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Ackerbohne kultivieren und ernten

Ackerbohnen gehören eigentlich nicht zu den Bohnen. Dennoch sind die Samen genießbar und zudem sehr nährstoffreich. Wir zeigen, wie Sie sie richtig kultivieren.

Ackerbohne
© Esin Deniz / stock.adobe.com

Die Ackerbohne (Vicia faba) ist in den letzten Jahren mehr und mehr in Vergessenheit geraten. Mit Pferdebohne, Favabohne, Saubohne, Puffbohne oder Dicke Bohne sind mehrere Bedeutungen bekannt. Im botanischen Sinne ist die Ackerbohne allerdings keine Bohne, sondern wird zu den Wicken gezählt. Da die Ackerbohne heute in den Supermärkten kaum noch zu finden ist, lohnt es umso mehr, das schmackhafte und gesunde Gemüse selbst anzubauen.

Bedeutung der Ackerbohne

Die Kultivierung der Ackerbohne reicht beinahe 9.000 Jahre zurück. Damit zählt die Puffbohne zu den ältesten bekannten Kulturpflanzen. Bis in das 18. Jahrhundert zählte die gesunde Bohne in Europa zu den Grundnahrungsmitteln. Heute ist die Ackerbohne entweder gänzlich unbekannt, oder man kennt sie als Viehfutter. In den Tropen ist die Bedeutung der Puffbohne erhalten geblieben.

Im Zuge des Aufschwungs des ökologischen Landbaus wird der Ackerbohne wieder mehr Bedeutung beigemessen. Der Anbau gelingt auch ohne grünen Daumen und die Erntezeit erstreckt sich auf etwa zwei Monate. Wird zeitig geerntet, ist der Geschmack besonders angenehm. Nicht zuletzt aufgrund der wertvollen Inhaltsstoffe sollte die Ackerbohne nicht aus unseren Gärten und von unseren Speisezetteln verschwinden.

Ackerbohne (Vicia faba)
Wuchs: krautig; Stängel vierkantig, unverzweigt, hohl und kahl
Wuchshöhe: 50 – 150 cm
Früchte: Hülsenfrucht mit 2 – 6 Samen
Wurzelsystem: Pfahlwurzel, bis zu 1 m lang
Standort: Sonne
Boden: locker, kalkhaltig, reich an Nährstoffen, frisch und feucht

Nährstoffe der Ackerbohne

Die Ackerbohne ist reich an Proteinen und kann damit Veganern und Vegetariern als Alternative zu tierischen Produkten dienen. Weiterhin hat die Saubohne einen hohen Ballaststoffanteil und kann uns Eisen, Magnesium und Kalzium sowie wertvolle Vitamine der B-Gruppe liefern.

Bei einem Eiweißgehalt von etwa 30 Prozent besitzt die Ackerbohne gerade einmal zwei Prozent Fett. Der Anteil an Kohlenhydraten liegt bei maximal 50 Prozent. Damit ist die Pferdebohne ein gesundes Lebensmittel, was sich vielseitig zubereiten und verwenden lässt.

Ackerbohne pflanzen

Der passende Standort für die Ackerbohne

Die Ackerbohne bevorzugt einen sonnigen Standort. Dabei sollte Trockenheit vermieden werden. Die Saubohne liebt feuchte Luft und feuchtes Substrat. Dies darf aber nicht mit Nässe verwechselt werden. Denn Staunässe vertragen die Pflanzen nicht.

Es kann in günstige und ungünstige Pflanznachbarn unterschieden werden:

Mischkultur möglich mit:

Tomaten
Spinat
Brokkoli
Sellerie
Gurken
Kartoffeln

ungünstige Nachbarn:

Sonnenblumen
Raps
Hülsenfrüchte

Das ideale Substrat für Ackerbohnen

Da die Ackerbohne Pfahlwurzeln besitzt und diese tief ins Erdreich bohrt, ist ein lockerer und tiefgründiger Boden Voraussetzung für ein gesundes Pflanzenwachstum. Ein schwerer Lehmboden ist weniger günstig und sollte vor der Pflanzung gelockert und mit Sand vermischt werden. Wird der Boden gekalkt, ist dies ebenfalls vorteilhaft für das Gedeihen der Ackerbohne. Reifer Kompost kann bei der Vorbereitung des Bodens als Langzeitdünger eingearbeitet werden.

