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Kartoffel-Krankheiten – Erkennen und Bekämpfen

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Kartoffeln sind eigentlich recht robuste Pflanzen. Dennoch sind sie anfällig gegen verschiedene Krankheiten und Parasiten. Welche das sind und wie sie sich bekämpfen lassen, lesen Sie hier.

Kartoffel-Krankheiten – Erkennen und Bekämpfen Viele Hobbygärtner, die etwas Platz in ihrem Garten haben, bauen sich Kartoffeln an. Diese schmecken aus dem eigenen Garten auch deutlich besser, als aus dem Supermarkt nebenan.

Wer sich sein Gemüse aber selbst anpflanzt, muss damit rechnen, dass sich verschiedene Krankheiten und Parasiten breit machen können.

Besonders anfällig sind Kartoffeln gegenüber Schädlingen, wenn der Boden im Sommer zu trocken ist. Aber auch auf einem zu feuchten Untergrund haben vorallem Pilze leichtes Spiel.

Wir stellen heute die wichtigsten Kartoffel-Krankheiten kurz vor und informieren darüber wie Sie sie erkennen und bekämpfen können.

Die 5 häufigsten Kartoffel-Krankheiten

1. Die Kraut- und Knollenfäule

Diese Kraut- und Knollenfäule kommt bei Kartoffeln am häufigsten vor. Sie vernichtet bis zu 30 Prozent der Kartoffelernte in unseren Breitengraden. Gute Speisekartoffeln sind besonders sensibel, hier kann der Ernteausfall sogar bis zu 50 Prozent betragen. Bei dieser Pilzerkrankung handelt es sich um eine sehr alte Krankheit. Noch vor über 150 Jahren wurden vielerorts ganze Bestände von diesem Pilz vernichtet. Die Knollen verfaulten und viele Menschen mussten deshalb verhungern.

Der Pilz braucht eine feuchte Umgebung, um sich ausbreiten zu können. Schon wenn die Blätter ausgebildet werden, besteht Infektionsgefahr und gerade bei feuchtwarmer Witterung schreitet die Ausbreitung rasend schnell voran.

Erkennen
Auf den Blättern sehen Sie braune, leicht eingefallene Flecken, auf der Unterseite der Blätter ist ein weißer Belag vorhanden. Im Sommer, wenn es warm und feucht ist, verteilen sich die Sporen des Pilzes in Windeseile.

Bekämpfen
Im Sommer ist eine Bekämpfung so gut wie unmöglich. Stirbt das Kraut der Kartoffelpflanze ab, geht auch der Pilz zugrunde. Doch in der Zwischenzeit hat er sich längst auf anderen Kartoffelpflanzen angesiedelt. Sie können der Kraut- und Knollenfäule also nur vorbeugen. Schon beim Anpflanzen der Kartoffeln sollten Sie auf resistente Sorten achten, minderwertige Sorten sind wesentlich anfälliger für Pilzinfektionen.

Auch eine optimale Düngung der Kartoffelpflanzen ist enorm wichtig, die Pflanzen sind bei einem Zuviel an Stickstoff viel anfälliger. Ist das Wetter im späten Sommer sehr feucht, dann kommen Sie um den Einsatz von chemischen Mitteln kaum herum.

2. Der Kartoffelschorf

Kartoffel KrankheitenIm Gegensatz zur Knollenfäule wird der Kartoffelschorf nicht von Pilzen, sondern von Bakterien verursacht. Diese Bakterien namens Streptomyces scabies kommen in allen Gebieten Deutschlands vor. Sie befallen jedoch hauptsächlich Kartoffeln, die auf einem leichten Sandboden angebaut werden. Die Erreger dringen in die heranwachsenden Knollen ein, besonders während der ersten 14 Tage des Knollenansatzes findet eine Infektion statt. Gerade wenn die Böden wegen hoher Temperaturen sehr trocken sind.

Da der Erreger auf viel Sauerstoff angewiesen ist, hat er bei lockeren Böden besonders leichtes Spiel. Die Bakterien entwickeln sich auch bei höheren pH-Werten einfacher, so kommt es bei einem Wert von weniger als 5,5 nur selten zu einem Befall mit Kartoffelschorf. Im Grunde ist der Schorf nichts schlimmes, es gibt kaum Ernteeinbußen und auch der Geschmack der Knollen leidet nicht darunter. Das Problematische an solchen verschorften Stellen ist nur die Tatsache, dass dort andere Parasiten besonders leicht eindringen können. Wenn Sie diese Kartoffeln später einlagern, verschrumpeln sie schneller.

Erkennen
Den Kartoffelschorf erkennen Sie nicht frühzeitig, da am Kraut nichts zu sehen ist. Nur die Knollen werden befallen. Dort sind braune Flecken mit Rissen zu erkennen. Nimmt der Befall zu, so verschmelzen diese zu größeren Flächen, die verschorft sind. Manchmal bleiben die Erscheinungen oberflächlich, der Schorf kann sich jedoch auch in die Knolle vorarbeiten.

