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Walnüsse trocknen – Anleitung und Tipps

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Wie Sie Walnüsse trocknen und richtig lagern, erfahren Sie in diesem Ratgeber. Außerdem geben wir Tipps, was bei Schimmel an Walnüssen zu tun ist.

Walnüsse trocknen
© Africa Studio / stock.adobe.com
Bis zu 130 Kilogramm Früchte kann ein Walnussbaum tragen. Die Erntezeit wird mit Spannung erwartet. Es spricht nichts dagegen, eine frische Nuss direkt vom Baum zu probieren. Frische Nüsse halten sich allerdings nur wenige Tage. Vor der Einlagerung muss die Trocknung erfolgen. Im Folgenden kann nachgelesen werden, wie sich Walnüsse trocknen und damit für einen längeren Zeitraum haltbar machen lassen.

Warum müssen Walnüsse getrocknet werden?

Walnüsse werden nicht direkt vom Baum geerntet. Sind die Früchte reif, platzt ihre grüne Außenhülle auf und die Nüsse fallen auf den Boden. Dies geschieht in der Regel ab September und kann sich bis in den Oktober hinein hinziehen. Dann gibt es viel zu tun und der Boden sollte täglich auf frische Nüsse kontrolliert werden.

Nehmen die Nussschalen die Feuchtigkeit vom Boden auf, entsteht schnell Schimmel. Werden die Früchte vor dem Verzehr nicht getrocknet, kann die komplette Ernte verderben, wenn sich der Schimmel ungehindert ausbreitet.

Walnüsse Schimmel
© bernanamoglu / stock.adobe.com | Verschimmelte Walnüsse sollten nicht gegessen werden.
Schimmel lässt sich auf den ersten Blick nur schwer ausmachen, besonders an geschlossenen Nüssen ist er kaum zu erkennen. Meist befinden sich verschimmelte Stellen dort, wo die Nuss geöffnet wird. Besitzt die hellbraune Hülle an diesen Stellen eine dunkle Verfärbung, kann dies ein Hinweis auf Schimmel sein.

Hinweis: Kontrollieren Sie gesammelte Walnüsse vor der Trocknung auf Schimmelbefall.

Werden größere Mengen Walnüsse geerntet und sollen über einen längeren Zeitraum haltbar gemacht werden, ist die fachgerechte Trocknung notwendig. Wird das Trocknen versäumt, beginnen Walnusskerne bereits nach wenigen Tagen zu schimmeln und ungenießbar zu werden.

Wird von der Trocknung von Walnüssen gesprochen, sind Zeit und Geduld gefragt. Keinesfalls sollte versucht werden, die Nüsse im Backofen oder sogar im Wäschetrockner zu trocknen. Die Temperaturen in diesen Geräten sind viel zu hoch. Die Nüsse würden ranzig werden und ihren unverkennbaren Geschmack verlieren.

Tipp: Gefrorene Walnüsse sind nicht für eine anschließende Trocknung geeignet und sollten nach dem Auftauen direkt weiterverarbeitet werden.

Walnüsse zum Trocknen vorbereiten

Nach der Ernte werden die Walnüsse zunächst auf die Trocknung vorbereitet. Als erstes gilt es, die grünen Fruchthüllen vollständig von der braunen Nussschale zu lösen. Wer dabei mit den Fingern an seine Grenzen stößt, nimmt eine straffe Bürste zu Hilfe. Die grünen Hüllen beginnen schnell zu faulen – durch den fortschreitenden Fäulnisprozess ist die komplette Nuss gefährdet.

Hinweis: Es empfiehlt sich, Handschuhe und Schutzkleidung zu tragen. Die Nussschale sondert Gerbstoffe ab, welche unschöne Flecken hinterlassen, die sich von der Kleidung nicht mehr entfernen lassen.

Bei der Vorbereitung geht es darum, die Nüsse zu säubern und zu sortieren.

ArbeitsgangErläuterung

Walnüsse säubern
  • möglichst kein Wasser verwenden
  • Nüsse mit einer Bürste säubern
  • bei starken Verschmutzungen nass aber ohne Druck säubern
  • Nüsse gut abtrocknen

Walnüsse sortieren
  • nur reife und unversehrte Walnüsse trocknen
  • Nüsse mit beschädigter Schale und schwarzen Stellen aussortieren

Es ist wichtig, die Nüsse täglich vom Boden aufzusammeln. Besonders bei Regenwetter ist die Gefahr von Schimmelbildung groß.

Was ist beim Trocknen von Walnüssen zu beachten?

Die besten Ergebnisse lassen sich erzielen, wenn die Walnüsse im Haus bei Zimmertemperatur getrocknet werden. Eine Trocknung direkt auf der Heizung ist aufgrund der hohen Wärmeentwicklung nicht ratsam. Auf dem Dachboden, im Hauseingang oder im Heizungskeller können die Nüsse dagegen bedenkenlos zum Trocknen ausgelegt werden.

