Ambrosia ist eine hochgradig allergene Pflanze, die ursprünglich aus Nordamerika stammt. In Deutschland breitet sie sich seit Jahren aus. Wer die Pflanze frühzeitig erkennt und richtig bekämpft, schützt nicht nur sich selbst, sondern auch die Nachbarschaft.

Ambrosia Arten

Ambrosia gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und umfasst rund 40 Arten. In Europa haben sich vor allem zwei Arten als Neophyten fest etabliert: das Beifußblättrige Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia) und das Ausdauernde Traubenkraut (Ambrosia psilostachya).

Beide gelten als hochallergen – und das ist keine Übertreibung: Schon 5 Pollenkörner pro Kubikmeter Luft reichen aus, um eine allergische Reaktion auszulösen. Zum Vergleich: Bei Gräserpollen liegt dieser Wert bei etwa 50. Das Problem dabei ist, dass die meisten Menschen Ambrosia gar nicht erkennen würden.

Wo wächst Ambrosia?

Wuchernde Ambrosia-Pflanzen am Feldrand.
Wuchernde Ambrosia am Feldrand – eine invasive Pflanze, die Allergien auslösen kann. | © Ivanna / stock.adobe.com

Ambrosia ist besonders in Süddeutschland verbreitet, da die klimatischen Bedingungen günstig sind – mittlerweile ist sie aber auch im Norden anzutreffen. Einer der wichtigsten Einschleppungswege war verunreinigtes Vogelfutter: Sonnenblumenkerne und Ambrosia-Früchte reifen gleichzeitig und werden beim Ernten vermischt.

Dazu kommen die Verbreitung durch Wind und auch durch Mäharbeiten an Straßenrändern. Einmal etabliert, ist Ambrosia kaum loszuwerden. Ihre Samen bleiben jahrzehntelang keimfähig. Kein Wunder also, dass Ambrosia heute an vielen Standorten auftaucht:

  • Straßenränder, Bahndämme und Wegränder
  • Brachflächen und Schuttplätze
  • Baustellen und gestörte Böden
  • Äcker und Felder (besonders Sonnenblumen- und Maisfelder)
  • Gärten und Komposthaufen
  • Flussufer und Kiesbanken

Ambrosia: Pollen und allergische Auswirkungen

Nahaufnahme des Ambrosia-Blütenstands.
Der Blütenstand der Ambrosia in Nahaufnahme. | © Rita Priemer / stock.adobe.com

Ambrosiapollen sind mikroskopisch klein, kugelförmig und mit feinen Stacheln besetzt – genau diese Stacheln ermöglichen es ihnen, sich an Schleimhäuten festzuhaften und dort Reizungen auszulösen.

Die Folge sind typische allergische Symptome wie Augenjucken, Niesen, Müdigkeit und Reizbarkeit, die das allgemeine Wohlbefinden stark beeinträchtigen. Da die Pollen tief in die Atemwege eindringen, können sie zudem Heuschnupfen und Asthmaanfälle auslösen – bei besonders empfindlichen Menschen sogar Atemnot.

Wer direkten Kontakt mit der Pflanze hat, riskiert zusätzlich Hautreaktionen wie Ekzeme. Kreuzallergien mit Korbblütlern und Gräsern können die Beschwerden weiter verschärfen.

Schon gewusst? Hauptsächlich entstehen Ambrosiapollen an den männlichen Blüten, die am Blütenstand der Ambrosia oberhalb der weiblichen Blüten sitzen. Eine einzige Pflanze kann bis zu 1 Milliarde Pollen ausstoßen und diese sind dann sogar über mehrere Jahrzehnte keimfähig.

Ambrosia Pollenzeit

Während die meisten Allergiker im Sommer aufatmen, fängt für Ambrosia die Blütezeit erst an. Je nach Witterung beginnt die Pollenzeit ab Mitte Juli und und dauert bis in den Oktober – manchmal sogar bis zum ersten Frost. Der Höhepunkt liegt zwischen August und September.

Übrigens: Menschen, die bisher noch nie mit Allergien zu tun hatten, können auf die Ambrosia allergisch reagieren. Es ist also niemand davor gefeit und deshalb bleibt nur eine einzige Möglichkeit. Weg mit dem Unkraut!

Ambrosia erkennen: 6 wichtige Merkmale

Kleingewachsene Ambrosia im Beet.
Je nach Wachstumsbedingung erreicht die Ambrosia Pflanze unterschiedliche Höhen. | © Viacheslav / stock.adobe.com

Eine Ambrosia-Pflanze zu erkennen, ist nicht gerade einfach. Sie hat eine sehr starke Ähnlichkeit mit anderen Pflanzen aus unserer Umgebung. So gilt sie besonders als Doppelgänger des Gemeinen Beifußes (Artemisia vulgaris), aber auch die Wilde Möhre (Daucus carota) und Wermut (Artemisia absinthium) sind ihr zum Verwechseln ähnlich.

