Drei bewährte Heidelbeersorten für Sonne, Halbschatten und Kübel, dazu die passende Pflanzung, Pflege und Vermehrung für eine zuverlässige Ernte im eigenen Garten.

Blaue Zähne, blaue Zunge, blaue Fingerspitzen, das bleibt oft von einem Waldspaziergang im Sommer übrig, wenn man Blaubeeren genascht hat. Verantwortlich dafür ist die Ursprungsart Vaccinium myrtillus, denn bei dieser sitzt der färbende Pflanzenstoff Anthocyan sowohl in der Schale als auch im Fruchtfleisch. Die meisten Kulturheidelbeeren aus dem Gartenfachhandel gehen dagegen auf die Amerikanische Heidelbeere Vaccinium corymbosum zurück. Bei ihnen steckt der Farbstoff nur in der Schale, das Fruchtfleisch bleibt hell, Zunge und Finger daher unversehrt. Diese Zuchtformen sind zudem anpassungsfähiger an normale Gartenböden als die Ursprungsart, die im Beet empfindlich auf zu viel Feuchtigkeit reagiert.

3 beliebte Heidelbeeren für den Garten

Ich stelle Ihnen drei bewährte Sorten vor, jede für einen anderen Platz im Garten oder auf dem Balkon geeignet, dazu die passende Pflanzung, Pflege und Vermehrung.

‘Northland‘ für sonnige Standorte

Die Heidelbeere ‘Northland‘ verträgt Sonne ausdrücklich gut, gedeiht aber ebenso im Halbschatten. Damit passt sie in die meisten Gartenlagen. Mit einer maximalen Höhe von 1,5 Metern bleibt der Strauch überschaubar hoch, ob solitär gepflanzt, als Blickfang im Beet oder als Teil einer Grenzbepflanzung. Ab Mai erscheinen zarte, glockenförmige Blüten in Weiß bis Rosa. Im Herbst färbt sich das Laub leuchtend rotorange.

Heidelbeere ‘Northland‘ (Vaccinium corymbosum ‘Northland‘)
Wuchshöhe:100 – 150 cm
Wuchsbreite:80 – 150 cm
Erntezeit:Juli – August
Standort:Sonne bis Halbschatten
Boden:frisch bis feucht, humoser, durchlässiger, saurer Gartenboden
Besonderheit:hohe Erträge, gute Qualität der Früchte
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‘Bluecrop‘ für den Halbschatten

Heidelbeere ‘Bluecrop‘ gedeiht am besten im Halbschatten und eignet sich hervorragend als Einsteigersorte. Die großen, dunkelblauen und hellblau bereiften Früchte reifen von Ende Juli bis Anfang September, mild aromatisch im Geschmack und ausgesprochen ertragreich. Die Sorte ist selbstfruchtend, für höchste Erträge lohnt sich trotzdem eine zweite Sorte in der Nähe.

Heidelbeere ‘Bluecrop‘ Vaccinium corymbosum ‘Bluecrop
Wuchshöhe:100 – 120 cm
Wuchsbreite:80 – 100 cm
Erntezeit:Ende Juli – Anfang September
Standort:Halbschatten
Boden:frisch bis feucht, humos, durchlässig, ideal im sauren Bereich
Besonderheit:besonders hohe Winterhärte, selbstfruchtend
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BRAZEL BERRY ® ‘PINK BREEZE‘ ® für Kübel und Balkon

Die Heidelbeere BRAZEL BERRY ® ‘PINK BREEZE‘ ® wächst kompakt und rund. Mit etwa 90 bis 120 Zentimetern Höhe passt sie gut in einen ausreichend großen Kübel auf Balkon oder Terrasse. Das Laub wechselt im Jahresverlauf von Pink über Grün bis Blau, dazu kommen im Herbst gelbe und orangefarbene Töne. Wind verträgt die Sorte nicht gut, ein geschützter Platz ist deshalb wichtig, ebenso wie ein schattiger Standort. Sonst drohen verbrannte Blätter und Früchte.

