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Taschentuchbaum – Pflanzen, pflegen und vermehren

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Der Taschentuchbaum bringt exotischen Charme in den heimischen Garten und kann als Solitärpflanze oder auch im Kübel kultiviert werden. Das ist kinderleicht.

Taschentuchbaum
© Jürgen Hust – Fotolia.com

Der Taschentuchbaum bildet die einzige Art der Gattung Davidia. Die in unseren Breiten geläufigen Bezeichnungen Taschentuchbaum oder Taubenbaum sind in Anlehnung an die auffälligen Blüten entstanden, welche an auf einer Leine aufgereihte Taschentücher oder an auf Baumästen sitzende Tauben erinnern.

Die laubabwerfenden Bäume werden in ihrer Heimat China bis zu 20 Meter hoch. In unseren Breiten wird weniger als die Hälfte der ursprünglichen Wuchshöhe erreicht. Auszugehen ist von maximal sechs Metern.

Die Verbreitung des Taschentuchbaums

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Taschentuchbaumes liegt in China. Dort kommt die Pflanze in den Provinzen Hubei und Sichuan vor. Einige Unterarten sind nur in der Provinz Sichuan heimisch. Anfang des 20. Jahrhundert gelangte der Taschentuchbaum über England nach Mitteleuropa. Heute sind die Pflanzen häufig in Parks oder Botanischen Gärten zu finden. Hobbygärtner werden besonders in wärmeren Regionen Deutschlands viel Freude an den fernöstlichen Schönheiten haben, denn Dauerfrösten in raueren Mittelgebirgslagen ist die Pflanze nur bedingt gewachsen. Eine Alternative bietet die Haltung als Kübelpflanze.

Ein Blick in die Geschichtsbücher

Die Entdeckung des Taschentuchbaums geht auf den Franzosen Abbé Pierre Armand David zurück. Der Missionar und Naturforscher stieß in China 1868 nicht nur als erster Europäer auf einen Pandabären, sondern entdeckte auf seinen Forschungsreisen auch den Taschentuchbaum. Die Pflanze wurde damals an das Pariser Naturkundemuseum geschickt und auch in einem Pflanzenführer beschrieben. Davidia involucrata wurde von Ernest Henry Wilson 30 Jahre später abermals entdeckt und dieser brachte die Pflanzen dann auch nach England, wo die Gärtnerei James Veitch & Son schließlich für die Verbreitung sorgte und letztlich auch dafür verantwortlich war, dass Taschentuchbäume auch in unseren Breiten heimisch wurden.

Wann blüht der Taschentuchbaum?

Der Taschentuchbaum zählt wohl zu den schönsten Baumblüten weltweit. Die Blüten sind wahrlich außergewöhnlich. Die Blütezeit liegt zwischen April und Juni. Hobbygärtner sollten Geduld mitbringen, denn bevor sie sich an der Baumblüte erfreuen können, vergehen mindestens zehn Jahre. Die weißen Hochblätter können bis etwa 15 Zentimeter lang werden. Die kleineren Blätter werden etwa acht Zentimeter lang. Diesen Hochblättern verdankt die Pflanze ihren Trivialnamen. Die eigentlichen Blüten sind kugelförmig und vergleichsweise unscheinbar. Im Oktober bilden sich aus den Blüten die an Walnüsse erinnernden Früchte. Darin sind bis zu fünf Samen verborgen.

Das sollten Sie bei Boden- und Standortwahl beachten

Die exotischen Schönheiten können im Freiland und im Kübel kultiviert werden. Dabei erweist sich die Pflanze als recht pflegeleicht und robust. Krankheiten und Schädlinge kennt die Pflanze nicht, sofern Sie grobe Pflegefehler vermeiden. Halten Sie sich an die folgenden Punkte, werden Sie sich an einem gesunden Taschentuchbaum erfreuen können.

❍ Standortwahl:

Bei der Wahl des passenden Standortes sollten Sie nichts dem Zufall überlassen. Taschentuchbäume möchten hell und sonnig stehen. Pralle Sonne vertragen sie ebenso wie Halbschatten. Zudem sollte der Standort windgeschützt sein. Vermeiden Sie aber eine Pflanzung zu nah an Hausmauern. Auch unterirdisch verlaufende Rohre könnten das Wachstum der Pflanzen behindern. Ebenso ist der Baum ungünstig platziert, wenn er sich in der Nähe von Straßen oder Wegen, welche im Winter mit Streusalz versorgt werden, befindet. Das Salz dringt in den Boden und greift die Wurzeln des Taschentuchbaumes an. Bedenken Sie bei der Standortwahl auch immer, dass der Taschentuchbaum sechs Meter und mehr an Wuchshöhe erreichen kann.

