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Hemlocktanne pflanzen – Anforderungen an Standort und Substrat

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Hemlocktannen, können Sie einzeln oder als Hecke in Ihrem Garten anpflanzen. Dabei ist die Pflanze recht anspruchsvoll, was den Standort und den Boden angeht.

Hemlocktanne
© Heike Rau – Fotolia.com

Die Hemlocktanne gehört den Kieferngewächsen an und wird gemeinhin auch als Schierlingstanne bezeichnet. Dies ist der englischen Übersetzung von “hemlock” geschuldet und lässt sich mit dem an Giersch erinnernden Geruch zerriebener Nadeln erklären. Hemlocktannen können zu stattlichen Bäumen heranwachsen und bei guter Pflege Hunderte von Jahren überdauern. Das Schicksal des Bäumchens wird praktisch mit seiner Pflanzung besiegelt. Erfahren Sie nun, was es bei der Pflanzung der anspruchsvollen immergrünen Bäume zu beachten gibt.

Kleine Pflanzenbeschreibung

Die Hemlocktanne kennzeichnet eine unregelmäßige, leicht eiförmige Krone. Häufig sind die Gewächse von überhängenden Baumspitzen und Zweige gekennzeichnet. Einige Arten können bis zu 1.000 Jahre alt werden. Wuchshöhen von bis zu 50 Metern sind möglich. Die Nadeln sind rund oder zweizeilig angeordnet und können einige Jahre überdauern. Jede Nadel ist mit einem eigenen Harzkanal ausgestattet.

Verbreitung und Verwendung

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Hemlocktanne verläuft zwischen Nordamerika und dem Osten Asiens. Dort wachsen die Pflanzen vorwiegend in Feuchtgebieten.

» Tipp: Vormals in Europa heimische Hemlocktannen sind während der letzten Eiszeit ausgestorben.

Die Hemlocktanne besitzt in Europa kaum Bedeutung für die Forstwirtschaft. In Parks und Gärten sind die Gewächse dagegen häufiger anzutreffen. Auf Grund der hohen Beständigkeit gegenüber Feuchtigkeit wird das Holz der Hemlocktanne häufig zum Saunabau verwendet.

Hemlocktanne pflanzen

Hemlocktanne pflanzen
© womue – Fotolia.com

➙ Pflanzzeit

Die Hemlocktanne wird bevorzugt im Herbst gepflanzt. Wer dies verpasst, kann die Pflanzung im Frühling nachholen.

➙ Pflanzabstand

Soll die Pflanze als Hecke gesetzt werden, ist in der Regel ein Pflanzabstand von einem Meter ausreichend. Da die Hemlocktanne anfänglich sehr langsam wächst, wird es allerdings einige Jahre dauern, bis die Lücken geschlossen sind und der typische Heckenwuchs erkennbar ist.

➙ Standort

Die Standortwahl will wohlüberlegt sein, schon allein auf Grund ihrer Größe passen die Bäume nicht in jeden Garten. Wenn die Bäume zunächst auch eher langsam wachsen, in späteren Jahren legen sie etwa einen halben Meter pro Jahr zurück und entwickeln sich zu stattlichen Gewächsen.

» Tipp: Für die Kultivierung im Hausgarten sind kleinwüchsige Arten auf dem Markt.

Für die Hemlocktanne sollte ein Standort in Alleinstellung gefunden werden. Auf Grund der sehr guten Schnittverträglichkeit ist auch die Pflanzung als Hecke eine Option.

Es sollte ein sonniger und geschützter Standort gewählt werden. Auch im Halbschatten gedeihen die Gewächse. Die Wurzeln reichen nicht tief in die Erde. Dies macht zwar die Pflanzung und ein eventuelles späteres Umpflanzen einfacher, die Bäume sind allerdings sehr windempfindlich und brauchen daher einen möglichst windgeschützten Standort.

Die Hemlocktanne fühlt sich im feuchten Boden an sonnigen bis halbschattigen Standorten, die vor Ostwind geschützt sind am wohlsten.

» Tipp: Bei einem Sturm kann es vorkommen, dass ungeschützte Hemlocktannen mit ihrer Wurzel aus dem Boden reißen.

➙ Abstand zu Gebäuden

Die Wurzeln gehen nicht allzu sehr in die Tiefe, bilden aber ein stabiles Wurzelsystem aus, welches sich bis in einem Umfang von zehn Metern verzweigen kann. Der Abstand zum nächsten Gebäude sollte daher mindestens zehn Meter betragen.

➙ Substrat

Das Substrat sollte mit Bedacht ausgewählt werden. Denn diesbezüglich zeigen sich die Pflanzen durchaus anspruchsvoll. Der Boden sollte reich an Nährstoffen sein und möglichst nicht zuviel Gewicht mitbringen. Das Substrat darf weder zu nass, noch zu trocken sein. Beides bedeutet Gefahr für die Pflanze. Während ein zu nasser Stand die Wurzeln faulen lässt, führt ein trockener Standort zum Vergilben und Abfallen der Nadeln und schließlich zum Verkahlen der Hemlocktanne.

