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Apfelbaum-Schädlinge bekämpfen – 10 Schädlinge & Mittel zur Bekämpfung vorgestellt

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Während einige Insekten nützlich sind, gibt es auch viele, die einen Apfelbaum schädigen können. Dann heißt es schnell handeln und die Schädlinge bekämpfen.

Der Apfelbaum hat viele Feinde
Der Apfelbaum hat viele Feinde

Apfelbäume gehören zu den beliebtesten Obstbäumen in deutschen Gärten. Doch sie werden auch gerne von verschiedenen Schädlingen heimgesucht, die dann durchaus auch auf andere Pflanzen im Garten übergreifen können. Deshalb sollten Sie ihre Apfelbäume regelmäßig kontrollieren, um gegebenenfalls frühzeitig eingreifen zu können.

Nicht immer ist ein sofortiges Handeln notwendig, Sie können auch eine geringe Anzahl an Schädlingen tolerieren, denn schließlich dienen sie auch als Nahrung für andere nützliche Tiere. Allerdings dürfen Sie es nicht so weit kommen lassen, dass es zu einem großen Ernteausfall kommt.

Schädlinge frühzeitig erkennen

Während der Frühling- und Sommermonate sollten Sie regelmäßig einen Rundgang durch den Garten machen. Die Blätter des Apfelbaumes geben erste Hinweise auf einen Befall mit Schädlingen. Sobald diese sich einrollen, verfärben oder Löcher aufweisen, müssen Sie der Ursache dafür auf den Grund gehen. Später sehen Sie dann, ob die Blüten und Früchte auch optimal entwickelt sind.

Auch die Zweige sollten Sie auf Schädlinge untersuchen. Eventuell sollten Sie auch auf eine Leiter steigen, um eine Kontrolle im oberen Bereich der Baumkrone durchführen zu können. Alternativ kann auch ein Fernglas helfen.

Wichtig:

Hören Sie von Nachbarn, dass sie Schädlinge an ihren Obstbäumen entdeckt haben, ist dies immer ein Alarmsignal und Grund zu handeln. Haben Sie einen Schädlingsbefall festgestellt, müssen Sie auch die benachbarten Pflanzen daraufhin kontrollieren.

Apfelbaum-Schädlinge und deren Bekämpfung vorgestellt

✱ Blattläuse:

Neben Mehltau, der durch Pilze hervorgerufen wird, finden Sie an Obstbäumen auch häufig Blattläuse. Diese saugen die Blätter des Apfelbaumes aus und schädigen ihn somit.

Bekämpfungsmöglichkeiten:

Blattläuse können Sie mit einer Lauge bekämpfen. Dazu mischen Sie Wasser mit Spülmittel im Verhältnis 10:1 und besprühen die befallenen Stellen damit. Das Spülmittel verhindert, dass die Blattläuse sich weiter an den Blättern zu schaffen machen und außerdem nimmt es ihnen die Luft zum Atmen (Lesetipp: Blattläuse mit Knoblauch bekämpfen – 3 Möglichkeiten vorgestellt).

✱ Würmer:

Würmer finden Sie meistens an den Spitzen der Zweige. Dort können Sie in der Regel dann auch ein Gespinst erkennen.

Bekämpfungsmöglichkeiten:

Den befallenen Zweig sollten Sie komplett entfernen und über den Restmüll entsorgen. Die Schnittstelle anschließend am besten mit Bienenwachs versiegeln.

✱ Apfelwickler:

Zu den häufigsten Schädlingen, mit denen Sie an Apfelbäumen rechnen müssen, zählt der so genannte Apfelwickler. Es handelt sich dabei um einen Schmetterling, dessen Larven sich an den Äpfeln vergreifen. Zwischen Mai und September fliegt der Schmetterling umher und legt seine Eier auf den Blättern und Früchten des Apfelbaumes ab. Spätestens 14 Tage später schlüpfen dann die Raupen, die sich durch die Äpfel hindurch fressen.

Sie erkennen einen Befall daran, dass die Früchte durchlöchert sind. Die Larven halten sich im Inneren der Äpfel auf.

Bekämpfungsmöglichkeiten:

Um den Apfelwickler bekämpfen zu können, bedarf es dem Einsatz eines geeigneten Insektizides. Oder Sie beugen einen Befall gleich vor. Dazu umwickeln Sie die dicken Äste und den Stamm des Baumes mit Wellpappe. Darunter verstecken sich die Larven, die Sie dann absammeln können.

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✱ Apfelblütenstecher:

Der Apfelblütenstecher ist auch ein Feind des Apfelbaumes. Es handelt sich nicht um einen Schmetterling, sondern um einen Käfer. Dieser vergreift sich nicht nur an den Blüten, sondern auch an den Früchten.

Der Apfelblütenstecher überwintert in den Wäldern, deshalb kommt er fast ausschließlich in waldnahen Gärten vor. Ein Befall mit dem Apfelblütenstecher zeigt sich dann an rotbraunen Verfärbungen.

Bekämpfungsmöglichkeiten:

Singvögel sind der natürliche Fein dieses Käfers, deshalb ist eine Ansiedlung im Garten die beste Waffe. Sie können die Tiere in Ihren Garten locken, indem Sie z.B. Nistkästen zur Verfügung stellen, denn natürliche Nistmöglichkeiten sind in unseren Gärten rar geworden.

Eine Bekämpfung ohne chemische Mittel ist bei diesem Käfer kaum möglich. Es ist ratsam, befallene Blüten immer gleich zu entfernen, damit keine weitere Ausbreitung möglich ist.

