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Exotische Hanfpalme – so gelingt die Aufzucht der winterharten Palme im Garten

Der Anblick von Palmen erinnert an den Urlaub im sonnigen Süden. Dennoch ist das Auspflanzen von Palmen auch in Deutschland problemlos möglich, allerdings muss die richtige Palmenart ausgewählt werden. Für das feucht-kühle mitteleuropäische Klima sind Hanfpalmen besonders gut geeignet.

Chinesische Hanfpalme
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Im Garten gibt es immer etwas zu tun. Zu jeder Jahreszeit steht Gartenarbeit an, die erledigt werden muss, damit es im Außenbereich grünt und blüht. Für tropisches Flair im Garten sorgt die Hanfpalme ( Trachycarpus fortunei), eine robuste Palmenart, die in China und den Bergregionen des Himalayas beheimatet ist. Hanfpalmen gedeihen in Höhenlagen von bis zu 2.400 Metern und vertragen sogar zweistellige Minusgrade. Mit einem entsprechenden Schutz können die Gewächse auch bei Schnee im Winter draußen stehen.

Hanfpalme – vielseitige Nutzpflanze

Während die chinesische Hanfpalme in Europa vorwiegend als Zierpflanze kultiviert wird, werden die Samen der Palme in Asien medizinisch genutzt, da ihnen krebsheilende Wirkungen zugeschrieben werden. Ähnliche Effekte werden auch beim Nutzhanf vermutet, einer der ältesten Kulturpflanzen, deren Pflanzenauszüge schon im alten Ägypten zu heilsamen Zwecken eingesetzt wurden.

Zu den bekanntesten Produkten der Hanfpflanze zählen Marihuana und Haschisch, die auf unterschiedliche Weise gewonnen und allgemein mit Rauschzuständen in Verbindung gebracht werden. So bezeichnet man die getrockneten Blüten und Blätter weiblicher Pflanzen als Marihuana, während Cannabis die lateinische Bezeichnung für Hanf ist. Eine psychoaktive Wirkung entfaltet das berauschende Kraut jedoch nur, wenn Cannabis mit einem THC-Gehalt von mehr als 0,2 Prozent konsumiert wird.

➔ Medizinische Wirkung von Nutzhanf

Hanföl
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Allerdings gibt es in Europa circa 67 Sorten von Nutzhanf, die aufgrund ihres geringen Anteils an Tetrahydrocannabinol (THC) keine psychoaktive Wirkung haben und daher für den allgemeinen Gebrauch zugelassen sind. Aus THC-freien Hanfsorten können keine Rauschmittel hergestellt werden, allerdings ist es möglich, Samen und Fasern für die Herstellung alltäglicher Produkte zu gewinnen.

Die Hanfpflanze gilt als vielseitige Nutzpflanze. So sollen die im Hanf enthaltenen Cannabinoide schmerzlindernde Eigenschaften besitzen, sodass Hanf-Produkte wie CBD häufig bei Entzündungen, Ängsten und Krämpfen zum Einsatz kommen. In erster Linie dient der Anbau von Nutzhanf der kommerziellen Nutzung. Früher war auch die Hanfpalme eine wichtige Nutzpflanze mit zähen Fasern, die zu Bürsten, Seilen, Matten und sogar zu Regenumhängen verarbeitet wurden.

Hanfpalme im Garten einpflanzen oder als Kübelpflanze ziehen

Hanfpalme gießen und düngen
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Hanfpalmen gedeihen gut eingepflanzt im heimischen Garten und können auch als Kübelpflanzen im Außenbereich stehen. Es ist wichtig, darauf zu achten, dass die Hanfpalme einen sonnigen Standort bekommt, da sie im Halbschatten langsamer wächst. Auch in einem Schrebergarten können Hanfpalmen aufgezogen werden. Die robusten Palmengewächse sind nicht besonders anspruchsvoll. Dennoch muss bei der Pflege von Hanfpalmen einiges beachtet werden.

  • In Regionen mit einem verhältnismäßig warmen Mikroklima wie entlang des Rheins, sowie am Bodensee lässt sich die Hanfpalme problemlos auspflanzen. Allerdings sind die Pflanzen erst nach 4 bis 5 Jahren ausreichend winterhart.
  • In kühleren Gebieten sind Hanfpalmen nur als Kübelpflanzen geeignet, da sie während der kalten Jahreszeit ein schützendes Winterquartier benötigen. Unabhängig von der Pflanzart braucht die Hanfpalme immer einen windgeschützten Standort.

In ihrer asiatischen Heimat werden Hanfpalmen bis zu zehn Meter groß, während sie in Mitteleuropa maximal Höhen zwischen zwei und fünf Metern erreichen. Ausgiebiges Bewässern in den Sommermonaten kann das Wachstum anregen, wobei etwa 15 Zentimeter oder mehr an Stammzuwachs pro Jahr möglich sind.

Was ist beim Düngen und Gießen von Hanfpalmen zu beachten?

Chinesische Hanfpalme
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Aufgrund ihrer robusten Widerstandskraft und ihrer genügsamen Anspruchslosigkeit zählt die Hanfpalme mittlerweile zu den beliebtesten Gartengewächsen. Die exotische Pflanze sollte jedoch ausschließlich im Frühjahr angepflanzt werden. Wenn eine Hanfpalme bis spätestens Mai in die Erde kommt, kann sie sich bis zur Wintersaison im Boden etablieren.

➔ Vorsicht – Hanfpalme nicht überdüngen

Um zu gedeihen, benötigt die Hanfpalme ausreichend Nährstoffe. Wenn sie nicht genügend Vitalstoffe erhält, können sich die charakteristischen Wedel nicht so gut entwickeln. Wird die Palme jedoch überdüngt, kann sie wegen Nährstoffüberschuss eingehen. Es empfiehlt sich daher, mit dem Dünger sparsam umzugehen und die Hanfpalme nur während der Wachstumszeit – zwischen Ende März und September – zu düngen.

In den Wintermonaten, wenn die Pflanze eine Ruhepause einlegt, muss nicht gedüngt werden. Hinsichtlich des Pflanzensubstrats sind Hanfpalmen nicht besonders anspruchsvoll. Daher ist es kaum notwendig, bei Kübelpflanzen spezielle Palmenerde zu verwenden. Meist ist normale Gartenerde für die Versorgung von Hanfpalmen vollkommen ausreichend. Alternativ kann die Erde auch selbst zusammengestellt werden. Dazu eignen sich beispielsweise Gartenerde, Kompost, Sand, etwas Kies und Lavagranulat.

➔ Regelmäßig gießen – aber keine Staunässe

Hanfpalmen zu gießen, erfordert ein wenig Fingerspitzengefühl. Einerseits darf die Fächerpalme nicht austrocknen, andererseits verträgt sie keine Staunässe und kein kalkhaltiges Wasser. Wichtig ist darauf zu achten, dass der Wurzelballen der Hanfpalme nicht austrocknet. Um Staunässe zu vermeiden, sollte überschüssiges Gießwasser, das sich im Untersetzer sammelt, sofort abgeschüttet werden.

Je nach Größe und Standort wird die Palme im Sommer etwa alle drei bis fünf Tage gegossen. Im Winter können diese Intervalle verlängert werden. Bei Hanfpalmen, die im Beet stehen, ist das Gießen im Winter meist nicht nötig.

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