Pflanzen Stauden & Ziergräser

Sandkraut pflanzen, pflegen und vermehren

Sandkraut bzw. Sandkräuter sind hervorragend für den Steingarten, aber auch zur Dachbegrünung geeignet. Die Staude ist blühfreudig und pflegeleicht.

Sandkraut
© annavolotkovska / stock.adobe.com
Das Sandkraut (Arenaria) ist ein willkommener Blickfang im Steingarten. Dort bildet die immergrüne Pflanze dichte Polster. Die kleinen weißen Blüten überdauern den ganzen Sommer. Im Winter setzt das Blattgrün lebendige Akzente im tristen Garten. Die genügsame Pflanze wächst ausdauernd und ist dabei robust und pflegeleicht. Krankheiten und Schädlinge können dem Dauerblüher wenig anhaben.

Sandkraut Herkunft

Die ursprüngliche Heimat der dekorativen Kleinstaude liegt in den Pyrenäen und anderen Bergregionen im Südwesten Europas. Die Nelkengewächse sind auch in Marokko anzutreffen und kommen in etwa 300 Arten vor. In China sind mehr als 100 Arten heimisch. Etwa 80 davon wachsen nirgendwo sonst auf der Welt.

Berg-Sandkraut (Arenaria montana)
Wuchs: polsterartig, niederliegend, horstig
Wuchshöhe: 5 – 10 cm
Wuchsbreite: 20 – 25 cm
Verwendung: Steingarten, Dachbegrünung, Mattenpflanzung
Standort: Sonne
Boden: gut durchlässig, geringer Nährstoffbedarf
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Sandkraut pflanzen

➔ Den passenden Standort finden

Sandkräuter bevorzugen einen sonnigen Standplatz. Auch im Halbschatten wird sich die Polsterstaude in der Regel gut entwickeln. Ein schattiger Standort ist nicht ratsam. Das Sandkraut würde kümmerlich wachsen und keine Blüten ausbilden. Die tägliche Sonneneinstrahlung sollte mindestens drei Stunden betragen.

Die Steingartenstaude bildet im Beet mit Blaukissen, Steinbrech oder Teppichphlox hübsche Arrangements. Das Sandkraut eignet sich auch für die Einfassung von Wegen oder die Begrünung von Dächern.

➔ Das ideale Substrat auswählen

Die Pflanze gibt sich mit normaler Gartenerde zufrieden. Der Nährstoffbedarf ist als gering einzustufen. Damit Sandkräuter gut anwachsen können, ist die Durchlässigkeit des Bodens eine wichtige Voraussetzung. Es darf sich keine Staunässe bilden. Ältere Pflanzen haben keine Probleme mit Bodentrockenheit. Auch Kalk stellt für das Sandkraut kein Hindernis dar.

➔ Sandkraut pflanzen – Schritt für Schritt

  1. Standort auswählen
  2. Boden vorbereiten
  3. Pflanzlöcher anlegen
  4. Pflanzabstände beachten
  1. Pflanzen einsetzen
  2. Erde auffüllen
  3. Boden leicht andrücken
  4. Pflanzen wässern

.

Bevorzugt wird Sandkraut im zeitigen Frühjahr gepflanzt. Schwere Böden sind vor der Pflanzung mit Sand oder Kies aufzulockern. Damit das Steinkraut gut zur Geltung kommt und möglichst schnell dichte Polster bildet, ist die Gruppenpflanzung ratsam. Hierfür werden drei bis sechs Pflanzen im Abstand von etwa 30 Zentimetern eingesetzt. Die Jungpflanzen müssen ausreichend gegossen werden. Dabei muss das Wasser gut abfließen können, sonst faulen die flachen Wurzeln.

➔ Die wichtigsten Pflanztipps im Überblick

TätigkeitErläuterung

Standort auswählen
  • Sonne bis Halbschatten
  • mindestens drei Sonnenstunden täglich

Substrat vorbereiten
  • durchlässig
  • locker
  • kalkhaltig

Pflanzung vornehmen
  • Gruppenpflanzung
  • 30 cm Pflanzabstand
  • Jungpflanzen viel gießen

Beliebte Sorten im Überblick

Der Sortenreichtum der Sandkräuter ermöglicht ein abwechslungsreiches Bild im Steingarten.

SorteHerkinft
Gehäuftes SandkrautFrankreich, Spanien, Portugal, Marokko
Balearisches SandkrautBalearen, Korsika, Italien, Sardinien
Purpur-SandkrautFrankreich, Spanien
Großblütiges SandkrautÖsterreich, Schweiz, Italien, Tschechien
Grasblättriges SandkrautMitteleuropa, Osteuropa, Sibirien
Graues SandkrautFrankreich
Algarve-SandkrautSpanien, Portugal

Sandkräuter pflegen

➔ Sandkraut richtig gießen

Der Wasserbedarf ist allgemein gering. Jungpflanzen benötigen regelmäßige Wassergaben. Es sollte durchdringend gegossen werden. Staunässe vertragen die Pflanzen allerdings nicht. Ältere Pflanzen kommen auch mit längeren Trockenperioden gut zurecht. Damit sind die Pflanzen ideal für den Steingarten geeignet.

