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Feuerwanzen bekämpfen: Besser vorbeugen als töten!

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Feuerwanzen sind eher nützlich als schädlich. Möchten Sie sie dennoch los werden, sollten Sie sie nicht unbedingt mit Chemie bekämpfen. Beugen Sie lieber vor.

Feuerwanzen
© Ralf Geithe / stock.adobe.com

Die ersten warmen Sonnenstrahlen lassen auch die Feuerwanzen zum Leben erwachen. Die auffallend rot gefärbten Tierchen kommen selten allein und können Hauswände, Gärten und Balkone bevölkern. Optisch erinnert das auffallend gefärbte Insekt an exotische Tiere. Nicht zuletzt geht auch von der intensiven roten Farbe eine Signalwirkung aus. Doch stellen Feuerwanzen wirklich eine Bedrohung dar und müssen bekämpft werden? Wir liefern Ihnen die notwendigen Antworten.

Aussehen und Besonderheiten

Weltweit kommen mehr als 400 Arten Feuerwanzen vor. In Deutschland sind lediglich zwei Arten heimisch. Die bekannteste ist die Gemeine Feuerwanze, auch Franzosenkäfer oder Feuerkäfer genannt.

Die Bezeichnung der Insekten ist auf deren auffällige Färbung zurückzuführen. Die markante Rot-Schwarz Färbung macht die Tiere weithin sichtbar. Der längliche und flache Rumpf ist von signalroter Farbe. Darauf zeichnet sich eine auffällige schwarze Musterung aus Punkten und Flecken ab. Der Kopf ist schwarz gefärbt. Die Gliedmaßen und Fühler der Feuerwanze sind stark ausgeprägt.

Die Feuerwanze wird knapp einen Zentimeter groß. Die deutlich kleineren Larven besitzen bereits große Ähnlichkeit zu den erwachsenen Tieren. Junge Wanzen sind ebenfalls rot gefärbt. Auf dem Rücken sind bereits kleine schwarze Flecken ausgebildet. Der Vorderflügel ist durchgängig schwarz.

Feuerwanzen gelten als äußerst gesellig und sind daher nur selten allein anzutreffen. Die Paarung der Tiere findet im April oder Mai statt. Die Eiablage erfolgt unter Steinen oder Laub. Ein Weibchen kann bis zu 100 Eier produzieren. Die Larven durchlaufen fünf Nymphenstadien. Feuerwanzen leben zirka ein Jahr.

Verbreitung

Feuerwanzen sind in Europa und Asien weit verbreitet. Ab Mitte März ist mit der Feuerwanze zu rechnen. An sonnigen Tagen zeigen sie sich nach der Winterruhe erstmals an der Erdoberfläche und sonnen sich auf Steinen oder an Hauswänden.

Bevorzugt werden sonnige Plätze unweit von Lindenbäumen. Lindensamen sind die wichtigste Nahrungsquelle der Feuerwanze. Diese bedient sich ihres Stechrüssels und saugt die Pflanzensamen aus. Bevorzugte Aufenthaltsorte sind weiterhin Akazien, Rosskastanien oder Malvengewächse.

Sind Feuerwanzen gefährlich?

Feuerwanzen sind ungefährlich
Feuerwanzen mögen wegen ihrer Färbung bedrohlich wirken, sind aber völlig harmlos – © Jrg / stock.adobe.com

Feuerwanzen zählen nicht zu den Schädlingen und können Gartenbesitzern höchstens lästig werden, da sie meist in großer Zahl auftreten. Die Feuerwanze ist ungefährlich für Mensch und Tier. Entgegen weitläufiger Meinungen überträgt sie keine Krankheiten und versprüht auch keine ätzende Substanz.

Dieser Irrglaube rührt von einem kleinen Trick her, mit dem sich die Insekten vor Fressfeinden schützen. Bei Gefahr kommt es zur Absonderung einer übelriechenden Flüssigkeit. Weiterhin sollen Feuerwanzen bitter schmecken. Die Insekten besitzen dadurch kaum natürliche Fressfeinde und können sich im Garten ungehindert ausbreiten.

Sind Feuerwanzen nützlich?

Feuerwanzen stellen keinerlei Gefahr für den Garten dar. Pflanzen werden komplett verschont. Dafür vertilgen die Wanzen tote Insekten und abgestorbene Pflanzenreste. Damit tragen sie zur Abfallbekämpfung im Garten bei.

Mücken lassen sich ungern in der Umgebung von Feuerwanzen nieder. Für einen ungestörten Grillabend ist eine Feuerwanzen-Population also ebenfalls nützlich.

Müssen Feuerwanzen bekämpft werden?

