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Kartoffeln und Zwiebeln lagern Sie besser nicht zusammen!

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Kartoffeln und Zwiebeln sollten man möglichst im dunklen Keller lagern. Dabei gilt es jedoch zu beachten, dass beide Gemüse nicht gut miteinander harmonieren.

Kartoffeln und Zwiebeln lagern
© exclusive-design / stock.adobe.com

Kartoffeln selbst geerntet zu haben, ist pures Gärtnerglück und eine reiche Ernte schafft zudem einen Vorrat für den Winter. Doch nicht selten erleben Hobbygärtner eine böse Überraschung. Die Kartoffeln beginnen zu keimen und werden dann schnell ungenießbar. Wer dagegen seine Kartoffeln richtig einlagert, wird damit gut über den Winter kommen. Was es beim Einlagern von Kartoffeln zu beachten gibt und welche Rolle dabei die Zwiebel spielt, erfahren Sie nun.

Kartoffeln stellen Ansprüche

Die Kartoffel ist nicht anspruchslos und wer dies bei der Lagerung nicht beachtet, wird wenig Freude an seinen Einkellerungskartoffeln haben. Bei einer zu hellen und zu warmen Lagerung zeigen sich an der Schale schnell Keime. Diese Keime entziehen der Kartoffel Nährstoffe. Dies lässt die Knollen schrumpfen. Die Kartoffeln sind zwar noch essbar, aber längst kein Geschmackserlebnis mehr. Mit den Keimen weisen die Kartoffeln auch vermehrt grüne Stellen auf. Diese sollten sorgfältig entfernt werden, denn sie enthalten Giftstoffe und sind für uns Menschen nicht zum Verzehr geeignet.

Werden die Kartoffeln nicht richtig gelagert, kann schnell Schimmel auftreten. Wer seine Ernte nicht regelmäßig kontrolliert, kann dadurch seinen gesamten Vorrat einbüßen. Schimmelt erst einmal eine Knolle, überträgt sich dies schnell auf die übrigen Kartoffeln.

Werden einige Dinge hinsichtlich der Lagerung beachtet, halten sich Kartoffeln über mehrere Monate.

Tipp: Spätkartoffeln werden im September eingelagert, Frühkartoffeln können Sie schon ab Juni bevorraten.

Kartoffeln rechtzeitig, aber nicht zu früh ernten

Hobbygärtner werden wissen, wovon die Rede ist. Am besten schmeckt die Kartoffel, wenn sie direkt aus der Erde auf den Tisch gebracht wird. Die Kartoffeln können daher je nach Sorte bis zum Herbst im Beet verbleiben und Sie ernten einfach nach Bedarf. Bodenfröste dürfen die Kartoffeln jedoch auf keinen Fall überraschen. Die Knollen reagieren empfindlich auf Fröste und bereits wenige Grade unter dem Gefrierpunkt reichen aus, um die Kartoffeln faulen zu lassen.

Eine erste Kostprobe können Sie bereits ernten, wenn das Laub an den Kartoffeln sich leicht gelb verfärbt. Bevor Sie die Kartoffeln für die Einlagerung ernten, sollten einige Wochen nach dem Absterben des Laubs vergangen sein. Diese Zeitspanne ist für das Ausreifen der Kartoffel wichtig. Ist die Schale fester, sind die Knollen besser lagerfähig und werden seltener von Fäulnis betroffen.

Was ist vor der Lagerung der Kartoffeln zu beachten?

Die Kartoffelernte sollte bei trockener Witterung durchgeführt werden. Es ist auch von Vorteil, wenn der Boden gut abgetrocknet ist und Schlamm und Matsch nicht an der Kartoffel kleben. Vor der Lagerung sollten die Knollen an einem trockenen und luftigen Ort vollständig abtrocknen, damit Sie Schimmel und Fäulnis keinen Angriffspunkt bieten.

Achtung: Beschädigte Knollen dürfen nicht eingelagert werden. Schneiden Sie die betroffenen Stellen großzügig heraus und verzehren die Kartoffeln möglichst baldigst.

Verabschieden Sie sich vom Anblick der blitzsauberen Knollen aus dem Supermarkt. Diese sind vielleicht optisch ansprechend, das Etikett beinhaltet aber nicht selten den Zusatz “nach der Ernte behandelt”. Die Knollen werden nicht nur gewaschen, sondern auch mit verschiedenen Stoffen behandelt, welche vor Fäulnis schützen sollen und die Kartoffeln länger haltbar machen. Die für die Einlagerung bestimmten Kartoffeln sollten nicht behandelt werden. Trockene Erde an der Knolle ist kein Schönheitsfehler, sondern viel besser, nämlich ein natürlicher Schutzfilm gegen vorzeitiges Faulen.

