Trotz intensiver Pflege kann der Rasen im Garten mit der Zeit stark verdichten. Mit einem Aerifiziergerät lockern Sie Ihren Rasen wieder auf.

Früher zuckten die meisten Gärtner mit den Schultern, wenn nach dem Rasenmähen hier und da noch einige Grashalme zu lang waren. Heute sieht das ganz anders aus. Da muss der Rasen perfekt geschnitten sein und in einem satten Grün leuchten. Theoretisch alles ganz einfach zu bewerkstelligen. Doch in der Praxis sieht es ganz anders aus. Da kann es schon vorkommen, dass der Rasen mit der Zeit stark verdichtet.

Aber keine Panik! Das kann dem besten Gärtner passieren. Und außerdem gibt es natürlich Gerätschaften, mit deren Hilfe sich dieses Problem schnell wieder beseitigen lässt. Die Rede ist von einem sogenannten Aerifiziergerät. Damit lassen sich selbst extrem verdichtete Rasenflächen wieder auflockern. Man spricht dabei auch von einer Rasenbelüftung.

Gründe für das Verdichten einer Rasenfläche

Gründe für ein Verdichten von Rasenflächen sind unter anderem ein vermehrtes Befahren des Rasens oder die Nutzung dessen als Sportplatz, als Gehweg und dergleichen mehr. Stark beanspruchte Rasenflächen verdichten sich im Allgemeinen immer schneller, wodurch sich immer wieder Staunässe an der Oberfläche bilden kann. Zudem führt das Verdichten zu einer verstärkten Moos- und Unkrautbildung.

Lesetipps: Unkraut im Rasen – 2 Tipps und Moos im Rasen loswerden – 4 Tipps

Wie funktionieren Aerifiziergeräte?

Beim Aerifizieren wird die Bodenstruktur mit sogenannten Stacheln „durchlöchert“. Bei Vollstacheln drückt sich die Erde dabei nur zur Seite, bei Hohlspoons zieht das Gerät kleine Bodenzylinder tatsächlich heraus. Durch das Durchlöchern wird die verdichtete Bodenstruktur belüftet und kann gegebenenfalls gleich mit frischem Füllmaterial wie Humus, Sand oder Rasendünger ergänzt werden. Für diesen Arbeitsvorgang werden verschiedene Aerifiziererstachel (Spoons) angeboten oder in den Geräten eingesetzt, die sich den unterschiedlichen Gegebenheiten vor Ort anpassen lassen.

Welche Aerifiziergeräte gibt es?

Im Fachhandel und online gibt es unterschiedliche Aerifiziergeräte, jedes mit eigenen Stärken bei Fläche, Kraftaufwand und Wirkung auf den Boden. Bei einer riesigen Rasenfläche lohnt sich ein Großgerät oder der Verleih beim Gartenbaubetrieb. Für normalgroße Gärten reichen die folgenden Geräte völlig aus.

Elektro Aerifizierer

Elektro-Aerifizierer
© maykal / stock.adobe.com

Ein Nachmittag mit dem Handgerät auf 300 Quadratmetern zehrt an Armen und Rücken. Ein Motor nimmt Ihnen genau diese Arbeit ab. Das Gerät rollt wie ein Rasenmäher über die Fläche, unter der Haube sitzen jedoch Stachelwalzen statt eines Messers. Bei einem elektronischen Rasenlüfter wie dem von Einhell stellen Sie die Arbeitstiefe selbst ein. Dadurch passen Sie die Eindringtiefe an leichten bis mittleren Verdichtungsgrad an.

💡 Tipp:
Für stark verdichtete, lehmige Böden liefert ein Hohlspoon-Gerät die gründlichere Wirkung, weil es tatsächlich Erde entfernt, statt sie nur zur Seite zu drücken.

Rasenlüfterwalze

Die Rasenlüfterwalze schieben oder ziehen Sie über den Rasen. Dabei stechen kurze Nägel in den Boden. Viele Modelle wie auch der Fuxtec FX-RL400 bringen selbst nur wenig Gewicht mit. Sonst wären sie im Alltag auch schlecht händelbar. Eine zusätzliche Gewichtsscheibe auf der Achse kann diesem Problem entgegenwirken. Ohne dieses Extra bleibt die Walze eher ein Werkzeug für leicht verdichtete, kleinere Flächen.

Rasenlüfterschuhe

Rasen aerifizieren
Stark beanspruchte Rasenflächen verdichten schnell – © NinaMalyna / stock.adobe.com

Wenn Sie nur eine kleine Rasenfläche im Garten haben, dann empfehlen wir Ihnen die kostengünstigen Rasenlüfterschuhe. Die Dehner Rasenlüfterschuhe Sunny schnallen Sie einfach unter die normalen Schuhe und laufen anschließend über den Rasen, während Sie ohnehin im Garten unterwegs sind, etwa beim Gießen oder Unkrautzupfen. Für einen lockeren bis leicht verdichteten Boden reicht der Effekt aus und ist ganz nebenbei erledigt.

