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Edelpflaume: Krankheiten und Schädlinge erkennen und bekämpfen

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Edelpflaumen sind zwar robust, aber bei Pflegefehlern sind sie anfällig gegenüber bestimmten Schädlinge und Pflanzenkrankheiten. Welche das sind, wie sie zu erkennen sind und wie sie sich bekämpfen lassen, erfahren Sie hier.

Edelpflaume: Krankheiten und Schädlinge erkennen und bekämpfen
© Sinuswelle – Fotolia.com

Obwohl die Edelpflaume als recht robust gilt und viele Sorten auch in Regionen mit rauerem Klima gut kultiviert werden können, bleibt das Obstgewächs nicht gänzlich von Krankheiten und Schädlingen verschont.

Wenn Edelpflaumen entsprechend ihrer Ansprüche an Standort und Bewässerung kultiviert werden, lassen sich Krankheiten jedoch weitgehend vermeiden, denn geschwächte Pflanzen sind weit angreifbarer für Schadbilder aller Art.

Folgende Krankheiten und Schädlinge sind an der Edelpflaume beobachtet worden:

  • Scharka-Virus
  • Monilia Spitzendürre
  • Pflaumenwickler
  • Gallmilbe

Scharka-Virus – tödliche Gefahr für Pflaumen

Der Scharka-Virus kann an allen Pflaumen auftreten. Es gibt keine Krankheit, die deutsche Obstgärtner mehr fürchten, denn der Befall erstreckt sich auf den gesamten Baum und wirkungsvoll bekämpfen lässt sich das Scharka-Virus nicht.

Erkennen:

Anfänglich kann die Krankheit kaum erkannt werden. Im Hochsommer entstehen Blattverfärbungen, die in ihrer Form an Ringe und Wolken erinnern. Die Bäume kränkeln und wachsen schlechter als gewohnt. Setzt die Fruchtreife ein, sind auf den Früchten pockenartige Verformungen erkennbar. Daher wird die Scharka-Krankheit auch häufig als Pocken-Krankheit bezeichnet. Das ansonsten gelbliche Fruchtfleisch zeigt rötliche Verfärbungen. Die Pflaumen fallen früher als sonst vom Baum. Die Früchte schmecken leicht bitter und sind nicht mehr genießbar.

Bekämpfen:

Ist eine Edelpflaume mit dem Scharka-Virus befallen, gibt es keine Rettung. Die Bäume müssen umgehend gefällt und vernichtet werden. Das Auftreten der Scharka-Krankheit ist meldepflichtig und der zuständigen Gemeinde anzuzeigen.

» Tipp: Hauszwetschgen sind besonders anfällig für den Scharka-Virus. Bei den Edelpflaumen gelten die Sorten Große Grüne Reneklode und Graf Althanns als resistent gegenüber dem Erreger.

Monilia Spitzendürre – Gefahr für frischen Triebe

Die Monilia Spitzendürre ist eine Pilzerkrankung, die zunächst in den Blüten ihren Anfang nimmt und sich anschließend an den jungen Trieben fortsetzt. Die Bäume nehmen anfänglich keinen nennenswerten Schaden. Da sich der Pilz im Fruchtholz einnistet und dort überwintert, können Bäume über Jahre unter der Erkrankung leiden. Mit der Zeit schwächt dies die Pflanze immer mehr, bis sie schließlich verkümmert wächst und schließlich auch nicht selten abstirbt.

Erkennen:

Ein Befall wird an den Blüten sichtbar. Diese öffnen sich wie gewohnt, beginnen allerdings wenig später abrupt zu welken. Bald darauf welken auch die Blätter. Sie verlieren die Farbe und verdorren zusehends. Auch die Triebspitzen sterben ab. Die befallenen Pflanzenteile fallen nicht zu Boden, sondern bleiben am Baum und dienen dem Pilz zur Überwinterung. Im Frühling beginnt der Kreislauf dann von vorn.

Bekämpfen:

Bei guter Pflege lässt sich die Monilia Spitzendürre weitgehend vermeiden. Zeigen sich Symptome des Pilzes, werden die befallenen Triebe großzügig bis in das zweijährige Holz zurück geschnitten.

» Achtung: Das anfallende Schnittmaterial darf nicht auf den Kompost, sondern sollte über den Restmüll entsorgt oder verbrannt werden.

Befallene Edelpflaumen können mit biologischen Mittel recht gut behandelt werden. Hierbei haben sich Spritzungen mit einem Sud aus Ackerschachtelhalmkraut oder Zwiebelschalen bewährt.

Pflaumenwickler – Maden im Anmarsch

Wie Apfelbäume nicht vor dem Apfelwickler sicher sind, befällt der Pflaumenwickler die Pflaumenbäume. Die Eiablage erfolgt auf den Blättern, auf den Ästen und auf den Früchten. Die Larven schlüpfen bereits nach drei Wochen. Sie überwintern in der Baumrinde oder im Boden, um sich dann im Sommer auf die Früchte zu stürzen.

Erkennen:

Dies ist schwierig. Die Maden werden erst sichtbar, wenn die Früchte geöffnet werden. Häufig fallen die Pflaumen vorzeitig vom Baum und fühlen sich weich und matschig an.

Bekämpfen:

Hier kann der Hobbygärtner vorbeugend aktiv werden. Wird ein Fanggürtel aus Wellpappe ausgelegt, werden sich die Larven dorthin zurückziehen. Die Pappe sollte wöchentlich erneuert werden. Damit kann der Befall zwar nicht gänzlich vernichtet, aber deutlich minimiert werden.

Die Gallmilbe – klein und gemein

Gallmilben sind mit dem bloßen Augen nicht zu erkennen. Daher bleibt ein Befall auch zunächst unbemerkt. Um den Befall möglichst zeitig zu erkennen, sollte sich der Obstgärtner mit einer Lupe ausstatten und die Pflanze genau in Augenschein nehmen.

» Tipp: Gallmilben breiten sich besonders bei warmer und trockener Witterung aus.

Erkennen:

Bei einem fortgeschrittenen Befall werden an den Blättern und an den Früchten rötliche Ausstülpungen sichtbar.

Bekämpfen

Wird der Boden immer ausreichend feucht gehalten, kommt dies nicht nur dem Wachsen und Gedeihen der Pflanzen zu Gute, es ist auch ein wirksames Mittel gegen Gallmilben, die ein trockenes und warmes Milieu schätzen. In Florfliegen und Raubmilben besitzen die Gallmilben natürliche Fressfeinde. Bewährt hat sich bei einem Befall auch der Einsatz von biologischen Schädlingsbekämpfungsmitteln auf der Basis von Rapsöl.

Krankheiten und Schädlinge durch Pflegefehler vermeiden

Gesunde und kräftige Pflanzen werden weniger von Krankheiten und Schädlingen befallen.

Folgende Maßnahmen dienen als Vorbeugung:

  • warmer und geschützter Standort
  • nährstoffreicher Boden
  • Drainage gegen Staunässe
  • ausreichend gießen
  • besonders bei längerer Trockenheit intensiv wässern

Foto1: © Sinuswelle - Fotolia.com

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