Pflanzen

Jungpflanzen pikieren – Anleitung & Tipps

Damit sich Jungpflanzen nicht gegenseitig im Wachstum behindern, sollten sie pikiert werden. Wie Sie das richtig machen, erklären wir Ihnen hier.

Jungpflanzen in Anzuchttöpfen
Durch das Pikieren behindern sich die Jungpflanzen nicht gegenseitig im Wachstum | © Petra Schueller / stock.adobe.com

Hobbygärtner und Pflanzenliebhaber erfreuen sich am Wachstum ihrer Sprösslinge. Von der Aussaat bis zur Ernte beschäftigt der Anbau von eigenem Obst und Gemüse im heimischen Garten sie über die Sommermonate hinweg. Damit die Ernte ertragreich ist und die Pflanzen gut gedeihen, ist die kompetente Anzucht unerlässlich. Einige Pflanzen werden zu Beginn ihres Wachstums pikiert. Erfahren Sie hier, wie Sie richtig pikieren und für welche Pflanzen dieser Schritt wichtig ist.

Was ist pikieren und warum ist es wichtig?

Unter dem Begriff „pikieren“ versteht man das Vereinzeln der jungen Keimlinge. Die zarten Pflänzchen wachsen nach der Aussaat nämlich dicht beieinander und sind mit den Fingern nur schwer zu fassen. Unter Zuhilfenahme eines Pikierstabs gelingt es, die einzelnen Sprösslinge voneinander zu trennen und sie anschließend mit einem größeren Abstand zueinander oder in separaten Töpfen wieder einzupflanzen. Dieser Vorgang gewährleistet, dass sich die Pflanzen nicht gegenseitig im Wachstum behindern und stattdessen ausreichend Erde und Licht abbekommen.

Welche Pflanzen müssen pikiert werden?

Nicht alle Pflanzen müssen pikiert werden. Gemüsesorten wie Karotten oder Radieschen, die unterirdisch wachsen, können direkt an ihrem endgültigen Standort ausgesät werden. Auch Pflücksalate sowie Pflanzen, die von vornherein einzeln ausgesät werden, wie Gurken, Kürbis oder Zucchini, gedeihen ohne das Pikieren problemlos.

Viele Gemüsesorten, die nicht einzeln ausgesät werden, kommen jedoch nicht ohne die Vereinzelung aus. Im Gegenteil: Sie wachsen nach dem Vereinzeln sogar noch besser und werden zu ertragreichen Pflanzen. Zu ihnen zählen:

Wie werden Pflanzen pikiert?

Pflanzen werden pikiert
Tomaten sollten beispielsweise immer pikiert werden | © cobaltstock / stock.adobe.com

❍ Der richtige Zeitpunkt:

In den Anzuchtschalen können sich die Jungpflanzen die Nährstoffe der Erde teilen. Sobald die Pflanzen aber zwei echte Blattpaare ausgebildet haben, ist es an der Zeit, sie zu pikieren. Wird zu früh pikiert, kann dies Nachteile für die Pflanzen mit sich bringen. Zum einen sind sie noch sehr klein, sodass sie beim Vereinzeln beschädigt werden können. Zum anderen ist das Wurzelwerk noch sehr zart. Die junge Pflanze ist noch zu schwach, um diesen Vorgang zu verkraften und geht im schlimmsten Fall ein.

Wachsen einzelne Pflanzen in den Anzuchttöpfen, kann das Umtopfen zeitlich nach hinten geschoben werden, da die Keimlinge ausreichend Platz und Nährstoffe haben, um länger in den ersten Töpfen zu bleiben.

Wichtig:
Achten Sie darauf, die Anzuchterde bereits vor dem Pikieren regelmäßig zu düngen und feucht zu halten.

❍ Utensilien:

  • Aussaat- oder Pikiererde
  • Pikierstab
  • Kleiner Blumentopf (5 bis 8 Zentimeter hoch) mit Löchern am Boden
  • Gießkanne mit Brauseaufsatz
  • Kleines Sieb
  • Wasser zum Angießen
# Vorschau Produkt Bewertung Preis
1 LIHAO 15 Stück Mini Pflanzen Werkzeug Set... LIHAO 15 Stück Mini Pflanzen Werkzeug Set... 206 Bewertungen 12,99 €

❍ Anleitung:

1. Blumentopf zu zwei Dritteln mit Aussaat- oder Pikiererde füllen und leicht festdrücken.
2. Weitere Erde in den Topf sieben, bis er befüllt ist. Erde dann glatt streichen.
3. Mit dem Pikierstab ein Loch mittig in die Erde bohren.
4. Jungpflanze vorsichtig mit dem Pikierstab aus dem Anzuchttopf hebeln.
5. Pflanze nun quer über das Loch im neuen Pflanzgefäß legen.
6. Mit dem Pikierstab oder den Fingern die Pflanze sanft in das Loch ziehen.

Wichtig:
Die Wurzel muss komplett unter der Erde verschwinden! Falls die Jungpflanzen sehr lange Wurzeln haben, ist es möglich, die Wurzel mit dem Fingernagel auf eine Länge von circa zwei Zentimetern zu kürzen. Dies regt das Wachstum von Seitenwurzeln an, sodass die Pflanze einen kräftigen Wurzelballen ausbildet, der sie mit Nährstoffen versorgt.

7. Erde um die Pflanze herum leicht andrücken und glätten.
8. Die pikierte Pflanze gründlich angießen.
9. Pflanze an einen warmen Ort stellen.

Für Gemüse ist eine Temperatur von 15 bis 18 Grad Celsius optimal. Zimmerpflanzen benötigen 20 Grad Celsius für ein gutes Wachstum und tropische Pflanzen fühlen sich bei 22 Grad Celsius wohl. Achten Sie auch darauf, die Pflanzen keiner direkten Sonneneinstrahlung auszusetzen. Ein Gewächshaus mit einer möglichst konstanten Temperatur ist der ideale Standort für die Jungpflanzen.

❍ Nach dem Pikieren:

Damit die frisch pikierte Pflanze in ihrem neuen Topf gut angeht, gießen Sie diese regelmäßig. Dies hilft den Wurzeln dabei, den Kontakt zur Erde herzustellen. Solange die Wurzeln noch nicht gefestigt sind, können sie keine Nährstoffe aus dem Boden ziehen. Daher ist regelmäßiges Gießen – am besten zwei bis drei Mal in der Woche – unerlässlich, um den jungen Sprösslingen durch die erste Zeit des Anwachsens zu helfen.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Hinterlassen Sie eine Antwort

Please enter your comment!
Bitte hier den Namen eingeben