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Jakobsleiter – Pflanzung, Pflege und Vermehrung des gefährdeten Gewächses

Die Jakobsleiter hat optisch einiges zu bieten und ist ein besonders schöner Hingucker im heimischen Garten.

Jakobsleiter
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Bei der Jakobsleiter handelt es sich um eine Staude, die zu den Frühsommerblühern gehört und im Lateinischen als Polemonium caeruleum bezeichnet wird. Sie wächst innerhalb von Mitteleuropa auch wild und ist besonders in Bereichen zu finden, in denen die Erde feucht und frisch ist. Sie siedelt sich daher vorzugsweise in Wiesen, an Bachläufen und an Auen an. Innerhalb Deutschlands findet man sie jedoch nur noch selten, weswegen sie als gefährdet eingestuft wird. Sie kann eine Höhe von bis zu 80 Zentimetern erreichen und zeigt ihr blaues Gewand ab Ende Mai, bis in den Juli hinein.

Kurzer Steckbrief zur Jakobsleiter

Jakobsleiter (Polemonium caeruleum)
Familie: Sperrkrautgewächse (Polemoniaceae)
andere Namen: Himmelsleiter, Blaue Jakobsleiter, Blaues Sperrkraut, griechischer Baldrian
Wuchshöhe: 60 bis 80 Zentimeter
Wuchsform: aufrecht und leiterartig in Bezug auf ihre Blüten
Standort: Halbschatten
Blütezeit: Juni bis Juli
Boden: frisch bis feucht, schwach alkalisch bis schwach sauer, sandig bis lehmig
Besonderheiten: Die Jakobsleiter gehört zu den gefährdeten Arten und gilt in Deutschland fast als ausgestorben.
Überwinterung: Die Pflanzen sind winterhart und müssen nicht speziell überwintert werden.

Die unterschiedlichen Arten der Jakobsleiter

Im Laufe der Zeit sind unterschiedliche Arten der Jakobsleiter entstanden. Die folgenden sind die beliebtesten:

  • Polemonium reptans: Sie wird auch als kriechende Jakobsleiter bezeichnet und siedelt sich vorzugsweise im Norden Amerikas an. Sie kriecht, wie der Name vermuten lässt, über den Boden und erreicht eine Höhe von bis zu 40 Zentimetern. Sie ist sehr gut als Bodendecker zu gebrauchen.
  • Polemonium pauciflorum: Die gelbe Jakobsleiter ist relativ rar auf dem Markt. Ihre Heimat liegt in Mexiko und den USA, trotzdem findet man sie auch hierzulande immer wieder. Ihre Blüte geht von Mai bis Juli und ist sehr üppig. Besonders schön: Die gelben Kelche besitzen rote Spitzen.
  • Polemonium „Purple Rain“: Diese Pflanze wird besonders häufig angepflanzt, weil sie extrem schöne Blätter aufweist. Ihre Blüte geht vom Juni bis in den Juli, wo sie violette Blüten bildet. Sie kommt ursprünglich aus Asien.
  • Polemonium Hybrid „Lambrook Mauve“: Die rosa Jakobsleiter ist eine Züchtung, die erstmals in Großbritannien gezogen wurde. Wenn man sie richtig behandelt, blüht sie zwei Mal im Jahr. Eine unerwünschte Ausbreitung wird dank steriler Samen vermieden.
  • Polemonium caeruleum „Album“: Sie besitzt kleine weiße Blütenkelche, die sich in Stielen fortsetzen. Sie wird auch als weiße Jakobsleiter bezeichnet und lockt im Garten sehr viele Insekten an.
  • Polemonium acutiflorum: Diese wilde Art wird auch als Spitzblütiges Sperrkraut bezeichnet. Es stammt aus Skandinavien. Ihre Wurzeln sind bis in die Eiszeit zurückzuverfolgen, in der sie sich über Flussläufe verbreitet haben soll. Die doldenartigen Blüten sind blau, die Blütezeit liegt zwischen Juli und August.

Der richtige Standort für die Himmelsleiter

Die Staude wird am besten in den Garten gesetzt, wo sie im Halbschatten ihr volles Potenzial entfalten kann. Ein wenig Sonne verträgt sie ebenso.

Sie wird idealerweise in sogenannten Cottage- oder Bauerngärten gepflanzt, da sie eine naturbelassene Umgebung schätzt. Durch ihren Wuchs ist sie für sogenannte Designergärten eher weniger geeignet.

Als Nachbarn lassen sich sehr gut Akelai, Trollblumen, Wiesenstorchschnabel oder Primeln einsetzen. Ebenso eignen sich Nelkenwurz und Blutweiderich für die direkte Umgebung. Mit einer solchen Zusammenstellung erreicht man nicht nur, dass die Bedürfnisse der Jakobsleiter bedient werden, sondern auch die der anderen Pflanzen.

Am richtigen Standort lockt die Jakobsleiter während ihrer Blütezeit viele Insekten an. Dazu gehören auch Schmetterlinge, die sich auf dem Blütenmeer tummeln.

