Sie wohnen in einer niederschlagsarmen Region, in der es im Sommer sehr heiß wird? Dann ist Trockenrasen genau das richtige für Ihren Garten. Erfahren Sie hier mehr darüber.

Trockenrasen
Trockenrasen ist für niederschlagsarme Regionen perfekt – © Arunee / stock.adobe.com

In trockenen und heißen Sommern leidet der Rasen. Die Folge sind braune Flecken und leere Stellen, die einen traurigen und ungepflegten Eindruck erwecken. Hobbygärtner können die Optik des Rasens jedoch durch die Auswahl der passenden Samen beeinflussen. Der Trockenrasen gewinnt mit Blick auf den andauernden Klimawandel zum Beispiel immer mehr Beachtung.





Was ist ein Trockenrasen?

Als Trockenrasen werden Rasenflächen bezeichnet, die auch bei höheren Temperaturen ein stabiles Wachstum zeigen und mit wenig Feuchtigkeit auskommen. Die Anlage von Trockenrasen empfiehlt sich, wenn die Rasenfläche andauernder Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist, Sie in einer niederschlagsarmen Region leben oder das Substrat einen hohen Sandanteil und damit geringe Wasserspeichereigenschaften besitzt.

Die Rasen-Saatgutmischungen, welche als Trockenrasen angeboten werden, gelten als auffallend tolerant gegenüber Trockenheit. Damit können Sie mit der Anlage eines Trockenrasens zum nachhaltigen Gärtnern beitragen und sich an einer geschlossenen Rasenfläche erfreuen, welche auch bei widrigen Witterungsverhältnissen nichts von ihrer Attraktivität einbüßt.

Beachten Sie:
Der hier beschriebene Trockenrasen ist nicht zu verwechseln mit einem Biotop gleicher Bezeichnung. Dort sind neben Gräsern auch spezifische Pflanzen und Tiere angesiedelt.

Welche Vorteile besitzt ein Trockenrasen?

Ein Trockenrasen ist pflegeleichter als eine herkömmliche Grünfläche. Ein „Wassersparrasen“ benötigt weit weniger Feuchtigkeit als das herkömmliche Rasenstück. Ein Grund hierfür sind die genügsamen Gräser, welche in dieser Rasenmischung Verwendung finden.

Trockenrasen gedeiht auch dort, wo Hobbygärtner die Hoffnung auf eine geschlossene Rasenfläche bereits aufgegeben haben. Ein Trockenrasen ist umweltgerecht und erspart Ihnen aufwendige Bodenverbesserungsarbeiten.

Nachteilig muss gesagt werden, dass sich die Optik eines Trockenrasens von einem herkömmlichen Zierrasen unterscheidet. Die verwendeten Gräser weisen eine größere Breite und einen oftmals lockeren Stand auf. Damit lässt der Trockenrasen an einen mediterranen Rasen denken und weckt Urlaubserinnerungen. Dieser Unterschied fällt jedoch nicht auf Anhieb ins Auge.

Trockenrasen anlegen – Anleitung

Rasensamen
Frühjahr und Herbst sind die besten Jahreszeiten für das Anlegen von Trockenrasen – © Harald Biebel / stock.adobe.com

Die besten Jahreszeiten, um einen Trockenrasen anzulegen, sind das Frühjahr und der Herbst. Wichtig ist, dass kein Frost herrscht und die Bodentemperatur auch nachts mindestens bei zwölf Grad liegt. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich der Rasensamen nicht wie gewünscht entwickelt. Wer alle für die Aussaat wichtigen Schritte befolgt, wird nach weniger als einem Monat die Entwicklung der Samen beobachten können.

Die Aussaat von Trockenrasen Schritt für Schritt

  1. Boden bis zu einer Tiefe von 20 Zentimetern auflockern
  2. Boden von Steinen und Unkraut befreien
  3. Kompost oder Rasendünger in den Boden einarbeiten
  4. Boden gut glätten
  5. Rasensamen einbringen (längs und quer jeweils 12,5 Gramm pro Quadratmeter Boden)
  6. Samen in den Boden einarbeiten
  7. Samen leicht mit Rasenerde bedecken
  8. Samen mit Walze oder Trittbrettern andrücken
  9. Samen wässern

Der Trockenrasen muss nach seiner Anlage reichlich gewässert werden. Auch wenn er Trockenrasen heißt, so benötigen die jungen Keimlinge dennoch viel Feuchtigkeit. Mindestens einen Monat lang müssen Sie täglich gießen.

Tipps zur Pflege von Trockenrasen

❍ gießen:

Die Rasenpflege unterscheidet sich nicht wesentlich von einem herkömmlichen Rasenstück. Fällt wenig Niederschlag, muss auch der Trockenrasen gelegentlich gewässert werden.

❍ schneiden/vertikutieren:

Ein Trockenrasen darf nicht zu kurz geschnitten werden. Schnitthöhen von vier Zentimetern sind optimal. Durch regelmäßige Mäharbeiten können Sie übrigens auch der Verfilzung und dem Bemoosen des Rasens vorbeugen.

Das Vertikutieren von Trockenrasen bietet sich an, wenn der Boden einen hohen Tonanteil besitzt.

❍ düngen:

Im Frühling und Sommer wird Trockenrasen mit Rasendünger versorgt. Achten Sie auf ein organisches Produkt mit einem hohen Anteil an Stickstoff. Damit kann das Rasenwachstum gefördert werden und die Bodenqualität lässt sich nachhaltig verbessern.

Im Herbst können Sie auf einen speziellen Herbst-Rasendünger auf Kaliumbasis zurückgreifen. Denn durch den höheren Anteil von Kalium lässt sich die Frosthärte des Rasens verbessern.

❍ nachsäen:

Nach Dauerfrost oder Hitzeperioden kann auch Trockenrasen ausgedünnt erscheinen. Dann lässt sich die Rasenqualität durch gezielte Nachsaat wiederherstellen.

Mutter, Hundebesitzerin und leidenschaftliche Hobbygärtnerin. Schon als Kind habe ich gemeinsam mit meinen Eltern den heimischen Garten bewirtschaftet und mich für dessen Gestaltung interessiert. Jetzt besitze ich meinen eigenen Garten und zeige meiner Tochter, wie einfach es ist Obst, Gemüse und Blumen selbst zu züchten. Ein Garten bedeutet viel Arbeit - er belohnt uns dafür aber auch mit einer reichen Ernte, wunderschönen Blumen und dem tollen Gefühl aus eigener Kraft etwas geschaffen zu haben.

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