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Indianer-Flieder: Pflanzen, pflegen & überwintern

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Indianer-Flieder verleiht dem Garten südländische Atmosphäre. Wie dieser reizvolle Blütenstrauch in unseren Breiten gepflegt wird, das erfahren Sie hier.

Indianer Flieder
© kathleenmadeline – Fotolia.com

Flieder ist nicht gleich Flieder. Allein beim Erfahrungsaustausch am Gartenzaun können einige Missverständnisse auftreten. Ist vielleicht der Gemeine Flieder gemeint, der im Mai erblüht und weithin duftet, oder jener, der im Sommer seinen Blütenflor entfaltet und zahllose Schmetterlinge anzieht? Möglicherweise könnte auch der Indianer-Flieder das Gedankenspiel beinhalten. Letzteren wollen wir genauer unter die Lupe nehmen.

Der Indianer-Flieder (Lagerstroemia indica) trägt auch andere Namen, wie Indische Kreppmyrte, Flieder des Südens, Chinesische Kräuselmyrte oder einfach nur Lagerstroemia.

Sicher wird Ihnen dieser Strauch aus dem Urlaub im Süden bekannt sein. Die in den südlichen Gefilden wachsenden Exemplare würden den frostigen Winter bei uns nicht überstehen. Züchter haben sich alle Mühe gegeben neue Sorten zu entwickeln, die auch in unseren Breiten bedingt winterhart sind.

Lagerstroemia indica porträtiert

Der Indianer-Flieder wächst zu einem mehrstämmigen Strauch heran, er kann aber auch zu einem kleinen Baum erzogen werden. Bis zu 5 Meter hoch kann der Zierstrauch werden. Das dunkelgrüne Laub im Sommer, treibt im Frühjahr zunächst bronzefarben aus.

Ähnlich wie beim Gemeinen Flieder, sind die Blüten in Rispen angeordnet und versetzen den Betrachter von Juli bis September ins Schwärmen. Die Blütenblätter des rosa bis rosaroten aber auch weißen und purpurfarbenen Flors sind graziös gekräuselt. Deshalb auch die Bezeichnungen Krepp- oder Kräuselmyrte.

Wenn Sie sich für eine Lagerströmia entschieden haben, dann lassen Sie sich unbedingt über die Winterhärte aufklären. Ja nach Sorte tolerieren die Sträucher Mindesttemperaturen von gerade einmal -5° bis zu winterlichen -15° Celsius.

In rauhen Lagen sollten Sie sich eher für eine Kübelkultur entschließen, während Sie beispielsweise in milden Weinanbaugebieten den Indianer Flieder unbesorgt ins Freiland pflanzen können.

So gedeiht der Indianer-Flieder am besten

❍ Standort:

Sowohl im Freiland als auch im Kübel bevorzugt die Kreppmyrte ein Platz an der Sonne. Geeignet ist eine Südlage im Garten.

❍ Boden:

In neutraler bis leicht saurer Erde fühlt sich der Indianer-Flieder wohl. Nur kalkhaltiger Boden ist ungeeignet. Diese Bedingungen gelten nicht nur fürs Freiland, sondern auch für die Kübelkultur zu.

Ein Tipp: Als Substrat für den Kübel mischen Sie groben Sand mit reifen Kompost und Gartenerde.

So pflegen Sie die den Indianer-Flieder richtig

Strauch Indianer Flieder
© Phuong – Fotolia.com

Gießen:

Den Standort Ihres Indianer-Flieders im Freiland sollten Sie stets feucht halten. Gießen Sie ihren Strauch daher regelmäßig aber nicht überschwänglich, Staunässe kann zur Wurzelfäule führen.
Die oberste Bodenschicht darf daumennageltief trocken sein. Verwenden Sie zum Gießen Regenwasser oder abgestandenes Leitungswasser.
Für den Blütenstrauch im Kübel gilt das gleiche. Wässern Sie erst dann ihre Kreppmyrte, wenn auch hier die oberste Schicht des Substrats etwas angetrocknet ist.

Dünger:

Der Blütenstrauch in Freilandboden ist genügsam, was die Düngung betrifft. Haben Sie das Erdreich bereits beim Einpflanzen der Kreppmyrte reichlich mit Kompost oder einem organischen Dünger aufbereitet, dann erübrigt sich späteres Düngen.

Der Kübelpflanze verabreichen Sie wöchentlich einmal ein Balkonpflanzendünger mit dem Gießwasser. Im August wird das Düngen eingestellt, damit jüngere Triebe noch vor dem Winter genügend aushärten.

Rückschnitt:

Ihre Freilandkulturen schneiden Sie im Frühjahr, ab Mitte März. Zunächst werden die im Winter abgefrorenen und abgestorbenen Pflanzenteile entfernt. Anschließend schneiden Sie den Strauch gleichmäßig auf eine Höhe zurück. Dadurch erfolgt der Austrieb gleichmäßig und der Indianer-Flieder wächst zu einem ansehnlichen, buschigen Strauch heran. Übrigens entwickeln sich an den neuen Trieben die Blüten für das laufende Gartenjahr.

Kübelpflanzen werden vor der Einlagerung ins Winterquartier gekürzt. Alle Triebe werden auf einen Höhe geschnitten.

Überwintern:

Sofern die Standortbedingungen für die Freilandkultur gegeben sind, können Sie den Indianer-Flieder in der kalten Jahreszeit mit einer reichlichen Mulchschicht schützen.

Setzen Sie Ihre Kübelpflanze ab November in ein kühles Winterquartier um. Das könnte beispielsweise die Garage sein. Achten Sie darauf, dass die Erde im Kübel während des Winters nicht vollständig austrocknet und wässern Sie den Strauch von Zeit zu Zeit ein wenig.

Ab Anfang April kann die Kübelpflanze vom Winterquartier wieder auf die Terrasse umgesiedelt werden. Der Platz für die Pflanze sollte unbedingt sonnig sein.

Zusammenfassung:

Indianer-Flieder ist südlich der Alpen weit verbreitet. In unseren Gefilden gedeiht der Blütenstrauch im Garten nur unter milden winterlichen Bedingungen. Daher wird er in raueren Regionen als Kübelpflanze kultiviert. Der Strauch liebt einen geschützten sonnigen Standort mit einem normalen Gartenboden. Kalkhaltige Erde verschmäht der Indianer-Flieder. Gegossen wird er mäßig, aber dafür regelmäßig. Überwintert wird das Kübelgewächs in einem kühlen Winterquartier.


Foto1: © kathleenmadeline - Fotolia.com, Foto2: © Phuong - Fotolia.com

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