Kaum eine Pflanze im Garten wird so geliebt und doch gleichzeitig so gehasst. Wenn der Essigbaum sich zu stark ausgebreitet hat, wollen ihn die meisten Gärtner nur noch entfernen. Aber das ist gar nicht so einfach.

Essigbaum aus dem Garten entfernen
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Der farbenfrohe Essigbaum ist wirklich schön anzusehen und ein wahrer Blickfang. Doch fragen Sie mal einen Gärtner, der dieses Gewächs schon seit einigen Jahren in seinem Garten hat. Ob er über die Pflanze auch noch so erfreut ist? Die meisten schlagen die Hände übereinander und wünschen sich nichts lieber, als das der Essigbaum endlich verschwindet. Ein großer Nachteil ist nämlich, dass der Essigbaum wuchert. Selbst ein regelmäßiger Schnitt kann ihn nicht eindämmen. Im Gegenteil, er wird sogar noch größer und ausladender.

Obwohl es mit Sicherheit nicht einfach ist, das Problem Essigbaum in den Griff zu bekommen, so ist es auch nicht unmöglich.

Essigbaum loswerden – 4 Möglichkeiten vorgestellt

» Wurzelschösslinge regelmäßig abmähen

Meist ist es nicht der Essigbaum selbst, sondern seine ungehemmte Verbreitung über Wurzelschösslinge, die den Hobbygärtner an den Rand der Verzweiflung bringen.





Sie können das Problem zumindest optisch eindämmen, indem Sie die Schösslinge regelmäßig abmähen, sobald sie sichtbar werden. Beenden werden Sie die Vermehrung dadurch allerdings nicht.

» Wurzelschösslinge ausreißen

Wenn Sie die Schösslinge nicht nur abmähen, sondern einzeln ausreißen, lässt sich die Vermehrung des Essigbaums wirksam eindämmen und das Ausbreitungsgebiet um die Mutterpflanze langfristig reduzieren. Rupfen Sie Wurzelschösslinge allerdings nicht einfach oberflächlich ab. Entfernen Sie zugleich möglichst lange Abschnitte des Wurzelausläufers, aus dem die Schösslinge gewachsen sind.

Sie können diese Ausläufer durch kräftiges Rütteln mit der Hand recht gut lösen, wenn Sie zuvor das umgebende Erdreich mit dem Spaten auflockern. Kappen Sie anschließend die erreichbaren Teile der Ausläufer mithilfe eines scharfen Fugen- oder Teppichschneiders.

Wiederholen Sie die Prozedur zwischen Mai und November mehrmals im Jahr und über einen Zeitraum von drei Jahren. Der Aufwand ist hoch, doch der sichtbare und nachhaltige Erfolg belohnt Ihre Mühe.

» Essigbaum fällen

Sie haben endgültig genug von Ihrem Essigbaum und möchten nicht nur die neue Wurzelbrut, sondern den Baum selbst beseitigen? Dann fällen Sie den Stamm und reißen Sie die Wurzelausläufer wie oben beschrieben aus. Es ist sehr wichtig, gerade nach dem Fällen entschlossen gegen die Schösslinge vorzugehen, weil sich deren Wachstum zunächst verstärkt.

Legen Sie als ergänzende Maßnahme möglichst viele der oberflächennahen Hauptwurzeln des Essigbaums frei und durchtrennen Sie diese nahe am Wurzelstock mit einer Motorsäge.

» Wurzelstock entfernen

Um nicht nur die Ausläufer und den Stamm, sondern auch den Wurzelstock zu beseitigen, benötigen Sie ein schweres Gerät. Eine Stubbenfräse oder ein Kleinbagger mit geeignetem Aufsatz leisten Ihnen hervorragende Dienste. Für die einmalige Verwendung sind diese Geräte in der Anschaffung allerdings zu teuer. Fragen Sie in einem Gartencenter oder Baumarkt vor Ort, ob Fräsen und Kleinbagger tageweise vermietet werden.

Wenn der Wurzelstock nicht allzu sehr stört, gibt es eine weniger aufwändige Alternative zur sofortigen Entfernung: Beschleunigen Sie den Verrottungsprozess, indem Sie den Baumstumpf oberflächennah mit der Motorsäge entfernen und dann möglichst tiefe Rillen in das verbleibende Holz kerben. Diese befüllen Sie großzügig mit Komposterde.

Ringo von Gartentipps.com

Gründer und Chef-Redakteur von Gartentipps.com. Hat auf dem Dorf (bei Oma) zwischen Stachelbeeren, Kirschbaum und Hühnerhof seine Leidenschaft fürs Gärtnern entdeckt.

Ein Kommentar

  1. heckenmann on

    Im Frühjahr letzten Jahres hatte ich genug vom ca. 9 jährigen Essigbaum und besonders vor dessen Ausläufern, die mir buchstäblich über den Kopf zu wachsen drohten. Ich hab den Hauptstamm bodennah gekappt und in der Folge riss ich den ganzen Sommer bis in den Herbst hinein im Abstand von wenigen Tagen die Ausläufer samt möglichst viel Wurzelwerk aus, die auf einer Fläche von ca. 10m2 rund um den Strunk in beeindruckender Geschwindigkeit wuchsen…
    Dann hab ich unbewusst etwas gemacht, das den verbliebenen Wurzeln – es waren noch viele – wohl nachhaltig geschadet hat:
    Im November, nachdem der Garten winterfest gemacht wurde, hatte ich einen grossen Holzhäckselhaufen von anderen Gehölzen. Normalerweise verteile ich die Schnitzel zügig nach dem Häckseln unter den Gebüschen. Ich mach das immer so, weil die Stadt keine kostenlose Grüngutentsorgung anbietet. Letztes Jahr blieb der Haufen noch ca. 2-3 Wochen liegen, und wurde im Innern richtig heiss. Weil am ehemaligen Standort des Essigbaums Platz war, hab ich einen Grossteil des Häcksels dorthin gekippt. Es müssen sicher so 8 Schubkarren gewesen sein. Jedenfalls genug, dass sich der Haufen nicht sofort auskühlte.
    Im Nachhinein denke ich, dass das helfen kann, den Baum zu schädigen. Jetzt ist es Ende Mai. Vor etwa 3 Wochen habe ich einen letzten zaghaft wachsenden Trieb ausgerissen. Seither ist Ruhe, auch unter den Nachbarbüschen wo ich kein Häckselgut hingekippt habe und die Ausläufer noch vor wenigen Monaten freudig austrieben.

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