Gartenpflege Boden & Kompost

Terra Preta, Bokashi und Kompost: Magische Booster für den Garten

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Ein nährstoffreicher Boden ist die Grundlage für geschmackvolles Gemüse und prächtig blühende Pflanzen. Terra Preta und Bokashi können der Schlüssel des Gärtner-Erfolgs sein.

Terra Preta Bokashi
© schulzie – Fotolia.com
Die Natur funktioniert in optimierten Kreisläufen, von denen wir Menschen uns eine Menge abschauen können. Mit dem Einsatz von Mikroorganismen, Kompost und Terra Preta klinken sich Gärtner direkt in diese Aufeinanderfolge von Vorgängen ein. Das Ergebnis ist das blühende Leben im Beet.

Kleines Wunder Mikroorganismen – so kommt Leben in den Boden

Die Erde lebt! In jeder Hand voll Erde tummeln sich Millionen von Mikroorganismen und Kleinstlebewesen. Was für manche etwas anrüchig klingen mag, ist jedoch das Geheimnis eines üppig blühenden Gartens und prächtig gedeihender Gemüsesorten. Das Prinzip ist das Gleiche wie in unserem Darm: Nützliche Mikroorganismen sind dort aktiv und verwandeln unser Essen und Trinken zum Treibstoff für den Körper. Alles, was Pflanzen brauchen, um gesund und kräftig zu wachsen, finden sie in der Erde. Die kleinen Helfer, die darin leben, stellen sämtliche Stoffe in der perfekten Zusammensetzung zur Verfügung.

Die Kommunikation zwischen Pflanze und Erde funktioniert perfekt

Pflanzen geben über ihre Wurzeln bestimmte Botenstoffe in die Erde ab, um so zu signalisieren, welche Nährstoffe sie gerade benötigen. Die Bodenlebewesen wandeln dann das verfügbare biologische Material entsprechend um. Das funktioniert natürlich nur dann reibungslos, wenn genügend Mikroorganismen im Boden vorhanden sind. Wenn Sie in Ihrem Garten mit Blühpflanzen und Nutzpflanzen nicht die gewünschten Ergebnisse erzielen, dann fügen Sie Ihrem Boden die Kleinstlebewesen einfach hinzu. Entsprechende Produkte in bester Qualität finden Sie etwa bei Multikraft. Die sogenannten effektiven Mikroorganismen sind abgefüllt erhältlich und können kinderleicht angewendet werden.

Was im Großen funktioniert, funktioniert im Kleinen erst recht

Die intensive Bewirtschaftung von Böden lässt diese ausgelaugt und erschöpft zurück, nach einigen Jahren oder Jahrzehnten der Nutzung gedeiht fast nichts mehr auf ihnen. Dann ist die Zeit für eine ausgiebige Regenerationsphase, die einige Jahre dauern kann. Eine Untersuchung niederländischer Forscher hat jedoch gezeigt, dass diese Phase der Erholung auch bei einem ausgelaugten, kaputten Boden sehr viel schneller vonstattengeht, wenn er mit einer dünnen Schicht lebendigem Boden „geimpft“ wird. Was bei einem solchen Boden funktioniert, kann auch in Ihrem Gemüsegarten kleine Wunder vollbringen!

Wunder Erde Terra Preta

Das Thema Terra Preta ist seit einigen Jahren in aller Munde. Der portugiesische Ausdruck für „schwarze Erde“ bezeichnet einen fruchtbaren, tiefschwarzen Boden, den Forscher in den 1960er Jahren im Amazonasgebiet fanden. Dieser Boden stellte die neugierigen Forscher zunächst vor ein Rätsel, denn der Regenwald gilt gemeinhin als karg und arm an Nährstoffen. Schwarze Erde hingegen ist unglaublich nährstoffreich, sodass Pflanzen optimal gedeihen können.

Was ist das Geheimnis dieser Erde?

