Die eigene Saatgutvermehrung birgt verschiedene Herausforderungen, die sich aber gut meistern lassen.

Die richtige Lagerung ist für die Saatgutvermehrung enorm wichtig.
Die richtige Lagerung ist für die Saatgutvermehrung enorm wichtig. © fotoknips / stock.adobe.com

Die eigene Saatgutvermehrung ist ein befriedigendes Hobby, sofern die gewünschten Ergebnisse erzielt werden und das Saatgut erfolgreich eingetütet wurde. Doch nicht immer geht die Gewinnung von Saatgut leicht von der Hand. Herausforderungen, die in der Pflanzenbiologie liegen, aber auch gesetzliche Vorgaben stellen mitunter Hürden dar, die es zu meistern gilt. Denn die eigene Saatgutgewinnung ist nach wie vor eine lohnenswerte Sache.

Saatgutvermehrung mit Herausforderungen

Einige Punkte können Sie beeinflussen, auf andere Punkte haben Sie eher weniger Möglichkeiten der Einflussnahme. Welche das sind, schauen wir uns im Folgenden genauer an.

Das Gartenumfeld

Der eigene Garten und das Gartenumfeld haben einen enormen Einfluss auf die eigene Saatgutgewinnung. Wichtige Standortfaktoren wie die Bodenqualität, ausreichend Niederschläge und der Jahreszeit gemäßes Wetter sind Voraussetzung für gesunde Pflanzen und somit gesundes Saatgut.

Eine stabile Insektenpopulation ist ebenso notwendig wie ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Nützlingen und Schädlingen.

Mögliche Lösungen

Für die Qualität des Gartenbodens kann man selbst eine Menge tun. Regelmäßige Düngergaben, am besten mit organischem Dünger sowie konsequentes Entfernen des Unkrauts gehören dabei zu den grundlegenden Maßnahmen. Darüber hinaus können Unterschlüpfe für Nutztiere geschaffen werden. Dazu zählen Reisighaufen, Steinhaufen oder Insektenhotels.

Bestäubungsprobleme

Auch, was außerhalb des eigenen Gartens wächst, ist für die eigene Saatgutgewinnung relevant. Denn nicht selten kommt es vor, dass sich des Nachbarn Zierkürbisse mit den eigenen Gartenkürbissen verkreuzen und diese ungenießbar machen. Auch das Saautgut sollte in diesem Fall nicht weiter verwendet werden.

Windbestäubung, wie es bei Mais der Fall ist, kann ebenfalls dazu führen, dass der leckere Zuckermais mit minderwertigem Futtermais vom Acker nebenan vermischt wird und so seine Süße verliert.

Mögliche Lösungen

Im Idealfall kann man sich mit seinen Nachbarn absprechen und die Gemüseplanung gemeinsam vornehmen. Ist dies nicht umsetzbar, kann man dennoch gemeinsam für größere Abstände zwischen den Gemüsekulturen sorgen.

Ansonsten kann man natürlich bei sich im Garten schauen, welche Ecken weit genug vom Nachbarn entfernt sind, um unerwünschte Kreuzungen zu vermeiden.

Weiterhin kann man Folie senkrecht aufspannen, um Windbestäubung mit anderen Sorten zu vermeiden. Aber auch Insektenschutznetze lassen sich sinnvoll verwenden, um sortenreines Saatgut zu gewinnen. Mitunter jedoch muss man dann von Hand bestäuben.

Überwinterung

Vor allem bei Gemüse, das erst im zweiten Jahr Samen ansetzt, ist die richtige Überwinterung unerlässlich. Dazu zählt Wurzelgemüse wie Möhren, Pastinaken und Rote Bete. Aber auch Fenchel, Lauch, Sellerie und Kohlpflanzen benötigen eine Überwinterung. Wobei besonders Kohlpflanzen in milden Gegenden auf dem Beet überwintern können.

Theoretisch können in frostfreien Gegenden auch andere Gemüsepflanzen im Beet verbleiben. Dann muss aber damit gerechnet werden, dass sich unter anderem Wühlmäuse über das Gemüse hermachen.

Mögliche Lösungen

Doch wie sieht eine geeignete Überwinterung aus?

Für Wurzelgemüse eignet sich beispielsweise eine mit Sand oder Erde gefüllte Kiste, in die das Gemüse gelegt wird. Die Kiste wird dann möglichst kühl, aber frostfrei in den Keller oder die Garage gestellt. Vorher muss aber das Grün entfernt werden.

Kohlpflanzen brauchen ebenfalls einen kühlen und trockenen Überwinterungsplatz.

Wird das Gemüse im Frühjahr wieder in die Erde gebracht, muss es vorher auf Schadstellen untersucht werden.

Saatgutlagerung

Bei der Lagerung von Saatgut können verschiedene Probleme auftreten, die die Keimfähigkeit, die Qualität und die Lagerfähigkeit der Samen beeinträchtigen können. Die häufigsten Probleme sind:

  • Feuchtigkeit: Feuchtigkeit ist einer der größten Feinde der Saatgutlagerung. Feuchte Samen können keimen oder schimmeln, was ihre Keimfähigkeit erheblich reduziert.
  • Temperatur: Hohe Temperaturen können die Lebensdauer von Samen verkürzen und ihre Keimfähigkeit beeinträchtigen. Es ist wichtig, Samen an einem kühlen Ort zu lagern.
  • Licht: Licht kann einige Samenarten negativ beeinflussen. Es ist ratsam, Samen an einem dunklen Ort aufzubewahren oder sie in undurchsichtigen Behältern zu lagern.
  • Luft: Luft kann die Samen austrocknen oder mit Schadorganismen in Kontakt bringen. Verwenden Sie luftdichte Behälter oder versiegelbare Tüten, um die Samen vor Luftfeuchtigkeit zu schützen.
  • Schädlinge: Schädlinge wie Motten, Käfer oder Mäuse können Samen anfressen oder beschädigen. Achten Sie daher darauf, dass die Lagerbehälter gut verschlossen sind und an einem Ort lagern, der vor Schädlingen geschützt ist.
  • Platz: Wer nur wenig Saatgut lagern muss, wird dafür immer ein Plätzchen finden. Schwieriger wirds hingegen, wenn die Saatgutgewinnung viele Sorten betrifft. Denn alle sollen ja nach den oben genannten Kriterien aufbewahrt werden.

Mögliche Lösungen

Briefumschläge sind eine einfache, praktikable Möglichkeit, Samen zu verwahren.  Ebenso alte, aussortierte Saatguttüten, die natürlich entsprechend beschriftet werden müssen.

Kleine Gläser eignen sich nur dann für die Aufbewahrung, wenn das Saatgut restlos trocken ist. Ansonsten bildet sich schnell Schimmel und die Sämereien werden unbrauchbar.

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Als zweifache Mutter lebe ich mit meiner Familie, Hund und Pferden auf dem Land. Nachhaltigkeit und ein angenehmes Miteinander sind mir besonders wichtig und werden in unserem Haushalt täglich vorgelebt. Genau wie meine Leidenschaft fürs Gärtnern und Schreiben.

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