➙ Schritt für Schritt – Anleitung

Standort auswählen

Der Standort ist anhand der örtlichen Gegebenheiten und der ausgewählten Hemlocktanne zu bestimmen.

» Tipp: Erkundigen Sie sich vor dem Kauf in jedem Fall, wie hoch die erworbene Hemlocktanne wächst. Hierbei gibt es deutliche Unterschiede, welche der Hobbygärtner kennen muss, um den Ansprüchen der Pflanze gerecht zu werden.

Boden großflächig ausheben

Das Pflanzloch ist großflächig auszuheben. Das Loch sollte etwa doppelt so tief wie der Wurzelballen sein und einen Durchmesser von einem halben bis einen Meter besitzen.

Pflanze wässern

In der Zwischenzeit wird die Hemlocktanne gewässert. Stellen Sie das Bäumchen hierzu in ein Gefäß mit Wasser und warten, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Dann ist davon auszugehen, dass sich die Pflanze ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt hat.

Substrat aufbereiten

Verfügen Sie über einen schweren Lehmboden, sollte das Substrat aufgelockert werden. Dies gelingt durch die Beimischung von Sand.

Drainage einbringen

Geben Sie auf den Boden des Pflanzloches eine Schicht Sand. Diese dient als Drainage und lässt das Wasser abfließen. Dadurch verhindert sie, dass sich Staunässe bildet.

Pflanze einsetzen und Substrat einfüllen

Nun können Sie die Pflanze in das Pflanzloch setzen und dieses mit Substrat auffüllen.

Pflanze gut andrücken und wässern

Anschließend drücken Sie die Erde um die Pflanze fest und wässern sie ausreichend.

➙ Zusammenfassung Pflanzung Hemlocktanne

ArbeitsschrittErläuterung
Standort findenDie Hemlocktanne eignet sich nicht für kleinere Gärten. Lediglich ausgesuchte Arten erreichen eine geringe Wuchshöhe und wachsen häufig eher strauchförmig. Ein windgeschützter Standort im Halbschatten dürfte den hitzeempfindlichen Gewächsen am besten bekommen.
Substrat vorbereitenDie Gewächse benötigen einen nährstoffreichen und lockeren Boden. Zur Auflockerung des Substrates kann Sand verwendet werden. Der Boden darf weder zu trocken, noch zu nass beschaffen sein.
Hemlocktanne pflanzenDas Pflanzloch sollte mindestens in doppelter Größe des Wurzelballens ausgehoben werden. Vor der Pflanzung wird die Jungpflanze komplett unter Wasser getaucht, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Soll eine Hecke entstehen, können zwei bis drei Pflanzen auf einen Meter gesetzt werden.

Hemlocktanne umpflanzen

Gehölze ziehen nicht gern um. Die Standortwahl sollte daher gut überlegt und wenn möglich auch beibehalten werden. Hin und wieder kann es jedoch vorkommen, dass sich das Umpflanzen nicht vermeiden lässt. Zum Beispiel, wenn Sie nicht ohne das Bäumchen umziehen wollen, Baumaßnahme am Standort geplant sind oder Sie festgestellt haben, dass Sie sich nicht für den idealen Standplatz entschieden haben. Wurde der Standort zu sonnig gewählt, wird dies die Pflanze häufig mit Nadelfall quittieren. Ein zu feuchter Boden ist eine Gefahr für Staunässe. Sind die Wurzeln bereits angegriffen, hilft häufig nur das Umpflanzen und der komplette Austausch des Substrates.

Die Hemlocktanne umpflanzen – Schritt für Schritt

  1. Pflanze aus dem Pflanzloch heben
  2. Wurzeln kontrollieren
  3. Pflanze an neuen Standort transportieren
  4. Pflanzloch ausheben
  5. Pflanze einsetzen

Damit die Wurzeln keinen Schaden nehmen, ist das Pflanzloch möglichst großflächig auszuheben. Die Pflanze wird vorsichtig aus der Erde gehoben. Bei dieser Gelegenheit werden die Wurzeln in Augenschein genommen. Faule oder abgestorbene Wurzelteile sind zu entfernen.

» Tipp: Umpflanzen bietet sich auch als gute Gelegenheit an, die Hemlocktanne zu beschneiden.

Das Umpflanzen sollte möglichst zügig erfolgen. Daher sollte das zweite Pflanzloch bereits ausgehoben sein und die Hemlocktanne dort direkt eingesetzt werden.


Foto1: © Heike Rau - Fotolia.com, Foto2: © womue - Fotolia.com

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