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Dipladenia überwintern – So übersteht die Mandevilla die kalte Jahreszeit

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Wer seine Diplandenia unbeschdet durch den Winter bekommen möchte, sollte sich rechtzeitig um ein geeignetes Winterquartier kümmern. Aber Vorsicht – hier gibt es einiges zu beachten.

Dipladenia überwintern - So übersteht die Mandevilla die kalte Jahreszeit
© Mathias Karner – Fotolia.com

Anfänglich wurden Dipladenia ausschließlich als Zimmerpflanzen kultiviert. Dies geschah aus gutem Grund, denn die Pflanzen stammen aus den Tropen Südamerikas und vertragen keine Kälte.

Mittlerweile ist es jedoch allgemein üblich geworden, die Pflanzen auch auf Balkon und Terrasse zu kultivieren. Während der Sommermonate bieten sich dem blühfreudigen Exoten auch in unseren Breiten die klimatischen Voraussetzungen für die Freilandkultur. Es wurden robuste und wuchsfreudige Hybriden gezüchtet. Für die Überwinterung der ansonsten recht pflegeleichten Pflanzen gilt es jedoch einige Dinge zu beachten.

Optimale Voraussetzungen schaffen

Die wichtigsten Voraussetzungen für die erfolgreiche Überwinterung der Dipladenia:

  • hell
  • warm
  • frostfrei
  • wenig gießen

Die Tropenpflanze mag nicht nur keinen Frost, sie sollte bereits im Spätsommer zum Überwintern ins Haus umziehen. Nachts können die Temperaturen bereits Anfang September unter sieben Grad abfallen und man läuft Gefahr, dass die Pflanze Schaden nimmt.

Welche Temperaturen benötigt die Mandevilla im Winter?

Die Temperatur im Winterquartier sollte für Pflanzen, die den Sommer auf Balkon oder Terrasse verbracht haben, bei zehn bis maximal 15 Grad liegen. Steht die Pflanze wärmer, wird sie im Folgejahr
nur wenige Blüten ausbilden oder die Blüte komplett ausbleiben.

» Tipp: Ganzjährig als Zimmerpflanzen kultivierte Arten müssen nicht zwangsläufig den Standort im Winter wechseln und können weiterhin bei Zimmertemperatur kultiviert werden. Meist sind Zimmerpflanzen ausreichend angepasst und der wärmere Winterstand hat keine Auswirkungen auf die Blüte.

Welche Standortansprüche besitzt die Pflanze?

Als immergrüne Pflanze wird die Dipladenia auch im Winter die Blätter nicht abwerfen und benötigt daher einen hellen Standort. Vor direkter Sonneneinstrahlung sind die Pflanzen allerdings zu schützen. Auch Zugluft vertragen die Pflanzen an ihrem Winterstandort nicht. Steht die Pflanze zu dunkel, kommt es zum Auftreten von Geiltrieben, die der Mandevilla die Kraft für die Blüte nehmen.

Der Wasser- und Nährstoffbedarf im Winter

Im Winter legt die Pflanze eine Ruhepause ein. Das Wachstum wird dabei beinahe komplett eingestellt. Bereits ab August werden die Dipladenien nicht mehr gedüngt, damit sie sich auf die Ruhephase in den nächsten Monaten vorbereiten können und es nicht zu einem durch Überdüngung bedingten Austrieb kommt, die der Pflanze die Kraft für die Ausbildung der Knospen raubt.

Gegossen wird die Mandevilla mäßig. Die Erde sollte aber dennoch auch im Winter nicht komplett austrocknen. Staunässe ist zu vermeiden. Dies wird erleichtert, wenn eine Drainage aus Tonscherben vor der Pflanzung in das Pflanzgefäß eingebracht wird.

» Tipp: Durch Pflegefehler im Winter wird die Dipladenia anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Die Pflanzen sind daher regelmäßig zu kontrollieren.

Der Winter geht zu Ende

Neigt sich der Winter seinem Ende entgegen, wird dies die Mandevilla durch das Erscheinen neuer Triebe anzeigen. Nun kann die Pflanze an einen wärmeren Standort umziehen und langsam auf den Sommer auf Balkon und Terrasse vorbereitet werden. Es wird wieder etwas mehr gegossen und mit der Bildung neuer Triebe kann auch die Düngung der Pflanzen wieder aufgenommen werden. Die Gabe von Flüssigdünger in 14tägigen Abständen fördert die Blütenbildung. Bis die Pflanzen endgültig ins Freie umziehen dürfen, sollte bis nach den Eisheiligen gewartet werden.

MaßnahmeErläuterung
Standort» Ein heller Standort ist für die immergrüne Pflanze wichtig.
» Die Temperaturen sollten zwischen 10 und 15 Grad betragen.
» Vor direkter Sonnenstrahlung im Winter ist die Dipladenia zu schützen.
» Auch Zugluft oder trockene Heizungsluft bekommen der Pflanze nicht.
Gießen und Düngen» Auch im Winter wird weiterhin gegossen, allerdings weniger als während der Wachstumsphase.
» Der Boden sollte nicht komplett austrocknen.
» Im Winterquartier erhält die Pflanze keine Düngung, da sie sich in der Ruhephase befindet und keine Nährstoffe verarbeiten kann.
Pflegen» Weitere Pflegemaßnahmen sind nicht notwendig.
» Von Vorteil ist die regelmäßige Kontrolle der Pflanze in Bezug auf Schädlinge und Krankheiten, welche bevorzugt während der Wintermonate auftreten.

Pflegefehler im Winter vermeiden

Dipladenien sind recht robuste und pflegeleichte Pflanzen. Krankheiten und Schädlinge bilden eher die Ausnahme. Pflegefehler während der Wintermonate sind die häufigste Ursache für Pilzerkrankungen und Schädlingsbefall.

Gelbe Blätter – was nun?

Zeigen sich im Winterquartier gelbe Blätter an den Pflanzen, ist das Problem meist beim Standort zu suchen. Das Vergilben der Blätter kann auf einen zu kühlen Winterstand hindeuten. Auf Grund der großen Artenvielfalt können auch unterschiedliche Ansprüche an die Temperatur am Winterstandort auftreten. Ein etwas wärmerer Standort kann meist Abhilfe schaffen. Verlieren die Blätter ihre Form und beginnen, sich einzurollen, kann daraus ein zu heller Standort der Pflanze geschlossen werden.

Pilz- und Schädlingsbefall erkennen und vorbeugen

Generell gilt es, die Pflanzen im Winterquartier häufig zu kontrollieren. Pilze und Schädlinge können auftreten, wenn die Dipladenia zu feucht steht oder an Frischluftmangel leidet.

An Schädlingen können auftreten:

  • Blattläuse
  • Spinnmilben
  • Schildläuse
  • Wollläuse

Wird der Befall rechtzeitig erkannt, kann bereits die Behandlung mit dem Wasserstrahl Wirkung zeigen. Blattläuse lassen sich auch recht einfach mit Hausmitteln wie Brennnesselsud oder Zwiebellauge behandeln. Wird der Befall zu spät erkannt, muss meistens zu einem handelsüblichen Schädlingsbekämpfungsmittel gegriffen werden.
Achtung: Befallene Pflanzen sind zu isolieren, damit nicht weitere Zimmerpflanzen infiziert werden.


Foto1: © Mathias Karner - Fotolia.com

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