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Wacholder: Krankheiten und Schädlinge erkennen und bekämpfen

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Dank spezieller Züchtungen ist der Wacholder sehr robust und weniger anfällig gegenüber Krankheiten. Einige Pilze und diverse Schädlinge können dem Nadelgewächs dennoch zu schaffen machen.

Wacholder: Krankheiten und Schädlinge erkennen und bekämpfen
© ernstboese – Fotolia.com

Der Wacholder ist wohl eines der beliebtesten Nadelgewächse in vielen Hobbygärten hierzulande. Die Pflanze gilt gemeinhin als recht robust und nicht sonderlich krankheitsanfällig, da es inzwischen spezielle Züchtungen gibt. Diesen machen viele Schädlinge und Krankheiten gar nichts oder nur kaum etwas aus. Dennoch kann ein Pilzbefall zum Beispiel zum Problem werden.

Mit welchen Schädlingen und Krankheiten beim Wacholder unter Umständen zu rechnen ist und was Sie dagegen tun können, verraten wir nachfolgend im Detail.

Braune Triebspitzen beim Wachholder

Auch wenn manch ein Hobbygärtner meinen könnte, dass der eigene Wachholder krank sei, weil sich die Spitzen der Triebe braun verfärben, ist dem meist nicht so. Vielmehr handelt es sich dabei häufig um kein Krankheitsanzeichen, sondern ist ein Indiz für einen Lichtmangel. Dieses Problem ist demnach relativ leicht behoben, indem der Wacholder einfach an einen anderen Standort verfrachtet wird, wo er ausreichend Licht bekommt.

Nur wenn es sich um einen älteren Wacholder handelt, würde dieser Umzug zu einem Problem werden. Denn eine ältere Pflanze geht im Anschluss an das Umsetzen leider häufig ein. Dann gilt es den Lichtmangel auf andere Art und Weise zu beseitigen, was zum Beispiel den Rückschnitt eines Baums oder anderer Pflanzen in der Nähe des Wacholders bedeuten kann.

Krankheiten beim Wacholder

Ein Pilzbefall kann auch beim Wacholder zum Problem werden, da es sich hier, wie bereits angesprochen, um ein Nadelgewächs handelt. Wer dem Pilz Einhalt gebieten will, sollte allerdings nicht nur die befallenen Stellen der Pflanze entfernen. Vielmehr bietet sich auch die Verwendung eines entsprechenden Pflanzenschutzmittels aus dem Fachhandel an. Dabei ist die Wahl eines Mittels auf rein biologischer Basis zu bevorzugen. Zu den weiteren Krankheiten, die den Wacholder befallen können, zählen diese Krankheitsbilder:

  • Triebsterben
  • Wacholderblasenrost

Das Triebsterben ist ebenso auf Schadpilze zurückzuführen und daher auf die bereits angesprochene Art und Weise zu behandeln. Beim Wacholderblasenrost kommt es hingegen zu Verdickungen von Trieben, die ohnehin schon verholzt und sehr trocken sind. Diese Blasen haben eine gallertartige Textur und eine rostrote Farbe. Sie bilden sich vor allem im Frühjahr. Der Wacholderblasenrost wird auch als Birnenrost bezeichnet.

Gegen den Wacholderblasenrost vorgehen

Diese Krankheit kann einen recht großen Schaden bedeuten, da der Wacholder seine Blätter dann frühzeitig verliert. Ist die Pflanze gleich mehrfach vom Wacholderblasenrost betroffen, so schwächt sie dies merklich. Damit es gar nicht erst so weit kommen kann, sind prophylaktische Maßnahmen sinnvoll. Ab dem Zeitpunkt, an dem der Austrieb der Blätter beginnt, ist eine Spritzung mit dem Extrakt des Schachtelhalms zu empfehlen. Kalibetonte Dünger speziell für Blätter können zur Vorbeugung ebenfalls genutzt werden.

Wenn der Wacholder bereits mit dem Birnengitterrost infiziert ist, sollte die Bekämpfung unmittelbar während des Befalls, also in der Zeit, wenn sich die sehr markanten Sporenblasen entwickeln, erfolgen. Sofern nur wenige Äste befallen sind, werden diese einfach soweit zurückgeschnitten, bis nur noch gesundes Holz zurückbleibt. Auch Pflanzenschutzmittel können zum Einsatz kommen.

Sofern sich die Blätter als Folge des Birnengitterrosts jedoch bereits mit auffälligen Pünktchen verfärben, nützt auch diese Maßnahme nichts mehr. Wer sich mit der Problematik des Birnengitterrosts jedoch lieber nicht herumärgern möchte, kann sich auch für Sorten entscheiden, bei denen nicht oder nur sehr selten von einem derartigen Befall auszugehen ist.

Schädlingsbefall beim Wacholder

Nicht nur Krankheiten, sondern auch Schädlinge stellen eine Gefahr für den Wacholder dar. In diesem Zusammenhang sind vor allem die folgenden Schädlinge zu nennen:

  • Baum- oder Rindenlaus
  • Wacholderminiermotte
  • Wacholder-Deckelschildlaus

Bei einem Lausbefall saugen die Schädlinge den Wacholder an. Das kann dazu führen, dass die Nadeln und Triebe der Pflanze im schlimmsten Fall komplett absterben. Sofern es sich um einen Befall mit der Wacholder-Deckelschildlaus handelt, kann diese ebenfalls zu einer Nadel-Verfärbung führen. Je mehr die Läuse an dem Wacholder saugen, desto mehr wird die Pflanze in ihrem Wachstum gehemmt.

Die sogenannte Wacholderminiermotte ist jedoch der Schädling, der am häufigsten zum Problem wird. Hierbei handelt es sich um einen Kleinschmetterling, der nur circa fünf Millimeter lang ist und in der Tat an eine Motte erinnert. Für die Raupen des Schädlings stellt der Wacholder ein gefundenes Fressen dar. Die Schadwirkung ist vor allem deshalb so groß, da die Larven der Wacholderminiermotte sich von einem Trieb zum anderen vorarbeiten und dabei zu einem Absterben der jeweiligen Triebspitzen führen.

» Bekämpfungsmaßnahmen:
Um dem Mottenbefall vorzubeugen, sollten alle Hobbygärtner auf spezielle Insektizide, die für diese Zwecke zugelassen sind, zurückgreifen. Diese gilt es vor allem dann zu sprühen, wenn die Falter gerade ihre Flugzeit haben. Im Herbst und Sommer kann es aber auch sehr sinnvoll sein, wenn die Triebspitzen, die bereits befallen sind, einfach abgeschnitten werden. Dazu sollten Sie jedoch sicherstellen, dass Sie den Gesundheitszustand des Wacholders möglichst genau überwachen, um rechtzeitig eingreifen zu können.

Auch bei einem Lausbefall sind Pflanzenschutzmittel nur dann hilfreich, wenn sie möglichst frühzeitig eingesetzt werden. Schon bei einem beginnenden Befall sollten Sie daher auf jeden Fall eingreifen. Sofern sich die Nadeln des Wacholder bereits merklich verfärbt haben, ist es ohnehin schon zu spät. Spritzungen können dann getrost unterlassen werden, da sie zu einem zu späten Zeitpunkt keine Wirkung mehr erzielen können.


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