Es spricht nichts dagegen, sich mit der Bougainvillea exotischen Charme auf Balkon oder Terrasse zu holen. Es kommt jedoch auf die richtige Pflege an.

Die kleinen Sträucher sind nicht nur eifrige Kletterer, sie faszinieren auch mit ihren scheinbar üppigen, farbenfrohen Blüten. Dass es sich dabei lediglich um bunte Hochblätter handelt, welche die an sich eher unscheinbaren Blüten umschließen, sei der Pflanze verziehen, denn der Betrachter träumt bei ihrem Anblick schnell vom Urlaub im Süden. Damit die Drillingsblume auch bald in Ihrem Garten für Bewunderung sorgt, liefern wir alle notwendigen Pflegehinweise. Doch zunächst einmal stellen wir Ihnen die schönsten Bougainvillea-Arten vor.

Die schönsten Bougainvillea-Arten

Die Pflanzengattung Bougainvillea wurde im ausgehenden 18. Jahrhundert durch Philibert Commerson erstmals beschrieben. Ihre Bezeichnung entstand in Anlehnung am Louis Antoine de Bougainville. Der französische Seefahrer hatte während einer Weltumsegelung in Südamerika ein erstes Exemplar entdeckt. Um die Verbreitung der Exoten in Europa machte sich der Gärtner Karl Ruser verdient. Heute sind beinahe 20 Arten bekannt. Einige besonders attraktive Sorten finden Sie nachfolgend beschrieben.

➡️ Bougainvillea spectabilis „Jamaica White“

Bougainvillea Spectabilis „Jamaica White“ mit weißen Hochblättern.
Bougainvillea Spectabilis „Jamaica White“ mit weißen Hochblättern. | © sagar / stock.adobe.com

Diese Sorte bietet mit ihren weißen Hochblättern einen tollen Kontrast zum Blattgrün. Die Pflanze lässt sich recht leicht als Kletterpflanze oder als Strauch kultivieren.

➡️ Bougainvillea x buttiana „Barbara Karst“

Die Bougainvillea x buttiana „Barbara Karst“ ist eine sehr beliebte Hybridsorte, die als immergrüner Strauch oder Weinstock erhältlich ist. Wer eine besonders wuchsfreudige Pflanze sucht, ist hier richtig. Es können Wuchshöhen von bis zu fünf Metern erreicht werden. Diese Sorte bezaubert ähnlich wie die Bougainvillea spectabilis mit ihren leuchtenden roten Hochblättern, die kleine weiße Blumen umgibt, zwischen Mai und September (siehe Titelbild).

➡️ Bougainvillea glabra „Variegata“

Bougainvillea glabra „Variegata“ mit cremefarbenen und weißen Flecken auf den grünen Blättern.
Die Blätter der Bougainvillea glabra „Variegata“ sind grün mit cremefarbenen oder weißen Flecken. | © sinta / stock.adobe.com

Diese Sorte ist besonders hübsch anzusehen. Dafür sorgen, neben den rötlich-violetten Hochblättern, auch die grünen Blätter mit ihren cremefarbenen oder weißen Flecken.

Bougainvillea richtig gießen

➡️ Wie oft sollte ich meine Bougainvillea gießen?

Der Wasserbedarf der Pflanzen kann als mäßig eingeschätzt werden. Da Staunässe auf keinen Fall vertragen wird, ist etwas Fingerspitzengefühl bei der Bewässerung vonnöten. Staunässe führt bei der Bougainvillea nämlich besonders schnell zu Wurzelfäule. Die Pflanzen sind dann nicht mehr zu retten.

Warten Sie einfach, bis die oberste Erdschicht leicht ausgetrocknet ist, dann kann neu gegossen werden. Dabei ist auch immer die Entwicklung der Bougainvillea zu beobachten, damit bei Veränderungen das Gießverhalten angepasst werden kann.

➡️ Wassermangel – Bougainvillea verliert grüne Blätter

Die Bougainvillea hat einen hohen Wasserbedarf, besonders an heißen Tagen. Wassermangel nimmt die Drillingsblume zwar ebenfalls übel, erholt sich allerdings wieder, wenn ausreichend gegossen wird. Wird zu wenig gegossen, werfen die Wunderblumengewächse einfach ihre Blätter ab. Dies ist zwar unansehnlich, aber kein Grund zur Sorge, stellt der Hobbygärtner sein Gießverhalten um, werden sich bald neue Triebe zeigen.

