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Gloxinie überwintern – Tipps für Zimmerpflanzen und Freilandkultur

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Während der kalten Jahreszeit benötigen Gloxinien viel Aufmerksamkeit. Denn nur, wer sie richtig überwintert, wird lange Freude an den Pflanzen haben.

Gloxinie überwintern
© YuliaB – Fotolia.com

Gloxinien werden als Zimmerpflanzen kultiviert und erfreuen am Blumenfenster mit reicher Blüte. Die gleiche Aufgabe übernimmt die Gartengloxinie im Beet. Damit Sie sich lange an Ihren Pflanzen erfreuen können, müssen Sie diese richtig überwintern. Denn nur so gehen sie in der kalten Jahreszeit nicht kaputt. Wie Sie bei der Überwinterung richtig vorgehen, haben wir hier für Sie einmal notiert.

Gloxinien in Zimmerkultur überwintern

Ab September ist es vorbei mit der üppigen Blüte. Oftmals werden die Pflanzen dann leichtfertig entsorgt. Dabei ist es durchaus möglich, die Pflanzen zu überwintern und im nächsten Jahr wieder erfolgreich zur Blüte zu bringen. Denn es liegt in der Natur der Pflanze, sich nach der Blütephase in die Knolle zurückzuziehen. Die Blätter werden nach und nach vergilben und das Laub stirbt ab. Das ist jedoch kein Grund zur Sorge, sondern ein vollkommen natürlicher Prozess.

Die Knolle sollten Sie zu diesem Zeitpunkt im Pflanztopf belassen. Das Laub sollte dann möglichst zügig absterben. Das ist wichtig für die Blütenbildung im nächsten Jahr. Die Pflanze sollte deshalb auch keine Nährstoffe mehr erhalten, wenn die Blätter zu welken beginnen. Die Knollen dann lediglich bei Temperaturen um 15 Grad trocken und dunkel überwintert.

Besonders die Knollen von Jungpflanzen neigen zum Austrocknen und sollten auch im Winter wöchentlich leicht bewässert werden. Bei älteren Pflanzen genügt es, 14-tägig etwas Wasser zu verabreichen, damit die Knolle nicht komplett austrocknet.

❍ Das Überwintern der Zimmer-Gloxinie in Stichworten:

  • Pflanze zieht sich ab September in ihre Knolle zurück
  • vertrocknete Pflanzenteile entfernen
  • Gießen langsam verringern
  • Gießen nach dem Vergilben einstellen
  • Knolle bei etwa 15 Grad trocken und dunkel überwintern
  • gelegentlich leicht wässern, damit die Knolle nicht austrocknet

Gartengloxinien richtig überwintern

Die Gartengloxinie zeigt sich recht robust. Es ist daher möglich, die Knollen in der Erde zu belassen. Sie müssen den Boden lediglich mit Laub, Reisig oder Kompost abdecken. Ist der Boden leicht und durchlässig, überwintern die Gartengloxinien also problemlos im Freiland. Bei schweren Böden besteht hingegen die Gefahr von Staunässe. Es besteht also weniger die Gefahr, dass die Gartengloxinie im Beet erfriert. Sollten die Pflanzen im Frühling keine neuen Triebe bilden, liegt vielmehr die Vermutung nahe, dass sich im Boden Staunässe gebildet hat und die Gloxinie im Boden verfault ist.

Wer die Knollen im Winter ausgraben möchte, verfährt dabei ähnlich, wie bei Dahlien geläufig. Die Knollen werden zunächst aus dem Boden entfernt und anschließend für einige Tage an der frischen Luft zum Trocknen belassen. Anschließend werden die Knollen auf Stroh in Kartons oder Kisten gepackt und trocken, dunkel und kühl überwintert.

❍ Das Überwintern der Gartengloxinie in Stichworten:

Leichte und lockere Böden:

  • Knollen können im Boden belassen werden
  • Boden mit Laub, Reisig oder Kompost als Frostschutz abdecken

Schwere, zu Staunässe neigende Böden:

  • Knollen ausgraben
  • einige Tage an der frischen Luft trocknen lassen
  • auf Stroh betten
  • in Kisten oder Kartons kühl und trocken überwintern

Was passiert nach dem Winter?

Gloxinien in Zimmerkultur:

Im Frühling ist es an der Zeit, die Knollen aus dem Winterquartier zu holen. Für Zimmerpflanzen ist nun eine gute Gelegenheit, umgetopft zu werden. Die Knolle dazu aus dem Pflanzgefäß nehmen und weitgehend vom alten Substrat befreien. Wählen Sie dann einen etwas größeren Pflanztopf, damit sich die Wurzeln gut ausbreiten können. Zu groß sollte der Pflanztopf aber nicht sein, denn zu große Töpfe ermuntern die Gloxinie, ihre Wurzeln auszudehnen. Dies geht aber häufig zu Lasten der Blütenbildung.

Sollte das Wurzelsystem den Boden noch nicht komplett durchdrungen haben, können Sie das alte Pflanzgefäß erneut nutzen. Die Erde müssen Sie aber auf jeden Fall komplett austauschen. So ist die Pflanze wieder mit ausreichend Nährstoffen versorgt. Das Pflanzgefäß dann wieder am althergebrachten Standort aufstellen und die Gloxinie langsam an die wärmeren Temperaturen gewöhnen. Nun können Sie das Gießen auch langsam wieder aufnehmen und während der Blütenbildung einen Flüssigdünger für Blühpflanzen (z.B. bei Amazon erhältlich) verabreichen.

Gartengloxinien:

Haben Sie die Knolle im Boden belassen, sollten sich im Frühling die ersten Triebspitzen zeigen. Passiert das nicht, besteht der Verdacht, dass es in einem zu nassen und schweren Boden zum Faulen der Knolle kam. Dies lässt sich kontrollieren, indem Sie die Knolle ausgraben und diesbezüglich untersuchen. Oft kann es hilfreich sein, die Knollen in frisches, durchlässiges und trockenes Substrat zu setzen.

Im Haus überwinterte Knollen können Sie bereits im Spätwinter aus dem Winterquartier entlassen. Stellen Sie die Pflanztöpfe ins Warme und verschaffen Sie den Pflanzen so einen Wachstumsvorsprung. Dann hat sie bereits ausgetrieben und vielleicht sogar bereits Knospen angesetzt, wenn Sie die Gloxinie im Mai ins Freiland pflanzen.

Überwinterung der Gloxinie: Vor- und Nachteile

+ Vorteile:

Werden die Pflanzen überwintert, treiben sie mit etwas Glück im Frühling wieder aus. So müssen Sie keine neuen Blühpflanzen kaufen. Die Knollen benötigen zudem während der kalten Jahreszeit kaum zusätzliche Pflege und müssen nur gelegentlich leicht bewässert werden.

– Nachteile:

Zunächst einmal müssen Sie einen kühlen, trockenen und dunklen Standort für die Knollen finden. Des Weiteren lohnt sich die Überwinterung bei kleinen Pflanzen oft nicht, da die Knollen schnell austrocknen oder faulen. Überwintern Sie die Knollen im Freiland, besteht zudem die Gefahr des Faulens der Knollen durch den Kontakt mit Staunässe.


Foto1: © YuliaB - Fotolia.com

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