Pflanzen Kübel- und Balkonpflanzen

Ruhmeskrone vermehren – So funktioniert’s per Nebenknollen und Samen

386 views
0

Die Ruhmenskrone ist eine außergewöhnliche und pflegeleichte Kletterpflanze mit feuerroten Blüten. Kein Wunder, wenn Hobbygärtner den Exot vermehren wollen. Dafür haben Sie sogar gleich 2 unterschiedliche Möglichkeiten.

Ruhmeskrone vermehren - So klappt's per Nebenknollen und Samen
© RukiMedia – Fotolia.com

Die Ruhmeskrone ist eine attraktive Tropenpflanze, die am passenden Standort bis zu zwei Meter in die Höhe rankt.

Ruhmeskronen sind recht pflegeleicht und werden auch Anfängern Gärtnerglück bescheren, denn so manche Pflegefehler werden verziehen. Die Vermehrung der Pflanzen ist auf unterschiedliche Art und Weise möglich und mit mehr oder weniger Aufwand verbunden.

❍ Die Vermehrung durch Nebenknollen

Eine recht einfache und gewinnversprechende Methode ist die Vermehrung durch Nebenknollen. Die Wurzeln der Pflanze bilden sich Jahr für Jahr neu. An den Ansätzen der Stängel entstehen Verzweigungen, dort lassen sich die Wurzeln leicht trennen. Ein idealer Zeitpunkt hierfür ist das Ende der Winterruhe, wenn das Umtopfen der Pflanze ansteht. Über den Winter hat die Pflanze dann vermehrt Nebenknollen gebildet, die nun für die Vermehrung genutzt werden können.

» Tipp: Größere Wurzelstücke zu verwenden, verspricht eine schönere Blüte.

Die einzelnen Schritte:

❶ Nebenknollen von der Hauptknolle trennen
❷ scharfes Messer benutzen
❸ Nebenknolle in Pflanzgefäß setzen
❹ Triebspitze sollte nach oben ragen
❺ heller Standort bei etwa 18 bis 25 Grad
❻ nach der Keimung setzt rasches Wachstum ein

Die länglichen Knollen sind quer liegend einzupflanzen. An den Wurzelenden werden die Knospenansätze sichtbar. Die Knospenenden sollten immer nach oben zeigen und nur wenige Zentimeter mit Erde bedeckt werden. Zunächst ist etwas Geduld gefragt, denn es kann Wochen dauern, bis ein erster Trieb sichtbar wird. Ist der Trieb erst einmal heraus, dann wird der Hobbygärtner belohnt, denn acht bis zehn Zentimeter Wachstumshöhe täglich sind keine Seltenheit.

» Achtung: Die Pflanze ist giftig. Daher sollten bei der Wurzelteilung unbedingt Handschuhe getragen werden.

❍ Die Vermehrung durch Samen

Die Aufzucht aus Samen ist möglich, stellt für den Hobbygärtner jedoch eine Herausforderung dar. Geduld und gärtnerisches Geschick sind gefragt, wenn aus den Samenkörnern junge Pflanzen heranwachsen sollen.

Da die Pflanze zur Keimung konstante Temperaturen um 20 Grad benötigt, wird ein beheizbares Kleingewächshaus benötigt. Die Samen werden in Pflanztöpfe gesetzt und leicht mit Substrat bedeckt. Bis zur Keimung können Monate vergehen. Die jungen Pflanzen sind sehr empfindlich und sollten besonders vorsichtig gegossen werden. Die Wurzeln können leicht faulen.

» Tipp: Aus Samen aufgezogene Ruhmeskronen können erst zwei bis vier Jahre nach der Keimung zur Blüte gebracht werden.

Welches Substrat sollte verwendet werden?

Für die Anzucht kann eine im Handel erhältliche Qualitäts-Pflanzerde verwendet werden. Dort sind in der Regel alle benötigten Nährstoffe enthalten. Die Erde sollte in jedem Fall locker und nährstoffreich beschaffen sein. Im Handel erhältliche Blumenerde verfügt auf der Verpackung über die Angabe des pH-Wertes. Dieser sollte zwischen 5,5 und 6 liegen.

