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Fingerstrauch vermehren durch Teilung, Stecklinge und Samen

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Wer vom Fingerstrauch nicht genug bekommen kann, nutzt die Möglichkeiten der Vermehrung. Welche das sind und wie Sie vorgehen, erklären wir hier.

Fingerstrauch vermehren durch Teilung, Stecklinge und Samen
© M. Schuppich – Fotolia.com
Der Fingerstrauch (Dasiphora fruticosa) ist nicht nur dekorativ, sondern auch überraschend pflegeleicht und robust. Die Sträucher sind in unterschiedlichen Blütenfarben und Wuchshöhen auf dem Markt. Überzeugen kann der Fingerstrauch sowohl in Alleinstellung im Staudenbeet, als auch als attraktive Heckenpflanze. Was liegt also näher, als das dekorative Rosengewächs zu vermehren. Nachfolgend erfahren Sie, wie sich der Fingerstrauch vermehren lässt und wie Sie dabei vorgehen.
Der Fingerstrauch lässt sich vermehren durch:

  1. Stecklinge
  2. Teilung
  3. Samen

Fingerstrauch vermehren durch Stecklinge

Die Stecklingsvermehrung ist eine einfache Methode, welche selbst unerfahrenen Hobbygärtnern Erfolge verspricht. Es lassen sich alle Fingerstrauch Arten einfach und unkompliziert mit Hilfe von Stecklingen vermehren.

Wann werden die Stecklinge geschnitten?

Die Stecklinge werden im späten Frühjahr oder im Frühsommer geschnitten. Der beste Zeitpunkt sind die Monate Mai bis Juni.

Stecklinge schneiden?

Die Stecklinge werden von einem gesunden und gut entwickelten Fingerstrauch geschnitten. Die Schere wird dabei zirka einen Zentimeter unter einem Blatt angesetzt. Die Stecklinge werden zunächst auf eine Länge von 15 bis 20 Zentimetern geschnitten und anschließend auf etwa sieben Zentimeter Länge eingekürzt. Die Triebspitzen sollten bereits leicht verholzt sein.

» Tipp: Verwenden Sie ein scharfes Messer oder eine scharfe Gartenschere. Die Schnittkanten sollten gerade und nicht ausgefranst erscheinen. Dann heilt die Wunde schneller ab und Pilze und Schädlinge haben kein Chance einzudringen.

Stecklingsvermehrung – Schritt für Schritt

  1. Pflanze auswählen
  2. Steckling schneiden
  3. Steckling vorbereiten
  4. Anzuchtschale mit Substrat füllen
  1. Steckling einsetzen
  2. Substrat anfeuchten
  3. Standort finden
  4. Austrieb abwarten

Die Stecklinge werden wie bereits beschrieben von einer kräftigen Pflanze geschnitten, welche gesunde, bereits leicht verholzte Triebe aufweist. Anschließend entfernen Sie die unteren Blätter und Triebe, damit diese später unter dem Erdboden nicht zu faulen beginnen.

Ein Pflanzgefäß wird mit Substrat gefüllt. Der Steckling wird bis etwa zur Hälfte in den Pflanztopf gesetzt.

» Tipp: Verwenden Sie Anzuchterde. Sehr gut geeignet ist auch Kokoserde.

Das Substrat wird leicht angegossen, aber nicht zu sehr befeuchtet, ansonsten besteht die Gefahr, dass Staunässe entsteht. Das Pflanzgefäß wird nun in einer lichtdurchlässigen Folientüte positioniert. Durch diese Maßnahme schaffen Sie ein Mini-Treibhaus und der Austrieb wird beschleunigt.

» Tipp: Die Folientüte wird nach oben hin nicht verschlossen, damit es im Inneren der Tüte nicht zu Schimmelbildung kommt.

Das Pflanzgefäß wird hell und geschützt aufgestellt, gerne im Freien. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass durch die Plastiktüte kein Regen auf das Substrat gelangt. Ein zu feuchter Boden führt schnell zu Schimmelbildung und Staunässe verträgt der Steckling nicht. Die Wurzeln würden absterben, sofern diese sich bereits gebildet haben. Der Steckling wird lediglich leicht bewässert. Auch Sprühen ist nicht ratsam. Dadurch entsteht ebenfalls zu viel Feuchtigkeit.

Zeigen sich die ersten frischen Triebe, ist dies ein Zeichen für die erfolgreiche Bewurzelung. Der Steckling kann nun ausgetopft und an den gewünschten Standort im Freiland gesetzt werden.

Vermehrung durch Teilung

Fingerstrauch vermehren durch Teilung
© M. Schuppich – Fotolia.com

Hat sich der Fingerstrauch gut entwickelt und an Umfang zugelegt, ist die Teilung der Wurzel eine Option, die Pflanze in die Schranken zu weisen und zugleich eine zweite Pflanze zu gewinnen.