Bekämpfen
Sie können diese Erkrankung nicht direkt bekämpfen, entsprechende Pflanzenschutzmittel stehen nicht zur Verfügung. Sie sollten deshalb unbedingt resistente Sorten anbauen. Hilfreich ist auch eine vorausgegangene Gründüngung mit Roggen, Wicken oder Luzerne. Rüben sollten Sie nach den Kartoffeln nicht anbauen, denn auch diese Fruchtfolge fördern einen Befall.

In der Zeit des Knollenansatzes sollten die Pflanzen beregnet werden, den Boden sollten Sie möglichst nicht bearbeiten, damit keine Auflockerung stattfindet. Der Kartoffelschorf ist keine schwerwiegende Infektion in privaten Gärten, denn die Knollen werden dadurch nicht ungenießbar.

3. Die Schwarzbeinigkeit

Auch die Schwarzbeinigkeit kann bei Kartoffelpflanzen häufiger vorkommen. So wie die Knollennassfäule wird auch die Schwarzbeinigkeit von Bakterien verursacht. Mit Ernteeinbußen müssen Sie erst ab einem bestimmten Grad des Befalls rechnen. Gerade bei einem schweren Boden kommt es gerne zu einer Infektion, denn dann entsteht leicht Staunässe. Es gibt auch bestimmte Kartoffelsorten, die wesentlich eher betroffen sind, dazu zählen „Satina“, „Adretta“ und „Nicola“.

Erkennen
Teile der Pflanze verkümmern, verfärben sich gelblich und können schließlich absterben. Vor allem der Stängel wird geschädigt, an dessen Basis ist dann die typische schwarze Verfärbung zu sehen. Die Pflanzen lassen sich leicht aus der Erde ziehen, dazu kommt ein stechender Geruch.

Bekämpfen
Eine Bekämpfung der Schwarzbeinigkeit ist kaum möglich, deshalb ist Vorbeugung oberstes Gebot. Diese beginnt mit der Auswahl von möglichst resistenten Sorten.

Mit der Bewässerung sollten Sie sich im Sommer etwas zurückhalten. Nur bei anhaltender Trockenheit ist diese angezeigt. Warten Sie mit der Ernte noch zwei bis drei Wochen nach dem Verdorren der oberirdischen Pflanzenteile, nur dann ist die Schale der Knollen ausreichend hart. Auf eine Düngung mit Stallmist sollten Sie bei Kartoffeln unbedingt verzichten.

» Tipp: Ein jährlicher Fruchtwechsel kann eine gute vorbeugende Maßnahme sein.

4. Die Dürrfleckenkrankheit

Bei der Dürrfleckenkrankheit handelt es sich ebenfalls um eine Pilzinfektion. Die Kartoffelpflanzen werden vor allem bei trockener, warmer Witterung im Sommer befallen, auch Tomaten sind davon betroffen.

Erkennen
Gerade auf der Unterseite der Blätter sind braune, kleine Flecken zu erkennen, die auch konzentrische Ringe aufweisen. Häufig sind die Flecken auch gelb umrandet.

Die Krankheit kann sich nicht nur an den Blättern äußern, sondern auch auf die Knollen übergreifen. Der Wind und Regen sorgt für eine Verteilung der Pilzsporen, sie können dann auch in den abgestorbenen Pflanzenteilen den Winter überstehen und dann im kommenden Jahr für eine erneute Infektion sorgen.

Bekämpfen
Befallene Blätter sollten umgehend entfernt werden, außerdem ist für eine gute Belüftung der Kartoffelpflanzen zu sorgen. Manchmal kommt man um den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln nicht herum. Hilfreich sind zum Beispiel der Tomaten-Pilz-Schutz Consento oder der Kupfer-Pilzschutz von Gesal.

5. Der Kartoffelkrebs

Auch für den Kartoffelkrebs ist ein Pilz verantwortlich, nämlich Synhytrium endobioticum. Der Befall tritt am Stängelgrund und an den Knollen auf.

Erkennen
Den Namen hat die Infektion nicht von ungefähr, denn es kommt zu Wucherungen, die an Krebstumore erinnern, die wie Blumenkohl aussehen. Diese Zellwucherungen können unterschiedlich groß ausfallen und die Größe einer Faust erreichen. Anfangs sind sie noch hell, nehmen aber im weiteren Verlauf eine dunkle Färbung an, dann tritt ein schwarzes Pulver aus.

» Hinweis: Selbst wenn die Kartoffeln später eingelagert sind, kann die Infektion weiter fortschreiten. Die oberen Pflanzenteile können vollkommen gesund sein, während die Knollen schon am Verfaulen sind. Beim Kartoffelkrebs handelt es sich um eine meldepflichtige Erkrankung, der Anbau darf auf der betroffenen Fläche erst wieder erfolgen, nachdem die Befallsfreiheit nachgewiesen wurde.

Bekämpfen
Gerade in kühleren, feuchten Gegenden kann der Befall sehr stark ausfallen. Eine Bekämpfung des Kartoffelkrebses ist nicht möglich, auch chemische Mittel stehen nicht zur Verfügung. Sie können nur vorbeugen, indem Sie resistentes Pflanzgut verwenden und auf die Fruchtfolge achten. Kartoffeln sollten demnach nur alle vier bis fünf Jahre an der gleichen Stelle angebaut werden.


Foto1: © mjaud - Fotolia.com

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