Feuerwanzen sind weder gefährlich noch schädlich für Mensch und Tier. Eine Bekämpfung ist folglich nicht notwendig. Wer sich von den Tieren gestört fühlt, sollte natürliche Möglichkeiten wählen, um die Feuerwanzen aus seinem Garten zu vertreiben.

Achtung: Chemische Schädlingsbekämpfungsmittel schaden Bienen, Hummeln und anderen nützlichen Insekten.

Feuerwanzen natürlich bekämpfen

Feuerwanzen lassen sich leicht aufspüren. Wer die Rudeltiere aus seinem Garten vertreiben möchte, benötigt lediglich Schaufel und Handfeger. Die Tiere werden aufgekehrt und an einem sonnigen und trockenen Waldrand in sicherer Entfernung zum eigenen Grundstück wieder ausgesetzt.

Bekämpfen lassen sich Feuerwanzen auch mit einer Lösung aus Wasser und Spülmittel. Sie benötigen dazu einen halben Liter Wasser und einige Spritzer Geschirrspülmittel.

So geht’s:

1. Wasser mit Spülmittel mischen
2. Gemisch in eine Sprühflasche füllen
3. Mischung auf das Nest der Feuerwanze sprühen

So lässt sich die Population innerhalb kurzer Zeit vernichten. Wer zu dieser Methode greifen möchte, sollte auf biologisch abbaubares Spülmittel zurückgreifen, um die Mikroorganismen im Boden zu schonen.

Feuerwanzen vorbeugen

Tipp 1: Feuerwanzen die Nahrungsgrundlage entziehen

Lindenblüten
Die Samenkapseln der Linde sind die Hauptnahrungsquelle der Feuerwanze – © Annett Seidler / stock.adobe.com

Wer die ungebetenen Gäste auf natürliche Weise wieder loswerden möchte, entzieht ihnen die Nahrungsgrundlage.

Wer im Garten auf folgende Pflanzen verzichtet, wird es vermutlich eher selten mit Feuerwanzen zu tun bekommen:

Fruchtstände entfernen

Sind entsprechende Pflanzen bereits vorhanden, müssen diese nicht komplett entsorgt werden. Es kann bereits helfen, regelmäßig die verblühten Fruchtstände zu entfernen.

Achtung: Die Schnittabfälle nicht auf dem Kompost entsorgen. Die Feuerwanzen finden leicht den Weg dorthin.

Es ist wichtig, die noch grünen Samenkapseln zu entfernen, ansonsten kehren die Feuerwanzen schnell zu den Pflanzen zurück.

Tipp 2: Mögliches Winterquartier der Feuerwanzen beseitigen

Im Herbst macht sich die Feuerwanze auf die Suche nach einem Winterquartier. Bevorzugt werden abgestorbene Rinden, Laubhaufen oder abgebrochene Rindenstücke. Wer zum Abschluss des Gartenjahres Ordnung schafft, macht es den Wanzen schwer, einen geeigneten Unterschlupf für den Winter zu finden.

Tipp: Offene Komposthaufen sind zu kontrollieren. Auch hier lässt sich die Feuerwanze bevorzugt zum Überwintern nieder.

Tipp 3: Im Frühjahr vorhandene Feuerwanzen einsammeln

Beginnen im zeitigen Frühjahr die ersten Arbeiten, ist beim Strauchschnitt oder bei der Beseitigung von altem Laub auf mögliche Populationen zu achten. Die Wanzen lassen sich leicht einsammeln und in der Natur wieder aussetzen.

Tipp: Feuerwanzen überwintern nahe an ihren Wirtspflanzen. Daher ist die Kontrolle auf Linden, Malven oder Akazien zu konzentrieren.

Tipp 4: Balsamtannen dezimieren den Feuerwanzenbefall

Gute Nachrichten für alle Besitzer von Balsamtannen. Ein Insektenforscher aus Amerika hat durch Zufall entdeckt, dass die Nymphen sich in einer mit Zeitungspapier ausgelegten Petrischale zwar häuteten, das Stadium einer ausgewachsenen Wanze aber nicht erreichten.

Das Zeitschriftenpapier bestand aus dem Holz der Balsamtanne, welches einen speziellen Stoff enthält, der dem körpereigenen Juvenilhormon der Feuerwanzen ähnlich ist. Das Ergebnis sind unfertige und nicht fortpflanzungsfähige Nymphen, welche für eine deutliche Dezimierung des Feuerwanzenbefalls sorgen.

Mit einigen Zweigen Reisig oder Spänen der Balsamtanne, die unter den Wirtspflanzen ausgebracht werden, lässt sich Feuerwanzen gezielt vorbeugen.

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