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Hopfen: Krankheiten und Schädlinge erkennen und bekämpfen

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Der Hopfen wächst in der Regel sehr schnell. Es sei denn, eine Krankheit oder Schädlinge machen ihm zu schaffen. Dann heißt es schnell handeln, um die Pflanze zu retten.

Der Hopfen ist vor Krankheiten nicht gefeit
Der Hopfen ist vor Krankheiten nicht gefeit
Wer Hopfen hört, denkt ziemlich wahrscheinlich als erstes an Bier. Dabei kann die vielseitige Kletterpflanze noch viel mehr. Insbesondere zur Zaun- und Fassadenbegrünung wird sie gerne genutzt. Denn der Hopfen ist nicht nur preisgünstig, er wächst auch sehr schnell und ist extrem pflegeleicht im Vergleich zu anderen Pflanzen wie Efeu.

Doch auch wenn die Pflanze noch so pflegeleicht ist – vor Krankheiten und Schädlinge ist sie trotzdem nicht gefeit. Hier gibt es so einige Übeltäter, die dem Hopfen stark zusetzen können. Wenn Sie die Krankheiten bzw. Schädlinge jedoch kennen und einen Befall frühzeitig bekämpfen, müssen Sie keine Angst um Ihre Hopfenpflanzen haben.

Hopfenkrankheiten und -schädlinge im Überblick

In der folgenden Übersicht finden Sie die häufigsten Krankheiten und Schädlinge aufgelistet. Zudem erfahren Sie auch gleich, wie Sie einen Befall erkennen und dagegen angehen können.

Hopfenblattlaus

Anzeichen für einen Befall:

Die Hopfenblattlaus macht sich meist ab Mitte Mai bis hin zur Ernte über den Hopfen her. Die Ausscheidungen der Tiere (Honigtau) machen die Blätter klebrig und glänzend. Außerdem können sich die befallenen Pflanzenteile auch schwarz färben. Ursache hierfür sind Rußtaupilze.

Bekämpfung:

Besprühen Sie den Hopfen regelmäßig mit Brennnesseljauche oder einem Wasser-Spüli-Gemisch. Ein Spritzer Spülmittel reicht dabei schon aus.

Gemeine Spinnmilbe (Rote Spinne)

Anzeichen für einen Befall:

Ein Befall mit der Gemeinen Spinnmilbe beginnt meist an den unteren Blättern der Pflanze. Anfangs bekommen die Blätter nur helle Flecken, später verfärben sie und die Dolden sich jedoch kupferrot.

Bekämpfung:

Um die Gemeine Spinnmilbe zu bekämpfen, ist es zunächst einmal wichtig, dass Sie Ihre Hopfenpflanzen ab Mitte Juni regelmäßig kontrollieren, da der Schädling trocken-heiße Witterung liebt. Ist ein Befall erkennbar, dann müssen Sie die Bodentriebe entfernen und die Hopfenreben sorgfältig entlauben.

Botrytis

Anzeichen für einen Befall:

Hierbei handelt es sich um eine Pilzinfektion, die oft in Jahren mit häufigen Niederschlägen auftritt. Befallen werden dabei sowohl Blüten wie auch Dolden, die sich rotbraun verfärben.

Bekämpfung:

Um die Pilzinfektion in den Griff zu bekommen, müssen Sie die befallenen Pflanzenteile entfernen und den Hopfen gegebenenfalls komplett bis zu den Trieben zurückschneiden. Bei dieser Krankheit kann aber auch ein Fungizid wie Ortiva (z.B. hier erhältlich) weiterhelfen.

Hopfenwelke

Anzeichen für einen Befall:

Bei der Hopfenwelke handelt es sich um einen Pilz, der häufig junge und verletzte Wurzeln befällt. Er dringt in die Wasserleitungsbahnen ein, die daraufhin verstopfen. Die Folge: die Hopfenpflanze wird welk und stirbt mit der Zeit ab.

Bekämpfung:

Ein Befall mit der Hopfenwelke lässt sich grundsätzlich nicht direkt bekämpfen. Sie können die infizierten Pflanzenteile höchstens tief abschneiden. Ansonsten ist es zur Vorbeugung anzuraten, immer nur welketolerante Sorten anzupflanzen.

Echter Mehltau

Anzeichen für einen Befall:

Der Echte Mehltau macht sich meist ab Mitte Mai und vor allem in dichten Beständen und bei warmem Wetter im Garten breit. Erkennbar ist ein Befall an den pustelartigen Erhebungen auf der Blattoberfläche, aus denen sich mehlartige weiße Flecken entwickeln.

Bekämpfung:

Um dem Mehltau Herr zu werden, müssen Sie alle befallenen Stellen entfernen und den Boden erneuern. Zudem kann es auch helfen, wenn Sie den Hopfen mit einer Wasser-Milch-Mischung (9:1) besprühen.

Falscher Mehltau

Anzeichen für einen Befall:

Die Pilzkrankheit kann jedes Jahr in unterschiedlicher Stärke auftreten. Dabei können alle Pflanzenteile befallen werden. Man unterscheidet dabei jedoch grundsätzlich zwischen einer Primär- und Sekundärinfektion.

➜ Primärinfektion:

Bei einer Primärinfektion überwintert der Pilz in den unterirdischen Pflanzenteilen und dringt im Frühjahr beim Austrieb mit dem Safttrieb in die jungen Sprossen ein. Die erkrankten Bodentriebe sind dann gestaucht, gelbgrün gefärbt und haben nach unten zusammengerollte Blätter. Außerdem ist auf der Blattunterseite ein grauschwarzer Pilzbelag zu sehen.

➜ Sekundärinfektion:

Bei einer Sekundärinfektion handelt es sich um eine Infektion durch Sporen, die durch Wind und Regen an die Pflanze gelangen. Durch sie bilden sich gelbliche Flecken auf der Blattoberseite, die später braun werden. Zudem sterben die Blüten meist ab.

Bekämpfung:

Um den Falschen Mehltau zu bekämpfen, müssen Sie zunächst einmal alle befallenen Blätter und Pflanzenteile komplett entfernen. Anschließend hilft es, wenn Sie z.B. ein Fungizid wie Ortiva einsetzen (z.B. hier erhältlich). Sie können den Hopfen aber auch mit einem Knoblauch- oder Zwiebelsud besprühen.


Foto1: © Uros Petrovic - Fotolia.com

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