Damit die Pflanzen sich gut entwickeln und reich blühen, ist eine gleichmäßige Wasserzufuhr wichtig. Dabei sollte sich die Erde nach dem Gießen immer leicht feucht, aber niemals zu nass anfühlen.

➡️ Wie viel Wasser brauchen Bougainvillea während der Winterpause?

Auch im kühlen Winterquartier kommt es zu Blattfall. Das Gießen ist hier stark einzuschränken, jedoch sollte die Pflanze nie komplett austrocknen. Monatliche Wassergaben sind in der Regel ausreichend, damit die Bougainvillea nicht fault und sogar abstirbt. Im Frühling treibt die Pflanze dann zuverlässig wieder aus.

Tipp: Achten Sie, während sich die Bougainvillea in der Winterpause befindet, auf Schädlinge wie Blattläuse und Spinnmilben sowie auf Pilzkrankheiten. Eine sanfte Behandlung mit Neemöl oder einem geeigneten Pflanzenschutzmittel kann helfen.

Bougainvillea richtig düngen

Während der Wachstumsperiode von Frühjahr bis Herbst sollten die Drillingsblumen regelmäßig gedüngt werden. Dies sichert ein gesundes Wachstum und eine reiche Blüte. Handelsüblicher Blühpflanzendünger kann wöchentlich eingesetzt werden, ein phosphorreicher Dünger reicht hingegen alle vier bis sechs Wochen.

Wer der Pflanzerde Kompost beimischt, sorgt für einen natürlichen Dünger, der im ersten Standjahr ausreichend Nährstoffe liefert. Es bekommt den Pflanzen auch hervorragend, wenn sie gelegentlich mit Brennnesseljauche gegossen werden. In den Wintermonaten werden die Pflanzen nicht gedüngt.

So fördern Sie die Blütenpracht

Die richtige Pflege zielt natürlich darauf ab, die Drillingsblume in voller Blütenpracht zu erleben. Dabei muss der Hobbygärtner wissen, dass die Bougainvillea lediglich kleine unscheinbare weiße Blüten hervorbringt.

Was uns ins Auge fällt und was die Pflanze so beliebt macht, sind die auffallend bunten Hochblätter, welche die kleinen Blüten umschließen. Die eigentlichen Blüten halten sich nur einige Tage lang, das Farbenspiel der Hochblätter kann jedoch, bei richtiger Pflege, den ganzen Sommer andauern.

➡️ Diese Maßnahmen fördern die Blütenpracht

  • geschützter Standort
  • viel Wärme
  • viel Sonne
  • ausreichend Wassergaben
  • regelmäßiger Düngung

➡️ Diese Maßnahmen schaden der Blütenpracht

  • dunkler Stand
  • Regengüsse
  • Schatten
  • Staunässe
  • zu wenig Wasser

Bougainvillea richtig vermehren

Wer bereits im Besitz einer Pflanze ist und diese gut pflegt, wird sie auch bald vermehren können. Dies geschieht bei der Bougainvillea in der Regel durch Kopfstecklinge.

Gehen sie dabei wie folgt vor:

➡️ Schritt 1 – Kopfstecklinge abschneiden

Kopfstecklinge werden im zeitigen Frühjahr gewonnen, da die Pflanze nach dem Winter aktiv zu wachsen beginnt. Das können Sie mit dem Umpflanzen der Drillingsblume verbinden.

Wählen Sie für Stecklinge kräftige, gesunde Bougainvillea-Triebe, die frei von Schädlingen und Krankheiten sind. Junge, reife Triebe bewurzeln sich am besten. Schneiden Sie die Triebe auf 15 bis 20 cm Länge, für ein optimales Wurzelwachstum direkt unter dem Blattknoten ab. Entfernen Sie anschließend die unteren Blätter, um Verdunstung zu minimieren und die Wurzelbildung zu fördern.

➡️ Schritt 2 – Bougainvillea-Steckling einpflanzen/ Standort

Um die Bewurzelung zu beschleunigen, können Sie die Schnittfläche der Bougainvillea-Stecklinge mit einem Wachstumshormon behandeln. Anschließend wird der Steckling in ein mit Anzuchterde gefülltes Gefäß gesetzt und an einem hellen und warmen Standort aufgestellt.

Wer für die Anzucht kein Mini-Gewächshaus zur Verfügung hat, kann durch Abdecken des Pflanzgefäßes mit einer Plastikhaube ein ähnliches Klima erzeugen. Es sollte eine gleichbleibende Temperatur von etwa 24 Grad herrschen.

