Für viele Gewächse im Garten ist Kaliumdünger besonders wichtig. Doch welche Aufgabe übernimmt er und wie kann man ihn selbst herstellen? Ich verrate es Ihnen.

Kaliumdünger selbst herstellen
Einen Kaliumdünger kann jeder selbst herstellen – © Martina / stock.adobe.com

Jede Pflanze benötigt gewisse Arten von Nährstoffe, die unterschiedliche Auswirkungen auf ihren Wuchs besitzen. Neben Stickstoff und Phosphor ist es vor allem Kalium, was die Gewächse brauchen. Es spielt zum Beispiel eine bedeutende Schlüsselrolle im Pflanzenwachstum. Es reguliert zahlreiche pflanzliche Prozesse, darunter Wasser- und Nährstoffaufnahme, Enzymaktivität und Fotosynthese. Ohne genügend Kalium können Pflanzen also nicht ihr volles Potenzial erreichen.

❔ Warum ist Kalium wichtig für Pflanzen?

Es übernimmt praktisch die Aufgabe, die Pflanze auf unvorhergesehene Gefahren vorzubereiten. Hierzu gehört zum Beispiel:

  • Anreicherung der Pflanzenzellen mit Salz zum Schutz vor Kälte
  • Erhöhung der Wasseraufnahme, um während trockener Zeiten die notwendige Versorgung sicherzustellen
  • Verbesserung der eigenen Abwehr, um sich vor Krankheiten zu schützen




Zuletzt wirkt sich die ergänzende Versorgung mit einem Kaliumdünger auch positiv auf Gemüse und Obst aus. Denn es erhöht nicht nur den Vitamingehalt innerhalb der Früchte, sondern macht es auch schmackhafter. Gleichwohl kann Kalium besonders bei Gemüse dazu beitragen, dass ein höherer Ertrag möglich ist.

Pflanzen können Kalium nur in gelöster Form aufnehmen, weswegen es umso wichtiger ist, sie zusätzlich mit diesem Nährstoff zu versorgen. Da sich Kalium mit der Zeit aus dem Boden wäscht, ist es sinnvoll, es regelmäßig auf die betroffenen Pflanzen zu geben.

🔎 Woran erkennt man einen Kaliummangel?

Kommt es bei einer Pflanze zum Kaliummangel, zeigt sich dies vor allem an den Blättern. Jüngere Blätter sind dabei oftmals nicht betroffen, ältere Blätter hingegen zeigen deutliche Symptome, indem sie eine Marmorierung entwickeln. Diese ist zunächst von gelber Farbe, die sich schließlich ins Bräunliche wandelt. Mit der Zeit wirkt die ganze Pflanze schwach und trocknet mehr und mehr aus, so als wäre sie unzureichend mit Wasser versorgt worden.

👉🏻 Das gibt es bei der Anwendung von Kaliumdünger zu beachten

Bei der Behandlung mit einem Kaliumdünger ist es wichtig, dass Sie stets die richtige Menge anwenden. Diese variiert je nach Beschaffenheit des Bodens. Ist dieser etwas schwerer, ist von 15 bis 25 Milligramm pro 100 Gramm Erde die Rede. Bei einem Sandboden ist hingegen weniger nötig und es genügen etwa zehn Milligramm.

Zudem sollten Sie auf den sonstigen Mineralstoffgehalt des Bodens achten. So könnte unter Umständen ein zu hoher Magnesiumgehalt dafür sorgen, dass das Kalium von den Wurzeln nicht so aufgenommen werden kann, wie nötig. Langfristig gesehen kommt es dadurch unweigerlich zu einem Kaliummangel bei den Pflanzen, sofern Sie den pH-Wert nicht verändern, um dem Magnesiumüberschuss entgegenzuwirken.

🌱 Die verschiedenen Arten von Kaliumdünger

Arten von Kaliumdünger
Es gibt nicht nur eine Art von Kaliumdünger – © iamporpla / stock.adobe.com

Es gibt unterschiedliche Arten von Kaliumdüngemitteln, die sich jeweils mehr oder weniger für die Versorgung des Bodens mit den richtigen Nährstoffen eignen. Hierbei unterscheidet man vor allem die Folgenden:

◾ Kalisulfat:

Besonders für Böden geeignet, auf denen schwefelliebende Gewächse angebaut werden. Der Dünger ist in Form von Granulat erhältlich und wird hauptsächlich beim Anbau von Zwiebeln, Lauch oder verschiedenen Beerenarten genutzt.

◾ Kaliumchlorid:

Ein Kaliumdünger, der besonders in der Landwirtschaft eine Rolle spielt. Er stammt aus dem Bergbau und wird chemisch unverändert in den Handel gebracht. Er ist jedoch lediglich für Pflanzen geeignet, die eine hohe Versorgung mit Chlorid vertragen.

◾ Thomaskali:

Dieser Dünger besteht aus einer Zusammensetzung aller wichtigen Nährstoffe, die Pflanzen für ein gesundes Wachstum benötigen. In ihm ist neben Kalium zusätzlich Phosphor, Magnesium und Schwefel enthalten. Umso wichtiger ist es, vor seinem Einsatz die Bodenqualität untersuchen zu lassen, um die Überdüngung mit einem der genannten Stoffe zu verhindern.

