Die Sternhyazinthe gehört zu den ersten Farbtupfern im Frühlingsgarten. Erfahren Sie mehr über Herkunft, Standort, Pflanzung und Pflege des unkomplizierten Zwiebelblühers.
Sternförmige, violett-blaue Blüten mit heller Mitte machen die Sternhyazinthe (Scilla, Syn. Chionodoxa) zu einem auffälligen Frühblüher. Bereits im zeitigen Frühjahr erscheinen die kleinen Blüten über dem schmalen grünen Laub und bringen Farbe in Beete und Rasenflächen. Dabei ist die Zwiebelpflanze unkompliziert und breitet sich an passenden Standorten mit der Zeit von selbst aus. Doch woher stammt die Sternhyazinthe und welche Bedingungen braucht sie im Garten? Antworten darauf gibt es nachfolgend.
Steckbrief zur Sternhyazinthe
Sternhyazinthen, auch als Schneeglanz oder Schneestolz bekannt, wurden früher als eigene Gattung Chionodoxa innerhalb der Unterfamilie Scilloideae in der Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae) geführt. Mittlerweile werden sie den Blausternen (Scilla) zugeordnet. Die frühere Gattungsbezeichnung Chionodoxa ist im Handel und in der Gartenliteratur jedoch weiterhin verbreitet.
| Sternhyazinthe (Scilla, Syn. Chionodoxa) | |
|---|---|
| Wuchshöhe: | 20 – 30 cm |
| Wuchsbreite: | 10 – 15 cm |
| Blütezeit: | März bis April |
| Standort: | Sonnig bis halbschattig |
| Boden: | Durchlässig, sandig-lehmig |
| Besonderheit: | Winterhart, bienenfreundlich |
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Herkunft
Sternhyazinthen stammen ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum und Kleinasien. Viele Arten sind in den Bergregionen der Türkei heimisch, andere kommen beispielsweise auf Kreta und Zypern vor. Dort wachsen die Zwiebelpflanzen teilweise in höheren Lagen und treiben im Frühjahr nach der Schneeschmelze aus. Als Zierpflanze hat sich die Sternhyazinthe allerdings inzwischen weitverbreitet.
Aussehen
Schmale, grasähnliche Blätter treiben bereits zeitig im Frühjahr aus der Zwiebel. Zwischen ihnen wachsen kurze, aufrechte Blütenstiele, die je nach Art und Sorte etwa 10 bis 20 cm hoch werden.
An den Stielen sitzen mehrere sternförmige Einzelblüten in lockeren Trauben. Typisch sind leuchtend blaue bis violett-blaue Blüten mit einer deutlich helleren, fast weißen Mitte. Neben den klassischen blauen Sternhyazinthen gibt es auch weiß und rosa blühende Sorten. Mit der Zeit bilden die Zwiebeln kleine Gruppen und größere Blütenteppiche.
⚡ACHTUNG:
In sämtlichen Pflanzenteilen ist die Sternhyazinthe sehr giftig. Haben Sie Kinder oder Haustiere? Dann sollten diese niemals in Reichweite der Pflanze unterwegs sein. Bei der Pflanzenpflege können Gartenhandschuhe nicht schaden.
Besonders schöne Sorten
Sternhyazinthen unterscheiden sich primär in Wuchshöhe, Blütenfarbe und der Anzahl der Blüten am Stiel. Für den Garten sind besonders drei Arten interessant, zu denen es teilweise auch attraktive Sorten gibt.
Gewöhnliche Sternhyazinthe (Scilla luciliae, Syn. Chionodoxa luciliae)
Mit etwa 5 bis 15 cm bleibt diese Art eher niedrig. Ihre hellblauen Sternblüten besitzen eine stark aufgehellte, fast weiße Mitte und erscheinen im zeitigen Frühjahr. Dadurch eignet sie sich gut für kleine Gruppen im Beet, im Steingarten oder zum Verwildern unter lichten Gehölzen. Eine schöne Alternative ist Scilla luciliae ‚Alba‘ mit weißen Blüten.
Große Sternhyazinthe (Scilla forbesii, Syn. Chionodoxa forbesii)
Kräftiger und etwas höher, 25 bis 35 cm, wächst die Große Sternhyazinthe. An einem Blütenstiel sitzen mehrere leuchtend blaue Blüten, wodurch sie voller und auffälliger wirkt als Scilla luciliae. Besonders abwechslungsreich sind die Sorten: ‚Blue Giant‘ bringt kräftiges Blau ins Beet, ‚Pink Giant‘ blüht zartrosa und ‚Violet Beauty‘ zeigt violett-blaue bis lilafarbene Töne. Gerade für größere Pflanzgruppen bietet diese Art viel Auswahl.
