Um sicherzustellen, dass Eiben gesund und gut geformt bleiben, ist ein regelmäßiger Schnitt erforderlich. Ich erkläre hier, was Sie alles darüber wissen müssen.

Eiben unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht von anderen einheimischen Nadelbaumarten. Unter anderem sind sie schnittverträglich und lassen sich zu optischen Highlights im Garten formen. In diesem Beitrag erfahren Sie, wann der richtige Zeitpunkt für einen Schnitt gekommen ist und was Sie beim Beschnitt der beliebten Koniferen beachten sollten.

🌲 Eine außergewöhnliche Baumart

Rund 60.000 Eiben wachsen derzeit in gesamt Deutschland. Damit gilt die außergewöhnliche Nadelbaumart in ihrem Bestand als gefährdet. Umso wichtiger, dass Sie Ihre Bäume bestmöglich pflegen. Unter anderem gewährleistet ein regelmäßiger Beschnitt der botanisch „Taxus baccata“ genannten Pflanze einen dichten Wuchs und eine lange Lebensdauer.

Eine Gemeinsamkeit mit anderen Koniferen hat die Eibe: Fast alle ihre Pflanzenteile sind giftig. Darüber hinaus weisen die immergrünen Bäume einige Unterschiede auf:

  • Sie entwickeln weder Harzgallen noch Zapfen.
  • Männliche und weibliche Bäume sind strikt voneinander getrennt.
  • Die Eibe zieht mit den leuchtend roten Beeren die Aufmerksamkeit auf sich.
  • Zudem ist kaum eine andere Holzart so schwer und hart.
  • Die Eibe ist ein ideales Ausgangsmaterial für Möbel- und Instrumentenbauer.
  • Die robuste Eibe stellt keine hohen Ansprüche an ihre Umgebung.

Vor allem jedoch vertragen Eiben ebenso einen deutlichen Verjüngungsschnitt wie auch starke Rückschnitte. So können Sie sowohl Ihre Eibenhecke als auch einzelne Bäume wunschgemäß in Form bringen. Wie und wann genau, erfahren Sie im Folgenden.

💡 Warum sollten Eiben geschnitten werden?

Eibe schneiden
Das Zurückschneiden sorgt für einen blickdichten Wuchs – © Tales by Pictures / stock.adobe.com

Mit maximal drei Zentimetern im Jahr wachsen Eiben langsam. Auch botanisch ist der Beschnitt von Eiben nicht unbedingt erforderlich. Dennoch sorgen Sie mit einem jährlichen Zurückschneiden für einen blickdichten Wuchs und eine gepflegte Hecke oder formschöne einzeln stehende Bäume. Verdoppeln oder verdreifachen Sie diese Tätigkeit, schaffen Sie eine homogene, akkurate Baumoberfläche, die sich dank ihrer Robustheit und feinen Nadeln optimal für kreative Schnitte eignet. So können Ihre Eiben als Tierfiguren oder Skulpturen in Spiral-, Pyramiden- oder Kugelform optische Highlights setzen.

Tipp:
Vorgefertigte Holz- oder Pappschablonen erleichtern Ihnen eine präzise Formgebung.

🕔 Gibt es einen optimalen Zeitpunkt für den Schnitt?

Idealerweise beginnen Sie mit einem regelmäßigen Beschnitt Ihrer Eibe ab dem zweiten Standjahr in den Monaten zwischen März und September. Planen Sie einen starken Rück- oder Verjüngungsschnitt, sollten Sie diesen jedoch aus drei Gründen bereits Ende Februar und damit vor dem ersten Austrieb vornehmen:

1️⃣ Zu diesem Zeitpunkt verheilen die Schnitte besonders schnell und ermöglichen umgehend einen frischen Austrieb aus den alten Ästen und Zweigen.

2️⃣ Die Beeren entwickeln so später eine besondere Farbintensität.

3️⃣ Noch nisten keine brütenden Vögel in Ihrer Eibe oder Eibenhecke. Denn diese werden durch § 39 Abs. 5 Bundesnaturschutzgesetz geschützt. Die Vorschrift erlaubt einen radikalen Schnitt ausschließlich von Anfang Oktober bis Ende Februar.