Ambrosia Steckbrief

Ambrosia-Stiel mit Blättern
Stiel und Blätter der Ambrosia zur Erkennung. | © kolesnikovserg / stock.adobe.com
MerkmalBeschreibung
Wuchshöhe20 bis 200 cm
BlätterTief eingeschnitten, farnähnlich, beidseitig grün
StängelAufrecht, rötlich-grün, leicht behaart
BlütenKleine, unscheinbare grün-gelbliche Blütenähren
BlütezeitJuli bis Oktober
GeruchAromatisch-würzig beim Zerreiben der Blätter
WurzelTiefe Pfahlwurzel, schwer herauszuziehen
StandortSonnige, offene Flächen, Wegränder, Brachland
BesonderheitUnterseite der Blätter silbrig-grün schimmernd

Vergleich Gemeiner Beifuß und Ambrosia

MerkmalGemeiner Beifuß (Artemisia vulgaris)Ambrosia (Ambrosia artemisiifolia)
Blätter• Oberseite dunkelgrün
• Unterseite silbrig-weiß
• filzig behaart
• Ober- und Unterseite gleichmäßig grün
• kein Farbunterschied
Stängel• Glatt
• unbehaart
• oft rötlich-violett gefärbt
• behaart
• grün
• verfärbt sich im Herbst rötlich
Entwicklung• Wächst schnell
• erreicht Ende Mai bereits 25 bis 50 cm
• Wächst langsam
• Ende Mai meist nur 10 bis 20 cm hoch
Blühbeginn• Blüht ab Juni• Blüht ab Juli
Blütenstand• Große, pyramidenförmige Rispen mit unscheinbaren Blüten• Kleine, traubenartige männliche Blüten an den Triebspitzen
• bei Pollenreife gelblich gefärbt

Ambrosia bekämpfen: 4 Tipps

Wer Ambrosia entfernt, sollte grundsätzlich Handschuhe tragen. Denn bereits der Hautkontakt kann Hautreizungen auslösen. Fällt die Arbeit in die Blütezeit von August bis Oktober, ist zusätzlich eine Atemschutzmaske empfehlenswert, da die Pollen beim Herausreißen aufgewirbelt werden und sofort Beschwerden verursachen können.

Entfernte Ambrosia in einem vollen blauen Sack gesammelt.
Schritt zur Eindämmung: Entfernte Ambrosia nicht auf dem Kompost. | © stadelpeter / stock.adobe.com

Tipp 1: Ambrosia samt der Wurzel vor der Blüte herausreißen und anschließend im Hausmüll entsorgen. Die Pflanze nicht in den Biomüll oder auf den Kompost schmeißen, da sich die Pflanze hier ungehindert weiter ausbreiten kann.

Tipp 2: Hat die Ambrosia schon Blüten gebildet, sollten Sie zuerst den Blütenstiel abschneiden und anschließend die Pflanze ebenfalls mit Wurzel herausziehen, da sich die Pflanze sonst ziemlich schnell wieder regenerieren würde. Tragen Sie zur Sicherheit Handschuhe und eine Staubmaske, um sich vor den Pollen zu schützen.

Tipp 3: Da Ambrosiasamen wie bereits erwähnt viele Jahrzehnte keimfähig bleiben, sollten Sie die betreffenden Stellen jährlich auf Wiederaustrieb kontrollieren.

Tipp 4: Untersuchen Sie auch besonders Ihre Vogelfutterplätze auf Ambrosia Pflanzen. Am besten ist es immer, wenn die Pflanze gar nicht erst zur Blüte kommt. So verringern Sie das Risiko, dass die Pollen durch die Luft fliegen und die Pflanze somit ein neues Plätzchen zum Ausbreiten findet.

Ambrosia melden

Die Meldung der Ambrosia-Pflanze erfolgt regional unterschiedlich. In Berlin beispielsweise können Bürger Funde der Pflanze per Mail an die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz melden. In den Bundesländern Baden-Württemberg und Bayern stehen hierfür die Portale der Landesämter für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit oder der zuständigen Umweltämter zur Verfügung.

Ringo von Gartentipps.com

Ringo ist Gründer und Chef-Redakteur von Gartentipps.com. Hat auf dem Dorf (bei Oma) zwischen Stachelbeeren, Kirschbaum und Hühnerhof seine Leidenschaft fürs Gärtnern entdeckt.

1 Kommentar

  1. Gerd Oellermann on

    Ist der Fund von Ambrosia-Standorten anzeigepflichtig?
    Welche Behörde wäre in Baden-Württemberg dafür zuständig?

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