis. Bei gefrorenem Boden nimmt der immergrüne Strauch kein Wasser auf, während die Blätter weiter Feuchtigkeit verdunsten. Um sich zu schützen, rollt er seine Blätter ein. Sobald der Boden auftaut, entrollen sie sich wieder. Eingerollte Blätter im Winter sind deshalb kein Grund zur Sorge.
💡 Gut zu wissen: Heikel wird es an klaren Wintertagen, wenn die Sonne auf die Blätter scheint, während die Erde noch steinhart gefroren ist. Nadelholzzweige, Vlies oder Jute halten dann Sonne und Wind ab. In trockenen Wintern bekommt der Strauch an frostfreien Tagen etwas Wasser. Bei Spätfrost im Frühjahr bewahrt eine Abdeckung über Nacht die aufbrechenden Knospen vor Frostschäden.
Rhododendron im Kübel

Zwerg-Rhododendren wie der Bloombux und Yakushimanum-Hybriden bleiben kompakt und machen sich gut in Töpfen auf der Terrasse oder dem Balkon. In Gärten mit kalkhaltigem Lehm hat der Kübel sogar einen Vorteil, denn die Rhododendronerde darin bleibt dauerhaft sauer. Da die Wurzeln flach wachsen, darf der Pflanzkübel ruhig breiter als tief sein, und ein Abzugsloch mit einer Schicht Blähton darüber hält Staunässe fern. Alle zwei bis drei Jahre im Frühjahr bekommt der Strauch einen etwas größeren Topf und frische Erde.
Die kleine Erdmenge im Topf hat allerdings auch ihre Tücken. An warmen Tagen trocknet sie schnell aus, eine tägliche Fingerprobe zeigt dann, ob es Zeit für eine Kanne Regenwasser ist. Dünger gibt es im Topf lieber öfter in kleinen Portionen, etwa als Flüssigdünger über das Gießwasser, weil sich Salze im begrenzten Erdvolumen rasch anreichern. Und im Winter friert der Wurzelballen schneller durch. Eine Hülle aus Jute, Kokosmatten oder Noppenfolie und ein Platz an der geschützten Hauswand genügen dann, ins Haus muss er nicht.
Rhododendron vermehren
Am einfachsten gelingt die Vermehrung mit einem Absenker. Der neue Trieb bleibt dabei mit der Mutterpflanze verbunden und bezieht von ihr Wasser und Nährstoffe, bis er eigene Wurzeln gebildet hat. Stecklinge, Abmoosen und Aussaat sind beim Rhododendron vermehren ebenfalls möglich, wobei aus Samen nur Wildarten wieder sortenecht nachwachsen.
Krankheiten und Schädlinge
Viele Probleme verraten sich an Blättern und Knospen.
- Färben sich die Blätter gleichmäßig blassgelb, die Adern eingeschlossen, und bleibt der neue Austrieb klein, fehlt dem Strauch meist Stickstoff.
- Braune, vertrocknete Knospen deuten auf die Knospenbräune hin, die mit der Rhododendronzikade in Verbindung gebracht wird.
- Halbrunde Fraßstellen am Blattrand stammen dagegen vom Dickmaulrüssler.
Den meisten Rhododendron-Krankheiten beugt ein lockerer, saurer Boden ohne Staunässe vor.
Mein Fazit: Der Rhododendron ist besser als sein Ruf
Dass der Rhododendron als schwierig gilt, liegt meiner Meinung nach weniger an ihm selbst als an dem Platz, den er bekommt. Allzu oft landet er in schwerer, kalkhaltiger Erde und kümmert dort vor sich hin, bis er als anspruchsvoll abgestempelt wird. Stimmt dagegen der Boden, gehört er für mich zu den pflegeleichten Sträuchern im Garten, denn danach verlangt er kaum noch Aufmerksamkeit. Auch den Vorwurf der ökologischen Wüste halte ich für überzogen. Einen heimischen Wildstrauch ersetzt er zwar nicht, als Teil eines bunt gemischten Gartens hat er seinen Platz aber verdient.
Häufige Fragen zum Rhododendron
Warum soll man keinen Rhododendron mehr pflanzen?
Naturschützer sehen ihn wegen seines geringen ökologischen Werts kritisch. Die meisten Gartensorten stammen aus Asien und ernähren deutlich weniger Insektenarten als heimische Wildsträucher. Ganz wertlos ist der Rhododendron aber nicht, denn Hummeln holen sich gern Nektar aus seinen Blüten, und im dichten, immergrünen Laub finden Vögel das ganze Jahr über Unterschlupf. Mit torffreier Erde und heimischen Nachbarn im Beet wird er so zu einem lebendigen Teil des Gartens.
Warum gießen manche Gärtner Rhododendron mit Essig?
Der Essig soll den Boden saurer machen, damit die Blätter grün bleiben. Lange hält das allerdings nicht, denn kalkhaltiger Boden puffert die Säure rasch ab. Nachhaltiger wirken eine Mulchschicht aus Rindenhumus, Laub oder Nadelstreu und Regenwasser aus der Tonne.
Sind Rhododendron und Alpenrose das Gleiche?
Jede Alpenrose ist ein Rhododendron, aber nicht jeder Rhododendron eine Alpenrose. Den Namen tragen eigentlich nur die beiden Wildarten der Alpen, die Rostrote und die Bewimperte Alpenrose. Im Volksmund steht er aber oft für alle Rhododendren.
Warum wächst mein Rhododendron nur in die Höhe?
Meist fehlt ihm Licht. Im tiefen Schatten streckt sich der Rhododendron nach oben und bildet lange, lockere Triebe, während er unten mit den Jahren kahl wird. Oft genügt es schon, überhängende Äste über ihm auszulichten. Ältere Sträucher werden mit einem Verjüngungsschnitt bis Ende Februar wieder dicht, weil sie danach auch von unten neu austreiben.
Warum rollt der Rhododendron die Blätter ein?
So schützt er sich vor dem Austrocknen. Bei gefrorenem Boden kommt der Strauch nicht an Wasser heran, über seine immergrünen Blätter verdunstet er aber weiter. Eingerollt bieten sie weniger Fläche, und sobald der Boden taut, entrollen sie sich wieder. Rollen sich die Blätter dagegen im Sommer ein, fehlt ihm Wasser.