💡 Tipp:
Bei stark verdichteten Böden verzichten Sie unbedingt auf Spikeschuhe. Direkt um das Loch drumherum wird der ohnehin schon feste Boden noch stärker komprimiert. Das Wasser staut sich an den verdichteten Rändern der Drainageöffnungen umso schneller.

Hand-Aerifizierer mit T-Griff

Manche Problemstellen im Rasen sind klein, aber hartnäckig, wie ein vielbelaufener Trampelpfad zum Gartentor. Genau dafür eignet sich ein Handgerät mit T‑Griff. Sie stellen einen Fuß auf die Trittleiste und drücken die Stacheln mit dem eigenen Körpergewicht in den Boden. Mit einem Modell wie das von easimo drücken sie sprichwörtlich die Erde einfach zur Seite. Größere Flächen damit zu bearbeiten, kostet allerdings Zeit und Kraft, denn Sie arbeiten Schritt für Schritt, Stich für Stich. Im Laufe der Zeit schiebt sich der Boden jedoch wieder zusammen.

Hand-Aerifizierer mit Hohlspoon

Nur dieses eine Gerät in dieser Liste zieht tatsächlich Erde aus dem Boden, statt sie zur Seite zu drücken. Beim Eindrücken in die Erde stechen Hohlspoons des Hand-Aerifizierers kleine Bodenzylinder heraus und öffnen die Fläche für Luft und Wasser. Die praktische Auffangbox sammelt die ausgestochenen Erdstücke gleich mit auf und das lästige Nachkehren entfällt. Anschließend werden die Löcher mit Quarzsand aufgefüllt. Dadurch bleibt die Drainagewirkung langfristig erhalten. Bei stark verdichtetem, lehmigem Boden ist das der wirksamste Weg. Dafür benötigt er jedoch auch am meisten Kraft.

💡 Tipp:
Wässern und düngen Sie den Rasen etwa eine Woche vorher, denn dadurch wird der Boden weicher und die Arbeit geht spürbar leichter von der Hand.

Wann ist der beste Zeitpunkt zum Aerifizieren?

Es genügt vollkommen, wenn Sie verdichtete Rasenflächen einmal jährlich aerifizieren. Der beste Zeitpunkt für das Aerifizieren ist dabei das Frühjahr zwischen März und Mai, oder der Herbst zwischen September und Oktober. Wichtig dabei: Führen Sie die Arbeit niemals während längerer Regenperioden oder einer starken Hitzeperiode durch.

Rasen belüften: Schritt für Schritt

Echte Belüftung (Aerifizieren) des Rasens, der unter Staunässe, Moos oder schwerem Lehmboden leidet, gelingt nur mit offenen Röhren im Boden. Ein Gerät mit Stacheln verbessert zwar kurzzeitig die Belüftung und die Aufnahme von Dünger, an der Bodenstruktur selbst ändert sich langfristig jedoch nichts. Denn erst wenn die Erdzylinder mit Hohlspoons ausgestochen sind, entsteht der Platz, den der eingekehrte Quarzsand benötigt, um permanent die Drainage zu verbessern.

  1. Mähen Sie den Rasen kurz.
  2. Dann führen Sie das Rasenlüftungsgerät gleichmäßig über die Fläche, am besten in zwei sich kreuzenden Bahnen.
  3. Bei starker Verdichtung greifen Sie zu einem Hand-Aerifizierer mit Hohlspoon statt zu Vollstacheln. Er zieht kleine Bodenzylinder komplett aus der Fläche.
  4. Modelle mit Auffangbox sammeln die Erdstücke direkt auf. Ohne Auffangbox kehren Sie loses Material und Rasenfilz mit dem Vertikutierrechen aus der Grasnarbe auf.
  5. Anschließend verteilen Sie Quarzsand auf der Fläche und schieben ihn mit dem Rasenrakel gleichmäßig in die Löcher.
  6. Zum Abschluss wässern Sie die Fläche gründlich, damit sich der Sand setzt und die Halme sich erholen.

💡 Tipp:
Kahle oder lückige Stellen nutzen Sie am besten direkt für eine Nachsaat. Frisches Saatgut keimt in den offenen Löchern besonders zuverlässig.

Ringo von Gartentipps.com

Ringo ist Gründer und Chef-Redakteur von Gartentipps.com. Hat auf dem Dorf (bei Oma) zwischen Stachelbeeren, Kirschbaum und Hühnerhof seine Leidenschaft fürs Gärtnern entdeckt.

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