Rucola wächst schnell, braucht wenig Platz und lässt sich vom Frühjahr bis in den Herbst immer wieder aussäen. Mit dem passenden Standort, den richtigen Nachbarn im Beet und einer rechtzeitigen Ernte bleiben die Blätter über Wochen zart und aromatisch.

Mit ihren gezackten, dunkelgrünen Blättern und dem unverwechselbaren Aroma gehört Rucola zu den würzig-nussigen Blattgemüsen im Garten. Zwischen Aussaat und erster Ernte vergeht auch nicht viel Zeit. Gerade im Sommer liegen manchmal nur wenige Wochen dazwischen. Statt eine große Fläche auf einmal zu bestellen, lohnt es sich daher, regelmäßig kleine Mengen nachzusäen. So kommen immer wieder junge Blätter auf den Teller. Tatsächlich werden unter dem Namen Rucola zwei verschiedene Pflanzen angeboten, und für den Anbau macht das durchaus einen Unterschied.

Pflanzenfamilie und Herkunft

Botanisch gehört Rucola zu den Kreuzblütlern (Brassicaceae), einer Pflanzenfamilie, der auch Kohl, Radieschen und Kresse angehören. Diese Verwandtschaft erklärt, warum Rucola von denselben Schädlingen und Krankheiten heimgesucht wird wie ihre bekannteren Familienmitglieder.

Der Ursprung der Rauke liegt im Mittelmeerraum. Von dort gelangte sie über die Alpen nach Norditalien und breitete sich weiter aus. Bei uns geriet Rucola danach lange in Vergessenheit, erst mit der wachsenden Beliebtheit italienischer Küche kehrte er gegen Ende des 20. Jahrhunderts zurück auf die Teller. Der italienische Name „Rucola“ hat sich seither durchgesetzt, daneben sind „Rukola“, „Rauke“ oder auch „Ruke“ gebräuchlich.

Steckbrief Gartenrauke und Wilde Rauke

Im Handel finden sich hauptsächlich die Wilde Rauke (Diplotaxis tenuifolia) und die Gartenrauke (Eruca sativa). Beide entwickeln den für Rucola typischen würzig-scharfen Geschmack, unterscheiden sich jedoch trotzdem.

Rucola in unserem Gemüsebeet
Rucola in unserem Gemüsebeet | © Gartentipps.com

Wilde Rauke

Die Wilde Rauke besitzt schmalere und stärker gezähnte Blätter, sie schmeckt kräftiger und wächst mehrjährig. Gartenrauke blüht weißlich bis leicht rötlich.

Wilde Rauke (Diplotaxis tenuifolia)
Wuchshöhe:30 – 60 cm
Wuchsbreite:20 – 30 cm
Standort:Sonne bis Halbschatten
Boden:frisch und durchlässig
Erntezeit:März bis Oktober
Lebensdauer:mehrjährig
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Gartenrauke

Gartenrauke wächst einjährig und bildet etwas breitere, gebuchtete Blätter. Ihr Geschmack fällt meist milder aus. Außerdem blüht sie weißlich bis leicht rötlich.

Gartenrauke (Eruca sativa)
Wuchshöhe:30 – 80 cm
Wuchsbreite:15 – 30 cm
Standort:Sonnig bis halbschattig
Boden:frisch und durchlässig
Erntezeit:April bis Oktober
Lebensdauer:einjährig
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💡 Tipp: Weitere Bezeichnungen
Im Saatguthandel tauchen die beiden Formen häufig auch unter den Bezeichnungen „Rucola selvatica“ für die Wilde Rauke und „Rucola coltivata“ für die Gartenrauke auf, gelegentlich ergänzt um Kreuzungen beider Arten wie „Runway“ oder „Skyrocket“.

Rucola pflanzen

Wilde Rauke lässt sich als Topfpflanze direkt ins Beet setzen, genauso tief wie zuvor im Topf. Alternativ gelingt die Kultur von Rucola über die Aussaat von Samen. Im Freiland beginnt die Aussaat etwa Anfang April und ist bis Anfang September möglich. Rucola keimt je nach Sorte bei Temperaturen zwischen 10 und 20 °C.

Standort

Rucola wächst an einem sonnigen bis leicht halbschattigen Standort und zeigt sich dabei erstaunlich anpassungsfähig, ob im offenen Beet, im Hochbeet oder im Topf auf dem Balkon.

Boden

Ein normal versorgter, lockerer Gartenboden reicht für Rucola völlig aus, stark gedüngte Gemüsebeete braucht die schnell wachsende Rauke nicht. Schwere, lehmige Böden lassen sich vor der Aussaat mit etwas Sand oder Kompost auflockern.

