Gartentipps Gewächshaus

Kleingewächshaus: Funktionsweise, Standort und Lüftung

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Jeder weiß, dass ein Gewächshaus zur Anzucht von Pflanzen genutzt wird. Aber wissen Sie, wie das Gewächshaus funktioniert und was Sie beachten müssen?

Kleingewächshaus: Funktionsweise, Standort, Arten und Lüftung
© vulkanismus – Fotolia.com
Ein Kleingewächshaus erleichtert Hobbygärtnern die Arbeit. Pflanzen können dort ganzjährig untergebracht werden, die Anzucht von Jungpflanzen gelingt spielend und auch tropische Pflanzen fühlen sich nun in Ihrem Garten wohl. Kleingewächshäuser im Hobbygarten unterscheiden sich im Prinzip nicht von professionellen Gewächshäusern in Gärtnereien oder Baumschulen. Wenn wir ein Gewächshaus betreten, wird schnell klar, hier herrscht ein ganz besonderes Klima. Mehr über die Funktionsweise von Gewächshäusern erfahren Sie im Folgenden.

Wie funktioniert ein Kleingewächshaus?

Sicher sagt Ihnen der Begriff Treibhauseffekt etwas. Im Prinzip passiert im Kleingewächshaus nichts anderes als auf der großen globalen Klimabühne. Im Gewächshaus kommt es zu einem Wärmestau, wenn das Sonnenlicht auf die transparenten Eindeckungen fällt, diese durchdringt und das Innere Ihres Kleingewächshauses beginnt, sich aufzuheizen. Auch die Erde und die Pflanzen selbst geben Wärme ab. Das Entweichen dieser Wärme wird durch die Eindeckung des Gewächshauses verhindert.

Ganz gleich, für welches Modell Sie sich entscheiden, die Funktionsweise des Gewächshauses ist immer gleich. Die vom Sonnenlicht abgegebene Energie dringt durch die Abdeckung, unabhängig davon, ob diese aus Glas, Kunststoff oder Folie besteht. Das Licht wird dort in Wärme umgewandelt und verbleibt im Gewächshaus, allerdings für unterschiedlich lange Zeit.

Faktoren, die das Entweichen von Wärme begünstigen:

  • undichte Eindeckung
  • häufiges Lüften
  • Bodenverhältnisse

» Tipp: Gewächshäuser ähneln in ihrer Funktionsweise einem Sonnenkollektor. Selbst in unbeheizten Kleingewächshäusern ist es stets wärmer, als im Außenbereich.

Wo soll das Gewächshaus aufgestellt werden?

Der Standort des Kleingewächshauses ist wichtig, damit das eben beschriebene Energiekonzept umgesetzt werden kann und ausreichend Sonnenlicht in das Gewächshaus gelangt. Planen Sie genau, wo Sie das Gewächshaus aufstellen möchten, damit alle Voraussetzungen des Wärmeaustausches gegeben sind, sich das Kleingewächshaus aber auch harmonisch in den Garten einfügt.

Streben Sie eine ganzjährige Nutzung an, wird das Gewächshaus möglichst in der Nähe des Wohnhauses platziert. Denn niemand möchte im Winter durch meterhohen Schnee stapfen, um im Gewächshaus nach dem Rechten zu sehen. Werden Gewächshäuser über das Wohnhaus mit Wärme versorgt, ist eine Aufstellung in der Nähe des Wohnhauses ebenfalls ratsam, damit nicht zu viel Energie verloren geht.

Auf das Gewächshaus sollte möglichst wenig Schatten fallen. Daher ist die Aufstellung unter Bäumen, Dächern oder Mauern nicht empfehlenswert. Bei dem ausschließlichen Kultivieren von Schattenpflanzen kann es aber Sinn machen, das Gewächshaus unter einer Baumkrone aufzustellen.

» Tipp: Werden freistehende Gewächshäuser in Ost-West-Richtung aufgestellt, fällt mehr Licht hinein, als bei in Nord-Süd-Richtung platzierten Kleingewächshäusern.

Welche Arten von Gewächshäusern gibt es?