Terra Preta ist kein natürliches Phänomen, sondern ist, vielleicht zufällig, im Laufe der Jahre durch die Nutzung der Urwaldbewohner entstanden. Sie setzt sich aus einem Gemisch von Pflanzenresten, Dung sowie menschlichen Fäkalien und den Resten der Kohle von Herdstellen zusammen. Nun war plötzlich bekannt, wie man eine perfekte Erde selbst herstellen kann, und zwar mit den einfachsten Mitteln!

Eines der Geheimnisse ist die enthaltene Kohle, die durch ihre poröse, große Oberfläche den Mikroorganismen reichlich Lebensraum bietet. Die schwarze Erde ist zu einem echten Verkaufsschlager geworden und begeistert jedes Jahr neue Gärtner. Man kann sie einerseits selbst herstellen oder, wenn man bezüglich der Zusammensetzung auf Nummer sicher gehen will, die fertige Erde nach dem Vorbild der Terra Preta einfach kaufen.

So wendet man Schwarze Erde an

Die „gute Erde“ kann sowohl außen in den Beeten als auch innen in Blumentöpfen angewendet werden, und zwar sowohl für Blumen als auch für Gemüse. Je nachdem, ob es sich bei den Pflanzen um Starkzehrer oder Schwachzehrer handelt, werden 5 bis 20 Liter je m² Beet oberflächlich eingearbeitet, bei sandigen Böden etwas mehr. Lehmige Böden können in einem Verhältnis von 1 zu1 mit schwarzer Erde angereichert werden. Es besteht auch die Möglichkeit, Terra Preta in den Kompost einzuarbeiten.

Was bewirkt die Verwendung dieses reichen Materials?

  • Ihre Pflanzen sind gesund und resistent gegen Krankheiten und Schädlinge.
  • Das Gemüse begeistert mit vollem Geschmack und enthält alle wichtigen Nährstoffe und Vitamine.
  • Die Erträge sind deutlich höher als gewohnt.
  • Sie tragen zum Klimaschutz bei, denn die in der schwarzen Erde enthaltene Kohle bindet das klimarelevante CO².
  • Die Wurzeln Ihrer Pflanzen gehen eine Symbiose mit wertvollen Pilzen ein, die sie dauerhaft stärkt.
  • Kunstdünger und Pestizide töten das Leben im Boden ab – schwarze Erde ist das pure Leben, wovon Sie auf lange Zeit profitieren werden.

Es gibt weitere Möglichkeiten, den Boden lebendig zu halten – eine wollen wir Ihnen heute noch vorstellen.

Bokashi – der „kleine“ Kompost aus dem Eimer

Küchenabfälle zu sammeln und gemeinsam mit Grünschnitt und anderem organischem Material verrotten zu lassen, ergibt feinsten Humus, der für Pflanzen jeder Art die perfekte Nahrung darstellt. Das Ganze nennt sich Kompostieren und ist die Nachahmung der natürlichen Kreisläufe in einem kleinen Rahmen. Bisher war dies jedoch nur für Gärtner möglich, die einen entsprechend großen Außenbereich zur Verfügung haben – doch die Lösung für den Fensterbank-Gärtner ist greifbar nah. Sie heißt „Bokashi“, was aus dem Japanischen kommt und „fermentierter Kompost“ bedeutet.

Dabei wird der Küchenabfall in einem luftdicht verschlossenen Eimer gesammelt, in dessen Inneren zahllose Mikroorganismen ihr Werk tun. So kann auf kleinstem Raum ein reichhaltiger Dünger hergestellt werden, der zudem im Gegensatz zu einer klassischen Biotonne keinen unangenehmen Geruch verbreitet. Alles, was man benötigt, ist ein geeigneter Eimer, effektive Mikroorganismen und organisches Material, das jedoch in jeder Küche in ausreichender Menge anfällt.

Sie sehen, erfolgreiches Gärtnern ist kein Geheimnis – alles, was Sie brauchen, ist ein gut gedüngter Boden, der sämtliche Nährstoffe für Ihre Pflanzen bereithält.


Foto1: © schulzie - Fotolia.com

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