In etwa acht Wochen sollten die Stecklinge Wurzeln ausgebildet haben. Nach weiteren vier bis sechs Wochen können Sie die Pflänzchen in größere Pflanzgefäße umsetzen.

Lesetipp: Bougainvillea pflanzen – Wichtige Hinweise zu Standort, Boden & Tipps zum Umpflanzen.

Krankheiten und Schädlinge an der Bougainvillea erkennen

Wer die genannten Pflegehinweise beachtet, wird sich an gesunden und kräftigen Pflanzen erfreuen können und nur selten mit Krankheiten oder Schädlingen konfrontiert werden. Hat die Pflanze allerdings Probleme, hält sie damit nicht lange hinter dem Berg, sondern zeigt über ihre Blätter an, dass ein Pflegefehler vorliegt:

➡️ Bougainvillea von Blattfall betroffen

Kommt es zum radikalen Blattfall, wurde die Pflanze entweder zu wenig gegossen oder steht zu nass. Dies lässt sich leicht überprüfen, indem das Substrat in Augenschein genommen wird.

Lag ein Gießfehler vor, wird sich die Drillingsblume in der Regel recht schnell wieder regenerieren. Kam es zu Staunässe, haben die Wurzeln meist bereits zu faulen begonnen und es gibt für die Bougainvillea oft keine Rettung mehr.

Eine übermäßige Bewässerung schafft leider ebenso ideale Bedingungen für die Braunfleckenkrankheiten. Ursache ist ein Pilz, der sich im feuchtwarmen Milieu wohlfühlt. Auf den Blättern bilden sich braun bis schwarze Flecken und die Blätter fallen vorzeitig ab. Zunächst ist es wichtig, betroffene Blätter und Pflanzenteile umgehend zu entfernen und im Hausmüll zu entsorgen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Für eine direkte Bekämpfung können Fungizide eingesetzt werden.

➡️ Bougainvillea-Blätter verfärben sich

Färbt sich das sattgrüne Laub, liegt überwiegend ein Nährstoffmangel vor, welcher durch entsprechende Düngergaben ausgeglichen werden kann. Ist das Blatt vergilbt, handelt sich vorwiegend um einen Stickstoffmangel. Erscheinen die Blattadern weiterhin grün, das übrige Blatt verfärbt sich dagegen gelb, lässt dies auf einen Eisenmangel schließen.

➡️ Bougainvillea – Blattläuse bekämpfen

Eine falsche Standortwahl kann Blattläuse auf den Plan rufen. Besonders im Winterquartier kommt es vor, dass sich bei zu dunklem Stand die Schädlinge auf der Pflanze ausbreiten. Eine regelmäßige Kontrolle der Pflanzen ist unerlässlich, um den Schädlingsbefall rechtzeitig zu erkennen und entsprechend reagieren zu können.

Blattläuse lassen sich meist vollkommen ohne Chemie beseitigen. Oft genügt es bereits, die Pflanze mit einem harten Wasserstrahl abzuduschen. Auch das Einspritzen mit Brennnesseljauche (Anleitung Brennnesseljauche selber machen) ist recht wirkungsvoll.

➡️ Blühfaule – Bougainvillea blüht nicht

Zeigen sich an der Pflanze nicht die erhofften Blüten, ist diese nicht unbedingt von einer Krankheit betroffen, lässt jedoch Mangelerscheinungen erkennen. Es sollten die wichtigsten Komponenten: Standort, Flüssigkeitszufuhr und Nährstoffbedarf überprüft werden. Steht die Pflanze hell und warm, wird ausreichend bewässert und regelmäßig gedüngt, sollte die Blüte nicht lange auf sich warten lassen.

Zudem kann das Kürzen der Triebe für Blühfreude sorgen. Mehr Informationen gibt es ausführlich hier: Bougainvillea schneiden – Anleitung und richtiger Zeitpunkt.

Gartentipp des Tages!

Mutter, Hundebesitzerin und leidenschaftliche Hobbygärtnerin. Schon als Kind habe ich gemeinsam mit meinen Eltern den heimischen Garten bewirtschaftet und mich für dessen Gestaltung interessiert. Jetzt besitze ich meinen eigenen Garten und zeige meiner Tochter, wie einfach es ist Obst, Gemüse und Blumen selbst zu züchten. Ein Garten bedeutet viel Arbeit - er belohnt uns dafür aber auch mit einer reichen Ernte, wunderschönen Blumen und dem tollen Gefühl aus eigener Kraft etwas geschaffen zu haben.

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