Heidelbeere BRAZEL BERRY ® ‘PINK BREEZE‘ ® (Vaccinium angustifolium BRAZEL BERRY ® ‘PINK BREEZE‘ ®)
Wuchshöhe:90 – 120 cm
Wuchsbreite:60 – 80 cm
Erntezeit:Juli – September
Standort:Sonne bis Halbschatten
Boden:frisch bis feucht, humoser, durchlässiger, leicht saurer Gartenboden
Besonderheit:üppige Erträge, unterschiedliche Laubfärbung
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Heidelbeeren pflanzen

So sieht der richtige Standort für Heidelbeeren aus

Mit den drei vorgestellten Sorten lässt sich fast jede Gartenlage bestücken. Die wilde Heidelbeere benötigt einen schattigen Standort. ‘Northland‘ eignet sich für die sonnigen Ecken, ‘Bluecrop‘ für den Halbschatten unter lichten Bäumen und ‘Pink Breeze‘ für den geschützten Kübelplatz auf Terrasse oder Balkon.

Was den Boden angeht, benötigen Heidelbeeren einen sauren Boden mit einem pH-Wert zwischen 4 und 5. Normale Gartenerde ist dafür in aller Regel zu kalkhaltig. Rhododendronerde schafft die passenden Verhältnisse. Wichtig ist außerdem eine Mulchschicht aus Nadelholz-Hackschnitzeln. In ihr überdauern die Mykorrhiza-Pilze, mit denen Heidelbeeren in enger Symbiose leben. Gleichzeitig unterdrückt die Mulchschicht Unkraut, das sich sonst nur mit vorsichtigem Jäten entfernen lässt, denn die flachen Wurzeln reagieren empfindlich auf Hacken und tiefes Graben. Staunässe verträgt keine der drei Sorten, der Boden bleibt deshalb am besten durchlässig und gleichzeitig gleichmäßig feucht.

💡 Tipp:
zu viel Kalk sorgt dafür, dass die Wurzeln keine wichtigen Nährstoffe mehr aufnehmen können. Machen Sie am besten eine Bodenprobe (Anleitung dazu hier), um zu schauen, ob der Boden gut geeignet für Heidelbeeren ist.

So pflanzen Sie Heidelbeeren richtig ein

Der beste Pflanzzeitpunkt liegt im Frühjahr oder Herbst, außerhalb von Frost- und Hitzeperioden.

  1. Kürzen Sie die Triebe beim Pflanzen zunächst um etwa ein Drittel. Das lenkt die Kraft der jungen Pflanze zunächst ins Wurzelwachstum statt in Blüten und Früchte.
  2. Heben Sie eine Pflanzgrube von 30 bis 40 Zentimetern Tiefe und 80 bis 100 Zentimetern Breite aus. Bei mehreren Sträuchern richtet sich die Beetlänge nach der Anzahl, mit einem Pflanzabstand von mindestens 70 Zentimetern zwischen den einzelnen Pflanzen.
  3. Setzen Sie den Strauch so tief ein, dass der Topfballen etwa fünf Zentimeter über dem Erdniveau liegt. Anschließend häufeln Sie mit grobem Rindenmulch an.

💡 Tipp:
Im Kübel benötigt die Heidelbeere mindestens 15 Liter Volumen und zusätzliche Abzugslöcher, damit überschüssiges Gieß- und Regenwasser abfließen kann.

Befruchtung

Nicht jede Heidelbeersorte ist selbstfruchtend. Ein Blick in die Sortenbeschreibung lohnt sich daher schon vor dem Kauf. ‘Bluecrop‘ und ‘Pink Breeze‘ gelten als selbstfruchtend, tragen also auch als Einzelpflanze zuverlässig Früchte. Bei allen drei Sorten steigert eine zweite Sorte in der Nähe trotzdem den Ertrag.

Pflanzpartner

Rhododendron und Azalee teilen mit der Heidelbeere dieselben Ansprüche an einen sauren, humosen Boden und bilden deshalb eine bewährte Nachbarschaft im Beet. Zusätzliche, früh blühende Gehölze in der Nähe locken zur Blütezeit im Mai noch mehr Insekten an. Das kommt der Bestäubung aller Sträucher gleichermaßen zugute.

