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Edelpflaumen pflegen – Wichtiges zum Gießen, Düngen & Überwintern

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Edelpflaumen sind ein ganz besonderer Genuss. Das Obst lässt sich leicht kultivieren, benötigt für eine reiche Ernte jedoch ein wenig Aufmerksamkeit was die Pflege betrifft.

Edelpflaume pflegen
© Sinuswelle – Fotolia.com

Edelpflaumen sind rund, süß und saftig, aber keinesfalls schwer zu kultivieren. Die vermutlich aus dem asiatischen Raum stammenden Obstgehölze sind daher auch vermehrt in unseren Gärten anzutreffen und gedeihen dabei besonders gut in klimatisch begünstigten Regionen. Es ist spannend, die alten und besonders schmackhaften Sorten für sich zu entdecken oder mit neuen Züchtungen zu experimentieren. Wenn Ihnen der Spätsommer eine reiche Pflaumenernte bescheren soll, können folgende Pflegehinweise dazu beitragen.

So pflegen Sie die Edelpflaume richtig

Gießen:

Besonders viel Wasser benötigen die Edelpflaumen unmittelbar nach der Pflanzung. Gegenüber den übrigen Vertretern im Obstgarten ist der Flüssigkeitsbedarf von Edelpflaumen als recht hoch einzuschätzen. Die Pflanzen sollten nicht komplett austrocknen. In trocknen und heißen Sommern sollte ausgiebig mit dem Gartenschlauch bewässert werden. Einer Faustregel folgend, sollte man den Gartenschlauch etwa eine Stunde laufen lassen, damit der Boden komplett mit Feuchtigkeit durchdrängt wird.

» Tipp: Die Edelpflaume bevorzugt kalkhaltiges Substrat. Daher kann auch bedenkenlos mit Leitungswasser gegossen werden.

In Kurzform:

  • hoher Wasserbedarf
  • Boden darf nicht austrocknen
  • ausgiebig bewässern
  • Leitungswasser kann verwendet werden

Düngen:

Eine Düngung sollte einmal jährlich, im Frühling und zu Beginn der Wachstumsphase erfolgen. Der Dünger sollte hauptsächlich Stickstoff, Kali und Phosphat enthalten. Pro Quadratmeter kann der Anteil an Stickstoff und Kali etwa 10 Gramm betragen. Phosphat sollten in etwa vier Gramm enthalten sein.

» Tipp: Eine zusätzliche Anreicherung des Bodens mit Kompost ist im Frühling und Herbst empfehlenswert. Besonders karge Böden sollten entsprechend aufgewertet werden.

Nach der Ernte:

Nicht ohne Grund schmecken die Edelpflaumen frisch vom Baum am besten. Das Obst eignet sich nicht für eine lange Lagerung und sollte nach der Ernte baldigst verbraucht werden.

» Tipp: Im Kühlschrank lassen sich Edelpflaumen nach der Ernte einige Tage lagern.

Auf Grund ihres süßen und leicht säuerlichen Geschmack, werden Edelpflaumen bevorzugt roh gegessen. Weitere Verwendungsmöglichkeiten sind die Herstellung von Kompott oder Marmelade. Auch als Belag von Obstkuchen oder für die Zubereitung von Sirup lassen sich Edelpflaumen verwenden.

Überwintern:

Die meisten Sorten lassen sich recht gut und ohne zusätzlichen Schutz überwintern. Besonders die alten und seit Jahrhunderten in Europa heimischen Sorten kommen gut mit unserem Klima zurecht.

» Tipp: Damit die Wintersonne die Bäume nicht angreift, bietet es sich an, die Stämme zu weißen.

Wurde die Edelpflaume in einen Kübel gepflanzt, ist sie weniger robust und sollte in der kalten Jahreszeit zusätzlich geschützt werden. Der Boden des Pflanzgefäßes ist mit Laub oder Reisig abzudecken. Damit der Pflanzkübel nicht komplett durchfriert, sollte er auf einer Unterlage aus Holz oder Styropor positioniert werden. Ein geschützter Standort an einer Wand oder Hausmauer ist von Vorteil.

Beliebte Arten der Edelpflaume

Der Anbau von Edelpflaumen gestaltet sich spannend, da es zahlreiche Arten gibt, die das Bild im Obstgarten zu bereichern wissen.

❍ Graf Althanns Reneklode

Dies ist eine sehr alte und besonders robuste Sorte. Die Edelpflaumen eignen sich auch für die Kultivierung in Regionen mit rauerem Klima und strengen Frösten. Ursprünglich stammen die Renekloden aus Böhmen. Der Ertrag ist hoch und die Früchte besitzen eine grüngelbe Farbe.

❍ Große Grüne Reneklode

Die Großen Grünen Renekloden stammen vermutlich aus Südeuropa und werden ebenfalls bereits lange Zeit kultiviert. Am besten schmecken die grüngelben Früchte direkt vom Baum, sie lassen sich aber auch sehr gut als Einmachobst verwenden. Die Bäume sind kräftig im Wuchs und recht robust. Der bei Edelpflaumen gefürchtete Scharka-Virus tritt bei dieser Art nicht auf.

❍ Oullins Reneklode

Diese Edelpflaume war bereits im Frankreich des beginnenden 19. Jahrhunderts bekannt. Die Pflanze besitzt einen starken Wuchs und bringt große, gelbe Früchte hervor. Das gelbe Fruchtfleisch ist würzig-süß. Die Edelpflaumen können im August geerntet werden.

❍ Diaphane Reneklode

Diese sehr seltene Sorte aus Frankreich besitzt duftende Blüten und grüngelbe Früchte mit rosa Streifen. Das Fruchtfleisch ist zart und angenehm weich. Geerntet werden kann ab Ende August.

❍ Uhinks Reneklode

Hierbei handelt es sich um eine alte und sehr seltene Sorte, die ein Pflaumenzüchter im ausgehenden 19. Jahrhundert kultivierte. Wer diese Edelpflaume sein Eigen nennt, besitzt eine wahre Rarität.

❍ Boddarts Reneklode

Diese Sorte stammt aus Belgien und wird seit Mitte des 19. Jahrhunderts gezüchtet. Die Pflanzen entwickeln auffallend große Früchte, benötigen aber viel Wärme und geschützte Standorte.

❍ Moissac Reneklode

Diese alte Sorte stammt aus dem Südwesten Frankreichs und wird heute auch in Kalifornien angebaut. Die Früchte erscheinen zahlreich und gelangen früher zur Reife als die Große Grüne Reneklode. In der Dordone wird diese Edelpflaume auch als Schnaps gebrannt.


Foto1: © Sinuswelle - Fotolia.com

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