Tipp: Wer die Möglichkeit hat, den pH-Wert des Bodens zu bestimmen: 6,5 bis 7 sind ideale Werte.

Ackerbohne aussäen

Ackerbihne aussähen
Nach wenigen Tagen keimen die Samen der Ackerbohne – © Lukas / stock.adobe.com

Mit der Aussaat kann im Februar begonnen werden. Die Temperaturen sollten mindestens drei Grad betragen. Frost darf nicht herrschen. Nach strengen Wintern kann bis April ausgesät werden. Die Saattiefe sollte sechs bis zehn Zentimeter betragen. Dabei ist ein Saatabstand von 20 Zentimetern einzuhalten. Die Keimdauer beträgt einige Tage. Etwa drei bis fünf Monate nach der Aussaat können Sie die Ackerbohne ernten.

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Aussaat – Schritt für Schritt

1. Standort finden
2. Boden vorbereiten
3. Boden aufwerten
4. Pflanzlöcher anlegen
5. Pflanzabstand beachten
6. Samen einbringen
7. Pflanzlöcher schließen
8. Erde leicht andrücken
9. Boden wässern

Vorgezogene Ackerbohnen pflanzen

Ackerbohnen können in Zimmerkultur vorgezogen werden. Damit kann im April begonnen werden. Nach den Eisheiligen, ab Mitte Mai, können die Pflanzen ins Freiland gesetzt werden.

Tipp: Um die Pflanzen zu schützen, kann die Erde um die jungen Ackerbohnen angehäufelt werden.
Dies stabilisiert die Pflanze und schützt gleichzeitig vor Krankheiten und Schädlingsbefall.

Ackerbohne pflegen

Ackerbohne richtig gießen

Mit Einsetzen der Blüte steigt der Wasserbedarf der Feldbohne. Es ist darauf zu achten, dass der Boden nicht austrocknet. Das Substrat sollte sich leicht feucht anfühlen, aber keinesfalls nass erscheinen.

Tipp: Wird zu wenig gegossen, wirft die Pflanze Blüten oder Hülsen ab.

Ackerbohne richtig düngen

Bei der Pflanzung erhält die Ackerbohne einen stickstoffhaltigen Volldünger. Wichtig ist auch, auf einen möglichst hohen Kalium-Anteil zu achten. Ist die Puffbohne ausreichend mit Kalium versorgt, kann sie die Feuchtigkeit aus dem Boden besser aufnehmen.

Beliebte Sorten im Überblick

Die Ackerbohne besitzt einen großen Sortenreichtum. Einige beliebte Sorten sind in folgender Tabelle aufgeführt:

SorteEigenschaften
Robin Hoodniedrig wachsend
für Kübelpflanzung geeignet
zarte und wohlschmeckende Körner
Onsabrücker Marktalte Sorte
mittelfrüh
helles Korn
Juliabunte Blüte
frühe Aussaat möglich
hoher Ertrag
Hunsrückgroße Früchte
beiges Korn
Dreifach Weißezarte wohlschmeckende Körner
früher Ertrag
Hangdownalte Sorte
mittelgroß
grünes Korn
Piccolaertragreich
standfest
grünes Korn

Krankheiten und Schädlinge an der Ackerbohne erkennen

Die Ackerbohne kann von folgenden Krankheiten und Schädlingen befallen werden:

  • Rostpilz
  • Schwarze Bohnenlaus
  • Mehltau
  • Brennfleckenkrankheit
  • Wurzelfäule

Rostpilz

Ackerbohne Krankheiten
© Graham / stock.adobe.com

Ist die Puffbohne vom Rostpilz befallen, zeigen sich an Rost erinnernde Flecken auf der Oberfläche der Blätter. Hausmittel sind gegen den Rostpilz kaum wirksam. Von einer chemischen Bekämpfung ist abzusehen. Damit sich der Pilz nicht ausbreitet, sollten die komplette Pflanze zu entsorgen.