Während geschlossene Systeme mit einem unabhängigen Mikroklima im heimischen Kleingewächshaus selten erreicht werden, lassen sich – abhängig von den durchschnittlich im Innenraum herrschenden Temperaturen – folgende Unterscheidungen treffen:

  • Kalthäuser – es herrschen Temperaturen unter 12 Grad
  • temperierte Gewächshäuser – es herrschen Temperaturen zwischen 12 und 18 Grad
  • Warmhäuser – es herrschen Temperaturen über 18 Grad

Wie bereits erwähnt, sind auch Kleingewächshäuser dafür geeignet, den Treibhauseffekt umzusetzen und damit dem Hobbygärtner ein effizientes Gärtnern, auf Wunsch auch ganzjährig zu ermöglichen.

Bei erfolgreicher Umsetzung des Energiekonzeptes lassen sich im Kleingewächshaus:

  • Pflanzen überwintern
  • Pflanzen heranziehen
  • Pflanzen in ihrer Blühzeit verlängern
  • exotische und Wärme liebende Pflanzen unterbringen

Der Handel bietet eine ganze Reihen an Kleingewächshäusern an. Die Unterschiede liegen in der Größe, der Form und dem für die Eindeckung verwendeten Material.

Die Lüftung darf nicht vergessen werden

Belüftung
© Leonid Eremeychuk – Fotolia.com
Sie werden jetzt vielleicht skeptisch und der Meinung sein, wenn ich lüfte, geht mir der Treibhauseffekt verloren. Doch keine Angst, Sie werden Ihren Pflanzen mit gelegentlichem Lüften nicht schaden, ganz im Gegenteil, denn in heißen Sommern kann die Hitze den Pflanzen auch schnell einmal zu viel werden. Wird im Gewächshaus nicht gelüftet, leiden selbst Wärmeliebende Pflanzen

Zu hohe Temperaturen und eine zu hohe Luftfeuchtigkeit lassen sich regulieren, wenn gezielt gelüftet wird. In klassischen Glasgewächshäusern lassen sich die Dachluken ankippen. Für eine entsprechende Belüftung sorgen auch Lüftungsöffnungen in den Seitenwänden.

Zur Unterstützung des Energiekonzeptes im Kleingewächshaus lassen sich auch maschinelle Be- und Entlüftungsmaßnahmen einsetzen. Dazu zählen elektrische Lüfter ebenso, wie Ventilatoren und Fenster, die sich automatisch aufstellen, wenn im Gewächshaus eine bestimmte Temperatur erreicht ist.

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Das Energiekonzept im Gewächshaus bewusst umsetzen

Wie sich das Energiekonzept im Gewächshaus letztlich umsetzen lässt, ist abhängig von der Konstruktion des Gewächshauses und von den eingesetzten Materialien. Wie gut das Gewächshaus isoliert und eingedeckt ist, ist letztlich ausschlaggebend dafür, wie schnell die höheren Umgebungstemperaturen, welche durch die Sonneneinwirkung im Gewächshaus entstanden sind, ohne die Einwirkung von Sonne an die Umgebung abgegeben werden.

Besonders effizient lässt sich das beschriebene Energiekonzept mit einem Erdgewächshaus umsetzen. Da Erdgewächshäuser bis zu einem Meter in die Erde eingelassen werden, ist ein optimaler Schutz sowohl bei Kälte, als auch bei Hitze gegeben. Die Idee des Erdgewächshauses stammt ursprünglich aus Südamerika. In den Bergen Boliviens zum Beispiel, verlängern die Menschen damit die Erntesaison.

Der Boden von Erdgewächshäusern ist aus verschiedenen Schichten aufgebaut. Im unteren Bereich finden sich Schotter und Steine, dann folgen Mist und Stroh, darüber gibt der Hobbygärtner eine Lage aus Kompost und Humus. Das Dach ist in einem bestimmten Winkel ausgerichtet und zeigt nach Süden, so dass die Strahlen der flach am Himmel stehenden Sonne im Winter direkt senkrecht das Dach treffen. Im Erdgewächshaus kann nicht selten bis in den Winter hinein geerntet werden, denn Erdgewächshäuser nutzen neben der Sonnenenergie zusätzlich die Erdwärme.


Foto1: © vulkanismus - Fotolia.com, Foto2: © Leonid Eremeychuk - Fotolia.com

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