Dunkle Sternhyazinthe (Scilla sardensis, Syn. Chionodoxa sardensis)
Ihre Blüten sind viel kräftiger und dunkler als bei anderen Sternhyazinthen. Die helle Mitte ist winzig, oft kaum zu sehen, wodurch die Blüten nahezu einfarbig enzianblau erscheinen. Mit ihrem niedrigen Wuchs, etwa 5 bis 15 cm, eignet sich die Art für Steingärten, Beetränder und größere Flächen, auf denen sie sich mit der Zeit ausbreiten darf.
Sternhyazinthe pflanzen

Pflanzzeit
Sternhyazinthen als Topfware lassen sich an frostfreien Tagen nahezu ganzjährig ins Beet setzen. Besonders günstig ist eine Pflanzung im Herbst von September bis November. Der Boden ist noch vom Sommer erwärmt und durch die häufigeren Niederschläge ausreichend feucht. Bis zum Winter bleibt den Pflanzen dadurch genügend Zeit, neue Wurzeln zu bilden.
Alternativ bietet sich das zeitige Frühjahr von März bis April an. Zu dieser Zeit beginnt allerdings bereits die Wachstums- und Blütephase. Frisch gepflanzte Sternhyazinthen benötigen bei trockenem Frühlingswetter daher mehr Aufmerksamkeit bei der Wasserversorgung, bis sie gut eingewurzelt sind.
💡 Tipp:
Lose Zwiebeln kommen ebenfalls im Herbst in die Erde. So durchlaufen sie den Winter bereits am späteren Standort und treiben im folgenden Frühjahr zur natürlichen Blütezeit aus.
Standort
Wohl fühlen sich Sternhyazinthen an einem sonnigen bis halbschattigen Standort. Besonders gut eignen sich lichte Plätze unter laubabwerfenden Gehölzen, da dort im zeitigen Frühjahr noch viel Licht auf den Boden fällt.
Substrat
Der Boden sollte locker, humos und gut durchlässig sein. Im Frühjahr bevorzugen Sternhyazinthen eine gleichmäßige Bodenfeuchte, während sie nach dem Einziehen des Laubs auch trockenere Phasen vertragen. Staunässe schadet den Zwiebeln und begünstigt Fäulnis. Schwere Böden werden deshalb vor der Pflanzung mit Sand oder feinem Kies verbessert.
Pflanzanleitung
Am schönsten ist die Sternhyazinthen-Pracht, wenn sie ein dichtes Blütenmeer besitzt. Das erreichen Sie, indem Sie zwischen 10 und 20 Sternhyazinthen in dichten Abständen zueinander pflanzen.
💡 Tipp: Sternhyazinthe als Topfware einpflanzen
Topfware wird dagegen so tief eingesetzt, wie sie zuvor im Pflanztopf gestanden hat. Den Wurzelballen vor dem Einsetzen gut durchfeuchten, anschließend Erde rundherum auffüllen und gründlich angießen.
Lose Zwiebeln einpflanzen
- Boden vorbereiten
Den Boden etwa 15 bis 20 cm tief lockern und Steine sowie Wurzelunkräuter entfernen. Schwere, verdichtete Erde mit Sand oder feinem Kies durchlässiger machen. - Pflanzlöcher ausheben
Für jede Zwiebel ein etwa 5 bis 8 cm tiefes Pflanzloch ausheben. Zwischen den Zwiebeln etwa 5 bis 10 cm Abstand lassen. Engere Abstände ergeben schneller eine geschlossene Blütenfläche. - Zwiebeln einsetzen
Die Sternhyazinthen mit der Spitze nach oben in die Pflanzlöcher setzen. Bei sehr kleinen Zwiebeln hilft als Faustregel eine Pflanztiefe von etwa zwei- bis dreifacher Zwiebelhöhe. - Mit Erde bedecken
Die Pflanzlöcher mit der zuvor gelockerten Erde auffüllen und die Oberfläche leicht andrücken. Starkes Festtreten verdichtet den Boden unnötig. Nach der Pflanzung einmal gründlich wässern.
Pflanzpartner
Zwar ist die Sternhyazinthe schon für sich alleine eine echte Augenweide, doch schöner wird der Garten, wenn sie beispielsweise mit der Magnolie oder dem Winterschneeball kombiniert wird. Auch die folgenden Pflanzen vertragen sich gut mit der Sternhyazinthe:
- Schneeglöckchen
- Hamamelis
- Forsythie
- Krokus
- Narzissen
- Traubenhyazinthen
Sternhyazinthe pflegen
Gießen
Für ein optimales Wachstum und gesunde Wurzeln benötigt die Sternhyazinthe nur eine leichte Wässerung, und zwar in sehr trockenen Zeiten. Wichtig ist, dass der Boden das Wasser gut aufnimmt und sich dieses nicht staut.
