Wenn im Hochsommer die orangefarbenen Blütenquirle aufleuchten, wirkt das Löwenohr wie ein Exot. Damit Leonotis leonurus zuverlässig blüht, erfahren Sie hier, wie Sie das Löwenohr pflanzen, pflegen und überwintern.
Inhalte
Steckbrief Löwenohr
| Löwenohr | (Leonotis leonurus) |
|---|---|
| Wuchsform | Halbstrauch |
| Wuchshöhe | 100–200 cm |
| Wuchsbreite | 80–100 cm |
| Blütenfarbe | orange |
| Blütezeit | Juli, August |
| Blütenform | Quirle |
| Weitere Namen | Leonitis, Afrikanisches Löwenohr, Löwenschwanz, Marihuanilla, Sibirischer Löwenschwanz, Wild Dagga |
Das afrikanische Löwenohr ist ein beeindruckender Spätsommerblüher mit prachtvollen, 10-15 cm breiten, orangefarbenen, behaarten Blütenköpfen. Diese blühen ausdauernd und üppig bis in den Oktober hinein und verströmen einen angenehmen, leicht herben Duft. Als Kübelpflanze – im beheizten Wintergarten – blühen nicht winterharte Löwenohren sogar häufig bis in den Dezember hinein.
Herkunft
Löwenohr stammt aus Südafrika und gehört zur Kapflora. Seinen wilden Namen verdankt er wahrscheinlich den flaumig behaarten Blüten.
Schon gewusst? In Südafrika wird der Saft traditionell verwendet, um Rötungen und Schwellungen bei Mückenstichen zu lindern. In den getrockneten Blättern und Blüten sind leicht psychoaktiv wirkende Inhaltsstoffe enthalten. Daher trägt die Pflanze den Beinamen Wild Dagga (wildes Cannabis).
Löwenohr pflanzen

Standort
Von Mitte Mai bis Oktober kann Leonotis leonurus im Kübel ins Freie.
Am besten steht das Löwenohr windgeschützt an einem halbschattigen Standort. In voller Sonne blüht die Pflanze zwar besonders üppig, braucht aber sehr viel Wasser. Bei Wind knicken die kräftigen, teils schweren Blütenquirle schnell ab.
💡 Meine Empfehlung: Ein guter Kompromiss sind teils sonnige Bereiche mit Schatten zur Mittagszeit. Morgen- und Abendsonne sollten ungehindert auf die Pflanze treffen.
Substrat
Löwenohr benötigt hochwertige Kübelpflanzenerde, die durch grobkörnige Anteile von Lavagrus, Blähton, Kies oder Kalksteinbruch hohe Mengen Wasser und Nährstoffe speichern kann und zugleich locker und luftig bleibt. In der Regel sind jährlich ein größerer Topf und frische Erde nötig.
💡 Meine Empfehlung: Mischen Sie die Erde mit Langzeitdünger oder fügen Sie organischen Kompost hinzu, um die Pflanze über die gesamte Wachstumsperiode hinweg zu versorgen.
Löwenohr einpflanzen: Topfware oder Aussaat
Löwenohr pflanzen Sie entweder als Topfware oder ziehen es aus Samen.
🏵️ Löwenohr pflanzen mit Topfware
Ab Mitte Mai, sobald es frostfrei ist, kommt das Löwenohr nach draußen. Im ersten Jahr bleibt die Pflanze häufig im vorhandenen Topf, wenn Wasser gut abläuft und das Substrat nicht dauerhaft nass steht. Umtopfen lohnt sich, sobald der Wurzelballen stark durchwurzelt ist, die Erde schnell austrocknet oder die Pflanze durch ihr Gewicht leicht kippt. Der beste Zeitpunkt ist das Frühjahr.
🏵️ Löwenohr aussäen und vorziehen
Wer das Löwenohr aus Samen zieht, startet mit der Anzucht von Leonotis leonurus zwischen Februar und April im Haus. Die Samen kommen auf feuchte Anzuchterde, werden nur dünn bedeckt und warm sowie hell gestellt. Nach dem Keimen setzen Sie die Jungpflanzen einzeln in Töpfe und gewöhnen sie ab Mai schrittweise an draußen.
Löwenohr pflegen

Leonotis belohnt bei richtiger Pflege mit einer überwältigenden Blütenpracht. Hier sind meine Erfahrungen und Ratschläge.
Gießen
An heißen Sommertagen hilft es, nach dem morgendlichen Gießen eine kleine Menge Wasser im Untersetzer oder Übertopf stehen zu lassen. So hat das Löwenohr über den Tag noch Reserve. Staunässe verträgt Leonotis nicht.
💡 Mein Tipp: Sieht die Pflanze mittags oder am Nachmittag bereits schlapp aus, sofort nachgießen und nicht bis zum Abend warten.
Düngen
Der hohe Nährstoffbedarf vom Löwenohr wird durch ein bis zwei Gaben flüssigen Volldünger pro Woche von Mai bis August gedeckt. Im April und September dann nur noch alle 7 bis 10 Tage düngen. Alternativ kann im April auch ein Langzeitdünger gegeben werden.
💡 Wichtig: Ab Oktober wird das Löwenohr nicht mehr mit Dünger versorgt.
Schneiden