Der ideale Standort in Stichworten:

  • sonnig bis halbschattig
  • hell
  • windgeschützt
  • freistehend

❍ Boden:

Schwere Böden bekommen dem Taschentuchbaum nicht. Er wird sich dann weniger prächtig entwickeln und auch seine charakteristischen Blüten weitgehend vermissen lassen. Humusreiche Böden werden von der Pflanze bevorzugt. Den Boden sollten Sie vor der Pflanzung auch immer auflockern. Als Langzeitdünger können Sie Hornspäne oder Kompost untermischen.

Der ideale Boden in Stichworten:

  • durchlässig
  • frisch
  • nährstoffreich

Pflanzanleitung für den Taschentuchbaum

  1. Geeigneten Standort auswählen und den Boden umgraben.
  2. Wurzelballen wässern, bis keine Luftblasen mehr zu sehen sind.
  3. Pflanzloch in doppelter Breite des Wurzelballens ausheben.
  4. Pflanze einsetzen und das Pflanzloch mit Erde füllen.
  5. Erde leicht andrücken und einen Gießrand anlegen.
  6. Pfahl als Stütze einsetzen und die Pflanze gut angießen.
  7. Boden mulchen und mit Kompost mischen.

Wichtig: Ist der Boden zu nass, sollten Sie ihn nicht umgraben, da dies zu einer Bodenverdichtung führen kann.

Taschentuchbaum im Kübel anpflanzen

Die Bäumchen können auch im Kübel kultiviert werden. Das Pflanzgefäß sollte dazu eine ausreichende Größe besitzen, damit der junge Baum sein Wurzelsystem ausbilden kann und im Wuchs nicht gehemmt wird. Wichtig bei der Kübelpflanzung ist, dass Sie bedenken, dass Kübelpflanzen einen hohen Wasserbedarf besitzen. Um dabei Staunässe vorzubeugen, sollten Sie mit Hilfe von Gartenvlies, Tonscherben oder Kies über dem Abflussloch eine Drainage anlegen. Außerdem: Setzen Sie die Kübelpflanze immer auf einen Pflanzenroller. So lassen sich auch größere Taschentuchbäume problemlos verschieben und an einen sonnigen Standort oder ins Winterquartier befördern.

So pflegen Sie den Taschentuchbaum richtig

Gießen:

Gießkanne oder Wasserschlauch sollten immer bereitstehen, denn der Taschentuchbaum benötigt viel Wasser. Längere Trockenperioden wird die Pflanze nicht überstehen, ohne dass sie Schaden nimmt und dies mit vermindertem Wuchs und Blattfall anzeigt. Indem Sie mehrmals wöchentlich den Wurzelballen gut mit dem Gartenschlauch einschwemmen, stellen Sie sicher, dass der Taschentuchbaum auch während längerer Trockenphasen gut mit Feuchtigkeit versorgt ist. An Regentagen braucht die Pflanze keine zusätzliche Bewässerung. Bei Kübelpflanzen besteht fortwährend ein hoher Wasserbedarf. Achten Sie jedoch darauf, Staunässe zu vermeiden.

Düngen:

Zwischen Spätsommer und März sollten keine Düngergaben erfolgen, damit die Winterruhe der Pflanze nicht gestört wird. Mischen Sie der Pflanzerde reifen Kompost unter, ist für eine natürliche Langzeitdüngung gesorgt. Auf Kunstdünger sollten Sie weitgehend verzichten. Besonders junge Pflanzen besitzen empfindliche Wurzeln, welche dadurch angegriffen werden könnten.

Rückschnitt:

Taschentuchbäume im Freiland benötigen keinen Rückschnitt. Hin und wieder können Sie Äste kappen und tote Triebe entfernen. Soll der Taschentuchbaum im Kübel gehalten werden, lässt sich das Wachstum durch einen jährlichen Schnitt im Frühjahr kontrollieren.