✱ Apfelsägewespe:

Auch die Apfelsägewespe frisst sich durch die Äpfel bis zum Kerngehäuse. Sie fressen die Früchte von innen hohl, sodass diese dann irgendwann abfallen. Falls sie am Baum verbleiben, bildet sich unter ihrer Schale ein verkorkter Bereich mit gelb-brauner Verfärbung. Die Apfelsägewespen starten ihren Flug während der Blütezeit. Die Larven können dann später ihr Werk beginnen. Nachdem die Larven dann im Juni die Früchte verlassen haben, überwintern sie im Erdreich.

Bekämpfungsmöglichkeiten:

Sobald Sie Löcher an den Äpfeln entdeckt haben, sollten Sie diese vernichten. Außerdem können Sie Weißtafeln mit Leim versehen und an den Bäumen anbringen, denn das fängt die Wespen ab. Eine chemische Bekämpfung mit speziellen Mitteln kann erfolgen, sobald die Larven geschlüpft sind.

✱ Frostspanner:

Auch beim Frostspanner handelt es sich um einen Falter, der seine Eier im Herbst an den Apfelbäumen ablegt. Im kommenden Frühling schlüpfen dann dessen Larven, die sich an den Blättern und Blüten zu schaffen machen. Die Baumteile trocknen nach und nach aus und fallen schließlich ab. Der Frostspanner befällt nicht nur Apfelbäume, sondern auch Zwetschgen und Kirschen.

Bekämpfungsmöglichkeiten:

Da die Falter ab Oktober schlüpfen, sollten Sie bis Mitte Oktober Leimringe an den Bäumen anbringen. Normalerweise wird der Schädling von Käfern, Vögeln und Spinnen vernichtet, falls es im Garten ein natürliches Gleichgewicht gibt. Ist der Befall sehr stark, dann hilft nur der Einsatz von chemischen Mitteln, die für die Bekämpfung von beißenden und saugenden Insekten gedacht sind.

✱ Gespinstmotte:

Ab April richten die Raupen dieser Motte Schäden an den Blättern der Apfelbäume an. Im weiteren Verlauf des Befalls sind dann helle Gespinste an den Bäumen zu erkennen. Darin leben die Raupen der Gespinstmotte. Schreitet der Befall ungehindert fort, kann zum Schluss sogar der ganze Baum von gespinsten überzogen und komplett kahl gefressen sein.

Bekämpfungsmöglichkeiten:

Normalerweise wird die Vernichtung der Insekten von Vögeln und Schlupfwespen erledigt. Entdecken Sie Gespinste am Apfelbaum, so können Sie diese mitsamt der darin befindlichen Raupen entfernen.

✱ Mehlige Apfelblattlaus:

Zu den schlimmsten Schädlingen des Apfelbaumes gehört die Mehlige Apfelblattlaus, denn sie kann gewaltigen Schaden an Trieben, Blättern und Früchten anrichten. Sind im Garten ausreichend Marienkäfer und Florfliegen unterwegs, sollte ein Befall keine Überhand nehmen. Kurz vor Beginn der Blütezeit sollten Sie die Bäume genau kontrollieren und dies dann bis etwa drei Wochen nach deren Ende durchziehen.

Sie erkennen den Befall an Verfärbungen der Blätter. Außerdem rollen sich die Blätter ein und beherbergen dann ganze Kolonien der Läuse. Sind die Früchte geschädigt, bleiben sie klein und sind teilweise auch verkrüppelt.

Bekämpfungsmöglichkeiten:

Kurz vor Ende der Blütezeit können Sie beispielsweise Calypso (hier erhältlich) zur Bekämpfung einsetzen. Dieses Mittel wirkt auch gleichzeitig gegen Fruchtstecher und die Apfelsägewespe.

✱ Rostmilbe:

Auch Milben können sich an den Apfelbäumen zu schaffen machen. Die Rostmilbe zeigt sich an den Früchten und den Blättern. Die Früchte bleiben dadurch farblos, die Unterseite der Blätter verfärbt sich bräunlich.

Bekämpfungsmöglichkeiten:

Der Schaden durch diese Milbe hält sich in Grenzen, deshalb sollten Sie auf den Einsatz von chemischen Spritzmitteln lieber verzichten. Der natürliche Feind der Rostmilbe ist die Raubmilbe. Diese können Sie bei sehr starkem Befall im Garten ansiedeln.

✱ Obstbaumspinnmilbe:

Einen Befall mit der Obstbaumspinnmilbe erkennen Sie an hellen Punkten auf den Blättern. Später entsteht dann ein gelb-rötlicher Schimmel. Die Blätter können zudem auch abfallen.

Bekämpfungsmöglichkeiten:

Die Obstbaumspinnmilbe sollten Sie möglichst auch nur mit natürlichen Feinden wie Marienkäfern, Spinnen und Florfliegen bekämpfen. Setzen Sie chemische Mittel ein, werden auch diese vernichtet, so dass es kontraproduktiv wäre.


Foto1: © Ocskay Mark - Fotolia.com

2 KOMMENTARE

  1. wie lange im Jahr kann ich denn gegn läuse, frostspaner spritzen – auch wenn schon kleine äpfel dran hängen

    • was denn spritzen?Das Verhältnis 1:10 bei Läusen mit Spülmittel ist doch ganz oben beschrieben.Ansonsten wird abgeraten,Pestizide zu verwenden!

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