◾ Herbstrasendünger:

Dieser Dünger schützt den Rasen während der kälteren Jahreszeit vor Schäden und Trockenheit.

◾ Patentkali:

In ihm ist weniger Chlorid enthalten, womit er als verträglicher eingestuft werden kann. Er kommt daher hauptsächlich bei der Düngung von verschiedenen Zierpflanzen zum Einsatz.

◾ Holzasche:

Ist sie aus unbehandelten und natürlichen Materialien entstanden, weist sie einen sehr hohen Gehalt an Kalium und Calcium auf. Möchten Sie Holzasche als Dünger anwenden, gilt es zu beachten, dass nur eine geringe Menge ausgebracht werden sollte, da die Asche andernfalls den Boden schädigt. Außerdem birgt Holzasche die Gefahr, dass sie schlechte Inhaltsstoffe wie Schwermetalle enthält.

◾ Pflanzenjauche:

Sie wird aus natürlichen Pflanzenfasern, hauptsächlich aus Beinwell, Brennnesseln und Adlerfarn hergestellt. Sie enthält einen hohen Gehalt an Kalium.

👩🏻‍🌾 So lässt sich Kaliumdünger selbst herstellen

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Mehr Informationen

Ein guter Kaliumdünger für den Garten lässt sich auch ganz einfach selbst herstellen. Besonders geeignet ist die Pflanzenjauche, denn sie besteht aus natürlichen Rohstoffen, die möglicherweise sogar im eigenen Garten zu finden sind. Denn als Rohstoffe für eine Pflanzenjauche kommen Brennnesseln, Beinwell und Adlerfarn zum Einsatz. Bei Brennnesseln lässt sich die ganze Pflanze verwenden, bei Beinwell sind es lediglich die Blätter.

Zutaten:

  • 2 kg Brennnesseln oder Adlerfarn, alternativ 4-5 kg Beinwell
  • 1 Eimer mit Deckel (Fassungsvermögen: 10 Liter)
  • 10 Liter Wasser

Zubereitung:

  1. Rohmaterial in Stücke schneiden.
  2. Pflanzenteile in den Eimer geben.
  3. Diesen bis kurz unter dem Rand mit Wasser füllen.
  4. Deckel auf den Eimer legen.
  5. Zwei Wochen stehen lassen.
  6. Zwischenzeitlich die Brühe vorsichtig umrühren.

Aus diesem Gemisch entwickelt sich eine sehr streng riechende Brühe, die Sie anschließend als Düngemittel verwenden können. Hierzu vermischen Sie den Dünger einfach im Verhältnis 1:10 bis 1:20 mit Wasser, um damit schließlich die Pflanzen zu gießen.

Tipp:
Wenn Sie den strengen Geruch nicht ertragen können, können Sie im Vorfeld etwas unternehmen. Und zwar, indem Sie einfach eine Handvoll Gesteinsmehl unter die Brühe rühren, nachdem Sie die Pflanzenteile in den Eimer gegeben haben.

📅 Dann wird idealerweise gedüngt

Nicht zu jeder Jahreszeit ist es erforderlich, den Boden mit einem zusätzlichen Kaliumdünger zu behandeln. Am besten richten Sie sich hier nach den folgenden Voraussetzungen:

  • Im Frühjahr weisen viele Gewächse einen Kaliummangel auf. Hier lohnt es sich, zu düngen, um die Pflanzen für den nächsten Wachstumsschub vorzubereiten.
  • Im Herbst kann eine ausreichende Düngung dafür sorgen, dass die Pflanzen die bevorstehende Kälteperiode besser überstehen.
  • Jüngere Pflanzen müssen in der Regel nicht direkt mit Kalium gedüngt werden. Im Garten ist der Boden im Frühjahr häufig so gut mit dem Nährstoff versorgt, dass es erst später sinnvoll ist, zusätzliche Nährstoffe nachzuliefern.
  • Einige Gemüsearten wie Tomaten, Wurzelgemüse oder Kartoffeln können von Mai bis Juni zusätzlich gedüngt werden, um den Wuchs anzuregen und um später eine höhere Ernte zu ermöglichen.
  • Im Zweifelsfall ist es sinnvoll, den pH-Wert im Boden zu messen. Auf diesem Weg vermeiden Sie eine Überdüngung. Außerdem können Sie so herausfinden, ob der Boden noch andere zusätzliche Nährstoffe mittels Dünger benötigt.

Mutter, Hundebesitzerin und leidenschaftliche Hobbygärtnerin. Schon als Kind habe ich gemeinsam mit meinen Eltern den heimischen Garten bewirtschaftet und mich für dessen Gestaltung interessiert. Jetzt besitze ich meinen eigenen Garten und zeige meiner Tochter, wie einfach es ist Obst, Gemüse und Blumen selbst zu züchten. Ein Garten bedeutet viel Arbeit - er belohnt uns dafür aber auch mit einer reichen Ernte, wunderschönen Blumen und dem tollen Gefühl aus eigener Kraft etwas geschaffen zu haben.

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