» Tipp: Die kalkliebenden Pflanzen dürfen mit Leitungswasser gegossen werden.

➔ Sandkraut düngen

Im Steingarten ist kein zusätzlicher Dünger notwendig. Um die Blüte anzuregen, kann dem Substrat einmal jährlich im Frühling Kompost untergemischt werden. Wird das Sandkraut im Pflanztopf oder in Balkonkästen kultiviert, ergibt sich durch das geringe Angebot an Substrat ein erhöhter Nährstoffbedarf. Dem kann mit sparsamen Gaben Flüssigdünger in zwei bis vierwöchigen Abständen entsprochen werden.

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➔ Sandkraut schneiden

Hat sich die Polsterstaude üppig entwickelt und droht, andere Pflanzen aus dem Beet zu verdrängen, kann das Sandkraut an allen frostfreien Tagen gekürzt werden. Schwache oder kranke Triebe werden ebenfalls regelmäßig entfernt. Wer verwelkte Blüten fortlaufend abschneidet, kann die Blütezeit des Sandkrautes bis in den Herbst hinein ausdehnen.

➔ Sandkraut vermehren

Das Sandkraut lässt sich durch Teilung und Aussaat vermehren.

➔ Sandkraut vermehren durch Teilung

Die Pflanzen können alle zwei bis drei Jahre geteilt werden. Dies dient zum einen der Vermehrung, ist aber auch wichtig, um die Mutterpflanze zu verjüngen und die Wuchsfreudigkeit zu fördern. Die Teilung kann im Frühling, vor Einsetzen der Wachstumsperiode, oder im Herbst durchgeführt werden.

Dabei ist wie folgt vorzugehen:

  1. Pflanze ausgraben
  2. Erde von den Wurzeln lösen
  3. Wurzeln begutachten
  4. Wurzelballen zerteilen
  5. Teilstücke getrennt verpflanzen

Nachdem die Pflanze komplett ausgegraben wurde, liegen die Wurzeln frei. Dies gibt Gelegenheit, alte und vertrocknete Wurzelabschnitte zu entfernen. Anschließend wird der Wurzelballen geteilt und die neu gewonnenen Pflanzen werden wie gewohnt an separaten Standorten, bzw. in der beschriebenen Gruppenpflanzung weiter kultiviert.

➔ Sandkraut vermehren durch Aussaat

Die Aussaat des Sandkrautes verlangt etwas Geduld und einige Dinge müssen berücksichtigt werden. Der Samen wird in mit Aussaaterde und Sand gefüllte Pflanztöpfe gegeben. Die Gefäße sind anschließend für etwa einen Monat bei Temperaturen um 20 Grad aufzustellen und gleichmäßig feucht zu halten. Daran schließt sich eine Kältephase an. Damit es zur Keimung kommt, wandern die Samen nun für etwa sechs Wochen in den Kühlschrank. Dann werden die Pflanztöpfe wieder warm aufgestellt und die Keimung sollte einsetzen.

Krankheiten am Sandkraut erkennen

Werden die beschriebenen Ansprüche an den Standort und die Pflegehinweise berücksichtigt, werden die Pflanzen von Krankheiten und Schädlingsbefall weitgehend verschont bleiben. Selbst Schnecken meiden das Sandkraut.

Das Sandkraut verträgt keine Staunässe. Aufgrund des dichten Wuchses kann wenig Wasser verdunsten. Damit zeigt sich eine gewisse Anfälligkeit gegenüber Pilzerkrankungen.

Sandkraut überwintern

Die robuste Pflanze benötigt keinen Winterschutz. Es werden Temperaturen von bis zu -20 Grad vertragen. Kommt es im Frühling, wenn der Austrieb bereits eingesetzt hat, zu Spätfrösten, ist ein Schutz aus Reisig angebracht.

Zusätzliche Schutzmaßnahmen sollten auch getroffen werden, wenn es sich um zarte Jungpflanzen handelt oder wenn nach heftigen Schneefällen Tauwetter einsetzt. Dann ist die Gefahr von Staunässe besonders groß.

Wird das Sandkraut im Kübel angepflanzt, ist ein Winterschutz aus Reisig oder Gartenvlies notwendig. Die Pflanzgefäße frieren schnell zu und die Wurzeln können dann keine Nahrung mehr aufnehmen.

» Tipp: Pflanztöpfe auf eine Unterlage aus Styropor oder Holz stellen, schützt vor Frost.

Herrschen im Winter lange, trockene Perioden, benötigt das Sandkraut Flüssigkeit. Gedüngt wird während der Wintermonate nicht.

Foto1: Sandkraut mit weißen Blüten

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