Hier meine Tipps für Löwenohr, der Pflanze mit der außergewöhnlichen Optik. Erfahren Sie alles über Standort, Erde, Dünger und Schnitt.

Löwenohr
Löwenohr sollte in Deutschland nur im Kübel gepflanzt werden | © Andrea Geiss / stock.adobe.com
Löwenohr, botanisch als Leonotis bekannt, ist weit mehr als nur eine attraktive Pflanze. Mit seinen leuchtend orangefarbenen Blüten, die an die Mähne eines Löwen erinnern, ist es ein exotischer Blickfang für Balkon und Terrasse. Die wärmeliebenden Pflanzen sind für die Freilandkultur in unseren Breiten nicht geeignet. Als Kübelpflanze – im beheizten Wintergarten – blühen Löwenohren häufig bis in den Dezember hinein. Das Löwenohr, auch Löwenschwanz genannt, wächst rasch zu einer stattlichen Pflanze heran und ist recht einfach zu pflegen.

Herkunft

Löwenohren prägen die Kapflora und stammen ursprünglich aus Südafrika. Die Bezeichnung der Pflanze geht vermutlich auf die Blüten zurück. Diese tragen eine flaumige Behaarung. Oftmals werden auch die büschelartig auftretenden Staubfäden für den Namen des Lippenblütengewächses verantwortlich gemacht.





Besonderheiten

In Südafrika wird der Saft des Löwenohrs verwendet, um Rötungen und Schwellungen bei Mückenstichen zu lindern. In den getrockneten Blättern und Blüten sind leicht psychoaktiv wirkende Inhaltsstoffe enthalten. Daher trägt die Pflanze den Beinamen Wild Dagga (wildes Cannabis).

🌞 Standortwahl

Zwischen April und Oktober darf die Kübelpflanze auch in unseren Breiten ins Freie umziehen. An einem sonnigen Standort wird das Löwenohr üppige Blüten ausbilden, besitzt allerdings einen hohen Wasserbedarf. An einem halbschattigen Standplatz muss weniger häufig bewässert werden. Die Blütenfülle wird sich dort vermutlich spärlicher zeigen.

💡 Meine Empfehlung: Ein guter Kompromiss sind teilsonnige Bereiche mit Schatten zur Mittagszeit. Morgen- und Abendsonne sollten ungehindert auf die Pflanze treffen.

🪴 Das ideale Substrat

Löwenohr benötigt hochwertige Kübelpflanzenerde. Für die Lockerheit des Substrats kann durch die Beigabe von Kies, Blähton, Lavagrus und anderen grobkörnigen Bestandteilen gesorgt werden.

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💡 Meine Empfehlung: Mischen Sie die Erde mit Langzeitdünger oder fügen Sie organischen Kompost hinzu, um die Pflanze über die gesamte Wachstumsperiode hinweg zu versorgen.

Löwenohr pflegen

Löwenohr Blüte
Löwenohr blüht bis in den Spätsommer hinein | © Bogey Yamamoto / stock.adobe.com
Löwenohr (Leonotis) ist eine eher pflegeleichte Pflanze, die jedoch einige spezifische Bedürfnisse hat. Mit den richtigen Pflegemaßnahmen wird der Halbstrauch Sie mit einer überwältigenden Blütenpracht belohnen. Hier sind meine Erfahrungen und Ratschläge:

💧 Löwenohr gießen

Unter natürlichen Bedingungen wächst das Löwenohr im feuchten Grasland. Dem hohen Wasserbedarf muss einmal mehr bei der Kübelpflanzung entsprochen werden. Die Flüssigkeit im Pflanzgefäß verdunstet schnell und an heißen Sommertagen macht sich mehrmaliges Bewässern notwendig.

💡 Mein Tipp: Wird an warmen Tagen am Morgen ausreichend Wasser im Untersetzer belassen, kann sich die Pflanze bis zum abendlichen Gießen mit Feuchtigkeit versorgen.

Im Winter wird das Gießen stark eingeschränkt. Die Erde darf aber auch oberflächlich nicht austrocknen.

🪴 Löwenohr düngen

Der Nährstoffbedarf von Leonotis ist hoch. Dem kommen Sie am besten mit einem Langzeitdünger entgegen. Dieser entfaltet seine Wirkung über eine Dauer von mehreren Monaten. Alternativ wird zwischen April und September wöchentlich Volldünger gegeben.

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💡 Wichtig: Ab Oktober wird das Löwenohr nicht mehr mit Dünger versorgt.

✂️ Löwenohr schneiden

Löwenohr schneiden
Zu lange Triebe können das ganze Jahr über abgeschnitten werden | © Marc / stock.adobe.com
Der Rückschnitt sollte erst nach der Winterruhe erfolgen. Kleinere Korrekturen an den Trieben können ganzjährig durchgeführt werden. Werden die Triebe zu lang, fallen sie schnell auseinander und die Wuchsform der Pflanze wirkt weniger ästhetisch. Die Blühfreudigkeit leidet nicht unter Schnittmaßnahmen. Die farbenfrohen Quirle bilden sich auch an eingekürzten Trieben aus.

🌱 Löwenohr vermehren

Die Anzucht aus Samen ist recht erfolgversprechend. Dabei ist zu beachten, dass es sich beim Löwenohr um einen Lichtkeimer handelt, die Samen deshalb nicht mit Erde bedeckt werden dürfen. Während des Sommers können Stecklinge geschnitten werden. Diese bewurzeln im Pflanzgefäß bei ausreichender Bewässerung und Temperaturen über 20 Grad ebenfalls zuverlässig.

💡 Mein Tipp: Werden die Spitzen der jungen Triebe häufiger gekürzt, wächst die Pflanze dichter verzweigt.

🕷️ Krankheiten und Schädlinge am Löwenohr erkennen

Im Frühjahr werden die frischen Triebe häufiger Opfer von Blattläusen. Ist die Luftfeuchtigkeit im Winterquartier zu gering, haben Spinnmilben leichtes Spiel. Die Pflanzen sollten häufiger auf Krankheitsanzeichen hin kontrolliert werden.

🪴 Löwenohr überwintern

Im Spätherbst sollte das Löwenohr in sein Winterquartier umziehen. Nachtfröste bekommen den Pflanzen nicht. Am kühlen und hellen Winterstandplatz sollten die Temperaturen zwischen 5 und 15 Grad betragen. Abhängig vom Angebot an Licht und Wärme kann Blattfall auftreten. Dadurch korrigieren die Pflanzen ihren Lichtbedarf nach unten. Ab April erfolgt der Neuaustrieb. Ein kurzzeitiges Absinken der Temperaturen auf den Gefrierpunkt wird toleriert.

Dagmar von Gartentipps.com

Seit über 14 Jahren ist Dagmar Dittfeld als Online-Redakteurin für Gartentipps.com aktiv. Auf dem Land aufgewachsen, weiß sie die Vorzüge eines Selbstversorger-Gartens auch heute noch zu schätzen. Ihre ganz besondere Leidenschaft gilt der Gestaltung von Garten, Balkon und Terrasse. Mit ihren Ideen zum Dekorieren, Do-It-Yourself und Upcycling hat Dagmar schon viele Leser zum Nachmachen inspiriert.

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