» Tipp: Wenn Sie das Substrat selbst mischen, verwenden Sie ein Gemisch aus Gartenerde Sand, Torf und Kompost.

Wohin mit den jungen Pflanzen?

Nach der Keimung sollten die Pflanzen an einen sonnigen bis halbschattigen Standort umziehen. Da die Pflanze schnell wächst, wird ein Spalier benötigt, damit die Ranken der Ruhmeskrone einen Halt finden und die Pflanze eine ansehnliche Form gewinnt.

Die Jungpflanzen richtig gießen und düngen

Die Ruhmeskronen benötigen von Anfang an ausreichend Wasser. Es ist dafür zu sorgen, dass das Substrat nicht austrocknet. Die jungen Pflanzen sind besonders empfindlich gegen Staunässe. Damit das Wasser frei ablaufen kann, ist eine Drainage aus Kies oder Tonscherben hilfreich. Stehen die Pflanzen in einem Übertopf, ist dieser regelmäßig zu kontrollieren. Staunässe kann bereits nach wenigen Minuten schädlich für die jungen Pflanzen sein und schlimmstenfalls zur Wurzelfäule führen.

Das Gießwasser sollte Zimmertemperatur besitzen. Regenwasser wird besonders gut vertragen. Um eine hohe Luftfeuchte sicher zu stellen, sollten die Pflanzen regelmäßig eine Dusche aus Regenwasser erhalten. Bei zu trockener Luft reagieren die Pflanze schnell mit einer Braunfärbung der Blätter. Besonders bei einem Standort in der Nähe von Heizkörpern ist auf ein regelmäßiges Besprühen der Pflanze zu achten.

Wurde dem Substrat Kompost beigemischt, sind die jungen Pflanzen ausreichend mit Langzeitdünger versorgt. Während der Wachstumsperiode können die Jungpflanzen zusätzlich handelsüblichen Flüssigdünger in schwacher Konzentration erhalten.

Schädlinge bei Jungpflanzen vermeiden

Junge Ruhmeskronen sind besonders anfällig für Schädlinge und Krankheiten. Wird die Pflanze größeren Temperaturschwankungen unterworfen, was zum Beispiel durch einen Standortwechsel nach der Keimung hervorgerufen werden kann, zeigen sich schnell braune Stellen an den Blättern. Steht die Pflanze dunkel, werden die Blätter schnell vertrocknen und abfallen. Leiden die jungen Pflanzen an einer Unterversorgung mit Stickstoff, können sich die Blätter ebenfalls verfärben. Pflegefehler können auch einen Befall durch Blattläuse begünstigen. Die jungen Pflanzen sind regelmäßig auf Schädlingsbefall hin zu kontrollieren. Auch Spinnmilben können die Ruhmeskrone befallen. Beide Schädlinge sind mit dem bloßen Auge sichtbar und können mit Seifenlauge, Brennnesselsud oder Knoblauchsud bekämpft werden. Die Pflanzen werden mehrmals wöchentlich eingesprüht.

Vor- und Nachteile im Überblick

VorteileNachteile
Die Vermehrung durch Nebenknollen ist recht einfach und erfolgversprechend. Wenn man bereits eine Pflanze besitzt, lassen sich ohne großen Aufwand neue Pflanzen ziehen. Auch die Aufzucht aus Samen ist eine preiswerte Methode, diese exotische Pflanze bald sein Eigen zu nennen. Die Vermehrung durch Samen ist aufwendig und erfordert Geduld. Die Keimung ist recht langwierig. Die jungen Pflanzen sind besonders empfindlich gegen Staunässe, reagieren schnell mit Wurzelfäule oder können von Schädlingen befallen werden. Für die Aufzucht aus Samen sollte ein beheizbares Kleingewächshaus vorhanden sein.

Foto1: © RukiMedia - Fotolia.com

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here