Pflanzanleitung Schritt für Schritt

Genauso wie Kohl, Radieschen, Rettich und Kresse gehört auch Rucola zur Familie der Kreuzblütler und wird daher von ähnlichen Schädlingen und Krankheiten befallen. Vor der Aussaat lohnt sich deshalb ein Blick darauf, was zuvor im selben Beet gewachsen ist. Standen dort in den vergangenen Jahren bereits andere Kreuzblütler, bekommt der Rucola besser einen neuen Platz. Als Fruchtfolge empfiehlt sich ein Abstand von etwa vier Jahren zu anderen Kreuzblütlern. Bei Krankheiten wie Kohlhernie sind sogar längere Anbaupausen sinnvoll.

💡 Tipp: Rucola vorziehen
Junge Rucola-Keimlinge im Freiland sind die absolute Leibspeise von Erdflöhen. Haben Sie damit ein großes Problem im Garten, hilft die Vorkultur, denn die robusteren, vorgezogenen Jungpflanzen überstehen den Fraßdruck im Beet besser. Ziehen Sie bereits im März im Haus vor, um die Pflanzen im April in ein Frühbeet oder Gewächshaus zu setzen, verfrüht sich die allererste Ernte des Jahres um zwei bis drei Wochen. Sonst lohnt sich eine Vorkultur im Haus eher nicht, da sich Rucola ohnehin schnell entwickelt.

So gelingt die Aussaat:

  1. Erde fein lockern und größere Steine sowie Pflanzenreste entfernen.
  2. Flache Saatrillen ziehen, mit rund 15 cm Abstand zwischen den Reihen.
  3. Samen dünn darin verteilen und nur mit maximal 0,5 cm Erde bedecken.
  4. Saatgut andrücken und kräftig angießen.
  5. Bis zur Keimung gleichmäßig feucht halten, nach spätestens zwei Wochen zeigen sich die ersten Keimlinge.

Rucola eignet sich zudem für kleine Lücken im Gemüsebeet. Wird etwa ein früher Salat oder Kohlrabi geerntet, lässt sich die entstandene Fläche schnell mit Rauke nachbestellen.

💡 Tipp: Rucola im Topf anbauen
Auch ein Balkonkasten oder ein größerer Pflanztopf mit Abzugslöchern reicht für den Anbau von Rucola aus. Die Aussaat gelingt darin genauso wie im Beet. Gerade für kleine Haushalte hat der Topfanbau einen Vorteil, denn es lässt sich nur so viel aussäen, wie regelmäßig verbraucht wird.

Ringo von Gartentipps.com

Autoren-Kommentar von Ringo Dühmke

💡 Rucola nachsäen

Säen Sie Rucola von März bis September alle zwei bis drei Wochen neu aus, dann ist die Ernte durchgehend gesichert.

Tipp: Die mehrjährige Wilde Rauke kann drei bis fünf Jahre am exakt selben Standort stehen bleiben und lässt sich dort die ganze Zeit über beernten. Mit einem regelmäßigen Rückschnitt werden die Blätter auch nicht holzig. Danach benötigt das Beet unbedingt eine Anbaupause von drei bis vier Jahren. Erst danach eignet es sich wieder für den Anbau von Rucola.

Pflanzpartner

Geeignete Pflanzpartner für Rucola in einem Beet
Rucola kann in Mischkultur angebaut werden. | © ji_images / stock.adobe.com

Rucola bleibt klein und benötigt wenig Nährstoffe. Deshalb verträgt sie sich gut mit kräftig zehrenden Nachbarn im Beet. Andere Salate, Sellerie, Zwiebeln, Basilikum und Ringelblumen wachsen problemlos neben der Rauke, aber auch die Kombination mit Tomaten funktioniert, weil Rucola den stärkeren Nachbarn die Nährstoffe nicht streitig macht.

Rucola pflegen

Gießen

Rucola verzeiht bei der Pflege vieles, nur bei der Wasserversorgung reagiert die Pflanze empfindlich. Besonders während trockener und heißer Perioden braucht sie regelmäßig Wasser. Am besten gelangt das Gießwasser direkt auf den Boden, denn dauerhaft nasse Blätter begünstigen verschiedene Blattkrankheiten.

💡 Tipp: Trockenstress vermeiden
Eine gleichmäßige Wasserversorgung ist wichtig, denn Rucola bildet nur ein flaches Wurzelsystem aus und gerät bei anhaltender Trockenheit schnell unter Stress.