Düngen
Im Freiland müssen Sternhyazinthen in der Regel gar nicht gedüngt werden. Einmalig im zeitigen Frühjahr (Februar/März), sobald die allerersten grünen Spitzen aus der Erde schauen, kann auf nährstoffarmen Böden eine dünne Schicht reifer Kompost oder ein organischer Dünger (Hornspäne) gegeben werden.
Rückschnitt
Die Sternhyazinthe muss nicht zurückgeschnitten werden. Nach der Blüte bleibt das Laub zunächst stehen, bis es vollständig vergilbt und vertrocknet ist. In dieser Zeit zieht die Zwiebel noch Nährstoffe aus den Blättern und speichert sie für den Austrieb im nächsten Frühjahr. Erst wenn sich die Blätter leicht lösen lassen, können sie entfernt werden. Sie dürfen ebenso auf dem Beet liegenbleiben und dort allmählich verrotten.
Überwintern
Sternhyazinthen sind winterhart und bleiben nach dem Einziehen des Laubs im Boden. Ein besonderer Winterschutz ist im Beet nicht nötig. Die Zwiebeln überdauern die kalte Jahreszeit unterirdisch und treiben im zeitigen Frühjahr erneut aus.
💡 Tipp:
Im Topf sind die Zwiebeln der Sternhyazinthe stärker der Kälte ausgesetzt. Das Gefäß steht deshalb am besten geschützt an einer Hauswand und wird bei längerem Frost mit Vlies oder Jute umwickelt.
Sternhyazinthe vermehren
Sternhyazinthen vermehren sich an passenden Standorten mit der Zeit von selbst und bilden immer größere Bestände. Wer die Ausbreitung fördern oder Pflanzen an einen anderen Platz setzen möchte, nutzt dafür am einfachsten die Vermehrung über Tochterzwiebeln. Allerdings ist auch eine Vermehrung über Samen möglich.
Über Tochterzwiebeln vermehren
Während der Wachstumszeit entstehen rund um die Mutterzwiebel kleine Tochterzwiebeln. Der beste Zeitpunkt zum Teilen liegt im Sommer, wenn das Laub vollständig eingezogen ist und die Sternhyazinthe ruht.
- Den Zwiebelhorst vorsichtig mit einer Grabegabel aus der Erde heben.
- Erde abschütteln und gut entwickelte Tochterzwiebeln behutsam von der Mutterzwiebel lösen.
- Die abgetrennten Zwiebeln direkt am gewünschten Standort wieder einsetzen.
- Etwa 5 bis 10 cm Abstand zwischen den Zwiebeln lassen und anschließend einmal angießen.
💡 Tipp:
Auf diese Weise entstehen Pflanzen mit den gleichen Eigenschaften wie die Mutterpflanze. Bei Sorten ist die Teilung daher die passende Vermehrungsmethode.
Sternhyazinthen durch Samen vermehren
Nach der Blüte bilden Sternhyazinthen Kapselfrüchte mit Samen. Für die Aussaat werden die Samen geerntet, sobald die Kapseln reif sind und sich zu öffnen beginnen. Frisches Saatgut kommt anschließend direkt in Töpfe mit lockerer, durchlässiger Erde. Die Aussaat bleibt an einem geschützten, eher schattigen Platz im Freien und darf während der Keimphase nicht austrocknen.
💡 Tipp:
Die Anzucht aus Samen benötigt jedoch viel mehr Geduld als die Vermehrung über Tochterzwiebeln. Bis aus den kleinen Sämlingen kräftige, blühfähige Zwiebeln entstehen, vergehen mehrere Jahre.
Krankheiten und Schädlinge
Sternhyazinthen sind robuste Frühblüher und werden nur selten von Krankheiten oder Schädlingen befallen. Probleme entstehen eher auf dauerhaft nassen, schlecht durchlässigen Böden. Dort faulen die Zwiebeln oder der Wurzelansatz. Gelbe, welkende Blätter und ein ausbleibender Austrieb weisen auf solche Schäden hin. Ein lockerer Boden und ein guter Wasserabzug beugen Fäulnis vor.
An jungen Blättern und Blüten hinterlassen gelegentlich Schnecken Fraßspuren. Auch die Larven der Narzissenfliege befallen vereinzelt Scilla-Zwiebeln. Sie fressen im Inneren der Zwiebel und schwächen die Pflanze so stark, dass der Austrieb ausbleibt. Befallene, weiche oder faulende Zwiebeln sind leider nicht mehr zu retten. Sie werden ausgegraben und im Hausmüll entsorgt.