Einen einfachen Formschnitt dürfen Sie hingegen bedarfsgerecht das gesamte Jahr hindurch vornehmen. Bei extremen Witterungsbedingungen wie strengem Frost oder starker Sonneneinstrahlung sollten Sie jedoch darauf verzichten, denn in diesen Fällen können die Nadeln und Triebspitzen der Pflanze in der Folge vertrocknen.

Tipp:
Gönnen Sie Ihrer Eibe nach dem Schnitt eine Portion organischen Dünger.

✂ So kürzen und formen Sie Ihre Eibenhecke

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Ist Ihre Hecke noch jung, kürzen Sie die Austriebe bei einem schlichten Pflegeschnitt um gut die Hälfte, in späteren Jahren um drei Viertel. Nach einem radikalen Verjüngungsschnitt sollten Sie warten, bis die nachwachsenden Triebe eine Länge von rund zehn Zentimetern erreicht haben und sodann ein gutes Drittel entfernen. Da sich Eiben durch ein hohes Ausschlagvermögen auszeichnen, können Sie auch wunderbar Stecklinge zum Vermehren entnehmen.

In ihrer Form sollte Ihre Eibenhecke einem Trapez ähneln und sich nach oben hin verjüngen. Dadurch erhält sie ausreichend Sonnenlicht und muss in schneereichen Wintern nicht zu viel Masse tragen. Schneiden Sie die Flanken ein wenig steiler, wirkt die Hecke insgesamt schmaler. Für den groben Schnitt können Sie problemlos eine elektrische Heckenschere verwenden, für präzise Details sollten Sie auf eine scharfe manuelle Gartenschere zurückgreifen.

❗ Vorsicht: Eiben enthalten Giftstoffe

Haben Sie kleine Kinder, sollten Sie möglichst keine Eiben in Ihren Garten pflanzen – oder gut aufpassen. Denn sowohl in den Nadeln des Baumes als auch in den Samen seiner Beeren sind die Giftstoffe Myricylalkohol und Taxicatin enthalten. Der Verzehr bereits geringer Mengen kann bei Menschen im schlimmsten Fall den Atem lähmen oder zum Herzstillstand führen. Tiere reagieren hingegen höchst unterschiedlich auf Eiben. So kann für Pferde bereits die Aufnahme von 0,2 Gramm Nadeln pro Kilogramm Körpergewicht tödlich enden. Bei Wiederkäuern liegt die entsprechende Menge bei rund zehn Gramm.

Vor dem Beschnitt Ihrer Eibe müssen Sie sich jedoch nicht sorgen. Im schlimmsten Fall führt ein direkter Hautkontakt zu Entzündungen oder Irritationen – doch auch dieses Risiko können Sie einfach durch das Tragen langer Kleidung und Handschuhe umgehen.

Selbst ein Kompostieren ist problemlos möglich, da die Gifte mit der Zeit vollständig von selbst verrotten. Allerdings reduzieren bestimmte Pflanz-Substanzen die Schnelligkeit der Fäulnis, sodass sich diese Zeit in die Länge ziehen kann. Sie können die Zersetzung jedoch beschleunigen, indem Sie die Eibenzweige zunächst häckseln und das Schnittgut mit Obstabfällen gemeinsam organisch kompostieren.

Gartentipp des Tages!

Mutter, Hundebesitzerin und leidenschaftliche Hobbygärtnerin. Schon als Kind habe ich gemeinsam mit meinen Eltern den heimischen Garten bewirtschaftet und mich für dessen Gestaltung interessiert. Jetzt besitze ich meinen eigenen Garten und zeige meiner Tochter, wie einfach es ist Obst, Gemüse und Blumen selbst zu züchten. Ein Garten bedeutet viel Arbeit - er belohnt uns dafür aber auch mit einer reichen Ernte, wunderschönen Blumen und dem tollen Gefühl aus eigener Kraft etwas geschaffen zu haben.

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