Überwinterung:

Erwachsene Pflanzen sind recht gut an unsere klimatischen Bedingungen angepasst und überstehen die kalte Jahreszeit meist unbeschadet. Jungpflanzen benötigen in den ersten Jahren einen Winterschutz. Hierfür können Sie die Krone mit Gartenvlies umwickeln. Den Stamm schützt ein Juteband. Den Boden rund um die Pflanze können Sie mit Laub abdecken. Gegen die Wintersonne schützen Holzbretter, die Sie an den Stamm lehnen.

Kübelpflanzen sind generell frostanfällig und sollten in ein helles Winterquartier gebracht werden. Ist dies nicht möglich, schützt ein Styroporblock als Unterlage die Wurzeln vor Frost. Umwickeln Sie den Pflanztopf zusätzlich mit Luftpolsterfolie. Der Boden sollte auch im Winter öfters kontrolliert werden. An frostfreien Tagen kann der Taubenbaum gewässert werden. Der Winterschutz sollte erst Ende April entfernt werden, denn die Pflanzen sind auch anfällig für Spätfröste.

Krankheiten und Schädlinge beim Taschentuchbaum erkennen und bekämpfen

Taubenbaum
© srekap – Fotolia.com

Dieser Punkt lässt sich schnell abhandeln, denn Krankheiten und Schädlinge müssen Sie beim Taschentuchbaum nicht befürchten. Was der Pflanze allerdings zu schaffen machen kann, sind Pflegefehler. In erster Linie kann Wassermangel zu deutlichen Schadbildern führen. Die Blätter verfärben sich, verwelken und fallen schließlich ab. Gießen Sie die Pflanze reichlich, wachsen die Blätter bald nach und der Baum nimmt keinen weiteren Schaden.

Einzig und alleine Streusalz ist wahres Gift für den Taschentuchbaum. Bei der Standortwahl sollten Sie also unbedingt daran denken, dass die Pflanzen nicht mit Streusalz in Kontakt kommen dürfen. Das Schadbild wird dann ähnlich ausfallen, wie es bei Wassermangel zu beobachten ist. Allerdings zieht der Kontakt mit Streusalz oft eine jahrelange Beeinträchtigung der Pflanze nach sich, denn der Abbau der Salze aus dem Boden geschieht nur sehr langsam.

Was ist zu tun?

  • ausreichend gießen
  • regelmäßige Düngung
  • bei schweren Schäden Bodentausch durchführen

Taschentuchbaum vermehren – Zwei Methoden vorgestellt

Die Pflanzen lassen sich durch Samen und durch Stecklinge vermehren. Für die Anzucht aus Samen werden Geduld und gärtnerisches Geschick benötigt. Denn die Aufzucht aus Samen ist recht langfristig und kann bis zu 1,5 Jahre dauern. Unkomplizierter gestaltet sich dagegen die Vermehrung durch Stecklinge.

❍ Vermehrung durch Samen:

  1. Substrat im Backofen bei 200 Grad erhitzen, um Keime abzutöten.
  2. Samen in feuchtes Substrat setzen.
  3. Samen etwa zwei Monate im Kühlschrank aufbewahren.
  4. Samen in Pflanztöpfe geben und bei mindestens 20 Grad keimen lassen.
  5. Die Keimdauer beträgt etwa 3,5 Monate.
  6. Die junge Pflanzen warm und windgeschützt stellen und die Erde stets feucht halten.

❍ Vermehrung durch Stecklinge:

  1. Stecklinge im Juni oder Juli schneiden.
  2. Triebstück etwa 10 bis 15 Zentimeter lang schneiden.
  3. Unteres Triebteil von Blättern befreien und Knospen entfernen.
  4. Übrige Blätter halbieren.
  5. Trieb etwa fünf Zentimeter tief in Anzuchterde stecken.
  6. Boden leicht befeuchten und Plastikfolie über den Pflanztopf stülpen.
  7. Stecklinge an einen warmen und windgeschützten Standort stellen.
  8. Regelmäßig gießen, aber Staunässe vermeiden.
  9. Die Bewurzelung dauert nun mehrere Monate.

Mit einem handelsüblichen Bewurzelungspulver lässt sich die Wurzelbindung gut anregen. Das aus Meeresalgen-Extrakt bestehende Pulver einfach auf die Schnittstelle auftragen.


Foto1: © Jürgen Hust - Fotolia.com, Foto2: © srekap - Fotolia.com

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