Tipps für die richtige Lagerung

Kartoffeln lagern
Erde als natürliche Konservierung an den Kartoffeln belassen – © natara / stock.adobe.com

So lagern Sie Kartoffeln richtig:

  • dunkel
  • kühl
  • trocken
  • frostgeschützt

Kartoffeln sollten dunkel gelagert werden. Der ideale Ort dafür ist sicher der Keller. Wer diesen nicht vorweisen kann, kann die Knollen auch in der Speisekammer oder im Gartenschuppen einlagern. Lagert die Kartoffel zu hell, beginnt sie schnell zu keimen und die Schale bekommt grüne Flecken. Dies weist auf Solanineinlagerungen hin. Dieser Giftstoff ist in den Pflanzenteilen aller Nachtschattengewächse zu finden. Kleine Mengen sind keine große Gefahr. Sie sollten die Kartoffeln dennoch nicht verzehren und betroffene Stellen großzügig entfernen.

Achtung: Eine hohe Solaninkonzentration macht sich an einem bitteren Geschmack der Kartoffeln bemerkbar.

Die Kartoffel ist mit einer natürlichen Keimhemmung ausgestattet. Der Abbau dieser Keimhemmung ist abhängig von der Umgebungstemperatur. Etwa nach zwei Monaten ist dieser Schutz aufgehoben. Damit es nicht zur Keimung kommt, müssen die Knollen nun bei einer möglichst niedrigen Temperatur gelagert werden. Hierbei ist etwas Fingerspitzengefühl gefragt. Bei Temperaturen über zehn Grad setzt die vorzeitige Keimung ein. Lagern die Knollen bei Werten unter vier Grad, wird der Geschmack der Kartoffel beeinträchtigt, da sich die Kartoffelstärke in Zucker umwandelt.

Tipp: Die ideale Lagertemperatur der Kartoffeln liegt bei fünf bis acht Grad.

Es sollten keine großen Temperaturschwankungen auftreten. In jedem Fall sollte die Kartoffel frostfrei, dunkel und luftig gelagert werden. Vorteilhaft lagern Sie Kartoffeln in einer Holzkiste oder einer speziellen Horde. Die Lagerung in Plastikbeuteln ist nicht zu empfehlen. Die Kartoffeln schwitzen in dem luftdichten Gewebe und beginnen zu faulen.

Die Kartoffeln sollten während der Lagerung häufig kontrolliert werden. Knollen, die zu keimen beginnen, sind baldigst aufzubrauchen. Kartoffeln, die faulen sollten Sie sofort entfernen und entsorgen.

Tipp: Lagern die Kartoffeln luftig auf Lattenrosten, können Sie die Knollen über Monate aufbewahren.

Kartoffeln neben Zwiebeln lagern – geht das?

Kartoffeln und Zwiebeln haben einiges gemeinsam und sind beide gut lagerfähig. Allerdings sollten beide nicht zusammen aufbewahrt werden. Auch Zwiebeln sollten dunkel, kühl und frostfrei gelagert werden. Es liegt also nahe, beide zusammen einzulagern. Dies sollten Sie allerdings möglichst nicht tun, denn die Zwiebeln nehmen die Feuchtigkeit der Kartoffeln auf und beginnen zu faulen.

Wohin dann mit der Zwiebel?

Zwiebeln lagern
Zwiebeln besser nicht liegend lagern – © Michael Drak / stock.adobe.com

Ihre Zwiebeln lagern Sie am besten in einem Kellerraum bei etwa einem bis drei Grad. Die Luftfeuchtigkeit sollte bei etwa 70% liegen. Für die Zwiebel empfiehlt sich eine hängende Lagerung, so gelangt genügend Luft an die Knollen. Sie können die Zwiebeln einfach an ihrem Laub zusammenbinden und so kleine Sträuße herstellen, welche sich an der Wand befestigen lassen.

Tipp: Zwiebeln gehören nicht in den Kühlschrank. Sie verlieren dort ihren charakteristischen Geschmack.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei der Lagerung von Kartoffeln und Zwiebeln

GemeinsamkeitenUnterschiede
  • sehr gut lagerfähig
  • bevorzugte Lagerung in dunklen Räumen
  • Feuchtigkeit führt zu Fäulnis
  • nicht zusammen mit Äpfeln oder Birnen lagern
  • Kartoffeln vertragen keinen Frost
  • Kartoffeln lagern bei zirka fünf Grad am besten
  • Kartoffeln werden liegend gelagert
  • Zwiebeln sind weniger empfindlich
  • Zwiebeln können bei Temperaturen um null Grad aufbewahrt werden
  • Zwiebeln werden luftig und möglichst hängend aufbewahrt

Hände weg von Äpfeln oder Birnen

Auch Äpfel oder Birnen eignen sich nicht als Gesellschaft für die Kartoffel im Winterlager. Äpfel strömen das Reifegas Ethylen aus. Die Kartoffeln beginnen dadurch schneller zu reifen und zu faulen.

Tipp: Auch die Zwiebel sollte nicht neben Äpfeln oder Birnen gelagert werden.

Ebenso sollte sich das Weinregal in sicherer Entfernung zu Kartoffeln und Zwiebeln befinden. Spitzenweine erreichen ihre Reife erst innerhalb mehrerer Jahre. Nach längerer Lagerung nimmt der Wein die fremden Gerüche an und verändert seine Geschmack.


Foto1: © exclusive-design / stock.adobe.com, Foto2: © natara / stock.adobe.com, Foto3: © Michael Drak / stock.adobe.com

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