Der ideale Boden für die Jakobsleiter

Jakobsleiter Boden
Die Jakobsleiter bevorzugt einen nährstoffreichen Boden – © Valemaxxx / stock.adobe.com
In der freien Natur siedelt sich die Jakobsleiter hauptsächlich in Böden an, die sehr nährstoffreich sind. Sie bevorzugt es, wenn der Boden schwach alkalisch ist und hält es auch noch aus, wenn er schwach sauer ist.

Die Beschaffenheit ist ideal, wenn der Boden sandig bis lehmartig ist. Dazu sollte er stets frisch bis feucht sein.

Himmelsleiter richtig gießen und düngen

Da die Jakobsleiter eine relativ robuste Pflanze ist, die einem vieles verzeiht, ist sie sehr unkompliziert in der Pflege. Lediglich im Sommer wenn es sehr warm ist, verlangt sie etwas mehr Wasser. Der Boden sollte also immer feucht gehalten werden, sie aber nicht unter Wasser gesetzt werden. Denn nasse Füße mag sie nicht.

Gedüngt werden kann die Pflanze mit allerhand Düngemitteln. Hierzu gehört auch der Kompost oder ein Spezialdünger, der organisch-mineralische Eigenschaften aufweist. Im Dünger sollte auf jeden Fall Stickstoff, Phosphat und Kalium enthalten sein. Allerdings sollte sie, wenn überhaupt, nur kurz vor ihrer Blütezeit gedüngt werden.

Muss die Jakobsleiter geschnitten werden?

Die Blütezeit der Jakobsleiter ist sehr kurz und reicht nur von Ende Mai bis Juli. Wer eine zweite Blütenpracht im September wünscht, kann die Pflanze komplett zurückschneiden. Die zweite Blüte ist zwar ein wenig spärlicher, fördert aber gleichzeitig auch wieder den Prozess, sich im Garten zu verbreiten.

Sollte die Ausbreitung unerwünscht sein, empfiehlt es sich, die Blütenstände nach der Blüte direkt abzuschneiden.

Eine weitere Alternative ist der sogenannte Pflegerückschnitt. Mit diesem wird eine bessere Winterhärte erreicht. Sie wird erst im folgenden Frühjahr vorgenommen. Außerdem hat diese Art von Schnitt den Vorteil, dass die Pflanze im Winter nicht so unansehnlich wirkt.

Wie lässt sich die Jakobsleiter vermehren?

Jakobsleiter vermehren
Die Jakobsleiter vermehrt sich von selbst, kann aber auch geteilt werden – © agatchen / stock.adobe.com
Da die Pflanze während ihrer Blütezeit genügend Samen in ihrer direkten Umgebung verstreut, ist eine direkte Vermehrung nicht erforderlich.

Dagegen ist es empfehlenswert, sie etwa alle zwei bis drei Jahre auszugraben und zu teilen. Mit den einzelnen Teilen lässt sich nicht nur an anderen Orten die Blütenpracht der Staude schaffen. Es trägt gleichzeitig zur Vitalität der Pflanze bei.

Aussaat im Garten

Wer noch keine Jakobsleiter im Garten hat, für den ist es trotzdem interessant zu wissen, wie man sie aussät. Die meisten arbeiten hier mit normalen Samen. Bei der Aussaat ist auf folgendes zu achten:

  • Die Samen werden am besten in Kisten ausgestreut, kurz bevor sie ihre Vollreife erreicht haben.
  • Die Kiste lagert man an einem geschützten Platz und hält sie feucht.
  • Im darauffolgenden Frühjahr kommt es dann zur Keimung, sofern die Samen einen Kältereiz erhalten.
  • Alternativ kann man die Samen auch ins Beet streuen und sie im nächsten Jahr, sobald die Sämlinge zu sehen sind, umpflanzen.

Wie wird die Jakobsleiter überwintert?

Spezielle Maßnahmen zur Überwinterung sind nicht erforderlich. Die Pflanze ist sehr winterhart und übersteht Frostzeiten ohne Probleme. Zum Frühjahr erwacht sie aus ihrem Schlaf und fängt kurz darauf wieder an zu keimen.

Krankheitsbefall und Schädlinge

In Bezug auf Krankheiten ist die Jakobsleiter extrem robust, weswegen sie nur selten erkrankt. Hin und wieder findet man jedoch Exemplare, die an Echtem Mehltau erkranken. Dieser lässt sich mit entsprechenden Mitteln aus dem Fachhandel bekämpfen. Andernfalls schneidet man die betroffenen Teile der Pflanze einfach heraus.

Ein Schadbild, welches man immer wieder mal zu sehen bekommt, ist eine gelbe Einfärbung der Blätter. Dies ist ein häufiges Anzeichen für einen zu sauren Boden. Besonders oft kommt dies an Teichrändern vor, wo zum Beispiel auch verschiedene Irispflanzen zu finden sind. Kommt es dazu, sollte die Irispflanze umgesetzt werden, denn sie stellt für die Jakobsleiter keine optimalen Gesellschaft dar.

Schädlinge lockt die Pflanze glücklicherweise nur selten an. Dafür laben sich gerne Schnecken an ihr, die nicht nur die Blüten und Stängel anknabbern, sondern auch den Wurzeln zu schaffen machen. Hin und wieder findet man außerdem Spuren von Wühlmäusen, die das Gewächs gerne anfressen.

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