Der Löwenohr Rückschnitt erfolgt am besten einmal jährlich am Ende der Winterruhe, ideal im März oder April. Kürzen Sie alle Triebe auf etwa 10–20 cm ein, oder schneiden Sie knapp über einem Blattpaar / Knoten, damit die Pflanze von dort wieder austreibt.
💡 Mein Tipp: Um die Blüte im Sommer immer wieder neu anzuregen, kann das Löwenohr alle 6 Wochen entspitzt werden. Die Blütenquirle bilden sich auch an gekürzten Trieben immer wieder neu.
Überwintern
Ab Oktober zieht das Löwenohr ins Winterquartier. Ideal ist ein heller Platz bei rund 10 Grad Celsius, plus / minus 5 Grad. Je nach Licht und Temperatur wirft die Pflanze dabei einen Teil ihrer Blätter ab.
Eine gleichmäßige, leicht feuchte Erde ist ideal. Beim Überwintern sinkt der Wasserbedarf jedoch deutlich. Deshalb Gießmenge und Gießrhythmus Schritt für Schritt reduzieren, sobald das Löwenohr weniger Laub trägt.
Schon gewusst? Ein kurzes Absinken bis in die Nähe des Gefrierpunkts wird kurzzeitig toleriert, zuverlässig frosthart ist Leonotis leonurus aber nicht.
Löwenohr vermehren
Löwenohr über Stecklinge vermehren
Zeit: späte Frühjahr bis Sommer, am besten bei kräftigem Wachstum.
So gehts:
- 8 bis 12 cm lange, nicht blühende Triebspitzen schneiden
- untere Blätter entfernen, oben 2 bis 3 Blattpaare stehen lassen
- in lockeres, durchlässiges Anzuchtsubstrat stecken
- gleichmäßig leicht feucht halten und warm sowie hell stellen
- nach 2 bis 4 Wochen bilden sich meist Wurzeln, dann einzeln eintopfen
💡 Mein Tipp: Eine Abdeckung erhöht die Luftfeuchte, dabei regelmäßig lüften, damit nichts schimmelt.
Löwenohr über Samen vermehren
1) Samen ausreifen lassen
Ab September bis Oktober die Blütenquirle an der Pflanze belassen, bis sie vollständig verblüht und richtig braun und trocken sind. Der ganze Quirl wirkt dann papierartig und raschelt beim Anfassen.
2) Samen ernten
An einem trockenen Tag die reifen Quirle abschneiden. Über einer Schale oder in einer Papiertüte ausklopfen und die Samen anschließend von Pflanzenresten trennen.
3) Samen trocknen und lagern
Die Samen zwei bis drei Tage bei Zimmertemperatur auf Papier trocknen lassen. Danach kühl, trocken und dunkel lagern, am besten in einem Papierumschlag. Eine Beschriftung mit Datum ist sinnvoll. Keimfähig bleiben die Samen in der Regel ein bis zwei Jahre.
4) Aussaat im nächsten Jahr
Ab Februar bis April werden die Samen wie oben beschrieben im Haus vorgezogen.
Selbstaussaat
Bei günstigen Bedingungen reifen Samenstände aus und es tauchen im nächsten Jahr vereinzelt Sämlinge auf. Das klappt in unseren Breiten jedoch nur, wenn die Pflanze lange warm steht und die Samen gut ausreifen. Die Keimrate im Freiland ist gering.
Krankheiten und Schädlinge
Im Frühjahr werden die frischen Triebe vom Löwenohr häufig Opfer von Blattläusen. Ist die Luftfeuchtigkeit im Winterquartier zu gering, haben Spinnmilben leichtes Spiel. Die Pflanzen sollten häufiger auf Krankheitsanzeichen hin kontrolliert werden.
Fazit: Löwenohr pflanzen, pflegen und überwintern
Das Löwenohr ist eine dankbare Kübelpflanze, wenn die Pflege stimmt. Viel Licht, ein warmes, windgeschütztes Plätzchen und ein durchlässiges Substrat ohne Staunässe. Beim Gießen lohnt sich ein gleichmäßiger Rhythmus, denn in voller Sonne trocknet der Topf an heißen Tagen schnell aus. Für die Überwinterung reicht ein heller, eher kühler Standort, dazu deutlich weniger Wasser, sobald die Pflanze Laub verliert.
In ihrer Heimat bieten die Blüten nektarsaugenden Vögeln Nahrung, bei uns werden sie vor allem von Schmetterlingen angeflogen. Der Zierwert ist dafür umso höher, denn die orangefarbenen Blütenquirle setzen bis in den Spätsommer kräftige Akzente. Als kleinwüchsige Alternative bietet sich außerdem das kleinblättrige Löwenohr (Leonotis nepetifolia) an.