Vermehrung durch Teilung – Schritt für Schritt

  1. Pflanze auspflanzen
  2. Erde vom Wurzelballen schütteln
  3. Wurzeln untersuchen
  1. Wurzel teilen
  2. Wurzelteilstücke einpflanzen
  3. Pflanzen gut wässern
Vor der Teilung wird die Pflanze zunächst vorsichtig aus dem Boden gegraben. Die Erde sollte gut abgeschüttelt werden, damit sich der Wurzelballen in Augenschein nehmen lässt. Dies ist eine gute Gelegenheit um zu erkennen, ob die Wurzel gesund ist oder Schaden genommen hat. Entdecken Sie faule oder abgestorbene Wurzelstücke, werden diese zunächst entfernt.

Anschließend wird zu einem scharfen Spaten gegriffen und die Wurzeln werden in einzelne Teilstücke zerlegt. Wie viele neue Pflanzen sich gewinnen lassen, hängt von der Größe des Wurzelballens ab. Damit die neuen Pflanzen überlebensfähig sind, sollten sie über ausreichend stabile Wurzeln verfügen. Die einzelnen Teilstücke sollten sofort am neuen Standort zurück in die Erde gesetzt werden.

» Tipp: Mehrere Teilstücke ergeben eine hübsche Hecke. Setzen Sie hierfür etwa drei Pflanzen auf einen Meter.

Die Pflanzen sind an ihrem neuen Standort gut zu wässern. Da es sich um recht robuste und widerstandsfähige Pflanzen handelt, wird der Fingerstrauch die Wurzelteilung in der Regel gut überstehen und die Teilstücke werden am neuen Standort wie gewohnt weiterwachsen.

Vermehrung durch Samen

Wer etwas Geduld mitbringt und vielleicht noch keinen eigenen Fingerstrauch besitzt, kann sich die Pflanzen auch aus Samen ziehen. Die Samen können im Handel erworben werden. Natürlich lassen sich die Samen auch von bereits vorhandenen Fingersträuchern gewinnen.

Sind die Sträucher im Herbst abgeblüht, bilden sich kleine haarige Nüsse, die Samen des Fingerstrauches. Die Samen können gewonnen werden und lassen sich sofort wieder verwenden, ohne dass eine zusätzliche Behandlung notwendig wird.

Vermehrung durch Samen – Schritt für Schritt

  1. Samen gewinnen
  2. Pflanzgefäß mit Erde füllen
  3. Samen einsetzen
  1. Samen mit Erde bedecken
  2. Samen feucht halten
  3. Keimung abwarten

Ein flaches Pflanzgefäß wird mit Anzuchterde gefüllt. Die Samen werden ausgesät und leicht mit Substrat bedeckt. Das Pflanzgefäß wird hell und warm aufgestellt und gleichmäßig feucht gehalten. Eine Abdeckung aus Folie oder Glas kann die Keimung beschleunigen.

» Tipp: Abgedeckte Pflanzgefäße sind regelmäßig zu lüften, da sich ansonsten Schimmel im Pflanzgefäß bilden kann.

Bei der Bewässerung ist Fingerspitzengefühl gefragt, da das Substrat nicht austrocknen darf, es aber auch nicht zu Staunässe kommen sollte.

Fingerstrauch vermehren – Vor- und Nachteile

Art der Vermehrung Vorteile Nachteile
Stecklinge ✓ Diese Vermehrungsart ist unkompliziert und schnell erledigt.
✓ Es bestehen sehr gute Erfolgsaussichten.
✓ Auch ungeübte Hobbygärtner können sich daran versuchen.
✗ Eine gut entwickelte Pflanze muss vorhanden sein.
✗ Bei unachtsamen Schnitten kann die Pflanze verletzt werden.
✗ Es vergeht einige Zeit, bis die Wurzelbildung einsetzt und folglich der Neuaustrieb erfolgt.
Teilung ✓ Es handelt sich um eine schnelle und einfache Methode der Vermehrung.
✓ Es können mit wenigen Handgriffen auch mehrere Pflanzen gewonnen werden.
✓ Man erhält sofort gleichwertige Pflanzen, welche an ihrem neuen Standort wie gewohnt weiterwachsen.
✗ Eine gesunde und kräftige Pflanze muss vorhanden sein.
✗ Es besteht das Risiko, die Wurzeln bei der Teilung zu verletzen.
Samen ✓ Durch die Aussaat lassen sich mehrere Jungpflanzen gewinnen.
✓ Diese Vermehrungsmethode eignet sich auch, wenn bislang kein Fingerstrauch im Garten vorhanden ist.
✗ Es braucht Geduld, bis die Keimung einsetzt und sich die jungen Pflänzchen entwickeln.
✗ Nicht jeder Samen keimt auch automatisch.

Was passiert mit den jungen Pflanzen?

Nach einigen Wochen werden die Samen zu keimen beginnen. Die jungen Pflänzchen haben noch keine stabilen Wurzeln entwickelt und sollten daher den Winter über nicht im Freien verbringen. Belassen Sie die Jungpflanzen im Haus, stellen Sie die Pflanztöpfe hell und frostfrei auf und bewässern Sie weiterhin regelmäßig. Wenn im nächsten Frühling keine Fröste mehr zu befürchten sind, können die kleinen Fingersträucher im Freiland ausgepflanzt werden. Bis zum nächsten Winter bleibt ihnen genügend Zeit, sich zu entwickeln und stabile Wurzeln auszubilden.


Foto1: © M. Schuppich - Fotolia.com, Foto2: © M. Schuppich - Fotolia.com

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