Heidelbeeren pflegen

Gießen

Heidelbeeren benötigen viel Wasser. Trocknen sie nur leicht aus, werden Sie das sofort an den Blättern sehen. Diese trocknen dann sofort aus. Aber auch die Blüten und Beeren können abfallen. Gießen Sie die Heidelbeeren also regelmäßig, damit die Erde feucht bleibt, aber nicht nass. Verwenden Sie dazu am besten nur abgestandenes Wasser, da normales Leitungswasser oft zu hart ist. Oder noch besser: Nutzen kalkarmes Regenwasser.

Düngen

Ein spezieller Heidelbeerdünger oder Rhododendrondünger versorgt die Pflanze mit den passenden Nährstoffen für sauren Boden. In den ersten Standjahren reichen zwei Gaben zwischen April und Ende Juli aus. Ältere Pflanzen profitieren zusätzlich von einer Düngung direkt nach dem Rückschnitt.

💡 Tipp:
Auf Stickstoff reagieren viele Heidelbeeren empfindlich. Ein Langzeitdünger mit gleichmäßiger, kontinuierlicher Abgabe verhindert hier eine Überversorgung zuverlässiger als eine einzelne kräftige Gabe.

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Schneiden

Ein Rückschnitt lohnt sich vorwiegend bei schlechter Verzweigung oder alle drei bis vier Jahre zur Verjüngung. Die schönsten Früchte wachsen an zweijährigen Trieben. Mit zunehmendem Alter der Zweige werden die Beeren kleiner und reifen später. Das ist ein Grund, überalterte Triebe direkt an der Basis auszuschneiden.

Kürzen Sie beim Verjüngungsschnitt einzelne alte Zweigabschnitte knapp über einem jungen Seitentrieb ein. Entfernen Sie überkreuzende oder nach innen wachsende Äste, die einander behindern. Der günstigste Zeitpunkt liegt je nach Sorte im zeitigen Frühjahr oder in der Ruhezeit nach dem Laubfall.

💡 Tipp:
Ein zu radikaler Rückschnitt schwächt die Heidelbeere unnötig.

Überwinterung

Heidelbeeren gelten als ausgesprochen winterhart. Frost und Schnee setzen ihnen im Beet oder Kübel nicht zu.

Bei Kübelpflanzen lohnt es sich trotzdem, den Wurzelballen zu schützen. Im Topf friert er schneller durch als im Gartenboden, und aus einem komplett durchgefrorenen Ballen nimmt die Pflanze kein Wasser mehr auf, während die oberirdischen Triebe bei Wintersonne weiterhin Feuchtigkeit verdunsten. Ein Winterschutz aus Vlies und ein geschützter Platz nah an der Hauswand reichen aus. Ein Umzug ins Haus ist nicht notwendig. Ohne die winterliche Kälteperiode bleibt der nötige Kältereiz für den Neuaustrieb im Frühjahr sogar aus.

Heidelbeeren vermehren

Halbverholzte Stecklinge können Sie im Frühsommer von gesunden, kräftigen Trieben schneiden und in ein sandiges, saures Substrat setzen. Nach etwa einem Jahr im Topf ist der junge Strauch kräftig genug für den Umzug ins Beet oder in einen größeren Kübel. Da es sich bei allen drei Sorten um Zuchtformen handelt, bleiben die charakteristischen Eigenschaften wie Wuchsform, Fruchtgröße oder Laubfärbung bei dieser vegetativen Vermehrung erhalten.

Ringo von Gartentipps.com

Ringo ist Gründer und Chef-Redakteur von Gartentipps.com. Hat auf dem Dorf (bei Oma) zwischen Stachelbeeren, Kirschbaum und Hühnerhof seine Leidenschaft fürs Gärtnern entdeckt.

1 Kommentar

  1. GartenimRuhrpott de on

    Wir haben unsere Heidelbeeren in 60 – 90L Maurerkübel gesetzt. Das Substrat besteht aus 80% Rindenmulch und 20% Rhododendronerde. Die Kübel stehen auch im Winter (Ruhrgebiet, also bis zu -5 Grad) ungeschützt draußen. Hat den Pflanzen bisher nicht geschadet. Sie tragen fleißig Früchte. Winterschutz ist daher nicht zwingend erforderlich, meiner Erfahrung nach.

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