Düngen

Auf normalem Gartenboden reicht die vorhandene Nährstoffmenge für die kurze Kultur meist aus. Eine zusätzliche Düngung ist daher in der Regel nicht nötig. Wirken die Pflanzen jedoch trotz gleichmäßiger Wasserversorgung auffallend blass und wachsen nur schwach, reicht eine sparsame Gabe organischen Düngers oder etwas stark verdünnte Brennnesseljauche für die Versorgung aus. 

Rückschnitt

Weil beide Rucola-Arten laufend durch die Ernte zurückgeschnitten werden, brauchen sie keinen besonderen Rückschnitt nach Termin. Nur bei der mehrjährigen Wilden Rauke lohnt sich ein gezielter Rückschnitt der Blütentriebe im zeitigen Frühjahr. Dadurch treibt die Staude aus der Rosette heraus neu aus und liefert bald wieder zarte Blätter für die Ernte.

Überwintern

Die einjährige Gartenrauke übersteht keinen Winter. Nach der Ernte im Herbst endet ihr Lebenszyklus und eine Aussaat im Folgejahr ersetzt sie.

Die Wilde Rauke dagegen ist mehrjährig, winterhart und bleibt über den Winter grün. Sie benötigt im Beet trotzdem keinen Winterschutz. Einzig bei der Kübelhaltung frieren die Wurzeln in strengen Wintern leichter durch. Deshalb rückt der Topf am besten an eine geschützte Hauswand und wird zusätzlich mit Vlies oder Luftpolsterfolie umwickelt.

Rucola vermehren

Für die eigene Vermehrung bleiben nach der Blüte einige Rucolapflanzen stehen. Aus den Blüten entwickeln sich Schoten, in denen die Samen heranreifen. Sobald die Schoten trocken sind, werden sie abgeschnitten und die Samen herausgelöst. Vor dem Einlagern wird das Saatgut vollständig getrocknet und anschließend kühl, trocken und dunkel aufbewahrt. In der nächsten Saison lässt es sich wieder neu aussäen.

💡 Tipp: Selbstaussaat
Bleiben reife Samenstände im Beet, kann sich Rucola auch selbst aussäen. Vor allem die Wilde Rauke samt sich gut aus. Die jungen Pflanzen erscheinen dann dort, wo die Samen günstige Keimbedingungen finden, statt ordentlich in einer ausgesäten Reihe zu wachsen. Natur pur!

Rucola ernten

Frisch geerntet passt Rucola nicht nur in den Salat. Die würzigen Blätter schmecken ebenso auf Pizza, wie zu Pasta, in Pesto, auf belegtem Brot, zu Tomaten und in Gemüsegerichten. Auf eine frisch gebackene Pizza kommt Rucola am besten erst nach dem Backen. So bleiben die Blätter frisch und behalten ihren typischen Geschmack.

Gartenrauke

  1. Junge Blätter schmecken besonders zart und mild-würzig. Geerntet wird Gartenrauke von Frühjahr bis Herbst, am besten stets vor der Blüte. Mit zunehmendem Alter werden die Blätter fester, schärfer und können sehr, sogar unangenehm, bitter schmecken.
  2. Sobald die Blätter etwa 10 cm lang sind, beginnt die erste Ernte. Dazu wird die Blattrosette knapp über dem Boden abgeschnitten, ohne das Herz zu verletzen. So treibt die Pflanze erneut aus und liefert häufig zwei bis drei Ernten.
  3. Die weißen Blüten selbst sind auch essbar und eignen sich gut für Salate, auf Brot oder für andere Gerichte.

Wilde Rauke

Im Gegensatz zur Gartenrauke behält die Wilde Rauke auch während und nach der Blüte ihren typischen, sehr intensiven Geschmack. Geerntet wird von Mai bis in den Oktober und im Gewächshaus sogar ganzjährig. Die Blätter werden zwar auch mit zunehmendem Alter schärfer und leicht bitterer, bleiben aber genießbar. Auch ihre gelben Blüten sind essbar. Übersteht sie den Winter, beginnt die Ernte im folgenden Frühjahr erneut.

💡 Tipp: Rucola aufbewahren
Am längsten bleiben die Blätter frisch, wenn sie locker in feuchtes Küchenpapier gewickelt und gekühlt aufbewahrt werden. Mit ein paar zusätzlichen Handgriffen hält sich Rucola noch etwas länger.