Achtung: Der Pilz überlebt auf dem Kompost. Daher gehören befallene Pflanzen in den Restmüll oder werden verbrannt.

Schwarze Bohnenlaus

Wer Pfaffenhütchen oder Schneeball im Garten kultiviert, wird sich mit der Schwarzen Bohnenlaus auseinandersetzen müssen. Die Schädlinge benötigen die genannten Pflanzen als Wirte. Die Schwarze Bohnenlaus lässt sich an der Wirtspflanze wie an der Ackerbohne mit Neem-Produkten wie dem COMPO BIO Insekten-frei Neem vertreiben. Gute Ergebnisse werden auch mit einer aus Rhabarberblättern aufgesetzten Brühe erzielt.

Mehltau

Es können sowohl der echte, als auch der falsche Mehltau auftreten. Dies ist abhängig von der Witterung.

So erkennen Sie den Befall:

  • Echter Mehltau – weißliche Belag auf der Blattoberseite
  • Falscher Mehltau – gelbliche Flecken auf der Blattoberseite, weißgrauer Belag auf der Blattunterseite

Echter Mehltau lässt sich recht einfach durch Spritzungen mit verdünnter Vollmilch beseitigen. Der Falsche Mehltau kann nur schwer mit einfachen Hausmitteln bekämpft werden und die Pflanzen sind bei starkem Befall besser zu entfernen.

Brennfleckenkrankheit

Dieser Pilz ist an Branntflecken auf den Blättern auszumachen. Neben Blättern und Blüten können auch die Samen von der Infektion betroffen sein. Feuchte Witterung begünstigt den Ausbruch der Brennfleckenkrankheit. Es gibt keine wirkungsvollen Mittel und die Pflanzen sind zu entsorgen.

Tipp: Der Standort der Ackerbohne ist über mehrere Jahre zu verlagern. Ansonsten kann die Krankheit wieder auftreten.

Wurzelfäule

Wurzelfäule tritt auf, wenn die Pflanzen Staunässe ausgesetzt sind. Bei andauernder feuchter und kühler Wetterlage erhöht sich das Risiko. Durch entsprechende Pflegemaßnahmen lässt sich die Wurzelfäule weitgehend unterbinden.

Ackerbohnen ernten

Ackerbohne ernten
© aessefotografia / stock.adobe.com

Circa 100 Tage nach der Aussaat können die Ackerbohnen geerntet werden. Ob die Saubohne erntereif ist, können Sie ganz einfach selbst überprüfen. Eine Bohne wird in der Mitte durchgebrochen. Ist die Bruchstelle glatt und saftig grün, kann die Ernte beginnen.

Die Hülsen lassen sich mit den Fingern einfach abknipsen. Anders als bei herkömmlichen Bohnen sind diese bei der Feldbohne jedoch nicht zum Verzehr geeignet.

Tipp: Die jungen Blätter können einem bunten Sommersalat beigegeben werden.

Ackerbohne verarbeiten

Die Bohnen werden aus den Hülsen entnommen. Anschließend kocht man sie oder blanchiert die Bohnen etwa zwei Minuten. Werden die Bohnen sehr früh geerntet, lassen sie sich auch roh genießen.

Achtung: Dies ist eine Ausnahme. Alle übrigen Bohnen sind in rohem Zustand giftig.

Nachdem die Ackerbohne kurz angedünstet wurde, schwenkt man sie in Butter oder Öl und würzt mit Salz und Pfeffer. Ackerbohnen können mit Käse verfeinert werden oder lassen sich mit Spinat verzehren. Auch zu deftigen Fleischgerichten ist die Dicke Bohne eine ideale Beilage.

Ackerbohne lagern

Frisch geerntete Bohnen sollten möglichst schnell verbraucht werden. Wer die Ackerbohnen länger lagern möchte, kann sie trocknen oder einfrieren. Im Kühlschrank halten sich Ackerbohnen maximal eine Woche, wenn die Schote an den Kernen belassen wird.

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