Walnüsse trocknen – Schritt für Schritt

Walnüsse trocknen wie
© Gregory Lee / stock.adobe.com

  1. Den geeigneten Ort finden
  2. Für die Trocknung der Nüsse haben sich Obstkisten bewährt. Diese werden mit mehreren Lagen Zeitungspapier ausgelegt. Anschließend werden die Nüsse mit ausreichend Abstand in die Kisten einsortiert. Zum Trocknen von Walnüssen eignen sich aber auch einfache Holzrahmen, die mit einem Gitternetz bespannt werden.

  3. Auf die passende Temperatur achten
  4. Wie bereits erwähnt, trocknen Walnüsse am besten bei Zimmertemperatur. Überhitzte Räumlichkeiten sind dafür weniger geeignet. Ideal sind Temperaturen um die 20 Grad.

  5. Ausreichend Platz schaffen
  6. Sorgen Sie für ausreichend Trocknungsmöglichkeiten, denn Walnüsse dürfen nicht übereinander in die Obstkiste oder auf das Gitter geschichtet werden. Damit eine gleichmäßige Trocknung erreicht werden kann und sich die Feuchtigkeit nicht staut, dürfen die Nüsse sich gegenseitig nicht berühren.

    Tipp: Häufiges Drehen und Wenden der Nüsse beugt Schimmelbildung vor und gewährleistet einen gleichmäßigen Trocknungsprozess.

  7. Geduld haben – Trocknen braucht Zeit
  8. Bis die Walnüsse komplett abgetrocknet sind und eingelagert werden können, vergehen vier bis sechs Wochen. Die Nüsse sind regelmäßig zu kontrollieren. Öffnen sich die Nussschalen während der Trocknung, ist die jeweilige Nuss zu entsorgen.

    Lässt sich die Nussschale mit einem Knacken öffnen, ist das Trocknen abgeschlossen. Der Kern sollte trocken und brüchig erscheinen. Erinnert der Kern in seiner Konsistenz eher an Gummi, müssen die Nüsse noch einige Zeit weiter trocknen.

Tipp: Haben die Walnüsse etwa die Hälfte an Masse verloren, war die Trocknung erfolgreich.

Walnüsse im Freien trocknen – geht das?

Walnüsse im Freien trocknen
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Die Erntezeit fällt in den Herbst und damit in eine Zeit mit eher unbeständigem Klima und viel Feuchtigkeit. An warmen Tagen spricht jedoch nichts dagegen, die Walnüsse im Freien zu trocknen. Steigt das Thermometer über die 20-Grad-Marke, besteht die Gefahr, dass die Nüsse ranzig werden. Über Nacht sollten die Walnüsse auch nicht im Freien verbleiben. Durch die erhöhte Feuchtigkeit besteht Schimmelgefahr. Weiterhin sind Eichhörnchen und andere Kleintiere in diesen Tagen auf der Suche nach Nahrungsvorräten für den nahen Winter.

Walnüsse trocknen im Dörrautomat

Der Trocknungsprozess lässt sich beschleunigen, wenn Sie einen Dörrautomat verwenden. Die Geräte arbeiten mit einer niedrigen Wärmeentwicklung. Daher besteht keine Gefahr, dass die Nüsse ranzig werden und verderben.

Trocknen im Dörrautomat – Schritt für Schritt

  1. Walnüsse auf dem Gitter des Dörrautomaten anordnen
  2. niedrigste Betriebstemperatur einstellen
  3. Gitter im Gerät platzieren
  4. Dörrautomat schließen

Die Trocknungszeit variiert je nach Gerätetyp. Auf eine Trocknungsdauer von sechs bis acht Stunden müssen Sie sich allerdings einstellen. Für kleinere Mengen an Walnüssen ist der Dörrautomat durchaus eine Option. Eine umfangreiche Ernte lässt sich in Obstkisten oder auf Gittern effizienter und umweltgerechter trocknen.

Walnüsse nach dem Trocknen richtig lagern

Walnüsse lagern
© peppermintjoe / stock.adobe.com | So werden Walnüsse am besten gelagert.
Vor der Einlagerung ist zu überprüfen, ob auch wirklich alle Nüsse komplett abgetrocknet sind. Bildet sich während der Trocknung an einer Nuss Schimmel, greift dieser schnell auf die übrigen Früchte über. Die trockenen Nüsse werden in einen Kartoffelsack oder in ein Zwiebelnetz gefüllt und an einem trockenen, kühlen und dunklen Ort aufbewahrt. Die hängende Lagerung ist dabei zu bevorzugen. Werden die Walnüsse vorschriftsmäßig eingelagert, halten sie sich bis zu zwei Jahre.

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