Krankheiten und Schädlinge an Rucola

Kaum steht der junge Rucola im Beet, sehen seine Blätter manchmal aus wie ein kleines Sieb. Dafür sind häufig Erdflöhe verantwortlich. Trotz ihres Namens handelt es sich nicht um Flöhe, sondern um kleine Blattkäfer, die bei Störung davonspringen. Besonders warmes und trockenes Wetter begünstigt einen starken Befall, und junge Rucolapflanzen leiden stärker unter dem Lochfraß als bereits kräftig entwickelte Bestände. Den wirkungsvollsten vorbeugenden Schutz bietet ein engmaschiges Kulturschutznetz, das unmittelbar nach der Aussaat über das Beet kommt.

Leider kann Rucola auch von Pilzkrankheiten wie Alternaria oder Falschem Mehltau sowie von bakteriellen Blattkrankheiten betroffen sein. Vorbeugend helfen ausreichende Pflanzabstände im Beet, ein abwechslungsreicher Fruchtwechsel, das Gießen direkt auf den Boden und das Entfernen kranker Pflanzenteile.

💡 Tipp:
Neben Erdflöhen tauchen gelegentlich auch Blattläuse und Schnecken an Rucola auf. Gegen Blattläuse helfen natürliche Feinde wie Marienkäfer oder eine milde Seifenlauge, gegen Schnecken haben sich Schneckenzäune und das regelmäßige Absammeln in den Morgen- und Abendstunden bewährt.

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Fazit: Rucola anbauen

Rucola gehört zu den unkompliziertesten Gemüsepflanzen für kleine Lücken im Beet, im Hochbeet oder im Topf auf dem Balkon. Regelmäßige kleine Aussaaten, ein passender Standort und eine konsequente Wasserversorgung sorgen von April bis in den Herbst hinein für zarte, würzige Blätter. Ihre Nährstoffe machen die Rauke außerdem zu einem guten Bestandteil vieler Gerichte.

Häufige Fragen zu Rucola

Wann ist Rucola giftig?

Rucola selbst ist keine Giftpflanze, allerdings speichert er wie Spinat bei hohem Nährstoffangebot Nitrat in den Blättern. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät deshalb zu einem maßvollen Verzehr. Im eigenen Garten lässt sich der Nitratgehalt über den Standort beeinflussen. Ein sonniger Platz und eine zurückhaltende Düngung halten die Werte niedriger als schattige, stark gedüngte Beete.

Kann man Rucola noch essen, wenn er blüht?

Ja, blühender Rucola ist nicht schädlich, allerdings verändert sich der Geschmack. Die Blätter werden fester und schärfer, oft auch bitter. Dafür lassen sich die Blüten selbst gut als essbare Dekoration über Salaten oder Pasta verwenden.

Wie oft lässt sich Rucola ernten?

Bleibt beim Schneiden das Herz der Blattrosette erhalten, treibt Gartenrauke meist zwei- bis dreimal neu aus. Wilde Rauke lässt sich durch ihre mehrjährige Wuchsform über eine ganze Saison hinweg immer wieder beernten.

Ist Rucola mehrjährig?

Das kommt auf die Art an. Die klassische Gartenrauke wächst einjährig und wird deshalb jedes Jahr neu ausgesät. Die Wilde Rauke dagegen ist mehrjährig, übersteht den Winter im Beet häufig gut und liefert über mehrere Jahre hinweg Ernten.

Warum schmeckt Rucola bitter?

Mit zunehmendem Alter und kurz vor der Blüte bildet Rucola mehr Senföle, die für den schärferen und bittereren Geschmack sorgen. Milde Blätter gibt es nur bei rechtzeitiger Ernte vor der Blüte. Häufigere kleine Aussaaten liefern deshalb beständiger zarte Blätter als wenige, lange stehende Pflanzen.

Ringo von Gartentipps.com

Ringo ist Gründer und Chef-Redakteur von Gartentipps.com. Hat auf dem Dorf (bei Oma) zwischen Stachelbeeren, Kirschbaum und Hühnerhof seine Leidenschaft fürs Gärtnern entdeckt.

4 Kommentare

  1. Ich habe einen großen Rucolastock. Ich habe ihn ausgegraben und möchte ihn verschenken. Aber er ist welk und unansehnlich. Braucht er jetzt extrem viel Wasser? Habe ihn in einem großen Topf mit Erde im Schatten stehen.

    • Ringo von Gartentipps.com
      Ringo von Gartentipps.com on

      Ist mir leider auch schon passiert. Hat sich im gesamten Garten verteilt. Da hilft meiner Meinung nach nur beständiges Ausreißen/Jäten. Natürlich mitsamt der recht tiefen Wurzel.

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